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[Jules Rezension] Der Mann, der kein Mörder war


Informationen zum Buch

Quelle: Rowohlt

Der Mann, der kein Mörder war

Michael Hjorth
Hans Rosenfeldt

Übersetzer: Ursel Allenstein
Softcover
592 Seiten
14,95€
ISBN 978-3-86252-019-0
Website des Verlags



Erster Eindruck

Das Cover ist sehr schlicht gestaltet, roter Rand und heller Aufdruck. Man kann den Umriss eines Mannes erkennen und einen Wald im Winter.

Inhalt

Die Reichsmordkommission rund um Kommissar Höglund ermittelt in einem Mordfall eines Jungen, der mit herausgerissenem Herzen in einem Waldstück gefunden wurde, als das Team auf einen alten Bekannten trifft: Sebastian Bergmann.
Einst gefeierter Kriminalpsychologe ist Sebastian Bergmann nach einem Schicksalsschlag am Boden und nur mehr ein Schatten seiner selbst. Nur eines ist er geblieben – ein richtiges Arschloch! Aus eigennützigen Interessen bietet er Kommissar Höglund seine Hilfe an, die dieser zuerst ablehnen möchte.
Doch da sich der Fall als sehr schwierig herausstellt, nimmt er die Hilfe von Sebastian an und obwohl er das Team damit zu entzweien droht, können sie bald nicht mehr auf die Hilfe des hochintelligenten Bergmanns verzichten...
 

Meine Meinung
Das Buch war eine Empfehlung und sobald ich in der Geschichte drinnen war, gibt es kein Entkommen. Man fühlt auf der einen Seite mit Sebastian Bergmanns Schicksal mit, zeitgleich ist er einem aber absolut unsympathisch, da er sich um die Gefühle seiner Mitmenschen wenig kümmert.
Doch Sebastian Bergmann ist genial und der Fall so spannend, dass man einfach weiterlesen muss! Auch die Charaktere des Teams rund um Kommissar Höglund sind wunderbar beschrieben und sehr stimmig.
Das Buch habe ich in weniger als 3 Tagen ausgelesen und habe danach unmittelbar mit Band zwei begonnen, den ich ebenfalls zwei Tage später ausgelesen hatte. Nun bin ich gerade bei Band drei angekommen und kann nur sagen, dass jeder Krimi-Fan diese Bücher gelesen haben sollte!

Fazit

Die Sebastian Bergmann-Reihe gehört zu den spannendsten und brillantesten Büchern, die ich je gelesen habe. Die Mordfälle sind so gut ausgearbeitet, dass man bis am Schluss nur wenig Ahnung davon hat, wer der Mörder ist. Die Geschichten sind in sich stimmig und die Charaktere der einzelnen Personen sind wundervoll herausgearbeitet.
Neben der Geschichte der Mordfälle gibt es auch noch die Lebensgeschichte von Sebastian Bergmann, die sehr vielschichtig und faszinierend ist und die einzelnen Team-Mitglieder der Reichsmordkommission, die ebenso lebendig und menschlich erscheinen wie der Hauptdarsteller selbst.
Ein Muss für jeden, der dieses Genre liebt!


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[Rezension] A is for Arsenic


Informationen zum Buch

Quelle: Bloomsbury Sigma

A is for Arsenic - The Poisons of Agatha Christie

Kathryn Harkup

Taschenbuch
288 Seiten
ca. 15€
ISBN 978-1472911322
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Art Deco heißt der Stil glaube ich. Auf jeden Fall mag ich ihn und er passt zu den 20er Jahren, in denen Agatha Christie ja auch berühmt wurde.

Inhalt:

Agatha Christie hat in ihren Büchern sehr viele Menschen umgebracht. Nicht wenige davon mit Gift, als Apothekengehilfin kannte sie sich mit Chemikalien und pflanzlichen Giften auch sehr gut aus. In diesem Buch werden 14 verschiedene Gifte aus 14 ihrer Bücher vorgestellt. Von A wie Arsen bis V wie Veronal.


Meine Meinung

Ich habe bisher erst ein einziges Buch von Mrs Christie gelesen. Aber mehr als nur einen Fachartikel über ihre Gifte. Pharmazeuten (und Toxikologen) sind glaube ich schon von Berufs wegen Fans. Als ich dieses Buch dann gesehen habe musste ich es deswegen unbedingt haben.
Jedes Kapitel ist dabei unterteilt in eine kurze Einführung zum Gift, dessen Wirkmechanismus, einer Erklärung wie es nachgewiesen wird und was das Gegengift ist. Und natürlich einem Abschnitt dazu wie Agatha Christie es verwendet hat und welche realen Fälle es gab.

Vom fachlichen her würde ich sagen: ja, das Buch ist wirklich gut recherchiert. Vor allem dafür, dass die Autorin selbst „nur“ Chemikerin ist, sich also wahrscheinlich in ihrem bisherigen Berufsleben gar nicht so viel mit der Toxikologie, also der Lehre der Gifte, beschäftigt hat. Einen Rechenfehler habe ich gefunden, aber der soll in den Taschenbuchausgabe (der mit dem weißen Cover) nicht mehr drin sein.  Außerdem hat es mich teils irritiert, dass die Gifte (und ihre Gegengifte) oft nur aus der Zeit Agatha Christies beurteilt wurden. Das kann natürlich auch mit den Unterschieden zwischen dem deutschen und dem britischen Gesundheitssystem zusammenhängen. Aber das Physostigmin nicht als Gegengift zu Atropin erwähnt wird? In Deutschland wird das dafür verwendet, auch weil ein Notarzt es wahrscheinlich sowieso dabei hätte. Pilocarpin sollte zwar auch funktionieren (so vom Mechanismus her), ist aber glaube ich eher historisch.

Äh ja, soweit zu meinem Exkurs in die Toxiologie. Ich kann auf jeden Fall versprechen, dass das Buch für Laien geschrieben ist. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Auch wenn man die Strukturformeln am Ende wohl nur als entsprechend vorgebildeter Mensch schätzen kann.  Gut, gefallen hat mir auch, dass einige der „alten“ Nachweismethoden sehr genau erklärt werden. Einige kannte ich bereits (z.B. der Nachweis auf Arsen), aber von anderen hatte ich noch nie gehört.

Ein Interesse für Gifte, Chemie und den menschlichen Körper ist auf jeden Fall von Vorteil. Für mich sind die Namen von Medikamenten und generell chemischen Strukturen etwas normales, aber es sind eben irgendwie Zungenbrecher. Genauso wie viele der Fachausdrücke, die im Laufe des Buches dann doch eingeführt werden. Der Wirkmechanismus wird auch sehr detailliert beschrieben (wesentlich detaillierter sind die Mechanismen oft auch gar nicht bekannt)

Fazit

Das perfekte Buch für jeden Fan von Agatha Christie, jeden Naturwissenschafts-Fan und für Mediziner, Apotheker und Toxikologen sowieso. Für angehende Mörder nicht so, die erwähnten Gifte sind heute alle gut nachweisbar.

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[Rezension] Salz für die See

Informationen zum Buch

Salz für die See von Ruta Sepetys - Cover
Quelle: Carlsen

Salz für die See

Ruta Sepetys

Übersetzer: Henning Ahrens
Hardcover
416 Seiten
19,99 € [D] 20,60 € [A]
ISBN 978-3-551-56023-0
Website des Verlags

-Rezensionsexemplar-


Erster Eindruck

Tja, ein Königskinder-Buch. Also: Wunderbares Cover ist quasi selbstverständlich. Mich erinnert es übrigens ein wenig an die DGzRS Werbung, da ist auch immer viel aufgewühltes Wasser und ähnliche Farben sind das auch. Unter dem Schutzumschlag ist übrigens "Wilhelm Gustloff" eingeprägt. Und es gibt ein Lesebändchen!

Inhalt

Es ist Januar 1945. Die sowjetischen Truppen rücken immer weiter vor in Ostpreußen.
Florian, Emilia und Joana sind auf der Flucht. Jeder für sich und doch irgendwie zusammen. Und jeder hat seine Geheimnisse.
Alfred ist Soldat. Mehr oder weniger. Einsatzort: Die "Wilhelm Gustloff".


Meine Meinung

Wie fasst man ein solches Buch in Worte?

"Salz für die See" ist großartig. Verstörend. Wundervoll. Beängstigen. Atemberaubend. Zum Nachdenken anregend. Einfach unbeschreiblich.

Ich hatte Angst, dass ich zu hohe Erwartungen haben würde an dieses Buch. Schon so oft haben mich historische Roman enttäuscht. Aber Ruta Sepetys macht alles richtig. Sie schafft es einfach die Gefühle der Protagonisten einzufangen.

