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[Leseratten zu Gast] Ascari von Leseratz Blog




Heute ist eine ganz besondere Buchbloggerin dran, nämlich eine, der ich schon wirklich lange folge: Ascari bloggt auf Leseratz Blog und schreibt erfreulicherweise nicht nur Rezensionen sondern auch sonst über alles, was mit Büchern zu tun hat.

Also auf geht's:
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[Leseratten zu Gast] Ulrike von Literatur im Internet

Man könnte behaupten, dass es heute richtig anspruchsvoll wird. Auf jeden Fall finden sich auf Ulrikes Liste mit Lieblingsbüchern nicht nur mehr Bücher, als bisher bei allen anderen, sondern auch wesentlich mehr Klassiker! Wenn sie nicht grade meine Fragen beantwortet, bloggt sie auf Literatur im Internet.  Einen Blog, den ich über Twitter gefunden habe,

Aber jetzt auf zu den Antworten.

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[Leseratten zu Gast] Crumb von KeJas BlogBuch



Moin!
Heute ist die eine Hälfte von KeJas BlogBuch bei mir zu Gast; Janna. So lange gibt es den Blog noch gar nicht und wahrscheinlich hätte ich ihn ohne das #litnetzwerk auch gar nicht entdeckt, da sich unsere Lesegeschmäcker nur teilweise überschneiden. Aber KeJas BlogBuch ist unbedingt empfehlenswert!
Nun aber auf zu den Fragen:



Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat?
Meine Ma und auch meine Oma haben mir viel vorgelesen & "Hanni und Nanni" waren die ersten Bücher die ich selbst viel gelesen habe. Ich denke dies sind die Bücher die mich zur Leseratte gemacht haben?! Jedoch schwand die Leselust in den kommenden Jahren & erst mit 20 rum habe ich überhaupt wieder angefangen zu lesen. In der Pubertät war dies so gar nicht mein Interessensgebiet. Was mich dann zu solch einer Leseratte gemacht hat kann ich heute gar nicht mehr sagen, aber es war definitiv aus dem Bereich Krimi & Thriller!

Was war dein erstes (Lieblings-)buch?
Mein erstes? Mein aller aller erstes? Darf ich auch mehrere benennen? Auf jeden Fall die beiden Bücher von Otfried Preussler "Der kleine Wassermann" & "Die kleine Hexe", welche ich später auch meiner Tochter vorgelesen habe! Das eine Buch ist auch wirklich zerlesen, das andere musste nachgekauft werden, da es irgendwann nicht mehr auffindbar war :(
Aber wenn ich nur eines benennen dürfte wäre dies die Kurzgeschichte "Prinzessin Kirschblüte" von Ingrid Uebe aus dem Buch "Das große Leselöwen-Geschichtenbuch". Meine Oma hat es mir immer vorgelesen wenn ich bei ihr war! Und auch wenn diese kleine Geschichte kein 'Happy End' hatte, so habe ich sie geliebt & ebenso meiner Tochter später dann vorgelesen.
Quelle: Janna

Was ist dir in Büchern besonders wichtig? Und was nervt dich am meisten? 
Ganz allgemein muss mich die Geschichte einfach abholen & die Protagonisten überzeugen: ob ich sie nun absolut ins Herz schließe, positiv völlig abgedreht finde oder aber auch zutiefst verabscheue ~ solange das Buch berührt, egal aus welchem Genre, ist es eine gelungene Geschichte! Wenn die Charaktere gut skizziert sind (ohne sich in Details zu verlieren) & die Geschichte mich hineinzieht in die Buchwelt hat der Autor/die Autorin es geschafft mich zu überzeugen!
Was mich wirklich nervt sind völlig überzogene Szenen, besonders in Thriller-Büchern werden gerne & viel völlig überladene Action-Szenen, besonders am Ende, hineingearbeitet. Dies ist ein Mittel um Spannung zu erzeugen, welches ich nicht wirklich brauche, denn gerne sind diese Szenen so vollgestopft, das es nicht mehr wirklich real wirkt und gerade in diesem Genre ist das schade! In anderen jedoch passt es dann auch wieder ganz gut (will es ja nicht komplett verteufeln *lach).
Aber ehrlich? Egal ob nun mit grandiosen Büchern oder absoluten Flops: Ich ziehe meinen Hut vor den AutorInnen! Ich habe im Dezember an einer Aktion teilgenommen, bei der wir selbst einen Kurz-Krimi geschrieben haben. Einen roten Faden, sowie einen gelungenen Spannungsbogen zu schreiben ist gar nicht so einfach!
Da mein favorisiertes Genre einfach "Thriller/Psychothriller" ist, habe ich mich nun natürlich viel auf genau dieses geäußert, aber es lässt sich ja auch auf andere Genres übertragen ... oder zu mindestens ein, zwei Aussagen von mir ;)
Und wie gesagt, es darf auch gerne völlig abgedreht oder unrealistisch sein, dann aber bitte im passenden Genre und zum passenden Inhalt!

Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl? 
Da kann ich gleich 2 benennen, muss ich sogar *lach!
Ich entdecke gerade auch das Fantasy & Sci-Fi Genre für mich. Und da habe ich mich absolut in das Buch "Willkommen in Night Vale" verliebt! Es ist so wunderbar skurril & abgedreht, ohne die Leser jedoch dabei zu überfordern!
Und natürlich eines aus dem Genre Krimi & Thriller: "DNA" ~ endlich mal ein Thriller der ohne überdrehte|überzogenen Actionszenen auskommt!
Ein kleiner besonderer Lesetipp wäre "Aufschrei" von Trudi Chase, welches mich zutiefst berührt und erschüttert hat. Und ja, ich frage mich wirklich wirklich warum ich es erst dieses Jahr gelesen habe?!
Sorry, ich bin echt untalentiert darin Entscheidungen zu treffen! ;)

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus? 
Abgesehen von der Mukkel-Leseecke zu Hause? Im Urlaub! In einem schönen urigen Café, am Strand, auf einer besonnten Terrasse ~ hier klopft das 'real life' nicht an und will das du putzt, den Termin einhältst oder ähnliches: Die Bücherseele baumeln lassen!

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?
Damals ist gut *lach* Ich blogge mit meiner feinen Bücherfreundin erst seit August 2016, wir sind also noch ganz frisch! Was war der ausschlaggebende Punkt?! Ich stolperte immer mal wieder über Blogger und sah darin einfach eine Möglichkeit, die Leidenschaft zum Lesen noch zu intensivieren! Klar sind Leserunden auch eine Möglichkeit, aber das Kennenlernen & der Austausch mit anderen Bloggern, besonders gezielt bei den Rezensionen, lässt einen nochmals tiefer in ein Buch blicken. Die Auseinandersetzung mit Charakteren, Story, Aufbau & Co. ist wirklich nochmals ein Stück anders. Ich habe mich dank des Bloggens in meinen Rezensionen schon ein Stück weiter entwickelt. Besonders Spaß machen neben den Rezensionen und das Kennenlernen verschiedenster Menschen (Blogger, Autoren...) auch die tollen Aktionen, Challenges & Co.

Tee oder Kaffee? 
Kaffee, Kaffee, Kaffee !!! ;D
Aber ab und wann darf sich schon ein Tee einschleichen.

Süßes oder Salziges?
Ich bin zwar eine Naschkatze, knabbere aber auch super gerne: beides also ;)

Sommer oder Winter?
Im Dezember bin ich ein absolutes Winterkind, am liebsten mit hohem Schnee & einem warmen Kakao mit Bailys ~ hach die ganze Adventszeit liebe ich einfach!
Grundlegend jedoch favorisiere ich den Sommer, da kann man so schön Barfuß laufen *-* sich in die Sonne legen und überhaupt ist alles feiner im Sommer ;) Festivals, in den Urlaub fahren ...

Ich sehe bei der Frage nach em Lieblingsbuch da so einen Trend: Keiner kann sich entscheiden! Könntest du es? Lass doch einen Kommentar da und schau auch mal bei Janna auf dem Blog vorbei :)
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[Jules Rezension] Der Mann, der kein Mörder war


Informationen zum Buch

Quelle: Rowohlt

Der Mann, der kein Mörder war

Michael Hjorth
Hans Rosenfeldt

Übersetzer: Ursel Allenstein
Softcover
592 Seiten
14,95€
ISBN 978-3-86252-019-0
Website des Verlags



Erster Eindruck

Das Cover ist sehr schlicht gestaltet, roter Rand und heller Aufdruck. Man kann den Umriss eines Mannes erkennen und einen Wald im Winter.

