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Vermählung - Rezension

Bücher als Flucht vor der Realität?

An dieser Stelle sollte heute eigentlich ein ganz anderer Beitrag veröffentlicht werden. Nämlich ein Interview mit der Übersetzerin Christine Blum. Aber grade ist etwas anderes wichtiger.

Ich habe das Gefühl, als ob die Welt jetzt endgültig verrückt geworden ist.


Trump regiert quasi per Executive Order und die global gag rule, über die ich mich Anfang der Woche noch so aufgeregt hatte scheint heute das geringste Übel. Gut, das Einreiseverbot haben mehrere Richter mittlerweile teilweise wieder kassiert. Aber eben nur in Eilverfahren, eine richtige Entscheidung steht noch aus.

Theresa May ist grade aktiv auf der Suche nach neuen Verbündeten. Und schließt ausgerechnet mit der Türkei Verträge ab. Dass der Frieden in Irland grade am kollabieren ist, interessiert sie nicht.

Die Lage in Syrien wird auch nicht besser, auch wenn unsere Medien grade lieber über die USA berichten. In Libyen soll es angeblich KZ-ähnliche Einrichtungen in der Wüste geben. Und große Teile Afrikas hungern. Immer noch.

Tja und hier in Deutschland? Der Herr Seehofer verteidigt Trump. Die AfD hat in aktuellen Umfragen mehr als 10% und würde je nach Umfrage sogar drittstärkste Partei im Bundestag werden. Die Reichsbürger und andere rechte Spinner werden immer mächtiger und immer mehr zur Gefahr
.
Und ich? Ich sitze hier und lerne und versuche mich abends von dieser Welt abzulenken. In dem ich irgendwelche seichten Filme gucke oder ein feel-good-Buch lesen. Auf meinem Nachttisch liegen momentan drei Bücher, die ich alle schon angefangen habe: „Und in mir der unbesiegbare Sommer“, „1984“ und „Little Brother“. Im Moment mag ich keins davon weiterlesen. Sie sind einfach so unglaublich nah an der Realität. Grade „Little Brother“ spiegelt sehr viel von dem wieder, was grade in den USA vorgeht. Stattdessen habe ich gestern drei Folgen Doctor Who geguckt und anschließend noch Billy Elliott. Und dann habe ich im Bett angefangen nochmal „Daddy long-legs“ zu lesen.

Ich nutze Bücher als einen Fluchtort. Schon immer. Selbst schwierige Bücher sind eine Art Flucht, denn alle Probleme in ihnen kann man durch das Schließen des Buches lösen. Zu mindestens aus der Perspektive des Leser. Es tut gut einen Rückzugsort zu haben, eine ganze Welt in der es keine Probleme gibt. Eine Welt mit einem Happy End.

Aber irgendwie fühle ich mich auch schuldig. Wie kann ich es wagen mich in eine Fantasie-Welt zurückzuziehen, wenn da draußen die Welt mit jeder Minute mehr durchdreht? Was gibt mir das Recht mich da nicht drum zu kümmern? Selbst wenn es nur einige Stunden sind in denen ich mich nicht drum kümmere.

„Willst du Waffen? Wir sind in einer Bibliothek! Bücher! Die besten Waffen der Welt!“ – Der Doktor

Da kann mich selbst der Doktor nicht trösten. Ja, Bücher sind Waffen. Aber dafür muss man auch die richtigen Bücher lesen. Und ob meine Fluchtbücher dazu gehören? „Es gibt immer ein Happy End“ ist schließlich nicht so wirklich zutreffend auf die reale Welt. Sollte ich nicht eher endlich mal die oben genannten Bücher zu Ende lesen? Grade "1984", das ja im Moment wieder auf den Bestseller-Listen ist? Okay, zu „Little Brother“ planen wir grade einen Blogtour und Leserunde, also werde ich es spätestens Ende Februar sowieso (nochmal) lesen. Es ist ein tolles und wichtiges Buch. Aber im Moment möchte ich es am Liebsten wieder ins Regal stellen und es erstmal vergessen. Ist das okay? Sollte ich mich mehr aufregen? Mehr über relevante Bücher sprechen? Ich weiß es nicht.


