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Vermählung - Rezension

[Montagszitat] Weihnachtszeit


von Christian Albrecht Jensen
 via wikimedia Commons

Wie leide ich vor Sehnsucht! Wäre es doch Weihnachten!

-Hans Christian Andersen




Habt ihr eigentlich schon meinen Adventskalender gesehen? Ich möchte dieses Jahr etwas Weihnachtsstimmung verbreiten, deswegen gibt es jeden Tag ein neues Weihnachtslied. Und manchmal auch noch etwas mehr ;) Sei es ein Gewinnspiel, ein wenig Gelabere über Weihnachten oder sonst was. Lasst euch einfach überraschen!
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[Adventskalender] 1



Hallo und herzlich willkommen zu Adventskalender im Büchernest!

Was erwartet euch hier die nächsten 24 Tage? Auf jeden Fall jeden Tag ein Weihnachtslied. Und den Rest lasse ich einfach so auf mich zu kommen!
Heute fangen wir ganz einfach an mit einem Weihnachtslied. Und zwar: Wir sagen euch an den lieben Advent
Der erste Advents war zwar schon gestern, aber es gibt ja noch drei weitere Adventssonntage ^^



Adventskalenderseite
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[Red Bug Charity] Und das Geld geht an...

Huhu,

ich habe heute mal wieder ein Update zum Thema Red Bug Charity für euch.

Erstmal: Es gibt ein Cover!




Den Menschen unter euch mit sehr gutem Bildergedächnis mag auffallen, dass dieses Cover so gar nicht zur Auswahl stand. Für alle anderen hier zur Erinnerung der Link zu meinem Originalposting zum Cover und das ursprüngliche Auswahlbild:


Das endgültige Cover ist eine Mischung aus 1 und 2 geworden, weil die meisten die Farbe von 1 und die Schriftart von 2 am schönsten fanden :D

So, aber jetzt zu den wirklich wichtigen Dingen:
An wen geht das gesammelte Geld eigentlich? Nun ja, das Red Bug Team hat eine Vorauswahl getroffen und aus den verblieben drei Organisationen dürfen wir nun uns eine aussuchen. Abgestimmt werden kann auf der Homepage und auf der Facebook-Seite.

Aber erstmal möchte ich euch die drei Organisationen in der engeren Auswahl vorstellen:


1. Weitblick

Weitblick wurde von mehreren Leuten gegründet die bereits beruflich bzw. ehrenamtlich mit Jugendlichen zu tun hatten, die eine bereits eine "Heimvergangenheit" haben. Eigentlich sollte man denken, diese Jugendlichen brauchen keine Hilfe mehr, schließlich leben sie nicht auf der Straße und auch nicht in instabilen Verhältnissen. Aber grade diesen Jugendlichen mangelt es an Perspektiven, Weitblick möchte ihnen in Wohnprojekten soziale Kompetenzen vermitteln und so die Jugendlichen zu selbständigen Menschen machen.

2. Off Road Kids

Die Off Road Kids Stiftung ist die einzige überregionale Hilfsorganisation für Straßenkinder in Deutschland. Ihr Ziel ist es das aus Ausreißern gar nicht erst Straßenkinder werden. In den Ballungszentren gibt es deswegen eigene Streetwork-Stationen, aber auch eine Elternberatungshotline, zwei Kinderheime und das Institut für Pädagogikmanagement (IfPM) gehören mit zu Off Road Kids.

3. Wildwuchs

Wildwuchs ist ein lokales Projekt aus Potsdam. Die Streetworker hier versuchen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erreichen, die andere Hilfsangebote aktiv meiden oder so viel Zeit auf der Straße verbringen, dass sie von ihnen einfach nicht erreicht werden. Wie das?  Indem sie zu diesen Jugendlichen hin gehen und ihnen zuhören. Dabei bilden die Streetworker eine Art Brücke zu anderen Angeboten und helfen den Jugendlichen Perspektiven zu finden.