Inhalt

Die Reichsmordkommission rund um Kommissar Höglund ermittelt in einem Mordfall eines Jungen, der mit herausgerissenem Herzen in einem Waldstück gefunden wurde, als das Team auf einen alten Bekannten trifft: Sebastian Bergmann.
Einst gefeierter Kriminalpsychologe ist Sebastian Bergmann nach einem Schicksalsschlag am Boden und nur mehr ein Schatten seiner selbst. Nur eines ist er geblieben – ein richtiges Arschloch! Aus eigennützigen Interessen bietet er Kommissar Höglund seine Hilfe an, die dieser zuerst ablehnen möchte.
Doch da sich der Fall als sehr schwierig herausstellt, nimmt er die Hilfe von Sebastian an und obwohl er das Team damit zu entzweien droht, können sie bald nicht mehr auf die Hilfe des hochintelligenten Bergmanns verzichten...
 

Meine Meinung
Das Buch war eine Empfehlung und sobald ich in der Geschichte drinnen war, gibt es kein Entkommen. Man fühlt auf der einen Seite mit Sebastian Bergmanns Schicksal mit, zeitgleich ist er einem aber absolut unsympathisch, da er sich um die Gefühle seiner Mitmenschen wenig kümmert.
Doch Sebastian Bergmann ist genial und der Fall so spannend, dass man einfach weiterlesen muss! Auch die Charaktere des Teams rund um Kommissar Höglund sind wunderbar beschrieben und sehr stimmig.
Das Buch habe ich in weniger als 3 Tagen ausgelesen und habe danach unmittelbar mit Band zwei begonnen, den ich ebenfalls zwei Tage später ausgelesen hatte. Nun bin ich gerade bei Band drei angekommen und kann nur sagen, dass jeder Krimi-Fan diese Bücher gelesen haben sollte!

Fazit

Die Sebastian Bergmann-Reihe gehört zu den spannendsten und brillantesten Büchern, die ich je gelesen habe. Die Mordfälle sind so gut ausgearbeitet, dass man bis am Schluss nur wenig Ahnung davon hat, wer der Mörder ist. Die Geschichten sind in sich stimmig und die Charaktere der einzelnen Personen sind wundervoll herausgearbeitet.
Neben der Geschichte der Mordfälle gibt es auch noch die Lebensgeschichte von Sebastian Bergmann, die sehr vielschichtig und faszinierend ist und die einzelnen Team-Mitglieder der Reichsmordkommission, die ebenso lebendig und menschlich erscheinen wie der Hauptdarsteller selbst.
Ein Muss für jeden, der dieses Genre liebt!


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[Leserunde Little Brother] Kapitel 1 - 4

oder auch: huch, das ist aber schnell eskaliert



Hallo und herzlich Willkommen bei unserer kleinen Leserunde zu Little Brother!

Erstmal etwas zum allgemeinen Ablauf: Elli (Buchhaim), Maike (Kunterbunte Flaschenpost) und ich werden uns mit diesen Beiträgen abwechseln. Wir haben das Buch in 4 Abschnitte eingeteilt:

Kapitel 1 bis 4
Kapitel 5 bis 10
Kapitel 10 bis 17
Kapitel 17 bis Ende

Jede Woche gibt es mal, mehr mal weniger Fragen dazu. Aber es soll nicht nur um das Beantworten der Fragen gehen: Diskutiert miteinander! Werft neue Fragen auf! Wir haben das Buch alle in letzter Zeit auch nicht mehr gelesen, werden also gleichzeitig mit allen anderen lesen. Da kann es sein, dass uns doch wichtige Punkte durchgerutscht sind.


Wo bekomme ich das Buch?

Beim Buchhändler deines Vertrauens. ( ISBN 978-3-499-21550-6 ist das Taschenbuch ^^)
Oder dank Creative Commons Lizenz auch völlig kostenfrei im Internet als ebook:

Englische Version (24 verschiedene Formate, von epub und mobi bis zur Möglichkeit das Buch auf einem TI Taschenrechner zu lesen)

Deutsche Fan-Übersetzung (pdf, nicht identisch mit der rowohlt-Version!)

Deutsches Fan-Hörbuch

Und die Fragen?

Ja,ja,ja, geht ja schon los. 

Könnt ihr die Reaktion der Regierung nachvollziehen? 

Wie würdet ihr reagieren? 

Warum wird ausgerechnet Markus in Gewahrsam genommen?

Meine Antworten gibt es in den Kommentaren. Warum? Weil ich es dank Wahlpflichtpraktikum noch nicht ganz durch die vier Kapitel geschafft habe.

Übrigens: Auf Twitter werden wir den Hashtag #trauekeinemüber25 benutzen :)
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[Leseratten zu Gast] Kasia von nichtohnemeinbuch


Kasia ist noch nicht so lange als Buchbloggerin unterwegs. Ich habe ihren Blog nichtohnemeinbuch das erste Mal über das #litnetzwerk-Wochenende kennengelernt. Neben Rezensionen wird dort auch viel über Lesungen und andere Events berichtet.

Jetzt aber erstmal auf zu ihren Antworten:


Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat?
Ja. Das war das Buch des polnischen Autors Kornel Makuszyński „Awantura o Basie“... zu Deutsch wäre das „Streit um Basia“. Es ist – wie unschwer zu erraten ist – die Geschichte rund um das Mädchen Basia, welche mit einer großen Tragödie beginnt. Das Mädchen verliert in einem Zugunglück seine Mutter. Der Rest des Buchs ist jedoch ein einziger Festgesang auf die unerwartete Liebe zwischen zwei fremden Menschen und wie viel Gutes doch in uns allen steckt. Das Mädchen gerät zufällig an einen gnurfeligen, alleinstehenden Herrn mit grooooßem Herzen. Das Buch habe ich bereits im Vorschulalter mehrfach vorgelesen bekommen und wenn ich mich frage, welches Buch als erstes tiefen Eindruck auf mir hinterlassen hat…dann ist es dies. Gibt es leider nicht auf Deutsch.

Was war dein erstes (Lieblings-)buch?
Auch ein Klassiker – *schmunzel* – „Winnetou“ von Karl May.

Was ist dir in Büchern besonders wichtig?
Inhaltlich ist es ein gelungener Spannungsbogen und natürlich das Überraschtwerden von Wendungen in der Geschichte sowie von einem interessanten Ende. Aber auch das Äußere ist mir wichtig…der Duft der Bücher vor allem ;-)

Und was nervt dich am meisten?
Wenn Handlungsstränge angerissen werden, um dann völlig unbeachtet „hinten runter zu fallen“. Geschweige denn, wenn der Autor mehrere Handlungsstränge nicht abschließt…

Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl?
Mein aktuelles Lieblingsbuch ist „Marina“ von Carlos Ruiz Zafón. Ich glaube, das habe ich nun drei Mal durch… Warum? Ich denke zum einen, weil es eine phantastische Mischung aus Coming of Age-Roman, einer Horrorstory und einem Krimi ist. Außerdem, weil keiner so eine schaurig-schöne Atmosphäre voller Leidenschaft zaubern kann wie Zafón.

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus?
Auf einer Veranda im Haus direkt am Strand mit Blick auf das Meer… und natürlich gänzlich ungestört…stundenlang…

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?
Ich mag das Gefühl mit anderen meine Leidenschaft (für das Lesen) zu teilen und zu Literatur ins Gespräch zu kommen. Daher der Blog. Spaß macht mir nicht nur mir immer wieder neue kleine Sparten am Literaturbusiness für den Blog und die Posts zu erschliessen sondern auch das Stöbern bei anderen Buchbloggern.

Tee oder Kaffee?
Kaffee…definitiv.

Süßes oder Salziges?
SÜSSES!!

Sommer oder Winter?
Sommer – aber vor allem wegen meinem zweiten Hobby dem Laufsport…

Winter hat schon auch schöne Seiten…wie das „sich mit einem Buch verkriechen“!

Ich mag ja am Winter (und am Herbst) auch am meisten, dass man sich verkriechen kann und sich keiner darüber aufregt. Außerdem gibt es doch nichts schöneres als bei Sturm mit einem guten Buch auf dem Sofa zu liegen, oder?

Schaut unbedingt mal bei nichtohnemeinbuch vorbei!