Heute Abend werde ich wieder ein Wohlfühlbuch lesen. Es gibt schon genug Dinge, die mich am Schlafen hindern. Da muss meine momentane Lektüre nicht auch noch dazu beitragen.

Wie stehst du dazu?
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[Leseratten zu Gast] Maike von Kunterbunte Flaschenpost




Heute möchte ich euch die Erfinderin des wunderbaren Bloghoroskops vorstellen: Maike von Kunterbunte Flaschenpost auch bekannt als Madame Lustig. Ihren Blog kenne ich noch gar nicht so lange, aber ich bin jedes Mal wieder aufs neue neidisch auf ihren Header und generell alle ihren Grafiken. Übrigens habe ich zusammen mit ihr und Elli von Buchhaim demnächst eine tolle Aktion zu "Little Brother" geplant.

Aber jetzt erstmal zu Maikes Interview!



Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat?

Eigentlich nicht. Ich würde eher sagen, dass es die Umstände waren. Meine Eltern haben viel gearbeitet und meine älteren Geschwister fühlten sich schnell von Kassetten oder anderen typischen Kinderbeschäftigungen gestört, weswegen ich mich häufig einfach auf mein Bett gekuschelt und gelesen habe.

Was war dein erstes (Lieblings-)buch?

"Oliver Twist". Das war nicht nur das erste Buch, das ich so richtig durchgesuchtet habe, sondern auch das Erste, das ich mir selbst gekauft habe. Und meine Ausgabe von damals steht heute sogar immer noch in meinem Regal.

Was ist dir in Büchern besonders wichtig?

Eine glaubhafte und in sich stimmige Geschichte. Ich finde fast nichts schlimmer, als wenn die Handlung dahergeholt wirkt und ich den Charakteren ihre Gedanken und Gefühle nicht abnehmen kann. Wenn ich in ein Buch abtauche, möchte ich mich zurücklehnen, auf die Geschichte einlassen und die Handlungen nachvollziehen können, anstatt mich über Unstimmigkeiten oder andauernde Dummheit zu ärgern.

Und was nervt dich am meisten?

Neben den eben bereits erwähnten Punkten finde ich gestellt wirkende Dialoge ganz schlimm. Und Naivität. Und Liebesgesäusel nach nur einem Date. Das kann tatsächlich schon mal dazu führen, dass ich ein Buch nach nur kurzer Lesedauer genervt zur Seite lege.

Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl?
Eine schwierige Frage, die ich auch nach reichlicher Überlegung nicht klar beantworten kann. Dafür gibt es einfach zu viele Bücher. Zu viele tolle Bücher. Aber "Love and Confess" von Colleen Hoover, "No going back" von Stephanie Monahan und "Little Brother" von Cory Doctorow stehen definitiv ziemlich weit oben auf der Liste. Warum? Weil sie mich nicht kalt gelassen haben und auch lange Zeit nach dem Lesen noch in meinen Gedanken verankert sind.
Quelle: Maike
Sowohl in "Love and Confess" als auch in "No going back" spielt die Liebe eine große Rolle und das mag mein romantisches Herz ja sehr gerne. In "Little Brother" hingegen geht es darum, dass unschuldige Menschen wegen eines Bombenanschlags von der Regierung nicht nur ihrer Menschenrechte beraubt, sondern gedemütigt und schikaniert werden. Markus, besser bekannt als w1n5t0n, kann und will das nicht akzeptieren und gründet das XNet. Im Untergrund mobilisiert er Mitkämpfer, die gemeinsam mit ihm für Freiheit und Privatsphäre kämpfen und versuchen, die Regierung zu stürzen. Ich persönlich finde dieses Buch nicht nur klasse geschrieben, sondern auch wichtig, weswegen ich es nur jedem ans Herz legen kann.

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus?

Bücherregale, ein gemütlicher Sessel, eine Kuscheldecke, eine verspielte Lampe, Bilder meiner Liebsten, ein Flauschteppich und das Ganze dann entweder total kunterbunt gemischt (ich liebe Sperrmüll und Flohmärkte!) oder aber romantisch mit sanften Tönen und Schnörkeln.