"Salz für die See" ist auch vier verschiedenen Sichten geschrieben. Meistens wird dabei nach 1 oder 2 Seiten die Perspektive gewechselt. Aber teilweise ist es auch nur ein Absatz. Oder sogar nur ein Satz. Durch diese Erzählweise schafft die Autorin es grade am Ende des Buches einen in einen Mahlstrom aus Gefühlen zu befördern. Was ziemlich verstörend sein kann. Wirklich.
Die vier Protagonisten kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen und jeder hat seine eigenen Gründe. Jeder der vier ist einzigartig und gut charakterisiert. Lediglich Alfred scheint manchmal etwas eindimensional, aber auch das scheint Absicht.

Man merkt es vielleicht: Ich weiß nicht recht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Definitiv eines meiner Jahreshighlights. Aber eben auch ein Buch, dass mich ganz sicher nicht hat jubeln lassen. Außerdem finde ich es sehr schwer darüber zu erzählen ohne zu spoilern. Wobei doch, eins kann ich sagen: Die Wilhelm Gustloff wird untergehen. Und mehr als 9000 Menschen mit sich reißen.

Fazit

Einfach selber lesen! "Salz für die See" ist so unbeschreiblich, aber ich kann euch versprechen, dass es ganz sicher einen Eindruck hinterlassen wird!

5 Sterne


Ich habe dieses Buch in Tausch für eine ehrliche Rezension vom Königskinder Verlag/Carlsen bekommen. Danke dafür! Meine Lobeshymmne hat aber ganz sicher nichts mit diesem Fakt zu tun, dafür ist das Buch ganz alleine verantwortlich, egal wo ich es her habe.

4

[Rezension] Body Work

Informationen zum Buch

Quelle: Titan Comics

Body Work

Ben Aaronovitch, Andrew Cartmel

Zeichner: Lee Sullivan, Luis Guerrero (Farbe)
Taschenbuch
128 Seiten
ca. 10€
ISBN 978 178 276 187 7
Website des Verlags



Erster Eindruck:

Zu einem „Flüsse von London“-Buch gehört irgendwie eine Karte auf dem Cover. Auf diesem hier ist das wirklich toll gemacht.

Inhalt:

Peter hat mal wieder einen Fall. Diesmal gibt es da ein gewisses Problem mit einem verhexten Auto, das sich selbstständig macht. Und Menschen umbringt. Da muss natürlich das Folly ran.

Meine Meinung:

Erst war ich etwas skeptisch, ob der Comic wirklich einen neuen Fall beinhaltet. Denn Body Work gehört zum „Flüsse von London“ Universum und oft bieten Comic-Adaptionen einer Buchreihe ja nichts wirklich Neues. Aber Body Work ist tatsächlich ein eigenständiger Fall, ich würde sogar sagen, dass man es ohne Kenntnis der Bücher lesen kann. Zwar verpasst man dadurch einige Insiderwitze, aber insgesamt steht der Fall für sich alleine.
Laut dem Autor Ben Aaronovitch steht Body Work in der Chronologie zwischen Band 4 und 5 der Buchreihe. Wenn man also die Buchreihe liest oder vor hat zu lesen bekommt man so natürlich einiges gespoilert u.a. einen sehr wichtigen Plottwist in Band 4.

Der Comic ist ursprünglich in mehreren Teilen erschienen, die hier in einem Sammelband zusammengefasst wurden. Dadurch gibt es zwischendrin immer mal eine Art Ciffhanger und/oder Sprünge in der Handlung. Mich persönlich hat das nicht gestört, da die Haupthandlung durchgängig war.
Interessant fand ich auch die verschiedenen Cover der einzelnen Bände, die alle abgedruckt waren. Ach ja und die „Kurzgeschichten“ am Ende waren auch sehr witzig.

Insgesamt zeigt Body Work vor allem, dass Ben Aaronovitch ursprünglich Drehbuchautor war. Denn nicht jeder Autor schafft es eine Geschichte zu schreiben, die so gut als Comic funktioniert. Als „normales“ Buch hätte Body Work nur halb so gut funktioniert, aber in einem Comic wo vieles (wie im Film) gezeigt wird und nicht beschrieben werden muss: Toll!
Die Zeichner des Comics haben meiner Meinung nach auch einen guten Job gemacht. Im ersten Moment war der Zeichenstil etwas gewöhnungsbedürftig, da ich vorher noch nie einen Comic mit einem recht realistischen Stil gelesen hatte. Nach einer Eingewöhnungszeit bin ich nun allerdings begeistert davon.

Fazit:

Eine tolle Ergänzung zur Peter-Grant-Reihe. Man kann zwar auch überleben ohne die Comics zu lesen, aber meiner Meinung nach ist Body Work gelungener als z.B. der 5. Teil der Buchreihe.



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[Jules Rezension] Der Meister

Hallo meine Lieben!
Da wieder der erste Freitag im Monat ist, darf ich euch wieder ein Buch vorstellen! Ich habe mich für „Der Meister“ von Tess Gerritsen entschieden, den zweiten Teil der Rizzoli & Isles Serie, in der erstmals auch Dr. Maura Isles ihren Platz findet.

Informationen zum Buch

Quelle: Blanvalet

Der Meister

Tess Gerritsen

Übersetzer: Andreas Jäger
Taschenbuch
416 Seiten
€ 9,99
ISBN: 9783442362844
Website zum Buch



Erster Eindruck

Wieder ein gemaltes Cover, diesmal eine Hand, die einen Pfeil hält. Lässt nicht viel auf den Inhalt schließen, passt aber optisch zum ersten Teil.

Inhalt 

„Der Dominator“ ist ein Serienmörder, der Boston in Atem hält. Er überfällt nachts Pärchen, fesselt den Mann und zwingt ihn bei der Vergewaltigung der eigenen Frau zuzusehen, bevor er ihn ermordet. Anschließend ermordert er auch die Frauen und legt sie in Parks ab um sich immer wieder an ihnen zu vergehen. Das Vorgehen kommt Polizistin Jane Rizzoli bekannt vor und erinnert sie an „den Chirurgen“, den sie eigenhändig vor einem Jahr ins Gefängnis gebracht hat und der noch eine Rechnung mit ihr offen hat. Der neue Mörder und der Chirurg müssen irgendwie in Verbindung stehen folgert die erfahrene Ermittlerin und ahnt nicht, dass sie im Zentrum der beiden perfiden Mörder steht.

Meine Meinung

Genauso spannend wie der erste Teil, doch man fiebert noch mehr mit, weil man weiß wie sehr Rizzoli im ersten Teil leiden musste. Was mir besonders gut gefällt, ist dass (wie oben erwähnt) Dr. Maura Isles ihren Platz in der Reihe bekommt. Im ersten Teil ging es noch um Rizzoli und einen Kollegen und in diesem Teil (und allen weiteren) ist endlich das Gespann wie im Fernsehen gemeinsam auf Verbrecherjagd: Rizzoli & Isles!

Fazit

Super spannend und würde ich sofort jederzeit wieder lesen! Ein ideales Buch für den Herbst um warm eingekuschelt ein spannendes Buch in einem Zug auszulesen!



Schaut doch auch mal bei Jules auf dem Blog vorbei: Auf JulesMoody.com gibt es jede Menge DIY z.B. unglaublich süße Tierlesezeichen oder ein Rezept für Pumpkin Spice Latte.

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[Jules Rezension] Die Zwölf

Hallo meine Lieben!
Da wieder der erste Freitag im Monat ist, darf ich euch wieder ein Buch vorstellen!
Vor einiger Zeit habe ich euch Teil 1 der Passage-Trilogie von Justin Cronin vorgestellt und heute gibt’s Band zwei „Die Zwölf“, denn dann seid ihr startklar für Band drei „Stadt der Spiegel“, der am 31. Oktober 2016 erscheinen wird!

Informationen zum Buch

Quelle: Goldmann

Die Zwölf

Justin Cronin

Übersetzer: Rainer Schmidt
Taschenbuch
832 Seiten
€ 9,99
ISBN 978-3-442-46935-2
Buchwebsite



Erster Eindruck

Das Cover ist zwar weniger gruselig als beim ersten Teil der Trilogie, doch die Sonnenfinsternis wirkt dennoch sehr düster und stimmungsvoll.


Inhalt

Das Buch beginnt am Anfang des 21. Jahrhunderts und der Ausbruch der Virals zieht immer größere Kreise – die Menschen beginnen zu flüchten und das wertvollste in Sicherheit zu bringen was sie besitzen: ihre Kinder – die Zukunft der Menschheit.
Mitten unter diesen Flüchtenden Menschen sind auch drei Menschen, die wichtig sein werden für die zukünftige Geschichte: Lila Beatrice Kyle – eine im Angesicht des Schreckens wahnsinnig gewordene Schwangere, Lawrence Grey, den wir schon aus dem ersten Teil kennen – der eine Stimme in seinem Kopf hört, die ihn zu sich ruft, und zu guter Letzt Horace Guilder, Direktor des Projekts, das die Virals erschuf.
Zeitsprung 100 Jahre in die Zukunft: Wir sind wieder bei Amy und ihren Freunden, die versuchen die restlichen 11 der Zwölf ursprünglichen Virals zur Strecke zu bringen. Doch irgendwo in der Dunkelheit wartet „Zero“, der erste der Virals, der das Virus ursprünglich in sich trägt und der ein einziges Ziel hat: die Menschheit auszulöschen...