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[Rattenfänger zu Gast] Christine Blum - Übersetzerin


Zu einem Buch gehören viele Menschen. Nicht nur der Autor. Und etwas das grade bei Büchern aus dem Ausland sehr wichtig ist, ist der Übersetzer. Ich durfte (danke Vermittlung vom dtv Verlag! Danke nochmal dafür!) Christine Blum einige Fragen stellen. 
Frau Blum hat (ab dem zweiten Band) eine meiner absoluten Lieblingsbuchreihen übersetzt: Die Flüsse von London. Der neue Band dieser Reihe erscheint im Mai auf Deutsch (und ich hoffe ich habe Frau Blum nicht allzu sehr bei der Arbeit gestört). 

Aber jetzt geht es los:

Wie sind Sie dazu gekommen, Bücher zu übersetzen?

Übersetzt habe ich schon immer gerne. Schon in der Schulzeit Gedichte und Lieder, einfach zum Spaß. Im Studium (erst ein paar Semester Medizin, dann Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften) kam ich in Kontakt mit einem kleinen Verlag für Fantasy-Rollenspiel-Regelwerke; für ihn machte ich meine ersten professionellen Übersetzungen. Danach hatte ich bei Initiativbewerbungen Glück – und eine Freundin, die Verlagslektorin wurde.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Arbeitstag aus?

Ich versuche zu einer normalen Arbeitnehmer-Zeit aufzustehen und bis etwa mittags zu arbeiten.

Dann gehe ich raus (Sport / Einkaufen / mit einer Freundin spazieren gehen oder Kaffee trinken oder eine Kombination daraus / Gartenarbeit). Je nachdem, wie lange das dauert, arbeite ich bis in den Abend hinein, um das Pensum zu schaffen, das ich mir für den Tag vorgenommen habe.

Zwischendurch erledige ich Hausarbeit, füttere die Katze, mache mir etwas zu essen – gern interessante neue Kochrezepte – und gelegentlich mache ich etwas Musik oder bin sonstwie kreativ.

Lesen Sie ein Buch, dass sie übersetzen, erst ganz oder übersetzen sie stückweise?

Meistens will ich mir die Spannung nicht nehmen und fange einfach Seite für Seite an; bei manchen Büchern bin ich aber so vernünftig, sie zu lesen, um Ungereimtheiten im Original noch vor der Veröffentlichung dem Verlag melden zu können.

Wie lange dauert es, ein Buch zu übersetzen?

Für die typischen 300-350-Seiten-Bücher sind 3 Monate ideal; in 1 Monat sind die meisten unter Stress machbar (man streiche im Tagesablauf die meisten Freizeitaktivitäten und Kochexperimente).

Haben Sie beim Übersetzen Kontakt zu den jeweiligen Autoren?

Eher nein, manchmal ergibt es sich aber – zu Ben Aaronovitch habe ich einen sehr guten Draht.

Wie wichtig ist es, dass die Schreibstile des Autors und des Übersetzers übereinstimmen?

Ich kann mich recht gut auf andere Stile einlassen. Beim Übersetzen „färbt“ der Stil des Autors automatisch ein bisschen auf mich „ab“, sodass ich sogar beim Schreiben von Mails an Freunde o.ä. oft feststelle, dass ich sie dem Stil des momentanen Autors angleiche. Andererseits verleihe ich meinen Übersetzungen sicherlich immer auch etwas von meinem eigenen Stil.

Wie weit kann man den eigenen Übersetzungs-Stil konsequent (über den gesamten Text hinweg) "strecken/verändern"?

Wie gesagt, ich glaube, das geht bei mir ein Stück weit automatisch. Man liest ja auch ständig das Original und wird mit dessen Stil „geimpft“. Andererseits denke ich, sich als Übersetzer ganz zu verleugnen ist unmöglich und auch nicht gut; denn dafür ist man ja Übersetzer, um durch sich selbst hindurch den Lesern ein Werk nahezubringen.

In der Peter-Grant-Reihe gibt es sehr viele Anspielungen auf die Pop-Kultur, wie gehen Sie damit um? Sind solche Sachen überhaupt übersetzbar?

In vielen Fällen ja. Wenn es allerdings um Dinge geht, die in Deutschland nur absoluten England-Kennern bekannt sein können, überlege ich, sie wegzulassen, um die Leser nicht zu irritieren.


Wie gehen Sie mit Wortspielen um? Gibt man da als Übersetzer einfach auf und sagt sich „dann halt eben nicht“?

Überraschend oft kann man sie doch übersetzen oder etwas Gleichwertiges finden! Und zum Ausgleich für die wirklich Unübersetzbaren bietet sich manchmal für eine Stelle, wo im Englischen keines ist, ein deutsches an. Das sind Aufgaben, die ich als Herausforderung sehe.

Was war bisher das Schwierigste, was Sie übersetzt haben?

Also, die Peter-Grant-Reihe rangiert da schon sehr hoch oben – einfach wegen all der Anspielungen, Wortspiele, der Fachbegriffe aus Polizei, Architektur usw., der historischen Bezugnahmen und vielem anderem!

Fällt es Ihnen leichter eine Geschichte zu übersetzen, wenn sie Ihnen selbst auch gefällt?
Eigentlich nicht. Wenn sie mir zu gut gefällt, lenkt mich das eher ab 😊 – das ist auch bei „meinem Jazzpolizisten“ so, wie ich persönlich Peter Grant nenne (ich habe die Serie ja erst mit dem zweiten Band übernommen, in dem Jazz eine Hauptrolle spielt). Insofern habe ich überhaupt kein Problem damit, Bücher zu übersetzen, die nicht so mein Fall sind. Und den meisten kann ich doch irgendwie etwas abgewinnen, selbst wenn ich sie mir nie selbst kaufen würde.

Welche Bücher lesen Sie persönlich gerne?

Spannung auf gutem Unterhaltungsliteratur-Niveau. Gern realistisch, gern von gesellschaftlichen und interpersonellen Konflikten getragen, gern in historischer, Krimi- oder Fantasyform. Beispiele: Volker Kutscher, George R.R. Martin, „Krieg und Frieden“ von L.N. Tolstoj.

Nicht so mein Fall sind reine Lovestories und Familienepen.

Wie stellen Sie sich Ihre perfekte Leseumgebung vor?

Draußen Regen oder Dunkelheit; ein warmes Zimmer, ein Sofa oder ein Sessel, ein Milchkaffee, eine Katze.

Tee oder Kaffee?

Kaffee immer, Tee eher mit Freunden.

Sommer oder Winter?

Und Frühling und Herbst!

Achtest du beim Lesen auf die Übersetzer?

Übrigens danke an die lieben Menschen auf Twitter, die mir bei der Fragenfindung geholfen haben. Leider bekomme ich nicht mehr alle Namen zusammen. Sorry! Ihr wisst wer ihr seid <3
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[Little Brother - Blogtour] Warum es wichtig ist nicht nur zu zusehen


Ich möchte heute hier über ein entscheidendes Thema aus „Little Brother“ reden: Aufstehen und sich wehren. Nicht mit Gewalt sondern mit Worten und mit Taten. Warum? Weil es wichtig ist!

Meinst du Mittelerde hätte das vierte Zeitalter erreicht, wenn die Gefährten einfach gesagt hätten „Ach, irgendwer wird sich schon kümmern?

Glaubst du Harry hätte Voldemort besiegen können, wenn Hermine, Ron und all die Anderen gesagt hätten „Ist ja nicht mein Problem“?

Weißt du wieso es in "1984" zu einem Überwachungsstaat kommen konnte? Weil alle dachten „Ich habe ja nichts verbrochen, sollen sie doch“!

Wäre Friedrich aus „Damals war es Friedrich“ auch gestorben, wenn mehr Leute was gesagt hätten? Und hätte die kleine Anna dann vielleicht noch ihr rosa Kaninchen? Wenn, ja wenn, damals mehr Leute aufgestanden wären und was gesagt hätten!

Ich möchte hier nicht die momentane politische Situation mit der um 1930 vergleichen. Die Ausgangsvoraussetzungen sind andere und das Ergebnis hoffentlich auch.