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?

Wie wohl die meisten unter uns Buchbloggern habe ich mit dem Bloggen begonnen, weil ich mich über Bücher austauschen wollte. In meinem Umfeld wird meine Büchersucht und Leseleidenschaft zwar akzeptiert, aber doch häufig auch belächelt und mit mir drüber reden mag keiner so wirklich. Doch oft möchte man nun mal etwas dazu loswerden, erzählen, wieso Buch XY so berührend, erschreckend, verstörend, lustig oder was auch immer war. Man möchte seine Gefühle in Worte fassen und sich austauschen. Und diese Möglichkeit bietet mir das Bloggen. Mehr noch: das Bloggen bietet mir eine Gemeinschaft aus Gleichgesinnten, Menschen, die mich verstehen und Freunde.

Ganz egal, wie gestresst ich bin oder ob der nächste Beitrag mal wieder etwas auf sich warten lässt: die Gemeinschaft ist da und es gibt immer etwas, worüber man sich austauschen kann. Man albert rum, hat nach kurzer Zeit bereits seine Insiderwitze und fühlt sich einfach gut aufgehoben. Zuhause. Das Bloggen bietet mir das Puzzlestück, das in meinem Leben immer gefehlt hat.

Tee oder Kaffee?

Morgens Kaffee. Literweise. Ab Mittags trinke ich aber meistens nur Tee. Kaffee kommt mir hier nur in die Tasse, wenn ich mich wie ausgelutscht fühle und dringend einen kleinen Powerschub nötig habe.

Süßes oder Salziges?

Sowohl als auch. Ich habe Tage, da könnte ich mich von Morgens bis Abends von Schokolade, Kuchen, Pudding und anderen süßen Köstlichkeiten ernähren und dann wieder Tage, an denen es gar nicht salzig und herzhaft genug sein kann. Ich kombiniere aber auch gerne beides und nasche Abends auf dem Sofa Salzchips mit Schokolade, während vor mir in der Flimmerkiste ein guter Film läuft.

Sommer oder Winter?

Winter. Immer. Und das sage ich als Junikind. Ehrlich, ich hasse den Sommer. Ich finde es viel zu warm, zu drückend und ich verstehe beim besten Willen nicht, was daran toll sein soll, wenn sogar die Unterwäsche schon zu viel Kleidung ist und man am ganzen Körper klebt.

Bei Maikes Lobeshymnne auf das Bloggen und die Buchbloggergemeinschaft wird einem ja ganz warm ums Herz, oder? 
Schaut unbedingt bei ihr auf dem Blog vorbei!
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[Rezension] A is for Arsenic


Informationen zum Buch

Quelle: Bloomsbury Sigma

A is for Arsenic - The Poisons of Agatha Christie

Kathryn Harkup

Taschenbuch
288 Seiten
ca. 15€
ISBN 978-1472911322
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Art Deco heißt der Stil glaube ich. Auf jeden Fall mag ich ihn und er passt zu den 20er Jahren, in denen Agatha Christie ja auch berühmt wurde.

Inhalt:

Agatha Christie hat in ihren Büchern sehr viele Menschen umgebracht. Nicht wenige davon mit Gift, als Apothekengehilfin kannte sie sich mit Chemikalien und pflanzlichen Giften auch sehr gut aus. In diesem Buch werden 14 verschiedene Gifte aus 14 ihrer Bücher vorgestellt. Von A wie Arsen bis V wie Veronal.


Meine Meinung

Ich habe bisher erst ein einziges Buch von Mrs Christie gelesen. Aber mehr als nur einen Fachartikel über ihre Gifte. Pharmazeuten (und Toxikologen) sind glaube ich schon von Berufs wegen Fans. Als ich dieses Buch dann gesehen habe musste ich es deswegen unbedingt haben.
Jedes Kapitel ist dabei unterteilt in eine kurze Einführung zum Gift, dessen Wirkmechanismus, einer Erklärung wie es nachgewiesen wird und was das Gegengift ist. Und natürlich einem Abschnitt dazu wie Agatha Christie es verwendet hat und welche realen Fälle es gab.