Meine Stimme wird an Off Road Kids gehen, da ich finde, dass es mehr solche überregionale Projekte geben muss. Schließlich gibt es überall Jugendliche mit Problemen ^^












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[Rezension] Herz aus Grün und Silber

Hallo meine Lieben!
heute stelle ich euch mal wieder ein Buch aus einer Leserunde auf lovelybooks vor. Und zwar "Herz aus Grün und Silber" von Stephanie Linnhe.
Wie immer kommt ihr mit einem Klick auf das Cover zur Verlagsseite. Von dort ist auch das Cover-Bild.


Informationen zum Buch

Cover Herz aus Grün und Silber
Quelle: Forever

Herz aus Grün und Silber

Stephanie Linnhe

Ebook
ca. 450 Seiten
3,99€ (amazon)
ASIN: B00NVK3U0S
Website des Verlags


Inhalt: 

Naya sieht überall Schlangen. Nachdem sie dadurch einen Autounfall verursacht und kurz darauf ein Freund ausgerechnet an einem Schlangenbiss stirbt, bekommt sie immer mehr Angst. Dann bietet eine Frau ihren Eltern eine Lösung an: Naya soll für einige Wochen auf eine Farm im Outback ziehen und dort an einem Therapieprogramm teilnehmen. Doch damit fängt das Abenteuer erst an.

Meine Meinung:

Der wichtigste Punkt zuerst: In diesem Buch werdet ihr mal etwas Neues finden. Ich sage dazu nur so viel: Medusen. Schließlich werden die immer gleichen Sagengestalten ja auch langweilig auf Dauer.
Der Plot ist auch wirklich gut durchdacht und auch die Liebesgeschichte am Rande wird sehr schön beschrieben. Nicht so gut dagegen sind meiner Meinung nach die Figuren gelungen. Kaum einer der Hauptpersonen und wichtigen Nebenpersonen entwickelt sich während des Buches weiter. Naya selbst tut dies zwar bleibt aber bis zum Ende hoffnungslos naiv. Manchmal hatte ich gar das Gefühl, dass sie überhaupt nicht nachdenkt. Leider passen Charaktereigenschaften wie „naiv“ ganz und gar nicht zu der Rolle die Naya übernimmt und dies merkt man dann auch häufig, da grade gegen Ende der Plot nur noch auf Zufällen zu basieren scheint, da die Person Naya nicht in die Rolle reinpasst, die ihr zugedacht ist. Das ist sehr schade.
Nichts desto trotz ist „Herz aus Grün und Silber“ ein gutes, interessantes Buch über dessen Fehler man gut hinweg lesen kann.

Fazit:

Ein ganz gutes Fantasy-Buch, dessen größtes Plus der Plot ist, der tatsächlich mal etwas ganz neues ist. Leider hinken die Figuren diesem Plot teilweise sehr hinterher in ihrer Qualität.
3 Sterne
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[Montagszitat] Darwin


"Ohne Spekulation gibt es keine neue Beobachtung."

-Charles Darwin

Am 24.11.1859 wurde "The Origin of Species" und damit die Evolutionstheorie das erste Mal veröffentlicht. Meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Datum, allerdings bin ich auch ein kleines bisschen Naturwissenschafts-besessen ^^


Übrigens möchte ich euch jetzt schon einmal auf meinen Adventskalender aufmerksam machen. Schließlich kann man Weihnachtsstimmung nie genug verbreiten. Im Moment könnt ihr nur die Türchen sehen, die einzelnen Posts gehen nämlich natürlich erst an den jeweiligen Tagen online!
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[Rezension] Das Murmelglas

Wusstet ihr, dass heute Weltkinderrechtstag ist? Heute vor 25 Jahren hat die UN die Kinderrechtskonventionen angenommen. In der heutigen Rezension geht es um ein ganz besonderes Recht, das nicht gewahrt wird: Das Recht auf ein sicheres Zuhause. Aber lest selbst, im Gegensatz zu Buch an sich ist die Rezension auch ganz harmlos.