Dennoch: Wir sollten alle mehr machen und weniger reden. Denn wer sich nur im Internet aufregt, darf sich am Ende nicht beschweren, wenn die Radikalen erstarken. Dafür muss man nicht in eine Partei eintreten, es reicht völlig wählen zu gehen. Oder sich irgendwo zu engagieren. Meinetwegen kannst du auch einfach nur spenden (wählen gehen solltest du aber trotzdem…)

Ein Überwachungsstaat (wie in "1984", wie in "Little Brother") kann nur etabliert werden, wenn sich niemand wehrt. Über die NSA haben sich damals alle aufgeregt, aber wie viele haben ihr Nutzerverhalten geändert? Ich habe es nicht signifikant getan, auch wenn ich es mir vorgenommen habe. Wobei ich versuche öfter mal TOR zu benutzen.  Und auf Canaries achten (genauer: warrant canaries/ "Vollstreckungsbefehl Kanarienvögel" ist eine Aussage, dass ein Unternehme noch keine gerichtlichen Anfragen/Befehle erhalten hat, die es geheimhalten müsste. z.B. Anfragen auf Herausgabe von Daten.). Und auf Ähnliches. Wie beispielsweise den momentanen CSO von facebook: Alex Stamos. Quasi ein lebender Kanarienvogel, denn er hat seinen Job bei yahoo gekündigt, als sie dort einen Schlupfloch für die US Regierung einbauen sollten. Er ist einer der Menschen, der macht und nicht nur redet.

In Little Brother lebt Markus genau das auch vor. Statt einfach zuzusehen wie aus seiner Heimatstadt ein Überwachungsstaat wird überlegt er sich Wege diesen auszutricksen. Und er versucht andere auf die Gefahr der Überwachung aufmerksam zu machen. Obwohl sein Vater dagegen ist und obwohl er selbst besonders überwacht wird. Und obwohl Markus ja nicht unbedingt der typische Führer einer Rebellion ist. Er ist schließlich erst 17, geht noch zur Schule und hat sich vorher nie in irgendeiner Form engagiert.
Ein unwahrscheinlicher Held. Und einer, der auch eigentlich gar kein Held sein möchte. Aber trotzdem tut er etwas. Er akzeptiert nicht einfach, was in seiner Stadt grade passiert, sondern er versucht etwas zu ändern.

Morgen gibt es bei Elli von Buchhaim übrigens einen sehr interessanten Beitrag zu den eher technischen Aspekten von Little Brother. Maike hat euch gestern auf ihrem Blog Kunterbunte Flaschenpost ja schon den Autor Cory Doctorow vorgestellt.
Ab dem 25. Februar wollen wir gemeinsam „Little Brother“ lese bzw. nochmal lesen. Deswegen verlosen wir unter allen, die einen Kommentar hinterlassen, in dem sie sagen, dass sie am Gewinnspiel teilnehmen und wie wir sie erreichen können, zwei Exemplare der deutsche Ausgabe von Little Brother. Der Rowohlt Verlag war so nett und hat uns diese zur Verfügung gestellt.

Ich möchte hier mit einem Zitat aus „Little Brother“ schließen:
„Die meisten von uns haben sich für ‚keinen der Obengenannten‘ entschieden. Aber das funktioniert nicht. Ihr müsst wählen gehen – die Freiheit wählen“
Was ist deine Meinung zu diesem Thema? Kennst du das Buch schon? Hast du vor es mit uns zusammen zu lesen, ab dem 25.? Lass doch einen Kommentar da.

Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel
1. Um am Gewinnspiel teilzunehmen müsst ihr uns einen Kommentar hinterlassen, indem ihr uns mitteilt, dass ihr am Gewinnspiel teilnehmen möchtet und wie wir euch im Gewinnfall erreichen können.
2. Jeder kann nur 1x in den Lostopf hüpfen. Ihr dürft dennoch gerne auf allen drei Blogs kommentieren.
3. Teilnehmen kann jeder, der 18 Jahre oder älter ist, oder aber im Falle eines Gewinns die Erlaubnis der Eltern vorweisen kann.
4. Eine Teilnahme ist nur innerhalb Deutschlands, Österreich oder der Schweiz möglich
5. Sollte der Gewinn auf dem Postweg verloren gehen, übernehme ich keine Haftung.
6. Das Gewinnspiel geht bis zum 12. Februar 23.59Uhr. Ausgelost wird am 13. Februar per Zufallsprinzip.
7. Gewinnen könnt ihr eins von zwei Büchern. 8. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.


Nachtrag:
Die Gewinner stehen fest!

Gewonnen haben *trommelwirbel*

WortKunstSalat und Auroria!
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[Leseratten zu Gast] Nicole Katharina von Goldkindchen

Und wieder jemand, der selten bis gar nicht die gleichen Bücher liest wie ich: Nicole Katharina von Goldkindchen. Sie hat zusammen mit Nicole von AllroundMom Anfang Dezember die zweite Ausgabe des Kommentier- und Vernetzungswochenendes organisiert und war eine der Ersten, die bei #litnetzwerk unterwegs war. Mit ihrem Lese- und Rezensionstempo würde ich manchmal gerne mithalten können!

Aber jetzt auf zu den Interviewfragen:


Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat?
Das weiß ich gar nicht einmal mehr, ich hab schon immer Bücher in der Hand gehabt, wann es aber so anfing wie es nun ist? Das ist wohl ein Prozess gewesen :)

Was war dein erstes (Lieblings-)buch?
Ups, das ist schwer zu beantworten. Ich sag mal Hanni und Nanni, Dolly, die Spreewaldpiraten, Harry Potter, Fünf Freunde ... also wirklich kreuz und quer, dann kam irgendwann die Autorin: Tamora Pierce dazu.

Was ist dir in Büchern besonders wichtig?
Die Unterhaltung und das ich abtauchen darf :).

Und was nervt dich am meisten?
Rechtschreibfehler, Klischees, 

Quelle: Nicole
Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl?
Beides Bücher, die mich echt bewegten in diesem Jahr.
Aber auch andere Bücher in diesem Jahr fand ich echt toll und klasse.

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus?
Mein Bett, oder Badewanne, oder der Burggarten. 

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?
Eigentlich brachte mich dazu eine befreundete Autorin, die mir wirklich Mut machte :).

Tee oder Kaffee?
Tee, Kaffee tut mir und vor allem meinem Magen nicht gut. Kakao ist aber auch toll :)

Süßes oder Salziges?
Auf jeden Fall eher süß ;)

Sommer oder Winter?
Hier ganz klar Frühling :D


Immer diese individuellen Menschen, die sich weder für Sommer noch für Winter entscheiden können :P Aber ja, der Frühling ist auch sehr schön.
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[Jules Rezension] Die Wand

Hallo meine Lieben!
Da wieder der erste Freitag im Monat ist, darf ich euch wieder ein Buch vorstellen!
Ich habe mich für „Die Wand“ von Marlen Haushofer entschieden, weil es eines der absurdesten Bücher ist, das ich je gelesen habe!

Informationen zum Buch

Marlen Haushofer Die Wand Cover List Verlag
Quelle: Verlag

Die Wand

Marlen Haushofer

Taschenbuch
288 Seiten
8,95€
ISBN 978-3548605715
Website des Verlags




Erster Eindruck

Auf dem aktuellen Cover sieht man ein einsames Haus auf einer Wiese mit viel blauem Himmel als Hintergrund. Im Original-Cover jedoch sieht man leicht verschwommene Hände, die eine unsichtbare Mauer absuchen.

Inhalt

Die Erzählerin ist in der Ich-Form und fährt mit ihrer Cousine und deren Mann in eine Jagdhütte. Als die beiden von einem Ausflug ins Dorf nicht zurück kommen, geht sie sie suchen. Dabei stößt sie auf eine unsichtbare Wand. Hinter der Wand ist das ganze Leben ausgestorben, man erfärhrt aber nie genau warum.
Von nun an ist die Erzählerin mit dem Hund und einigen weiteren Tieren komplett alleine und versucht sich ihr Leben so gut wie möglich zu richten. Die Lebensmittel muss sie sich natürlich einteile bzw. neue anbauen, Holz muss sie selbst schlagen, Butter und Käse ebenfalls selbst herstellen.
Das einsame Leben wird jedoch einmal kurz unterbrochen, als plötzlich ein Mann auftaucht...



Meine Meinung

Das Buch ist extrem langweilig und spannend zugleich. Während man darauf wartet, dass nun doch endlich was passiert, ist man neugierig und kann es kaum erwarten.
Man lernt währenddessen wie Kartoffeln geschnitten und eingegraben werden müssen um viele Früchte zu tragen und einiges mehr.
Doch im Endeffekt ist das Buch sehr enttäuschend und es endet einfach als die Erzählerin keine Seiten mehr hat um ihre Geschichte weiterzuschreiben... Das nenne ich mal unbefriedigend.