Meine Meinung

Genauso spannend wie der erste Teil, genauso vielschichtig. Wir sehen alte Bekannte wieder und lernen neue Charaktere kennen und fiebern bei ihrem Schicksal mit. Wird es Amy und ihren Freunden gelingen die Virals zu besiegen?

Fazit

Ein dicker Schmöker, aber wirklich spannend und lesenswert. Justin Cronin schafft es, dass das Buch trotz seiner beachtlichen Seitenanzahl nie langweilig wird und man bis zum Finale des zweiten Bandes mitfiebert – und das Erscheinen des dritten Bandes kaum mehr erwarten kann!

Sterne: 5 von 5



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[Rezension] Die Magier Seiner Majestät

Huhu,
heute gibt es mal eine kleine Besonderheit: Die Informationen im Kasten beziehen sich nämlich auf die deutsche Ausgabe, diese erscheint am 2.11.2016. Das ist jetzt ja doch noch etwas hin und da ich - im Gegensatz zu den Figuren in "Die Magier Seiner Majestät" - nicht zaubern kann, habe ich das Buch auf Englisch gelesen. In der wunderbareren Hardcover-Version von Macmillan. Da ich aber nicht weiß, wie das mit der Benutzung des Covers aussieht, habe ich mich entschieden, das deutsche Cover zu verwenden. Und dann ist es nur fair auch direkt Werbung für die deutsche Ausgabe zu machen.
Warum also auf der Wunschliste für November unbedingt "Die Magier Seiner Majestät" stehen sollte, erzähle ich jetzt:

Informationen zum Buch

Deutsches Cover Die Magier Seiner Majestät von Zen Cho
Quelle: DroemerKnaur

Die Magier Seiner Majestät

Zen Cho

Übersetzer: ?
Taschenbuch
448 Seiten
9,99€
ISBN: 978-3-426-51914-1
Autorenwebsite
DroemerKnaur


Erster Eindruck:

Ich LIEBE das britische Cover! Es ist so schön und überhaupt. Das deutsche Cover (wie oben abgebildet) ist aber auch toll, wenn auch etwas „klassischer“. Wobei ich die Raben sehr gerne mag. Passt zum Ton des Buches.

Inhalt:

Zacharias Whyte ist grade kein besonders glücklicher Mensch. Zwar ist er seit dem Tod seines Adoptivvaters Sorcerer Royal und damit der oberste Zauberer des britischen Empire, aber Feinde hat er mehr als genug. Noch dazu versagt die englische Magie und er muss sich auf den Weg ins Feenland machen.
Prunella Gentleman ist eine Waise. Und noch dazu eindeutig Ausländerin. Nicht das, dass Mrs Daubeney stören würde. Kostenlose Arbeitskraft wird immer benötigt in einer Schule für junge, reiche – wenn auch leider magiebegabte – Damen.


Meine Meinung:

Du warst schon immer der Meinung, dass Jane Austen mit etwas Magie besser gewesen wäre? Tja, dann ist „Sorcerer to the Crown“/"Die Magier Seiner Majestät" das perfekte Buch für dich.
Ehrlich, der Schreibstil ist dem von Jane Austen gar nicht mal so unähnlich. Und ein ähnlicher feiner Humor ist hier ebenfalls vorhanden. Grade die Gespräche zwischen Zacharias und Prunella. Und Paget Damerell, ein Freund von Zacharias und ebenfalls Magier, ist einfach nur klasse. Sein familiar (Was ist da das deutsche Wort für? Hausgeist? Verbündeter? Feenhaustier?) Rollo ist auch einfach nur super, auch wenn sein großer Auftritt erst am Ende des Buches kommt.
Ich würde hier jetzt gerne lang und breit über die ganzen tollen Charaktere schreiben, aber ich habe das Gefühl damit zu viel von der Geschichte zu verraten. Auf jeden Fall kann man die Meisten als wirklich very british bezeichnen, auf die eine oder andere Weise xD Und der Hof der Feen ist seehr speziell und unglaublich interessant.
Apropos Geschichte. Ganz sicher kein 08/15 Fantasy-Plot, sondern mal was Anderes.
„Sorcerer to the Crown“/"Die Magier Seiner Majestät" scheint Teil einer Reihe zu sein. Das Buch ist aber in sich abgeschlossen, also komplett mit (mehr oder weniger) Happy End und allem. Zwar würde ich grade am liebsten einfach weiterlesen, aber weniger, weil noch so viele Fragen offen geblieben sind sondern eher, weil mich die Welt so fasziniert. Ähnlich wie bei Harry Potter: Der 7. Band ist definitiv das Ende, aber man hätte doch gerne irgendwie noch mehr. Wenn auch vielleicht nicht unbedingt mehr Harry.
Übrigens: Zen Cho ist mit „Sorcerer to the Crown“ für den British Fantasy Award nominiert, sogar gleich zwei Mal: Einmal für den besten Roman und einmal für das beste Debüt.

Fazit:

Exzentrische Charaktere und ein wunderbarer, origineller Plot: „Die Magier Seiner Majetät“ ist ein Buch für jeden Fantasy-Liebhaber und jeden, der es werden möchte.


2

[Jules Rezensionen] Die Chemie des Todes

Hallo meine Lieben!
Hier ist wieder Jules und dieses Mal darf ich euch ein Buch vorstellen, dass euch vor Spannung die Hitze des Sommers vergessen lassen wird: „Die Chemie des Todes“ von Simon Beckett.

Informationen zum Buch

Quelle: Rowohlt

Die Chemie des Todes

Simon Beckett

Übersetzer: Andree Hesse
Taschenbuch/Gebunden
432 Seiten
€ 9,99/€ 19,99
ISBN: 978-3-499-24197-0
Verlagswebsite




Erster Eindruck

Das Cover ist wie eine Parte – also ein Sterbezettel – oder eine Beileidskarte schwarz umrandet, das „T“ am Beginn des Wort „Todes“ ist wie ein Kreuz gestaltet. Ansonsten ist es ganz schlicht, wirkt aber etwas unheilvoll.

Inhalt

David Hunter war der beste forensische Anthropologe Englands, doch ein tragischer Unfall bewegt ihn dazu alles hinter sich zu lassen und aufs Land zu ziehen, wo er unbekannt ist. David zieht in einen kleinen Ort, wo er als „der Fremde“ argwöhnisch beäugt wird. Er nimmt einen Job als Arzthelfer des ortsansässigen Doktors an und will sein Leben in Ruhe leben. Doch der Tod lässt ihn nicht in Ruhe, denn als in dem Ort die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, verdächtigen alle zunächst „den Fremden“. Doch die Polizei findet bald heraus, dass David Hunter früher forensischer Anthropologe war und bittet ihn um Hilfe.
Sobald David sich in die Ermittlungen einschaltet und heraus findet, dass die Tote vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, wird schon die nächste junge Frau vermisst und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt...


Meine Meinung

Dieses Buch ist eines der spannendsten, das ich je gelesen habe. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen und wusste bis zum Schluss nicht, wer der Mörder ist. Und das will was heißen, denn meistens liegt man mit dem ersten oder zweiten Verdacht richtig, doch nicht in diesem Buch – spannend bis zur letzten Minute!

Fazit

Dieses Buch ist ein absolutes Muss für alle Krimi-Fans und der Beginn der spannenden Dr. David Hunter-Reihe von Simon Beckett!



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[Rezension] Front Lines

Huhu,
man könnte sagen diese Rezension ist etwas länger geworden. Etwas. Sie ist tatsächlich gut doppelt so lang wie die meisten Rezensionen hier.
Übrigens ein Beispiel dafür, was für tolle Bücher man so in der Onleihe findet ;)

Informationen zum Buch

Quelle: Egmont UK

Front Lines

Michael Grant

Taschenbuch
570 Seiten
ca. 11€
ISBN: 9781405273824
Autorenwebsite




Erster Eindruck:

Ich mag hier eindeutig das britische Cover lieber als das amerikanische. Letzteres wirkt so ein bisschen… imperialistisch? Es erinnert mich auf jeden Fall an Poster aus dem 2. Weltkrieg. Ich finde das britische Cover mit dem Tarn und der Hundemarke passt einfach besser.

Inhalt:

1942, die USA in einer alternativen Zeitlinie: Rio, Frangie und Rainy haben sich aus den unterschiedlichsten Gründen freiwillig zur Armee gemeldet. Sie gehören damit zu den ersten Frauen, die tatsächlich zu den kämpfenden Truppen gehören und weit entfernt von zu Hause gegen die Deutschen kämpfen werden.