Vom fachlichen her würde ich sagen: ja, das Buch ist wirklich gut recherchiert. Vor allem dafür, dass die Autorin selbst „nur“ Chemikerin ist, sich also wahrscheinlich in ihrem bisherigen Berufsleben gar nicht so viel mit der Toxikologie, also der Lehre der Gifte, beschäftigt hat. Einen Rechenfehler habe ich gefunden, aber der soll in den Taschenbuchausgabe (der mit dem weißen Cover) nicht mehr drin sein.  Außerdem hat es mich teils irritiert, dass die Gifte (und ihre Gegengifte) oft nur aus der Zeit Agatha Christies beurteilt wurden. Das kann natürlich auch mit den Unterschieden zwischen dem deutschen und dem britischen Gesundheitssystem zusammenhängen. Aber das Physostigmin nicht als Gegengift zu Atropin erwähnt wird? In Deutschland wird das dafür verwendet, auch weil ein Notarzt es wahrscheinlich sowieso dabei hätte. Pilocarpin sollte zwar auch funktionieren (so vom Mechanismus her), ist aber glaube ich eher historisch.

Äh ja, soweit zu meinem Exkurs in die Toxiologie. Ich kann auf jeden Fall versprechen, dass das Buch für Laien geschrieben ist. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Auch wenn man die Strukturformeln am Ende wohl nur als entsprechend vorgebildeter Mensch schätzen kann.  Gut, gefallen hat mir auch, dass einige der „alten“ Nachweismethoden sehr genau erklärt werden. Einige kannte ich bereits (z.B. der Nachweis auf Arsen), aber von anderen hatte ich noch nie gehört.

Ein Interesse für Gifte, Chemie und den menschlichen Körper ist auf jeden Fall von Vorteil. Für mich sind die Namen von Medikamenten und generell chemischen Strukturen etwas normales, aber es sind eben irgendwie Zungenbrecher. Genauso wie viele der Fachausdrücke, die im Laufe des Buches dann doch eingeführt werden. Der Wirkmechanismus wird auch sehr detailliert beschrieben (wesentlich detaillierter sind die Mechanismen oft auch gar nicht bekannt)

Fazit

Das perfekte Buch für jeden Fan von Agatha Christie, jeden Naturwissenschafts-Fan und für Mediziner, Apotheker und Toxikologen sowieso. Für angehende Mörder nicht so, die erwähnten Gifte sind heute alle gut nachweisbar.

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Bücher für Fans von "Salz für die See"


Gefühlt entdeckt grade die ganze Welt (oder wenigstens meine Filterblase) Ruta Sepetys „Salz für die See“ für sich. Ich habe schon im November versucht meine Meinung zu diesem Buch irgendwie in Worte zu fassen, das hat nur so mäßig geklappt. Aber ich denke „Lies es! Jetzt! Sofort!“ fasst es ganz gut zusammen.

Aber was, wenn man nun „Salz für die See“ gelesen hat und dringend Nachschub braucht? Da ich mittlerweile seit einem guten Jahrzehnt (scheiße, hört sich an, als ob ich eine alte Oma wäre...) historische Romane lese habe ich da vielleicht den einen oder anderen Tipp für euch.

Bücher, die du lesen solltest, wenn…


…dir der geschichtliche Aspekt gefallen hat


Der König der purpurnen Stadt

Im Gegensatz zu „Salz für die See“ beschreibt Rebecca Gablé in ihrem Roman ein halbes Leben. Nämlich das von Jonah, einem Tuchhändler aus London. Rebecca Gablés Waringham-Romane sind ebenfalls wirklich gute historische Romane (und „Der Palast der Meere“ würde vielleicht auch eher auf diese Liste passen…), aber mein Liebling ist nun mal dieses Buch. Jonah erlebt sehr viel in seinem Leben und mit ihm erlebt man als Leser das 12. Jahrhunderts. Mit all seinen guten und schlechten Seiten.