Fazit

Abgesehen davon, dass kaum etwas passiert und die Spannung darin besteht, ob etwas passiert oder es weiterhin langweilig bleibt, muss man auch kritisieren, dass die Erzählerin nicht einmal versucht aus ihrer Gefangenschaft hinter der Mauer zu fliehen. Sie versucht kein Ende zu finden, sie versucht sich nicht darunter durchzugraben. Und woher der mysteriöse Mann kommt, wird auch nie aufgelöst. Nicht einmal woher die Mauer kommt, warum sie da ist und ob sie je wieder verschwindet.
Dennoch muss ich sagen, dass das Buch etwas hat, denn selbst 3 Jahre nachdem ich es gelesen habe, regt es mich immer noch auf und das schaffen wenige Bücher. Also irgendwas hat Marlen Haushofer richtig gemacht.

Sterne: 2 von 5

2

Bücher als Flucht vor der Realität?

An dieser Stelle sollte heute eigentlich ein ganz anderer Beitrag veröffentlicht werden. Nämlich ein Interview mit der Übersetzerin Christine Blum. Aber grade ist etwas anderes wichtiger.

Ich habe das Gefühl, als ob die Welt jetzt endgültig verrückt geworden ist.


Trump regiert quasi per Executive Order und die global gag rule, über die ich mich Anfang der Woche noch so aufgeregt hatte scheint heute das geringste Übel. Gut, das Einreiseverbot haben mehrere Richter mittlerweile teilweise wieder kassiert. Aber eben nur in Eilverfahren, eine richtige Entscheidung steht noch aus.

Theresa May ist grade aktiv auf der Suche nach neuen Verbündeten. Und schließt ausgerechnet mit der Türkei Verträge ab. Dass der Frieden in Irland grade am kollabieren ist, interessiert sie nicht.

Die Lage in Syrien wird auch nicht besser, auch wenn unsere Medien grade lieber über die USA berichten. In Libyen soll es angeblich KZ-ähnliche Einrichtungen in der Wüste geben. Und große Teile Afrikas hungern. Immer noch.

Tja und hier in Deutschland? Der Herr Seehofer verteidigt Trump. Die AfD hat in aktuellen Umfragen mehr als 10% und würde je nach Umfrage sogar drittstärkste Partei im Bundestag werden. Die Reichsbürger und andere rechte Spinner werden immer mächtiger und immer mehr zur Gefahr
.
Und ich? Ich sitze hier und lerne und versuche mich abends von dieser Welt abzulenken. In dem ich irgendwelche seichten Filme gucke oder ein feel-good-Buch lesen. Auf meinem Nachttisch liegen momentan drei Bücher, die ich alle schon angefangen habe: „Und in mir der unbesiegbare Sommer“, „1984“ und „Little Brother“. Im Moment mag ich keins davon weiterlesen. Sie sind einfach so unglaublich nah an der Realität. Grade „Little Brother“ spiegelt sehr viel von dem wieder, was grade in den USA vorgeht. Stattdessen habe ich gestern drei Folgen Doctor Who geguckt und anschließend noch Billy Elliott. Und dann habe ich im Bett angefangen nochmal „Daddy long-legs“ zu lesen.

Ich nutze Bücher als einen Fluchtort. Schon immer. Selbst schwierige Bücher sind eine Art Flucht, denn alle Probleme in ihnen kann man durch das Schließen des Buches lösen. Zu mindestens aus der Perspektive des Leser. Es tut gut einen Rückzugsort zu haben, eine ganze Welt in der es keine Probleme gibt. Eine Welt mit einem Happy End.

Aber irgendwie fühle ich mich auch schuldig. Wie kann ich es wagen mich in eine Fantasie-Welt zurückzuziehen, wenn da draußen die Welt mit jeder Minute mehr durchdreht? Was gibt mir das Recht mich da nicht drum zu kümmern? Selbst wenn es nur einige Stunden sind in denen ich mich nicht drum kümmere.

„Willst du Waffen? Wir sind in einer Bibliothek! Bücher! Die besten Waffen der Welt!“ – Der Doktor

Da kann mich selbst der Doktor nicht trösten. Ja, Bücher sind Waffen. Aber dafür muss man auch die richtigen Bücher lesen. Und ob meine Fluchtbücher dazu gehören? „Es gibt immer ein Happy End“ ist schließlich nicht so wirklich zutreffend auf die reale Welt. Sollte ich nicht eher endlich mal die oben genannten Bücher zu Ende lesen? Grade "1984", das ja im Moment wieder auf den Bestseller-Listen ist? Okay, zu „Little Brother“ planen wir grade einen Blogtour und Leserunde, also werde ich es spätestens Ende Februar sowieso (nochmal) lesen. Es ist ein tolles und wichtiges Buch. Aber im Moment möchte ich es am Liebsten wieder ins Regal stellen und es erstmal vergessen. Ist das okay? Sollte ich mich mehr aufregen? Mehr über relevante Bücher sprechen? Ich weiß es nicht.


Heute Abend werde ich wieder ein Wohlfühlbuch lesen. Es gibt schon genug Dinge, die mich am Schlafen hindern. Da muss meine momentane Lektüre nicht auch noch dazu beitragen.

Wie stehst du dazu?
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[Leseratten zu Gast] Maike von Kunterbunte Flaschenpost




Heute möchte ich euch die Erfinderin des wunderbaren Bloghoroskops vorstellen: Maike von Kunterbunte Flaschenpost auch bekannt als Madame Lustig. Ihren Blog kenne ich noch gar nicht so lange, aber ich bin jedes Mal wieder aufs neue neidisch auf ihren Header und generell alle ihren Grafiken. Übrigens habe ich zusammen mit ihr und Elli von Buchhaim demnächst eine tolle Aktion zu "Little Brother" geplant.

Aber jetzt erstmal zu Maikes Interview!



Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat?

Eigentlich nicht. Ich würde eher sagen, dass es die Umstände waren. Meine Eltern haben viel gearbeitet und meine älteren Geschwister fühlten sich schnell von Kassetten oder anderen typischen Kinderbeschäftigungen gestört, weswegen ich mich häufig einfach auf mein Bett gekuschelt und gelesen habe.

Was war dein erstes (Lieblings-)buch?

"Oliver Twist". Das war nicht nur das erste Buch, das ich so richtig durchgesuchtet habe, sondern auch das Erste, das ich mir selbst gekauft habe. Und meine Ausgabe von damals steht heute sogar immer noch in meinem Regal.

Was ist dir in Büchern besonders wichtig?

Eine glaubhafte und in sich stimmige Geschichte. Ich finde fast nichts schlimmer, als wenn die Handlung dahergeholt wirkt und ich den Charakteren ihre Gedanken und Gefühle nicht abnehmen kann. Wenn ich in ein Buch abtauche, möchte ich mich zurücklehnen, auf die Geschichte einlassen und die Handlungen nachvollziehen können, anstatt mich über Unstimmigkeiten oder andauernde Dummheit zu ärgern.

Und was nervt dich am meisten?

Neben den eben bereits erwähnten Punkten finde ich gestellt wirkende Dialoge ganz schlimm. Und Naivität. Und Liebesgesäusel nach nur einem Date. Das kann tatsächlich schon mal dazu führen, dass ich ein Buch nach nur kurzer Lesedauer genervt zur Seite lege.

Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl?
Eine schwierige Frage, die ich auch nach reichlicher Überlegung nicht klar beantworten kann. Dafür gibt es einfach zu viele Bücher. Zu viele tolle Bücher. Aber "Love and Confess" von Colleen Hoover, "No going back" von Stephanie Monahan und "Little Brother" von Cory Doctorow stehen definitiv ziemlich weit oben auf der Liste. Warum? Weil sie mich nicht kalt gelassen haben und auch lange Zeit nach dem Lesen noch in meinen Gedanken verankert sind.
Quelle: Maike
Sowohl in "Love and Confess" als auch in "No going back" spielt die Liebe eine große Rolle und das mag mein romantisches Herz ja sehr gerne. In "Little Brother" hingegen geht es darum, dass unschuldige Menschen wegen eines Bombenanschlags von der Regierung nicht nur ihrer Menschenrechte beraubt, sondern gedemütigt und schikaniert werden. Markus, besser bekannt als w1n5t0n, kann und will das nicht akzeptieren und gründet das XNet. Im Untergrund mobilisiert er Mitkämpfer, die gemeinsam mit ihm für Freiheit und Privatsphäre kämpfen und versuchen, die Regierung zu stürzen. Ich persönlich finde dieses Buch nicht nur klasse geschrieben, sondern auch wichtig, weswegen ich es nur jedem ans Herz legen kann.