Informationen zum Buch

Quelle: Enya K, Victoria S.

Das Murmelglas

Enya K, Victoria S

Ebook
ca. 244 Seiten
3,99€ (amazon)
ASIN: B00MN96WJ4






Erster Eindruck:

Auf dem Cover sieht man ein umgekipptes Glas mit Murmeln und ein Mädchen, welches zusammengekauert auf einer Wiese sitzt. Das Cover hätte mich wahrscheinlich nicht dazu gebracht mir dieses Buch näher anzuschauen. Aber ich mag auch diese mysteriösen Cover lieber auf denen man nur Andeutung zur Geschichte erkennen kann.

Inhalt:

Lala beschließt für jeden glücklichen Tag eine Murmel in ein Glas zu legen. Nachdem ihr Stiefvater aus dem Kosovokrieg zurückkehrt gibt es diese Tage aber nur noch selten. Er trinkt, verbringt seine Tage vor Fernsehen. Und er schlägt Lala. Am Anfang. Aber bald tut er noch ganz andere Dinge. Und Lala zieht sich in ihre Fantasiewelt zurück.

Meine Meinung:

Kindesmissbrauch. Kein schönes Thema. Ganz und gar kein schönes Thema. Aber eines das behandelt werden muss. Wegschauen hilft nicht.
Eigentlich geht es in diesem Buch auch gar nicht so wirklich um den Missbrauch an sich. Eher darum, dass alle Wegschauen (wobei die Szene mit den Polizisten wirklich schon sehr viel Klischee beinhaltet). Und darum wie ein Opfer mit dem Missbrauch umgeht.
Auch wenn „Das Murmelglas“ über weite Strecken ein sehr schwarz-weißes Bild zeichnet: Manchmal ist sich auch der Leser nicht sicher ob sich Lala das wirklich nicht nur eingebildet hat. Grade einige Szenen am Ende lassen einen da wirklich zweifeln.
Die eigentliche Geschichte wird immer wieder unterbrochen von Lala Träumen. Mit ihr können wir dabei zusammen vor den Ereignissen fliehen. Dadurch wird man als Leser nicht überfordert, was ja bei dem Thema durchaus ein Problem sein kann.

Fazit:

Ein Buch über ein schwieriges Thema. Und über das Versagen von offiziellen Stellen. Überhaupt darüber, dass ALLE wegschauen. Noch dazu wirklich sehr gut geschrieben, wenn auch mit ein oder zwei Klischees, die ich zu mindestens gerne verzeihen. Von mir gibt es dafür 5 Sterne!

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[Montagszitat] Kinder...


Courtesy of the University of Texas Libraries,
The University of Texas at Austin.

Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit.


-Charles Dickens
Dickens hatte da ja selbst Erfahrungen. Zu mindestens fand er es sehr ungerecht, dass er als Jugendlicher arbeiten musste, nur weil sein Vater im Gefängnis war...

Am Donnerstag, dem Tag der Kinderrechte, werde ich euch ein Buch vorstellen, dass sich auch mit Ungerechtigkeit beschäftigt. Wenn auch in etwas anderem und etwas brutalerem Kontext, als dem an den Dickens gedacht hat.
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[Red Bug Charity] Autorenübersicht und Covervoting

Hallo meine Lieben!

bald ist es schon Dezember. Und im Dezember erscheint dann endlich "Am Ende des Tages". "Was?" fragt ihr jetzt? Na, das Buch mit Kurzgeschichten, das Spenden sammeln soll für eine Jugendorganisation! Seit einigen Tagen steht nämlich der Titel fest. Meine Gedanken dazu werde ich etwas näher dem Erscheinungstag nochmal aufschreiben.