… du die Liebesgeschichte toll fandest


Der Junge, der Träume schenkte

Um für diesen Aspekt von „Salz für die See“ eine Empfehlung zu finden habe ich sehr lange gebraucht. Am Ende habe ich mir für ein Buch entschieden in dem die Liebesgeschichte ebenso sekundär ist, wie in „Salz für die See“. „Der Junge der Träume schenkte“ ist über einen wesentlich längeren Zeitraum angesiedelt als „Salz für die See“ und in einer ganz anderen Epoche. Luca di Fulvio malt dabei ein wortgewaltiges Bild von New York in den 20er Jahren, einer Stadt der Einwanderer.

…dich das Thema Flucht interessiert



Rainer M. Schröders Jugendbuch hat noch eine weitere Sache mit „Salz für die See“ gemeinsam: Es geht hier auch um eine eher unbekannte Facette der Geschichte. Oder sagt dir so spontan jetzt „Alija Bet“ was? Meine (spoiler-freie) Rezension habe ich oben verlinkt, aber um es kurz zusammenzufassen: Es geht um zwei jüdische Jugendliche, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Palästina fliehen. Ebenso aufwühlend wie „Salz für die See“.

…du ein Buch suchst, dass dich ähnlich stark zum Nachdenken bringt


Little Brother und Homeland

Cory Doctorow behandelt in diesen beiden Büchern ein ganz anderes Thema und natürlich sind es auch keine historischen Romane. Aber das Thema ist genauso wichtig und genauso wie bei „Salz für die See“ klappt man das Buch zu und fragt sich „Warum wusste ich das nicht?“.

…du ein Buch suchst, dass dich dazu bringt deine Sicht auf etwas zu hinterfragen


„Mein Feuer brennt im Land der fallenden Wasser“

Noch ein Buch von Rainer M. Schröder und vielleicht mein Lieblingsbuch von ihm. Mich hat es dazu gebracht zu hinterfragen, was ich wirklich über Indianer weiß. Genaugenommen hat es mich dazu gebracht alles an geschichtlichem Wissen zu hinterfragen, dass ich habe. Es geht darin um Mary Jemison, ein weißes Mädchen, dass bei einem Überfall auf die Farm ihrer Familie von Indianern entführt wird. Und von zwei Schwestern quasi adoptiert wird. Es basiert auf der wahren Geschichte der weißen Frau vom Genesee River.

…du mehr von der Autorin lesen möchtest


„Ein Glück für immer“ und „Und in mir der unbesiegbare Sommer“

Guck‘ mal, ich kann sogar schon googlen! Naja, und ich habe beide Bücher zu Weihnachten bekommen. „Ein Glück für immer“ habe ich sogar schon gelesen und auch, wenn es mich nicht so sehr begeistern konnte wie „Salz für die See“, war es trotzdem sehr gut. New Orleans in den 50ern ist nur eben etwas ganz anderes als Ostpreußen 1945.

Es gibt noch so viele andere tolle historische Romane. Diese Liste könnte ich also quasi endlos weiterführen.
Kennst du "Salz für die See"? Was würdest du Leuten an ähnlichen Büchern empfehlen?
4

[Rezension] #fingerweg

Informationen zum Buch

Quelle: Carlsen

#fingerweg

Susanne Fülscher

Taschenbuch
224 Seiten
6,99€
ISBN 978-3-551-31543-4
Website des Verlags

-Rezensionsexemplar-

Erster Eindruck:

Irgendwie mag ich das Cover, auch wenn es nichts besonderes ist. Es zeigt eine gewisse Verletzlichkeit.

Inhalt:

In Lisas Leben läuft grade alles super. Direkt nach dem Abitur bekommt sie ihr Traumpraktikum: Bei Maxime Léon, einem bekannten Regisseur. Damit stehen ihr alle Türen in der Filmwelt offen und interessant ist es auch noch.  Wenn sie sich bloß nicht so unwohl fühlen würde in Maximes Gegenwart.