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus?

Bücherregale, ein gemütlicher Sessel, eine Kuscheldecke, eine verspielte Lampe, Bilder meiner Liebsten, ein Flauschteppich und das Ganze dann entweder total kunterbunt gemischt (ich liebe Sperrmüll und Flohmärkte!) oder aber romantisch mit sanften Tönen und Schnörkeln.

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?

Wie wohl die meisten unter uns Buchbloggern habe ich mit dem Bloggen begonnen, weil ich mich über Bücher austauschen wollte. In meinem Umfeld wird meine Büchersucht und Leseleidenschaft zwar akzeptiert, aber doch häufig auch belächelt und mit mir drüber reden mag keiner so wirklich. Doch oft möchte man nun mal etwas dazu loswerden, erzählen, wieso Buch XY so berührend, erschreckend, verstörend, lustig oder was auch immer war. Man möchte seine Gefühle in Worte fassen und sich austauschen. Und diese Möglichkeit bietet mir das Bloggen. Mehr noch: das Bloggen bietet mir eine Gemeinschaft aus Gleichgesinnten, Menschen, die mich verstehen und Freunde.

Ganz egal, wie gestresst ich bin oder ob der nächste Beitrag mal wieder etwas auf sich warten lässt: die Gemeinschaft ist da und es gibt immer etwas, worüber man sich austauschen kann. Man albert rum, hat nach kurzer Zeit bereits seine Insiderwitze und fühlt sich einfach gut aufgehoben. Zuhause. Das Bloggen bietet mir das Puzzlestück, das in meinem Leben immer gefehlt hat.

Tee oder Kaffee?

Morgens Kaffee. Literweise. Ab Mittags trinke ich aber meistens nur Tee. Kaffee kommt mir hier nur in die Tasse, wenn ich mich wie ausgelutscht fühle und dringend einen kleinen Powerschub nötig habe.

Süßes oder Salziges?

Sowohl als auch. Ich habe Tage, da könnte ich mich von Morgens bis Abends von Schokolade, Kuchen, Pudding und anderen süßen Köstlichkeiten ernähren und dann wieder Tage, an denen es gar nicht salzig und herzhaft genug sein kann. Ich kombiniere aber auch gerne beides und nasche Abends auf dem Sofa Salzchips mit Schokolade, während vor mir in der Flimmerkiste ein guter Film läuft.

Sommer oder Winter?

Winter. Immer. Und das sage ich als Junikind. Ehrlich, ich hasse den Sommer. Ich finde es viel zu warm, zu drückend und ich verstehe beim besten Willen nicht, was daran toll sein soll, wenn sogar die Unterwäsche schon zu viel Kleidung ist und man am ganzen Körper klebt.

Bei Maikes Lobeshymnne auf das Bloggen und die Buchbloggergemeinschaft wird einem ja ganz warm ums Herz, oder? 
Schaut unbedingt bei ihr auf dem Blog vorbei!
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[Rezension] A is for Arsenic


Informationen zum Buch

Quelle: Bloomsbury Sigma

A is for Arsenic - The Poisons of Agatha Christie

Kathryn Harkup

Taschenbuch
288 Seiten
ca. 15€
ISBN 978-1472911322
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Art Deco heißt der Stil glaube ich. Auf jeden Fall mag ich ihn und er passt zu den 20er Jahren, in denen Agatha Christie ja auch berühmt wurde.

Inhalt:

Agatha Christie hat in ihren Büchern sehr viele Menschen umgebracht. Nicht wenige davon mit Gift, als Apothekengehilfin kannte sie sich mit Chemikalien und pflanzlichen Giften auch sehr gut aus. In diesem Buch werden 14 verschiedene Gifte aus 14 ihrer Bücher vorgestellt. Von A wie Arsen bis V wie Veronal.


Meine Meinung

Ich habe bisher erst ein einziges Buch von Mrs Christie gelesen. Aber mehr als nur einen Fachartikel über ihre Gifte. Pharmazeuten (und Toxikologen) sind glaube ich schon von Berufs wegen Fans. Als ich dieses Buch dann gesehen habe musste ich es deswegen unbedingt haben.
Jedes Kapitel ist dabei unterteilt in eine kurze Einführung zum Gift, dessen Wirkmechanismus, einer Erklärung wie es nachgewiesen wird und was das Gegengift ist. Und natürlich einem Abschnitt dazu wie Agatha Christie es verwendet hat und welche realen Fälle es gab.

Vom fachlichen her würde ich sagen: ja, das Buch ist wirklich gut recherchiert. Vor allem dafür, dass die Autorin selbst „nur“ Chemikerin ist, sich also wahrscheinlich in ihrem bisherigen Berufsleben gar nicht so viel mit der Toxikologie, also der Lehre der Gifte, beschäftigt hat. Einen Rechenfehler habe ich gefunden, aber der soll in den Taschenbuchausgabe (der mit dem weißen Cover) nicht mehr drin sein.  Außerdem hat es mich teils irritiert, dass die Gifte (und ihre Gegengifte) oft nur aus der Zeit Agatha Christies beurteilt wurden. Das kann natürlich auch mit den Unterschieden zwischen dem deutschen und dem britischen Gesundheitssystem zusammenhängen. Aber das Physostigmin nicht als Gegengift zu Atropin erwähnt wird? In Deutschland wird das dafür verwendet, auch weil ein Notarzt es wahrscheinlich sowieso dabei hätte. Pilocarpin sollte zwar auch funktionieren (so vom Mechanismus her), ist aber glaube ich eher historisch.

Äh ja, soweit zu meinem Exkurs in die Toxiologie. Ich kann auf jeden Fall versprechen, dass das Buch für Laien geschrieben ist. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Auch wenn man die Strukturformeln am Ende wohl nur als entsprechend vorgebildeter Mensch schätzen kann.  Gut, gefallen hat mir auch, dass einige der „alten“ Nachweismethoden sehr genau erklärt werden. Einige kannte ich bereits (z.B. der Nachweis auf Arsen), aber von anderen hatte ich noch nie gehört.

Ein Interesse für Gifte, Chemie und den menschlichen Körper ist auf jeden Fall von Vorteil. Für mich sind die Namen von Medikamenten und generell chemischen Strukturen etwas normales, aber es sind eben irgendwie Zungenbrecher. Genauso wie viele der Fachausdrücke, die im Laufe des Buches dann doch eingeführt werden. Der Wirkmechanismus wird auch sehr detailliert beschrieben (wesentlich detaillierter sind die Mechanismen oft auch gar nicht bekannt)

Fazit

Das perfekte Buch für jeden Fan von Agatha Christie, jeden Naturwissenschafts-Fan und für Mediziner, Apotheker und Toxikologen sowieso. Für angehende Mörder nicht so, die erwähnten Gifte sind heute alle gut nachweisbar.

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Bücher für Fans von "Salz für die See"


Gefühlt entdeckt grade die ganze Welt (oder wenigstens meine Filterblase) Ruta Sepetys „Salz für die See“ für sich. Ich habe schon im November versucht meine Meinung zu diesem Buch irgendwie in Worte zu fassen, das hat nur so mäßig geklappt. Aber ich denke „Lies es! Jetzt! Sofort!“ fasst es ganz gut zusammen.

Aber was, wenn man nun „Salz für die See“ gelesen hat und dringend Nachschub braucht? Da ich mittlerweile seit einem guten Jahrzehnt (scheiße, hört sich an, als ob ich eine alte Oma wäre...) historische Romane lese habe ich da vielleicht den einen oder anderen Tipp für euch.

Bücher, die du lesen solltest, wenn…


…dir der geschichtliche Aspekt gefallen hat


Der König der purpurnen Stadt

Im Gegensatz zu „Salz für die See“ beschreibt Rebecca Gablé in ihrem Roman ein halbes Leben. Nämlich das von Jonah, einem Tuchhändler aus London. Rebecca Gablés Waringham-Romane sind ebenfalls wirklich gute historische Romane (und „Der Palast der Meere“ würde vielleicht auch eher auf diese Liste passen…), aber mein Liebling ist nun mal dieses Buch. Jonah erlebt sehr viel in seinem Leben und mit ihm erlebt man als Leser das 12. Jahrhunderts. Mit all seinen guten und schlechten Seiten.