Meine Meinung:

Wie übersetzt man „alternate universe“? Ich habe mich jetzt für alternative Zeitlinie entschieden, Parallelwelt ginge sicher auch. Fakt ist: Die Entscheidung, die es in Front Lines möglich macht, dass auch Frauen zur kämpfenden Truppe eingezogen werden können, gab es in unserer Realität nicht. Das macht Front Lines jetzt aber nicht zu einem Science-Fiction-Buch. Es ist einfach nur eine etwas andere Art, sich mit einem bekannten Thema auseinander zu setzen. Und auch wenn ich Reihen nicht so gerne mag: Auf die weiteren Soldier Girls Bände freue ich mich jetzt schon.
Mir ist Front Lines sehr unter die Haut gegangen. Einmal die Perspektive: Soldaten. Und dann auch noch weibliche Soldaten. Und dann die Tatsache, dass Michael Grant ganz sicher nicht daran glaubt, dass Jugendbücher irgendetwas verschleiern sollten. Egal ob es Sexismus und Rassimus sind oder die genaue Beschreibung von Tod und Verderben.

Ist das ganze realistisch? Keine Ahnung. Ich bin keine Soldatin und habe es auch nicht vor zu werden. Was ich weiß: In Front Lines müssen Männer und Frauen die gleichen Aufgaben gleich gut erfüllen. In der Realität wurden die körperlichen Anforderungen für Frauen meistens etwas gesenkt. Einfach weil es auf Grund des unterschiedlichen Körperbaus für Frauen wesentlich schwerer ist, einen Klimmzug zu machen als für Männer. Aber in den allermeisten Armeen dieser Welt dürfen Frauen auch nicht zu Einheiten, die wirklich kämpfen.

Die Emotionen der Protagonisten fühlen sich auf jeden Fall sehr echt an. Auch die „Rahmenhandlung“ (wenn man es denn so nennen mag) der Erzählerin passt sehr gut. Es wird zwar nicht verraten wer genau diese Erzählerin ist, aber das sorgt noch mal für eine zusätzliche interessante Ebene. Denn schließlich rät man quasi vor sich hin wer das sein kann. Mein momentaner Tipp: Jenou oder Rainy.
Womit wir bei den Figuren wären. Am wichtigsten sind sicher die drei Frauen aus deren Sich erzählt wir: Rio Richlin, deren ältere Schwester bereits im Krieg gefallen ist und die selbst eher das nette Mädchen von Nebenan ist. Frangie Marr, die sich freiwillig meldet, weil ihre Familie nach einem Arbeitsunfall ihres Vaters dringend Geld benötigt. Rainy Schulterman, eine Jüdin aus New York, die es unbedingt Hitler heimzahlen will, auch wenn sie selbst nicht so ganz weiß, was an den Gerüchten über die KZs dran ist.
Dann ist da noch Jenou, Rios beste Freundin. Die beiden gehen gemeinsam zum Wehramt um sich freiwillig zu melden und bleiben auch weiter zusammen. Jenou kommt aus einer eher dysfunktionalen Familie, die Armee ist ihr Ausweg. Direkt aus ihrer Sicht wird nicht erzählt, aber sie kommt quasi immer vor, wenn Rio vorkommt. Eine ziemlich gemischte Truppe also und als Nebenfiguren kommen noch viele andere überaus interessante Figuren hinzu. Einige sind sicher etwas überzeichnet (einer von Rainys Vorgesetzen z.B.), aber die allermeisten sind sehr gut ausgearbeitet. Hut ab dafür! Die tollen Charaktere (und die dazugehörige sehr gute Entwicklung eben jener Charaktere) fordern allerdings einen kleinen Tribut was die Länge des Buches angeht. Von einem Kriegsbuch erwartet man dann doch irgendwie eine gewisse Schnelligkeit, Front Lines lässt sich aber sehr viel Zeit. Unerwartet aber gut so, denn sonst können einem die Charaktere nicht ans Herz wachsen.

Ein letzter Absatz noch zum Thema „Wie schwierig ist das Englisch?“. Tja, also ich dachte eigentlich mich könnte nix mehr aus der Bahn werfen. Aber ich musste tatsächlich ein Wort nachgucken (und die militärischen Ränge googeln ;). Und was genau viele der rassistischen Begriffe bedeuten, die Frangie entgegengeworfen werden, will ich gar nicht wissen. Das Pickaninny rassistisch ist, weiß ich auch ohne Übersetzung.

Fazit:

Ein mehr als gelungener Reihenauftakt. Mit Protagonisten, die so real wirken, als ob sie vor einem sitzen würden und ihre Geschichte erzählen.


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[Rezension] Homegoing

huhu,

heute habe ich eine Rezension zu einem ganz besonderen Buch für euch. Entdeckt habe ich es auf NetGalley und glücklicherweise auch tatsächlich ein Rezensionsexemplar von Penguin RandomHouse International bekommen. Danke dafür!
Und nun auf zur Rezension:

Informationen zum Buch

Quelle: Knopf (PenguinRandomHouse)

Homegoing

Yaa Gyasi

Ebook/Hardcover
320 Seiten
$13.99/$26.95 (laut Verlag)
ISBN: 9781101947135
Verlagswebsite




Erster Eindruck:

Dieses Cover ist einfach so wunderbar fröhlich und farbenfroh. Es erinnert mich vom Muster her auch an diese Stoffe, die in vielen afrikanischen Regionen gerne getragen werden.

Inhalt:

Ghana im 18. Jahrhundert: Effia und Esi sind Halbschwestern. Unbekannterweise, denn sie werden in verschiedenen Dörfern geboren. Sie werden zwei sehr unterschiedliche Leben führen: Effia als Frau eines britischen Offiziers und Esi als Sklavin in Amerika. „Homegoing“ folgt Effia, Esi und ihren Nachkommen durch die Jahrhunderte.

Meine Meinung:

Schon mal versucht ein Buch zusammenzufassen, das eigentlich aus vielen einzelnen Geschichten besteht? Von denen jede einzelne ihre Daseinsberechtigung hat und jede einzelne unglaublich spannend ist?
Yaa Gyasi hat mich mit ihrem Debütroman wirklich gepackt. Und zum nachdenken gebracht. Eigentlich kannte ich die historischen Hintergründe, die in den USA besser als die in Ghana, aber so grundlegend dachte ich wüsste ich worum es geht. Tja, falsch gedacht. Es wird alles so real durch „Homegoing“. Zwar fühlt es sich grade auf Seite von Esi-Nachfahren in Amerika etwas so an als hätte die Familie alles mal erlebt haben müssen. Aber gut, deswegen ist es ja ein Buch und keine wahre Geschichte. Yaa Gyasi hat einen wunderbaren Schreibstil, sehr direkt aber auch sehr poetisch. Wunderbar eben. Für mich fühlte es sich an als ob ich wirklich eine Geschichte erzählt bekäme, ein seltenes Talent.
Die Geschichte hat allerdings sehr viele Lücken, denn wie oben schon geschrieben besteht „Homegoing“ aus vielen einzelnen Geschichten. Aus jeder Generation bekommt ein Nachfahre das Wort und seine oder ihre Geschichte wird erzählt. Aber eben nur ein Ausschnitt aus dieser Geschichte, ein wichtiger Punkt im Leben der Person. Einige tauchen dann später nochmal in den Geschichten ihres Kindes oder Enkelkindes auf, aber man erfährt niemals alles. Auch das erinnert mich an einen Geschichtenerzähler, die meisten Märchen und Sagen bilden ja auch nur einen kurzen Ausschnitt ab.
Die Erzählweise ist auf deiner einen Seite eine große Stärke von „Homegoing“ und auf der anderen Seite auch irgendwie nicht so schön, denn dadurch fällt es einem schwerer sich in die einzelnen Charaktere reinzuversetzen. Mir hat das jetzt nicht so viel ausgemacht, da der Schreibstil und die Art und Weise, wie die beiden Stränge miteinander verbunden werden vieles wieder wett machen.

Fazit:

Unbedingt lesen. Homegoing ist nicht nur die Geschichte zweier Familien, es ist so viel mehr. Es ist die Geschichte eines ganzen Volks, die Geschichte von Rassismus und Sklaverei und die Geschichte von vielen faszinierenden Einzelpersonen.
Eine deutsche Version scheint noch nicht in Sicht zu sein, aber das kann ja noch werden.



3

[Jules Rezensionen] Der Übergang

Hallo ihr Lieben!
Hier bin ich wieder und stelle heute eines meiner liebsten Bücher vor: „Der Übergang“ von Justin Cronin. Es ist der erste Band einer Trilogie und umfasst unglaubliche 1000 Seiten! Aber jede einzelne Seite ist es absolut wert gelesen zu werden!

Informationen zum Buch

Quelle: Goldmann

Der Übergang

Justin Cronin

Übersetzer: Rainer Schmidt
Taschenbuch
1024 Seiten
9,99€
ISBN:978-3442469376
Autorenwebsite



Erster Eindruck

Also das Cover ist schonmal richtig gruselig. Dieses kleine Mädchen mit zu hellen Augen, den zu dunklen Lippen und den Haaren im Gesicht lässt einem die Nackenhaare zu Berge stehen und verspricht richtig viel Spannung.