Meine Meinung:

Ich hatte Angst, dass #fingerweg ein Buch mit erhobenen Zeigefinger ist. Glücklicherweise hält sich die Autorin da zurück. Stattdessen zieht sie einen in die Geschichte. Man leidet mit Lisa mit und ist genauso wie sie vor allem eines: Verwirrt und verunsichert.
Besonders toll fand ich, wie gut es Susanne Fülscher gelingt das Problem des „Grenzen ziehen“ darzustellen. Es scheint so einfach zu sagen „Mir könnte das nie passieren“, aber oft ist der Übergang eben fließend. Lisa kämpft mit genau diesem Problem: Was ist einfach nur unangemessen und was ist schon sexuelle Belästigung. Und wo zieht man da die Grenze? Und wie wehrt man sich? Schließlich wird uns allen beigebracht immer nett zu bleiben.
Das Thema von #fingerweg ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges und noch dazu ist dieses Buch gut geschrieben. Es ist allerdings definitiv an die Altergruppe 16-20 gerichtet. Mein Abitur ist noch nicht so lange her, aber in der Welt von Lisa habe ich mich trotzdem nicht wirklich heimisch gefühlt. Sie wirkte irgendwie fremd, da sie doch mehr auf das Internet fokussiert ist.
Mein großes Problem mit diesem Buch ist das Ende. 

Achtung Spoiler! Zum Aufklappen bitte klicken
Denn ich glaube an den Rechtsstaat und ich glaube, dass es keiner verdient hat in den sozialen Medien fertig gemacht zu werden. Egal was er oder sie getan hat. Natürlich ist es grade bei so Sachen wie sexueller Belästigung schwierig das zu beweisen und nicht immer kommt es zu einer Verurteilung. Aber es ist trotzdem nicht richtig erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wie es Lisa tut, und dann erst Anzeige zu erstatten.


Fazit:


Ein toll geschriebenes, wichtiges Buch. Aber auch leider eines, dessen Ende mich sehr enttäuscht hat. Deswegen gibt es „nur“ 3 Sterne.


4

[Leseratten zu Gast] Franziska von Lovely Mix



Und die erste Leseratte, die ich im neuen Jahr vorstellen möchte ist Franziska. Ihrem Blog Lovely Mix folge ich schon sehr lange (Übrigens liebe ich ja ihr Blog-Design) und auch wenn wir eher selten die gleichen Bücher lesen, schaue ich doch immer wieder bei ihr vorbei.




Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat? 
Hm, mein erstes Buch, das ich komplett selber gelesen habe war – „Familie Maulwurf, bitte Recht freundlich“. Ich denke, man kann schon sagen, dass dieser Moment, das erste Mal allein ein Buch zu lesen, eine große Rolle gespielt hat.

Was war dein erstes (Lieblings-)buch?
Das war dann glaube ich auch „Familie Maulwurf, bitte Recht freundlich“. Aber ich habe auch „Lippels Traum“ geliebt, auch wenn ich es nie selber hatte. Genauso wie „Momo“, „Ronja Räubertochter“ oder „Unser kleine Farm“ – die hatte ich immer aus der Bücherei.

Was ist dir in Büchern besonders wichtig?
Bild Franziska von Lovely Mix
Quelle: Franziska
Es darf auf jeden Fall nicht zu kitschig und unrealistisch sein. Ansonsten kann ich das gar nicht so verallgemeinern. Es braucht einfach etwas Besonderes, diesen einen Moment, der dich das Buch nicht so schnell vergessen lässt. Aber klar natürlich einfach auch keine Logikfehler, keine Satzbaufehler, nicht zu viele Rechtschreibfehler. Es sollte einfach angenehm zu lesen sein, egal welches Genre, egal ob es mich am Ende vollkommen überzeugt hat oder nicht.

Und was nervt dich am meisten?
Kitsch, Kitsch und noch mal Kitsch. Man kann Romantik und Schmetterlinge-im-Bauch auch schön und nicht brechreizauslösend verpacken. Ansonsten find ich dieses naives, kleines Mädchen-Gehabe und Good-Girl-Bad-Guy-Konstrukt nervig und ausgelutscht. Oder Protagonisten, die zu perfekt sind, bei denen entweder alles durch und durch gut oder böse ist, die zu viele Eigenschaften aus der einen oder anderen Richtung haben. Wir Menschen sind nicht perfekt, keiner von uns. Wir haben gut und schlechte Seiten, Ecken und Kanten, Narben, Päckchen, die wir tragen. Ich möchte das auch bei buchigen Charakteren, denn nur dann kann man sich mit ihnen identifizieren und nur dann wirken sie realistisch.

Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl?
Das sind seit gestern zwei – „Paris, du und ich“ von Adriana Popescu und ganz frisch „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag. Beide haben gemeinsam, das sie schon mal von zwei wahnsinnig liebenswerten und sympathischen Menschen geschrieben wurden. Aber sie haben mich auch beide auf ihre Weise tief drinnen berührt, mich zum Lachen und Weinen gebracht.
„Paris, du und ich“ ist fluffig-leicht, mit viel nerdigen Witzen, und viel Paris-Flair. Es zeigt wie wichtig es ist, seinen Träumen zu folgen und das zu machen, was man liebt und wirklich will, ganz egal was Andere sagen.
„Mein bester letzter Sommer“ zeigt auch irgendwie, dass man seine Träume leben soll. Wenn auch in einem viel traurigeren und ernsteren Hintergrund, denn Tess, die Protagonistin wird sterben und hat ihr Leben aber irgendwie nie gelebt. Weil man mit 17 Jahren ja auch überhaupt nicht denkt, dass man nur noch wenig Zeit hat. Es zeigt, dass jeder Moment zählt. Jeder Moment, denn man lebt und den man mit seinen Oskars, Freunden und Familien verbringt.

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus?
Meine Traum-Leseumgebung wäre ja irgendein gemütlicher Erker, mit Blick auf einen See, eine gepolsterte Bank im Erker, mit vielen Kissen, Tee und Kaffee (und Keksen, die nicht dick machen :D). Und um mich herum stapelweise Bücher.
Na gut, aber im realen Leben bin ich mit Bett/Sofa/Lesesessel, jetzt zu dieser Jahreszeit meiner Decke, Kissen und meinem Buch auch zufrieden.

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?
Jaa, und ich möchte es nie nie mehr missen. Auch wenn ich erst kürzlich zwei Blogpausen hatte – manchmal kommt eben das Leben dazwischen. Ich hatte nach dem Studium einfach zu viel Freizeit. Da kommst du nach einem langen Tag in der Arbeit heim und kannst plötzlich einfach irgendwas machen. Ich liebe Bücher (bis auf kurze Unterbrechungen) schon immer. Ich liebe das Bloggen/Schreiben und hatte damit schon in der Arbeit Berührungspunkte. Also war es dann naheliegend, die beiden Leidenschaften zu verbinden und meine Freizeit mit dem Buchbloggen zu verbringen.
Ich liebe einfach, dass ich mich über mein liebstes Thema austauschen kann. Ich möchte es nie mehr missen, einfach auch wegen all den wundervollen Lesern und Mitbloggern da draußen. Der Austausch auf dem Blog, in den Socials und ab und an persönlich ist einfach jedes Mal aufs Neue ein Fest für mich. Und wenn ich dann noch ein Lob für einen Beitrag bekomme, weil er es geschafft hat, genau dass zu vermitteln, was ich vermitteln wollte. Oder sich jemand auf meinen Tipp hin ein Buch besorgt und dieses genauso sehr liebt wie ich – ach, das tut so so gut.

Tee oder Kaffee?
Das ist gemein, aber wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, dann Kaffee. Tee mag ich aber auch sehr.

Süßes oder Salziges?
Süß!

Sommer oder Winter?
Winter, aber nur den mit Schnee, der in der Sonne glitzert. So wie wir ihn vor genau 6 Jahren mal hatten. Wobei ich ehrlich gesagt eher ein Herbstkind bin (gut, ich hab da Geburtstag, das ist ein großer Grund :D). Aber ich liebe die Farben einfach so sehr.


"Zu viel Freizeit" ist auch ein interessanter Grund mit dem Bloggen anzufangen. Denn die geht definitiv durch das Bloggen drauf. 

Ich finde Kitsch in Büchern genauso wie Franzi auch sehr nervig. Wem geht es noch so? Oder wählt ihr Bücher nach dem Prinzip "Je kitschiger desto besser" aus?
9

Von Blog-Neudesigns, guten Büchern und schlechten Büchern...