Jetzt grade läuft das Covervoting. Ihr könnt entweder per Kommentar auf dem Blog von Red Bug Culture oder auf der Facebookseite von Red Bug Charity abstimmen. Wenn ihr auf der Facebook-Seite seid könnt ihr auch gleich ein Like da lassen. Dann werdet ihr immer über alles informiert. Die Abstimmung für die Organisation, an die gespendet wird, kommt ja auch noch!
Übrigens, folgende Cover stehen zur Wahl:



So, aber jetzt möchte ich euch nochmal eine kleine Übersicht über alle Autoren geben. Danke an Katrin, die für uns Blogger jeweils ein Interview mit den einzelnen Autoren geführt hat (ein Klick auf den Namen des Autors bringt euch dahin!) und Übersichten erstellt hat. Und an alle bei Red Bug Books, die dieses tolle Projekt organisieren. Sofern nicht anderes angeben, sind die Autorenbilder von der Red Bug Charity Seite.


© Bernhard Ludewig
Als erstes wurde Antonia Michaelis bekanntgegeben. Ihr aktuellstes Buch ist "Niemand liebt November". Antonia Michaelis schreibt Jugendbücher und ihr Buch "Der Märchenerzähler" wurde 2012 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.



Johannes Groschupf schreibt Krimis. Auch für Jugendliche, aber eben nicht nur. Sein aktuellstes Buch "Der Zorn des Lammes" behandelt das Thema Stalking und taucht dabei auch in die psychischen Abgründe des Stalkers ab.

Die nächste Autorin schreibt dagegen eher fröhliche Bücher und heißt auch so: Anja Fröhlich. In ihrem aktuellsten Buch "Lou und Rokko und das Katzenchaos" geht es um das Chaos, das vier Kinder und zwei Katzen so anrichten können. Vor allem wenn zwei der Kinder plötzlich verschwinden!



von: Marijan Murat
Michael Wildenhain ist ein Autor, der sich schon lange und sehr gerne engagiert. Auch in seinen Büchern und Theaterstücken dreht sich vieles um politische Themen. Hausbesetzer, Rechtsradikale, Gewalt unter Jugendlichen... Sein aktuellestes Buch heißt "Blutsbrüder" und ist 2011 bei Ravensburger erschienen.


Jetzt mal Hand hoch: Wer von euch kennt "Rico, Oscar und die Tieferschatten"? Der Autor Andreas Steinhöfel ist nämlich auch dabei. Sein aktuellestes Buch heißt "Anders" und ist erst diesen Herbst erschienen.


Von der nächsten Autorin habe ich hier auf dem Blog bereits einmal ein Buch rezensiert: Frozen Time. Die Autorin ist Katrin Lankers. 2015 wird gleich eine ganze Reihe von ihr erscheinen, die in New York spielt.

Die nächste Autorin ist auch eine Katrin. Und zwar "unsere" Katrin, die fleißig Interviews geführt hat, damit wir Blogger was zum drüber schreiben haben: Katrin Bongard. Ihr aktuellstes Buch heißt "Schattenzwilling" und ist auch noch ganz neu.


Julie Leuze hat dieses Jahr den DeLiA-Literaturpreis für ihr Buch "Der Geschmack von Sommerregen" gewonnen, in dem sie u.a. das Thema Hochsensibilität behandelt. Zu dem Thema hat sie auch ein Sachbuch geschrieben.


Autorin Nummer 9 und wahrscheinlich die bekannteste Mitwirkende ist *trommelwirbel* Monika Feth. Sie schreibt schon zwar schon seit den 80er ist den meisten aber wahrscheinlich durch ihre Thrillerreihe um Jette Weingärtner (Der Erdbeerpflücker, Das Marmeladenmädchen...) bekannt.


Last but not least schreibt auch der Herausgeber mit. Uwe Carow schreibt eigentlich eher Graphic Novels aber für dieses Buch steuert er einige Gedichte bei.



Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf dieses Buch und melde mich zum Thema "Red Bug Charity" spätestens zur Wahl der Organisation an die gespendet wird wieder!