Inhalt

Den Inhalt umreiße ich hier ob der tausend Buchseiten nur kurz:
Erster Teil – Special Agent Bradford Joseph Wolgast hat mit seinem Kollegen den Auftrag zwölf ausgewählte Schwerverbrecher von den jeweiligen Gefängnissen in eine spezielle Forschungseinrichtung zu überführen. Doch nachdem sie den letzten Verbrecher überstellt haben, bekommen sie einen neuen Auftrag: ein kleines Mädchen, dass bei Nonnen wohnt, soll entführt werden um sie in die Forschungseinrichtung zu bringen. Wolgast, der stark zweifelt, nimmt das Mädchen – Amy – dann nach einem Vorfall im Zoo doch mit.
In der Forschungseinrichtung wird mit einem Virus aus dem bolivischen Urwald experimentiert, das den zwölf Schwerverbrechern injiziert wird. Durch das Virus verwandeln sich „die Zwölf“ in blutsaugende Monster, aber nicht wie Vampire, sondern eher wie eine Art grausame unmenschliche Wesen, die in die Gedanken der Menschen eindringen können und sie zu sich locken können.
Wolgast schafft es Amy zu retten, als „die Zwölf“ schließlich entkommen und die Welt ins Chaos stürzen. Er flieht mit ihr zu einem einsamen Haus und beschützt sie so lange, bis er an den folgen einer Atombombe stirbt. Amy überlebt...
Zweiter Teil – 100 Jahre später: Die „Virals“, wie sie jetzt genannt werden, dominieren die Welt, aus dem ursprünglichen zwölf wurden tausende und die verbliebenen Menschen leben in Kolonien mit erbärmlichen Zuständen zusammen. Die einzige Waffe, die die Menschen gegen die Virals haben ist Licht. Und die Akkus der Lichter, genauso wie die restlichen Ressourcen, werden knapp. Deshalb muss ein Team sich auf die Suche nach Strom machen und beginnt eine Mission zum alten Kraftwerk. Das Team wird von Virals angegriffen und Peter – ein Mitglied des Teams – kommt in eine fast aussichtlose Situation. Bis plötzlich Amy vor ihm steht und ihn rettet, denn sie scheint die Virals irgendwie vertreiben zu können.
Die Begegnung scheint Peter so unwirklich, dass er zuerst nichts davon sagt, doch Amy folgt dem Trupp zur Kolonie. Und Amys auftauchen verändert alles. Sie scheint der Schlüssel, das Heilmittel, gegen die Virals zu sein. Und so brechen Peter und einige weitere Personen zu einer gefährlichen Expedition auf, die die Rettung der Welt bedeuten könnte.


Meine Meinung

Am Anfang des Buches springt man zwischen einigen Handlungssträngen hin und her und das Buch baut etwas langsam an Dynamik auf. Das mag auch Justin Cronins Erzählstil geschuldet sein, der sehr detailsreich ist. Doch sobald die Geschichte Fahrt aufgenommen hat, ist es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Auf den über tausend Seiten passiert so viel, dass es eigentlich auch für zwei Bücher gereicht hätte. Doch Justin Cronin beschreibt seine Protagonisten so authentisch, dass man einfach mit ihnen mitfühlt. Im ersten Teil ist man noch vom Virus gegruselt und fürchtet um das Überleben des kleinen Mädchens doch im zweiten Teil lebt man richtig mit den einzelnen Personen und ihren Schicksalen mit. So gibt es da Mausami, die in Theo verliebt ist, aber mit Galen verheiratet ist. Es gibt Michael „Akku“ Fisher, der das technische Genie der Kolonie ist, Alicia die im Kamp von einem Viral gebissen wird,... Man taucht ein in diese koloniale Welt, in die zwischenmenschlichen Beziehungen, in den Kampf ums Überlegen und in die Hoffnung auf den Sieg gegen die Virals.

Fazit

Ich habe selten so ein komplexes und spannendes Buch gelesen. Naja, das stimmt nicht ganz, schließlich hab ich auch Teil zwei der Saga „die Zwölf“ gelesen. Und Teil 3 „die Spiegelstadt“ erwarte ich seit der letzten Seite von „die Zwölf“ mit soviel Ungeduld, dass ich es kaum aushalte. Aber mein Warten soll am 31. Oktober 2016 endlich sein Ende finden.




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[Rezension] Berlin 1936

Huhu,
da bin ich wieder mit einer Rezension. Ein Rezensionsexemplar, bei dem ich zwischenzeitlich sogar bereute es angefragt zu haben. Warum? Na, weil es ein Sachbuch ist. Über Geschichte. Die können ziemlich langweilig sein. Nicht so dieses Buch, aber lies einfach meine Rezension. Ich würde jetzt ja sagen: Garantiert spoilerfrei, aber ich fürchte der Geschichtsunterricht in der Schule hat da sowieso schon ordentlich gespoilert ;)

Informationen zum Buch

Quelle: Siedler Verlag

Berlin 1936

Oliver Hilmes

Hardcover
300 Seiten
€ 19,99 [D] € 20,60 [A]
ISBN: 978-3-8275-0059-5
Verlagswebsite




Für "Berlin 1936" werde ich aus meinem üblichen Rezensionsschema ausbrechen. Denn irgendwie wird dieses dem Buch einfach nicht gerecht.

Tja, ich denke der Titel macht schon klar worum es geht: Um die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Als Hitler und Co. es schafften der Welt ein friedliches und "normales" Deutschland vorzuführen obwohl schon die ersten Konzentrationslager gebaut wurden.
Genau genommen berichtet Oliver Hilmes aber nicht nur über diese 16 Tage sondern auch über Sachen, die vorher und nachher passierten. Inklusive einem "Was wurde aus...?" am Ende.

Die in "Berlin 1936" vorgestellten Personen decken quasi die ganze Bandbreite ab: Vom Präsidenten des internationalen olympischen Komitees über ranghohe Nazis wie Goebbels zu Restaurantbesitzern und einfachen (jüdischen) Bürgern. Dabei schlägt Oliver Hilmes nicht den typischen eher belehrenden, mit Fußnoten und Anmerkungen durchsetzen Sachbuch-Stil an, stattdessen erzählt er Geschichten. Ja, er zitiert auch z.B. aus dem Tagebuch von Joseph Goebbels, aber diese Zitate sind quasi einfach nur da und werden nicht besonders hervorgehoben. Gut, es findet auch keine Diskussion der Bedeutung und Verlässlichkeit der verschiedenen Quellen statt. Eine Tatsache, die meine Geschichtslehrerin aus der Oberstufe wahrscheinlich verurteilen würde. Teilweise finden sich auch Auszüge aus Primärquellen direkt wieder z.B. aus Polizeiberichten oder den Anweisungen der "Reichspressekonferenz". Generell wird nicht bewertet was diese Auszüge oder auch andere Begebenheiten bedeuten. Das wird dem Leser überlassen. Oliver Hilmes ist quasi wirklich nur der Erzähler. Mir persönlich gefällt diese Art und Weise sehr gut, man fühlt sich ins Jahr 1936 versetzt.

"Berlin 1936" ist nicht in Kapitel sondern in Tage unterteilt. Jedem Tag ist ein Bild aus der Zeit sowie der offizielle Wetterbericht des Tages vorangestellt. In einzelnen Abschnitten werden dann verschiedenen Geschichten erzählt. Einige Personen tauchen dabei immer wieder auf, während andere nur einmal einen kurzen Absatz bekommen und dann wieder von der Bildfläche verschwinden. Besonders fasziniert hat mich die Geschichte um Thomas Wolfe und Heinz Ledig-Rowohlt, aber auch das "Was wurde aus...?" war sehr interessant. Da stellt sich der kleine Junge plötzlich als später weltbekannter Historiker heraus und die Frau, die spontan Hitler küsste bei den olympischen Spielen, rettet dank ihrer Deutschkenntnisse wenige Monate später einer Frau das Leben. Mal ganz abgesehen von den vielen Geschichten über Menschen, die auf die eine oder andere Art versuchen zu fliehen.

Insgesamt würde ich sagen: Definitiv 5 Sterne. Es hat unglaublich Spaß gemacht "Berlin 1936" zu lesen und interessant war es noch dazu!


2

[Rezension] Himmel ohne Sterne

Moin!

Heute gibt es mal eine Rezension zu einem Buch, dass ein wenig schönes Thema behandelt. Das war quasi mein letzter Versuch "Rainer M. Schröder", ausgeliehen in der Onleihe. Was draus geworden ist? Einfach weiterlesen!

Informationen zum Buch

Cover Himmel ohne Sterne von Rainer M. Schröder
Quelle: cbj

Himmel ohne Sterne

Rainer M. Schröder

Hardcover
576 Seiten
16,99 € [D] 17,50€ [A]
ISBN: 978-3-570-17222-3
Verlagswebsite



Erster Eindruck: 

Passt zum Titel und zwar wirklich. Und es ist mal kein 08/15 Jugendbuchcover.