2016 war ein komisches Jahr. Für die Welt und für mich persönlich auch.

Das Büchernest

In diesem Jahr gibt es viele Beiträge auf die ich sehr stolz bin. Von meinem Beitrag zur Professionalisierungs-Diskussion im Februar, über die  "Wir stopfen das Sommerloch mit Klassikern"-Aktion und meinen offenen Dankesbrief an Rainer M. Schröder bis zu meiner After-Passion- "Rezension" und den Kurzmeinungen zu den Leseproben der Buchpreis-Shortlist.

Das Büchernest hat im August ein neues Gewand bekommen, das so wirklich immer noch nicht fertig ist. Z.B.  möchte ich gerne wieder ähnliche Posts verlinken unter jedem Beitrag und in der Seitenleiste jeden Monat einen anderen alten Beitrag hervorheben. Und zwar kann man seit einigen Tagen den Blog auch auf dem Handy wieder vernünftig lesen, aber dafür ist jetzt die Schrift in der Bildschirmansicht kleiner… Eine unendliche Geschichte dieses Blog-Design xD

Mein persönliches Blog-Highlight dieses Jahr war übrigens das #litnetzwerk. Geboren aus einer recht kurzfristigen Idee, doch mal ein Kommentierwochenende zu organisieren, gibt es jetzt eine aktive Facebook-Gruppe und den Plan regelmäßig Kommentierwochenenden zu organisieren. Ich bin gespannt, was das neue Jahr hier noch alles bringt. Denn wenn man so ein Netzwerk schon hat muss man es doch auch nutzen, oder? Also immer her mit den Ideen!

Bücher, Bücher, Bücher...

Ich habe keine Ahnung, wie viele Bücher ich 2016 gelesen habe. So um die 30 bis 40 würde ich sagen. Goodreads sagt es wären 20. Allerdings sind dort (wie hier auch) nur die Bücher eingetragen, die ich auch tatsächlich rezensiert habe. Aber dazu kommen ja auch noch die ganzen Bücher, zu denen ich nie eine Rezension geschrieben habe. Z.B. der Schreckenstein-Re-Read. Oder die vier Bücher, die ich in den letzten beiden Wochen gelesen habe. 

Dieses Jahr hatte ich zwei "große" Highlights: 
"Salz für die See" von Ruta Sepetys hat mich mitgerissen und verzweifelt zurückgelassen. Auch fast drei Monate später habe ich immer noch keine richtigen Worte für dieses Buch. Auch meine Rezension wird diesem Buch einfach nicht gerecht.

Das zweite Highlight war "Daddy long-legs" von Jean Webster. Für ein mehr als 100 Jahre altes Buch hat es einiges auf dem Kasten. Und es hat meinen Blick auf mich und die Welt verändert. Ich möchte so sein wie Judy: Immer positiv, immer neugierig, immer freundlich. Vielleicht wird das mein Neujahrsvorsatz: Mehr sein wie Judy.

Und 2017 so?

Die ersten Aktionen für 2017 sind schon in Planung. Außerdem werde ich weiterhin alle zwei Wochen eine Leseratte vorstellen. Und möchte in der Kategorie im Jahr 2017 auch vermehrt Nicht-Blogger bzw. Nicht-Buchblogger vorstellen. Zwar habe ich im Moment genug Beiträge bis März (bzw. sogar bis Mai/Juni, wenn alle versprochenen Antworten auch eintrudeln!) aber dann werde ich denke ich auch noch mal direkt Bookstagrammer und Booktuber ansprechen.

Außerdem möchte ich mich im neuen Jahr (noch) weniger um Facebook kümmern und dafür regelmäßiger auf Instagram unterwegs sein. Das Fotos machen gefällt mir nämlich viel besser, auch wenn ich noch viel üben muss.

Eine Bitte habe ich an dieser Stelle noch: Ich möchte mehr über dich als Leser erfahren. Und darüber was DIR gefällt. Deswegen habe ich eine kleine Umfrage erstellt: 10 Fragen mehr nicht. Zu finden ist die Umfrage hier auf Typeform


Mein Blog-Jahr in Zahlen:


10.173 Seitenaufrufe von 3 775 Nutzern



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