… du die Liebesgeschichte toll fandest


Der Junge, der Träume schenkte

Um für diesen Aspekt von „Salz für die See“ eine Empfehlung zu finden habe ich sehr lange gebraucht. Am Ende habe ich mir für ein Buch entschieden in dem die Liebesgeschichte ebenso sekundär ist, wie in „Salz für die See“. „Der Junge der Träume schenkte“ ist über einen wesentlich längeren Zeitraum angesiedelt als „Salz für die See“ und in einer ganz anderen Epoche. Luca di Fulvio malt dabei ein wortgewaltiges Bild von New York in den 20er Jahren, einer Stadt der Einwanderer.

…dich das Thema Flucht interessiert



Rainer M. Schröders Jugendbuch hat noch eine weitere Sache mit „Salz für die See“ gemeinsam: Es geht hier auch um eine eher unbekannte Facette der Geschichte. Oder sagt dir so spontan jetzt „Alija Bet“ was? Meine (spoiler-freie) Rezension habe ich oben verlinkt, aber um es kurz zusammenzufassen: Es geht um zwei jüdische Jugendliche, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Palästina fliehen. Ebenso aufwühlend wie „Salz für die See“.

…du ein Buch suchst, dass dich ähnlich stark zum Nachdenken bringt


Little Brother und Homeland

Cory Doctorow behandelt in diesen beiden Büchern ein ganz anderes Thema und natürlich sind es auch keine historischen Romane. Aber das Thema ist genauso wichtig und genauso wie bei „Salz für die See“ klappt man das Buch zu und fragt sich „Warum wusste ich das nicht?“.

…du ein Buch suchst, dass dich dazu bringt deine Sicht auf etwas zu hinterfragen


„Mein Feuer brennt im Land der fallenden Wasser“

Noch ein Buch von Rainer M. Schröder und vielleicht mein Lieblingsbuch von ihm. Mich hat es dazu gebracht zu hinterfragen, was ich wirklich über Indianer weiß. Genaugenommen hat es mich dazu gebracht alles an geschichtlichem Wissen zu hinterfragen, dass ich habe. Es geht darin um Mary Jemison, ein weißes Mädchen, dass bei einem Überfall auf die Farm ihrer Familie von Indianern entführt wird. Und von zwei Schwestern quasi adoptiert wird. Es basiert auf der wahren Geschichte der weißen Frau vom Genesee River.

…du mehr von der Autorin lesen möchtest


„Ein Glück für immer“ und „Und in mir der unbesiegbare Sommer“

Guck‘ mal, ich kann sogar schon googlen! Naja, und ich habe beide Bücher zu Weihnachten bekommen. „Ein Glück für immer“ habe ich sogar schon gelesen und auch, wenn es mich nicht so sehr begeistern konnte wie „Salz für die See“, war es trotzdem sehr gut. New Orleans in den 50ern ist nur eben etwas ganz anderes als Ostpreußen 1945.

Es gibt noch so viele andere tolle historische Romane. Diese Liste könnte ich also quasi endlos weiterführen.
Kennst du "Salz für die See"? Was würdest du Leuten an ähnlichen Büchern empfehlen?
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[Rezension] #fingerweg

Informationen zum Buch

Quelle: Carlsen

#fingerweg

Susanne Fülscher

Taschenbuch
224 Seiten
6,99€
ISBN 978-3-551-31543-4
Website des Verlags

-Rezensionsexemplar-

Erster Eindruck:

Irgendwie mag ich das Cover, auch wenn es nichts besonderes ist. Es zeigt eine gewisse Verletzlichkeit.

Inhalt:

In Lisas Leben läuft grade alles super. Direkt nach dem Abitur bekommt sie ihr Traumpraktikum: Bei Maxime Léon, einem bekannten Regisseur. Damit stehen ihr alle Türen in der Filmwelt offen und interessant ist es auch noch.  Wenn sie sich bloß nicht so unwohl fühlen würde in Maximes Gegenwart.


Meine Meinung:

Ich hatte Angst, dass #fingerweg ein Buch mit erhobenen Zeigefinger ist. Glücklicherweise hält sich die Autorin da zurück. Stattdessen zieht sie einen in die Geschichte. Man leidet mit Lisa mit und ist genauso wie sie vor allem eines: Verwirrt und verunsichert.
Besonders toll fand ich, wie gut es Susanne Fülscher gelingt das Problem des „Grenzen ziehen“ darzustellen. Es scheint so einfach zu sagen „Mir könnte das nie passieren“, aber oft ist der Übergang eben fließend. Lisa kämpft mit genau diesem Problem: Was ist einfach nur unangemessen und was ist schon sexuelle Belästigung. Und wo zieht man da die Grenze? Und wie wehrt man sich? Schließlich wird uns allen beigebracht immer nett zu bleiben.
Das Thema von #fingerweg ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges und noch dazu ist dieses Buch gut geschrieben. Es ist allerdings definitiv an die Altergruppe 16-20 gerichtet. Mein Abitur ist noch nicht so lange her, aber in der Welt von Lisa habe ich mich trotzdem nicht wirklich heimisch gefühlt. Sie wirkte irgendwie fremd, da sie doch mehr auf das Internet fokussiert ist.
Mein großes Problem mit diesem Buch ist das Ende. 

Achtung Spoiler! Zum Aufklappen bitte klicken
Denn ich glaube an den Rechtsstaat und ich glaube, dass es keiner verdient hat in den sozialen Medien fertig gemacht zu werden. Egal was er oder sie getan hat. Natürlich ist es grade bei so Sachen wie sexueller Belästigung schwierig das zu beweisen und nicht immer kommt es zu einer Verurteilung. Aber es ist trotzdem nicht richtig erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wie es Lisa tut, und dann erst Anzeige zu erstatten.


Fazit:


Ein toll geschriebenes, wichtiges Buch. Aber auch leider eines, dessen Ende mich sehr enttäuscht hat. Deswegen gibt es „nur“ 3 Sterne.


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[Leseratten zu Gast] Franziska von Lovely Mix



Und die erste Leseratte, die ich im neuen Jahr vorstellen möchte ist Franziska. Ihrem Blog Lovely Mix folge ich schon sehr lange (Übrigens liebe ich ja ihr Blog-Design) und auch wenn wir eher selten die gleichen Bücher lesen, schaue ich doch immer wieder bei ihr vorbei.




Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat? 
Hm, mein erstes Buch, das ich komplett selber gelesen habe war – „Familie Maulwurf, bitte Recht freundlich“. Ich denke, man kann schon sagen, dass dieser Moment, das erste Mal allein ein Buch zu lesen, eine große Rolle gespielt hat.

Was war dein erstes (Lieblings-)buch?
Das war dann glaube ich auch „Familie Maulwurf, bitte Recht freundlich“. Aber ich habe auch „Lippels Traum“ geliebt, auch wenn ich es nie selber hatte. Genauso wie „Momo“, „Ronja Räubertochter“ oder „Unser kleine Farm“ – die hatte ich immer aus der Bücherei.

Was ist dir in Büchern besonders wichtig?
Bild Franziska von Lovely Mix
Quelle: Franziska
Es darf auf jeden Fall nicht zu kitschig und unrealistisch sein. Ansonsten kann ich das gar nicht so verallgemeinern. Es braucht einfach etwas Besonderes, diesen einen Moment, der dich das Buch nicht so schnell vergessen lässt. Aber klar natürlich einfach auch keine Logikfehler, keine Satzbaufehler, nicht zu viele Rechtschreibfehler. Es sollte einfach angenehm zu lesen sein, egal welches Genre, egal ob es mich am Ende vollkommen überzeugt hat oder nicht.

Und was nervt dich am meisten?
Kitsch, Kitsch und noch mal Kitsch. Man kann Romantik und Schmetterlinge-im-Bauch auch schön und nicht brechreizauslösend verpacken. Ansonsten find ich dieses naives, kleines Mädchen-Gehabe und Good-Girl-Bad-Guy-Konstrukt nervig und ausgelutscht. Oder Protagonisten, die zu perfekt sind, bei denen entweder alles durch und durch gut oder böse ist, die zu viele Eigenschaften aus der einen oder anderen Richtung haben. Wir Menschen sind nicht perfekt, keiner von uns. Wir haben gut und schlechte Seiten, Ecken und Kanten, Narben, Päckchen, die wir tragen. Ich möchte das auch bei buchigen Charakteren, denn nur dann kann man sich mit ihnen identifizieren und nur dann wirken sie realistisch.

Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl?
Das sind seit gestern zwei – „Paris, du und ich“ von Adriana Popescu und ganz frisch „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag. Beide haben gemeinsam, das sie schon mal von zwei wahnsinnig liebenswerten und sympathischen Menschen geschrieben wurden. Aber sie haben mich auch beide auf ihre Weise tief drinnen berührt, mich zum Lachen und Weinen gebracht.
„Paris, du und ich“ ist fluffig-leicht, mit viel nerdigen Witzen, und viel Paris-Flair. Es zeigt wie wichtig es ist, seinen Träumen zu folgen und das zu machen, was man liebt und wirklich will, ganz egal was Andere sagen.
„Mein bester letzter Sommer“ zeigt auch irgendwie, dass man seine Träume leben soll. Wenn auch in einem viel traurigeren und ernsteren Hintergrund, denn Tess, die Protagonistin wird sterben und hat ihr Leben aber irgendwie nie gelebt. Weil man mit 17 Jahren ja auch überhaupt nicht denkt, dass man nur noch wenig Zeit hat. Es zeigt, dass jeder Moment zählt. Jeder Moment, denn man lebt und den man mit seinen Oskars, Freunden und Familien verbringt.

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus?
Meine Traum-Leseumgebung wäre ja irgendein gemütlicher Erker, mit Blick auf einen See, eine gepolsterte Bank im Erker, mit vielen Kissen, Tee und Kaffee (und Keksen, die nicht dick machen :D). Und um mich herum stapelweise Bücher.
Na gut, aber im realen Leben bin ich mit Bett/Sofa/Lesesessel, jetzt zu dieser Jahreszeit meiner Decke, Kissen und meinem Buch auch zufrieden.

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?
Jaa, und ich möchte es nie nie mehr missen. Auch wenn ich erst kürzlich zwei Blogpausen hatte – manchmal kommt eben das Leben dazwischen. Ich hatte nach dem Studium einfach zu viel Freizeit. Da kommst du nach einem langen Tag in der Arbeit heim und kannst plötzlich einfach irgendwas machen. Ich liebe Bücher (bis auf kurze Unterbrechungen) schon immer. Ich liebe das Bloggen/Schreiben und hatte damit schon in der Arbeit Berührungspunkte. Also war es dann naheliegend, die beiden Leidenschaften zu verbinden und meine Freizeit mit dem Buchbloggen zu verbringen.
Ich liebe einfach, dass ich mich über mein liebstes Thema austauschen kann. Ich möchte es nie mehr missen, einfach auch wegen all den wundervollen Lesern und Mitbloggern da draußen. Der Austausch auf dem Blog, in den Socials und ab und an persönlich ist einfach jedes Mal aufs Neue ein Fest für mich. Und wenn ich dann noch ein Lob für einen Beitrag bekomme, weil er es geschafft hat, genau dass zu vermitteln, was ich vermitteln wollte. Oder sich jemand auf meinen Tipp hin ein Buch besorgt und dieses genauso sehr liebt wie ich – ach, das tut so so gut.

Tee oder Kaffee?
Das ist gemein, aber wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, dann Kaffee. Tee mag ich aber auch sehr.

Süßes oder Salziges?
Süß!

Sommer oder Winter?
Winter, aber nur den mit Schnee, der in der Sonne glitzert. So wie wir ihn vor genau 6 Jahren mal hatten. Wobei ich ehrlich gesagt eher ein Herbstkind bin (gut, ich hab da Geburtstag, das ist ein großer Grund :D). Aber ich liebe die Farben einfach so sehr.


"Zu viel Freizeit" ist auch ein interessanter Grund mit dem Bloggen anzufangen. Denn die geht definitiv durch das Bloggen drauf. 

Ich finde Kitsch in Büchern genauso wie Franzi auch sehr nervig. Wem geht es noch so? Oder wählt ihr Bücher nach dem Prinzip "Je kitschiger desto besser" aus?
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Von Blog-Neudesigns, guten Büchern und schlechten Büchern...


2016 war ein komisches Jahr. Für die Welt und für mich persönlich auch.

Das Büchernest

In diesem Jahr gibt es viele Beiträge auf die ich sehr stolz bin. Von meinem Beitrag zur Professionalisierungs-Diskussion im Februar, über die  "Wir stopfen das Sommerloch mit Klassikern"-Aktion und meinen offenen Dankesbrief an Rainer M. Schröder bis zu meiner After-Passion- "Rezension" und den Kurzmeinungen zu den Leseproben der Buchpreis-Shortlist.

Das Büchernest hat im August ein neues Gewand bekommen, das so wirklich immer noch nicht fertig ist. Z.B.  möchte ich gerne wieder ähnliche Posts verlinken unter jedem Beitrag und in der Seitenleiste jeden Monat einen anderen alten Beitrag hervorheben. Und zwar kann man seit einigen Tagen den Blog auch auf dem Handy wieder vernünftig lesen, aber dafür ist jetzt die Schrift in der Bildschirmansicht kleiner… Eine unendliche Geschichte dieses Blog-Design xD

Mein persönliches Blog-Highlight dieses Jahr war übrigens das #litnetzwerk. Geboren aus einer recht kurzfristigen Idee, doch mal ein Kommentierwochenende zu organisieren, gibt es jetzt eine aktive Facebook-Gruppe und den Plan regelmäßig Kommentierwochenenden zu organisieren. Ich bin gespannt, was das neue Jahr hier noch alles bringt. Denn wenn man so ein Netzwerk schon hat muss man es doch auch nutzen, oder? Also immer her mit den Ideen!

Bücher, Bücher, Bücher...

Ich habe keine Ahnung, wie viele Bücher ich 2016 gelesen habe. So um die 30 bis 40 würde ich sagen. Goodreads sagt es wären 20. Allerdings sind dort (wie hier auch) nur die Bücher eingetragen, die ich auch tatsächlich rezensiert habe. Aber dazu kommen ja auch noch die ganzen Bücher, zu denen ich nie eine Rezension geschrieben habe. Z.B. der Schreckenstein-Re-Read. Oder die vier Bücher, die ich in den letzten beiden Wochen gelesen habe. 

Dieses Jahr hatte ich zwei "große" Highlights: 
"Salz für die See" von Ruta Sepetys hat mich mitgerissen und verzweifelt zurückgelassen. Auch fast drei Monate später habe ich immer noch keine richtigen Worte für dieses Buch. Auch meine Rezension wird diesem Buch einfach nicht gerecht.

Das zweite Highlight war "Daddy long-legs" von Jean Webster. Für ein mehr als 100 Jahre altes Buch hat es einiges auf dem Kasten. Und es hat meinen Blick auf mich und die Welt verändert. Ich möchte so sein wie Judy: Immer positiv, immer neugierig, immer freundlich. Vielleicht wird das mein Neujahrsvorsatz: Mehr sein wie Judy.

Und 2017 so?

Die ersten Aktionen für 2017 sind schon in Planung. Außerdem werde ich weiterhin alle zwei Wochen eine Leseratte vorstellen. Und möchte in der Kategorie im Jahr 2017 auch vermehrt Nicht-Blogger bzw. Nicht-Buchblogger vorstellen. Zwar habe ich im Moment genug Beiträge bis März (bzw. sogar bis Mai/Juni, wenn alle versprochenen Antworten auch eintrudeln!) aber dann werde ich denke ich auch noch mal direkt Bookstagrammer und Booktuber ansprechen.

Außerdem möchte ich mich im neuen Jahr (noch) weniger um Facebook kümmern und dafür regelmäßiger auf Instagram unterwegs sein. Das Fotos machen gefällt mir nämlich viel besser, auch wenn ich noch viel üben muss.

Eine Bitte habe ich an dieser Stelle noch: Ich möchte mehr über dich als Leser erfahren. Und darüber was DIR gefällt. Deswegen habe ich eine kleine Umfrage erstellt: 10 Fragen mehr nicht. Zu finden ist die Umfrage hier auf Typeform


Mein Blog-Jahr in Zahlen:


10.173 Seitenaufrufe von 3 775 Nutzern



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