Inhalt: 

München, 1946: Jannek und Leah haben den Nazionalsozialismus überlebt. Grade so. Aber ihre Erlebnisse in den KZ haben sie stark geprägt und jetzt müssen sie im Nachkriegs-Deutschland auch noch ums Überleben kämpfen. Bald schon reift die Idee nach Palästina zu gehen, aber die Reise ist gefährlich und den Staat Israel gibt es noch nicht.
In London ist die Familie Bucheim immer mehr Anfeindungen ausgesetzt, als deutsche Juden werden sie überall ausgegrenzt und teilweise direkt angegriffen. Alija Bet – die illegale Einwanderung nach Palästina – scheint auch für sie die letzte Hoffnung.

Meine Meinung:

In letzter Zeit war ich nicht mehr so begeistert von Rainer M. Schröders Romanen. Ich dachte schon ich sei zu erwachsen dafür geworden, aber dieses Buch beweist mir das Gegenteil.
Vorweg: Für sanfte Seelen ist „Himmel ohne Sterne“ nichts. Ganz und gar nichts. Hier wird kein Blatt vor dem Mund genommen was die Realität des Holocaust und des Lebens im Nachkriegs-Europa angeht. Auch das die illegale Einwanderung kein fröhlicher Sonntagsspaziergang war wird ganz sicher nicht verheimlicht. Mich hat vor allem das Verhalten der Briten geschockt, ich wusste zwar aus dem Geschichtsunterricht, dass sie dem Problem „Palästina“ nicht gewachsen waren, aber in konkreten Situationen werden einem die Auswirkungen erst bewusst. Das gilt für vieles in diesem Buch, denn die Rahmenhandlung dürften die Meisten aus dem Geschichtsunterricht kennen, aber die Umsetzung…
Ich glaube in keinem anderen Buch von Rainer M. Schröder sterben so viele Menschen, wie in „Himmel ohne Sterne“. Vielleicht in der Falken-Saga, aber das sind 5 Bände und entsprechend mehr Seiten…  Und Happy End ist auch nicht wirklich drin…
Leah war für mich „die“ Figur in diesem Buch, ich habe das Geschehen quasi immer durch ihre Augen betrachtet auch wenn nicht alles aus ihrer Sicht erzählt wurde. Jannek dagegen blieb mit die meiste Zeit rätselhaft, auch das Ende hat mir nur bedingt geholfen ihn zu verstehen. Sophie und Marius waren da besser zu verstehen, genauso wie Ari. Aber ich denke, das war auch so gewollt. Man lernt halt die vielen verschiedenen Schicksale kennen, die Juden dazu geführt haben nach Palästina auswandern zu wollen und für einen Staat Israel zu kämpfen. Dazu gehört eben auch der verbitterte und schwer traumatisierte KZ-Überlebende, der glaubt, dass es für ihn keine Zukunft gäbe.
Übrigens: So ganz nebenbei wird auch erklärt, warum in der Region jetzt grade die Hölle los ist (und warum das auch eigentlich mal mehr, mal weniger seit 100 Jahren so ist).
Ach, ich würde gerne noch so viel mehr schreiben über dieses Buch, aber leider würde das meiste davon meine „Keine Spoiler in Rezensionen“-Regel verletzen und hier jetzt jede Menge Spoiler Buttons setzen möchte ich nicht. Gibt ja auch so genug zu sagen.


Fazit: 

5 Sterne, was denn sonst. Dieses Buch MUSS man gelesen haben, gleich nach „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Pflichtlektüre für jeden der sich auch nur ansatzweise für das Thema interessiert und eigentlich auch für alle anderen!


4

[Jules Rezensionen] Die Chirugin

Hallo meine Lieben!

Da wieder der erste Freitag im Monat ist, darf ich euch wieder ein Buch vorstellen!

Ich habe mich für „Die Chirurgin“ von Tess Gerritsen entschieden, der erste Teil der Rizzoli & Isles Saga, die man aus dem Fernsehen kennt. Mittlerweile gibt es 11 Teile und begonnen hat alles mit „die Chirurgin“ im Jahr 2002.


Informationen zum Buch

Quelle: Blanvalet

Die Chirurgin

Tess Gerritsen

Übersetzer: Andreas Jäger
Taschenbuch
416 Seiten
Preis: € 9,99
ISBN: 9783442360673
Autorenwebsite



Erster Eindruck

Das Cover ist im Renaissance-Stil gemalt und dieser Stil bleibt auch die ganze Rizzoli & Isles Reihe erhalten.

Inhalt

Detective Thomas Moore und Inspector Jane Rizzoli ermitteln in Boston in einem Fall, bei der Nachts jemand in das Haus allein stehender Frauen eindringt und diese umbringt. Doch das ist nicht Alles. Der Täter unterzieht die Opfer einem chirurgischen Eingriff bevor er sie tötet. Diese spezielle Vorgehensweise führt das Ermittler-Duo zu der Chirurgin Catherine Cordell, die ein paar Jahre zuvor nach dem gleichen Muster überfallen wurde, den Täter jedoch erschießen konnte. Dies erschwert die Ermittlungen natürlich, da das Muster genau das Gleiche ist, der Täter jedoch damals erschossen wurde...


Meine Meinung

Da ich ein großer Fan der Serie bin, bleibt ein Vergleich hier natürlich nicht aus. Das Ermittler-Duo besteht aus Thomas Moore und Jane Rizolli, eine Dr. Isles lässt eigentlich ein bisschen auf sich Warten und kommt erst im zweiten Teil fix vor. Aber ich will nicht vorspulen. Das Buch ist sehr spannend geschrieben und man merkt, dass die Autorin eigentlich Ärztin war, bevor sie mit dem Schreiben begonnen hat. Die anatomischen Beschreibungen sind sehr genau, aber so geschrieben, dass sie auch für Laien gut zu verstehen sind. Die Geschichte ist am Anfang etwas verwirrend, weil der Täter von „Damals“ ja tot ist, nimmt aber sehr bald an Fahrt auf und das Ende ist super spannend! Rizzoli ist bei Weitem nicht so „weiblich“ wie im Fernsehen, sondern überzeugt durch ihr Fachwissen und ihren Ehrgeiz. Sie lehrt Männern das Fürchten, man kann sich aber sicher sein, dass sie mit ihrer Willensstärke und ihrem Gespür für Verbrechen dem Mörder bald auf die Spur kommt.

Fazit

Toll geschrieben, echt spannend, Nervenkitzel der Superklasse! Ich war von den ersten Seiten an ein Fan des Buches und empfehle es vorbehaltslos an alle Thriller-Fans!





Ich hoffe ihr findet das Buch genauso spannend wie ich! Und falls ihr zwischen dem Lesen mal Lust auf ein bisschen DIY habt, könnt ihr ja gerne bei mir auf https://julesmoody.wordpress.com vorbei schauen!

Alles Liebe,
Jules
5

[Rezension] Deutschland, deine Götter

Moin!

Dieses Buch gab es über den Newsletter von BloggDeinBuch, ist also ein Rezensionsexemplar (so mehr oder weniger, rezensieren musste man nämlich nicht unbedingt). Danke auch an den Tropen Verlag.

Informationen zum Buch

Quelle: Tropen Verlag

Deutschland, deine Götter

Gideon Böss

Ebook/Hardcover
398 Seiten
15, 99€/19,95€
ISBN:978-3-608-50230-5
Verlagswebsite



Erster Eindruck: 

Ich finde ja, das Cover hat ein seltsames Format. Aber ich mag es das die verschiedenen Symbole auf der Deutschlandkarte eingezeichnet sind. Auch wenn ich längst nicht alles zuordnen kann

Inhalt:

Gideon Böss ist selbst nicht gläubig, aber in diesem Buch macht er sich auf die Suche nach Gott. Und in Deutschland hat er da sehr viel Auswahl: Von Wicca geht es über die Weltreligionen (und ihre Ableger) auch zu Religionen wie Scientology und Osho.

Meine Meinung

Unglaublich toller Humor. Wirklich. Und das ohne sich über die Religionen lustig zu machen oder in irgendeiner Art und Weise zu werten. Das muss man erst einmal hinbekommen. Gideon Böss ist sicherlich keiner der Journalisten, die der amerikanische Kritiker Russell Lynes meinte als er sagte "
“Every journalist has a book inside him, which is an excellent place for it.”.

Oft staunt man ob der Glaubenvorstellungen, die teilweise doch sehr anders sind als Otto-Normal-Deutscher gewöhnt ist. Mir war vor Lektüre nicht bewusst, dass es wirklich Menschen gibt, die an Außerirdische glauben. So richtig. Und das als Religion aufziehen. Auch das Scientology einen richtigen religiösen Unterbau hat war mir so auch nicht wirklich bewusst. Nur die Kapitel über die Heiden und über das fliegende Spagetthimonster fand ich etwas enttäuschend. Letzteres schien dem Autor allerdings ebenso zu gehen. Das er bei den Heiden Probleme hatte Ansprechpartner zu finden kann ich auch verstehen, aber ein bisschen mehr Durchhaltevermögen wäre da vielleicht gut gewesen ^^

Fazit

Unterhaltsam, informativ, genial. Mit diesen Wörtern würde ich "Deutschland, deine Götter" beschreiben. Danke für dieses Buch Herr Böss!

5 Sterne.


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[Rezension] Der Palast der Meere

Da bin ich wieder! Diesmal mit einer Rezension.
Ich habe Anfang Oktober mal wieder Glück gehabt bei Blogg dein Buch und dürfte "Der Palast der Meere" von Rebecca Gablé lesen. Danke an Bastei-Lübbe für das Rezensionsexemplar.


Informationen zum Buch

Quelle: Bastei-Lübbe


Der Palast der Meere

Rebecca Gablé

Hardocver
957 Seiten
€ 26,00 [D]
ISBN 978-3-431-03926-9
Verlagswebsite



Erster Eindruck:


Hach, dieses Cover. Ich mag es einfach. Das Design erinnert mich ein bisschen an die Seekisten, die bei uns im Heimatmuseum stehen. Da sind auch oft Windrosen und Bilder von Schiffen eingraviert oder die Kisten sind entsprechend bemalt. Zu den anderen Büchern passt es auch sehr gut, was mich immer glücklich macht, selbst wenn ich nur den ersten Band (wenn auch in der "langen" Ausgabe) besitze.

Inhalt:

Isaac und Eleanor von Waringham haben auf den ersten Blick bis auf ihren Vater wenig gemeinsam. Eleanor hat ihr ganzes Leben an der Seite von Königin Elizabeth verbracht. Sie kennt die Geheimnisse eines jeden Menschen bei Hofe und wird "das Auge der Königin" genannt. Einzig und allein der Londoner König der Diebe stört das Bild der perfekten Hofdame...
Isaac dagegen hat nahezu sein gesamtes Leben entweder in Waringham oder bei seinem Onkel, dem Tuchhändler Philip Durham, in London verbracht und er hasst es. Deshalb schleicht er sich auf ein Schiff in der Hoffnung so auf den Kontinent zu kommen. Nur fährt dieses Schiff in die Neue Welt und nicht nach Frankreich...

Meine Meinung:

Meine Zusammenfassung ist echt schlecht. Es ist einfach unglaublich schwierig dieses Buch in Worte zu fassen. Es spielt zwischen 1560 und 1588, als über einen Zeitraum von 28 Jahren. Und dann gibt es diesmal auch noch zwei Hauptpersonen, die wenig bis gar nicht miteinander interagieren. Ja, sie sind Halbgeschwister, aber selten sind beide mal in einem Raum. Was dieses Buch gerade deshalb aber auch besonders spannend macht, denn es entsteht ein sehr vielseitiges Portrait der Zeit. Das Leben bei Hofe und das Leben auf See sind ja jetzt nicht unbedingt vergleichbar ;)
Rebecca Gablé hat es schon in ihrem vorherigen Büchern gezeigt: Sie kann schreiben und wie. Und historische Romane kann sie meiner Meinung nach besonders gut. Mein Favorit von ihr wird wahrscheinlich immer "Der König der purpurnen Stadt" bleiben, aber "Der Palast der Meere" ist auch wirklich gut.
Es gibt wieder jede Menge Intrigen und Schicksalsschläge, aber durch die zwei verschiedenen Hauptpersonen wird es nicht zu viel auf einmal sondern ist etwas aufgelockert. Das hilft auch bei 900 Seiten nicht aufgeben zu wollen. Durch die Abwechslung (und die gut platzierten Zeitsprünge) hat man nie das Gefühl, dass es langweilig wird oder sich zieht. Stattdessen möchte man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen, bei 900 Seiten etwas ungünstig, schließlich muss man (bzw. ich auf jeden Fall) ja auch noch essen und trinken und zur Uni gehen...
Besonders gefallen hat mir diesmal, dass das Umfeld von Isaac und Eleanor ebenfalls sehr gut charakterisiert ist. Mir ist nicht eine Figur aufgefallen, die irgendwie nicht richtig ausgearbeitet wirkt. Hut ab dafür!
Ein kleines Nachwort mit den geschichtlichen Hintergründen gibt es auch wieder, so etwas finde ich muss sein bei einem historischen Roman.

Fazit:

Schwierig, Schwierig. Es ist nicht ihr bestes Buch, aber es ist besser als fast alle anderen historischen Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Also 4 Sterne oder 5 Sterne?
5 Sterne, weil es mehr solcher Bücher geben sollte!

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[Rezension] Rabensommer

Hallo ihr Lieben,
heute habe ich eine ganz besondere Rezension für euch. Sie war nämlich verdammt schwer zu schreiben und das Buch ist einfach wunderbar.
Das Erscheinungsdatum von Rabensommer ist der 24. August, aber dank der Beltz&Gelberg Aktion "Buchblogger des Jahres 2015" auf Blogg Dein Buch habe ich ein Rezensionsexemplar bereits jetzt bekommen. Als ich die E-Mail im Postfach hatte, dass ich unter den 20 Auserwählten bin für die Rezensionsexemplare habe ich mich total gefreut. Das Buch hat mich nicht enttäuscht, aber lest selbst:

Informationen zum Buch

Quelle: Beltz&Gelberg

Rabensommer

Elisabeth Steinkellner

Broschur
202 Seiten
12,95€
ISBN: 978-3-407-81200-1
Verlagswebsite




Erster Eindruck:

Wie ich schon in meiner „Bewerbung“ geschrieben habe:  Das Cover ist einfach toll. Die Farbe des Hintergrunds erinnert mich total an Sommer und die Idee mit den Raben finde ich super.
Fun Fact: Obwohl ich wusste, dass Rabensommer „nur“ 200 Seiten hat war ich doch irgendwie überrascht wie dünn das Buch ist.

Inhalt:

Juli, August, Ronja und Niels sind die besten Freunde. Aber nun, nach der Matura trennen sich ihre Wege. Niels muss das Schuljahr wiederholen, Ronja geht als Au-pair nach England, Juli will studieren und August…tja…das weiß keiner. Für Juli ändert sich in diesem letzten Sommer plötzlich alles und nicht zum Besseren, denn plötzlich ist sie allein in der großen Stadt und muss Ordnung ins Chaos bringen…

Meine Meinung:

Genial. Genial. Genial. Wie genial? Als ich fertig war mit lesen wollte ich am liebsten gleich wieder von vorne anfangen. So genial.
Äh ja, ich versuche mich dann mal an einer etwas objektiveren Meinung.
Punkt 1: Die Sprache. Elisabeth Steinkellner findet immer den richtigen Metapher und Vergleich. Das Buch liest sich stellenweise fast schon wie ein Gedicht und einem Deutschlehrer würde die Interpretation der sprachlichen Mittel wahrscheinlich wirklich erfüllte Sommerferien bescheren.
Mir hat dabei besonders gefallen, dass man nie das Gefühl hat das diese Sprache untypisch wäre für die Ich-Erzählerin Juli. Gleichzeitig hat gerade der Anfang das Gefühl von Sommer und unendlichen Möglichkeiten wunderbar eingefangen.
Punkt 2: Der Plot. Die Idee an sich ist ja nichts neues, aber Elisabeth Steinkellner schafft es die feine Balance zu halten zwischen einer glaubwürdigen Geschichte und einer Geschichte, die trotzdem nicht zu normal ist. Das ich Juli zwischenzeitlich gerne gegen die nächste Wand geklatscht hätte hat auch mehr mit der Person Juli zu tun als mit dem Buch. Juli ist eben so und gerade im direkten Vergleich mit Esra fiel mir immer wieder auf wie naiv sie ist und wie wenig in der Lage gute Entscheidungen zu treffen.
Apropos Esra, sie hat mir wirklich gut gefallen. Von ihrem Freund Elias und ihrem Bruder Karim hätte ich dagegen gerne etwas mehr sehen wollen.

Fazit: 

Den Hans-im-Glück Preis hat Rabensommer definitiv verdient. Selten haben ich ein Buch gelesen, dass es schafft eine doch sehr alltägliche Geschichte so wunderschön zu erzählen.

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[Rezension] Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen

Moin,
 heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass ich vor ein paar Wochen aus der Bücherei ausgeliehen habe (der eine oder andere mag es auf Twitter gesehen haben ^^)
Übrigens: Wie konnte bitte dieses Buch an mir vorbei gehen? Ich muss unbedingt den Hanser Verlag mal etwas mehr beachten. Die haben echt tolle Bücher im Programm!

Informationen zum Buch

Quelle: Hanser

Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen

Jacqueline Kelly

Übersetzer: Birgitt Kollmann
Hardcover
336 Seiten
16,90€
ISBN 978-3-446-24165-7
Hanser Verlag



Erster Eindruck:

Seht ihr dieses Cover? Habt ihr auch genau hingeguckt? Ist das nicht toll? Durch den Rahmen hat es so ein bisschen was von einem Notizbuch und die Pflanzen und Tiere darauf sind einfach wunderbar gezeichnet.

Inhalt:

Callie Vee, eigentlich Calpurnia, passt nicht so ganz in die Welt in der sie lebt. Mit Stricken, Sticken, Kochen und ähnlichem kann sie nicht viel anfangen. Viel lieber streift die 12-jährige alleine oder mit ihrem Großvater durch die Natur und beobachtet Tiere und Pflanzen. Es ist auch ihr Großvater der sie für Naturwissenschaften und den technischen Fortschritt begeistert. So findet Calpurnia ihren eigenen Weg ins 20. Jahrhundert…

Meine Meinung:

Ein Buch über Naturwissenschaften. Und über ein Mädchen! In der rosa Barbiewelt, die große Teile der Mädchenunterhaltung verschluckt hat etwas ganz besonderes.
Jacqueline Kelly verwebt geschickt historische Fakten mit Fiktion.  Jedem Kapitel ist dabei ein Zitat aus „Von der Entstehung der Arten“ vorangestellt. An diesem Buch versucht sich auch Calpurnia im Buch und ihr Großvater ist ein großer Verehrer Darwins. Großvater Tate ist sowieso eine tolle Figur. Er ist dieser typische weise Großvater, aber einer der auch viele schlimme Dinge erlebt hat und nur selten davon erzählt. Vom Baumwoll-Farmer und Soldat aus den Südstaaten zum Gründungsmitglied der National Geographic Society…
Insgesamt gibt es wirklich kaum etwas zu bemängeln an diesem Buch. Es zeigt sehr eindrucksvoll wozu Naturwissenschaften so alles nützlich sein können und wie wichtig es ist dem Fortschritt immer aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Der Schreibstil ist einfach wundervoll und zeigt wie interessant und schön eigentlich ganz normale Dinge sein können.

Fazit:

Ein wunderbares Buch über das anbrechende 20. Jahrhundert und über das Erwachsenwerden. Wenn Calpurnia es vielleicht auch nicht ganz schafft ;) Ein Buch, das seines gleichen sucht. Wann gibt es mehr davon?

Band 1: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
Band 2: Calpurnias faszinierende Forschungen

Kennt ihr dieses Buch? Welche anderen Bücher von Hanser könnt ihr mir empfehlen? Schreibt doch einfach einen Kommentar!
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[Rezension] Der Ozean am Ende der Straße

Moin!
Heute möchte ich euch ein absolut fantastisches (im wahrsten Sinne des Wortes) Buch vorstellen. Erstmal ein dickes, fettes "DANKE!" an den Eichborn Verlag, der mir im Austausch für eine ehrliche Rezension dieses Exemplar zur Verfügung gestellt hat.
Wie immer kommt ihr mit einem Klick auf das Buchcover zur Buchseite des Verlags.

Informationen zum Buch

Quelle: Eichborn

Der Ozean am Ende der Straße

Neil Gaiman

Übersetzer: Hannes Riffel
Hardcover
238 Seiten
18,00€
ISBN: 978-3-8479-0579-0/>
Eichborn



Erster Eindruck:

Auf dem Vorsatzpapier (also dem Papier, welches die Innenseite des Covers bildet) sind Teile des Textes in Handschrift angebildet. Tolle Idee! Das Coverbild selbst gefällt mir auch wirklich gut.

Inhalt

Ein Mann kehrt nach vielen Jahren zu einer Beerdigung in sein Heimatdorf irgendwo in Sussex, England zurück. Da er noch etwas Zeit hat beginnt er durch die Gegend zu fahren. Irgendwann kommt er an einem Hof an und erinnert sich dort an seine Kindheit. Genau genommen: An das Jahr in dem er 7 wurde und Lettie Hempstock traf. Der Ententeich der Hempstocks sei eigentlich ein Ozean, behauptet sie, und ihre Großmutter sei schon am Leben gewesen, als der Mond entstand...



Meine Meinung

Genial. Absolut genial.
Neil Gaiman entführt in eine fantastische Welt. Ob das Ganze jetzt ein Traum ist, Abenteuer die von einem einsamen Jungen erträumt wurden, oder die Wahrheit wird dabei nicht klar. Es ist ein Buch auf das man sich einlassen muss, sonst funktioniert es nicht.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass der Name des Protagonisten nicht genannt wird. Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist kommen dadurch aber keine unbeholfenen Situationen zustande. Mir hat diese Erzählperspektive sehr geholfen die beschriebenen Situationen einfach hinzunehmen und zu genießen.
"Der Ozean am Ende der Straße" liest sich wie ein typisches Fantasy-Abenteuer-Kinderbuch. Es nimmt keine Rücksicht darauf, was wir Erwachsene als "logisch" oder "sinnvoll" ansehen. Es ist allerdings auch sehr dunkel und deswegen definitiv nicht für Kinder geeignet. Wahrscheinlich kann man die Geschehnisse eher als Albtraum bezeichnen, also vielleicht doch eher Thriller und kein Kinderbuch. Auch einige Zusammenhänge dürften für Kinder nicht erfassbar sein.
Als Erwachsener macht jedoch auch die Symbolik sehr viel Spaß. Darüber könnte man wahrscheinlich sehr lange schreiben, aber wirklich wichtig ist nur, dass Neil Gaiman allgemeine Symbole (z.B. Hungervögel, die Charakteristiken von Aasgeiern aufweisen) benutzt um zu erzählen und aus einer netten, fantastischen Erzählung ein Meisterwerk der Erzählkunst zu machen.
Mit der Aussage Daniel Kehlmanns, das Buch sei "ein poetisches Juwel" kann ich allerdings nicht sehr viel anfangen. Mal abgesehen davon, dass es an einigen Stellen etwas holprig wirkt (was wahrscheinlich nicht die Schuld des Autors sondern des Übersetzers ist...) dürfte Neil Gaiman mit diesem Buch nicht den Anspruch verfolgt haben irgendetwas anderes als eine gute Geschichte zu erschaffen.

Fazit

Ich war versucht einen Stern abzuziehen, weil der Übersetzer den Unterschied zwischen "sei" und "wäre" nicht kennt. Andererseits: Ich lese genug englische Bücher, um das überlesen zu können.. Am ansonsten genialen Buch ändert das nichts.
Deswegen gibt es 5 Sterne für ein Buch, das auf viel zu wenig Seiten in ein fantastisches Abenteuer entführt.
2

[Rezension] Das Murmelglas

Wusstet ihr, dass heute Weltkinderrechtstag ist? Heute vor 25 Jahren hat die UN die Kinderrechtskonventionen angenommen. In der heutigen Rezension geht es um ein ganz besonderes Recht, das nicht gewahrt wird: Das Recht auf ein sicheres Zuhause. Aber lest selbst, im Gegensatz zu Buch an sich ist die Rezension auch ganz harmlos.

Informationen zum Buch

Quelle: Enya K, Victoria S.

Das Murmelglas

Enya K, Victoria S

Ebook
ca. 244 Seiten
3,99€ (amazon)
ASIN: B00MN96WJ4






Erster Eindruck:

Auf dem Cover sieht man ein umgekipptes Glas mit Murmeln und ein Mädchen, welches zusammengekauert auf einer Wiese sitzt. Das Cover hätte mich wahrscheinlich nicht dazu gebracht mir dieses Buch näher anzuschauen. Aber ich mag auch diese mysteriösen Cover lieber auf denen man nur Andeutung zur Geschichte erkennen kann.

Inhalt:

Lala beschließt für jeden glücklichen Tag eine Murmel in ein Glas zu legen. Nachdem ihr Stiefvater aus dem Kosovokrieg zurückkehrt gibt es diese Tage aber nur noch selten. Er trinkt, verbringt seine Tage vor Fernsehen. Und er schlägt Lala. Am Anfang. Aber bald tut er noch ganz andere Dinge. Und Lala zieht sich in ihre Fantasiewelt zurück.

Meine Meinung:

Kindesmissbrauch. Kein schönes Thema. Ganz und gar kein schönes Thema. Aber eines das behandelt werden muss. Wegschauen hilft nicht.
Eigentlich geht es in diesem Buch auch gar nicht so wirklich um den Missbrauch an sich. Eher darum, dass alle Wegschauen (wobei die Szene mit den Polizisten wirklich schon sehr viel Klischee beinhaltet). Und darum wie ein Opfer mit dem Missbrauch umgeht.
Auch wenn „Das Murmelglas“ über weite Strecken ein sehr schwarz-weißes Bild zeichnet: Manchmal ist sich auch der Leser nicht sicher ob sich Lala das wirklich nicht nur eingebildet hat. Grade einige Szenen am Ende lassen einen da wirklich zweifeln.
Die eigentliche Geschichte wird immer wieder unterbrochen von Lala Träumen. Mit ihr können wir dabei zusammen vor den Ereignissen fliehen. Dadurch wird man als Leser nicht überfordert, was ja bei dem Thema durchaus ein Problem sein kann.

Fazit:

Ein Buch über ein schwieriges Thema. Und über das Versagen von offiziellen Stellen. Überhaupt darüber, dass ALLE wegschauen. Noch dazu wirklich sehr gut geschrieben, wenn auch mit ein oder zwei Klischees, die ich zu mindestens gerne verzeihen. Von mir gibt es dafür 5 Sterne!

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