Von welchen der Autoren hast du bereits etwas gelesen? Und welches Cover ist am besten? Ich kann mich ja noch nicht so ganz entscheiden. Gut das noch bis zum 23.11. um 12 Uhr Zeit ist!

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[Montagszitat] Martin Luther


von Lucas Cranach d. Ältere, via
wikimedia Commons

Die Musik ist die beste Gottesgabe.

-Martin Luther





Da muss ich dem Herr Luther  Recht geben ^^ Auch wenn ich nicht wusste, dass dieses Zitat von ihm ist :D Laut wikiquote hat er das in einer Tischrede gesagt.

Eigentlich sollte es heute nur ein Zitat von ihm sein, weil er am 10.11. geboren ist und weil ich, aufgewachsen in der evangelischen Hochburg Ostfriesland, seinen Geburtstag immer mit Süßigkeiten in Verbindung bringe. Und Laterne laufen. Und singen. Nennt sich dann Martini.
Wobei es in einigen Gegenden für die älteren statt Süßigkeiten Schnaps gibt. Aber bei uns sind wir sowieso nie von Haus zu Haus gegangen sondern in die Geschäfte.

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Darf ich bitten? Dorit Linke


Nach einiger Zeit Pause habe ich mal wieder ein Interview geführt ^^ Am Donnerstag konntet ihr ja schon meine Rezension zu "Jenseits der blauen Grenze" lesen. Auf der Frankfurter Buchmesse durfte ich ein kurzes Interview mit der Autorin Dorit Linke führen.
Also los geht's:



Zum Einstieg möchte ich Sie bitten etwas von sich zu erzählen. Damit meine lieben Leser auf dem Blog auch wissen, wer Sie eigentlich sind.

Dorit Linke auf der Buchmesse
Also ich bin 1971 in Rostock geboren, also in der DDR großgeworden. Das heißt Teile des Romans sind tatsächlich auch autobiographisch. Dann habe ich 1990 in Rostock Abitur gemacht,  bin nach Berlin gegangen, habe dort studiert und da lebe ich nach wie vor.

 Warum haben Sie grade das Jahr 1989 gewählt als Zeitrahmen für „Jenseits der blauen Grenze“?

Das hat sich im Grunde so ergeben. Ich wollte schon aus der Sicht von Jugendlichen schreiben und da war es naheliegend mein Alter zu nehmen.  Das war das was ich auch am besten konnte und worüber ich auch am meisten Bescheid wusste. Es war klar, dass jemand der 14 war nicht unbedingt an Flucht dachte. Die Hauptpersonen mussten also schon ein gewisses Alter haben und so hat sich halt dieses Jahr 1989 ergeben.
Und natürlich auch um nochmal dieses Absurde aufzuzeigen. Niemand wusste wie die Entwicklung laufen würde, was passieren würde. Es war ja etwas,  was niemand hätte vorausahnen können. Es war nicht absehbar, dass tatsächlich die Mauer aufgehen würde und dann ein Jahr später noch die Wiedervereinigung stattfinden würde. Mit diesem Moment wollte ich ein bisschen spielen.
 Der letzte DDR-Flüchtling ist tatsächlich erst im September 1989 über die Ostsee geflohen, also zwei Monate vor dem Mauerfall ist der noch über die Ostsee geschwommen. Es gab Menschen, die also noch kurz vorher diesen Schritt gemacht habe. Den letzten Mauertoten gab es dann im Februar 1989 und das war auch eine tragische Geschichte. Der wurde erschossen und ein halbes Jahr später geht mehr oder weniger sang- und klanglos die Mauer auf. Wobei das wirklich ein Wahnsinnsereignis war und damit wollte ich so ein bisschen arbeiten.

 Das finde ich sehr interessant, weil ich das ja nur aus den Geschichtsbüchern kenne.  Wir haben in der Schule das aus wirtschaftlicher Sicht analysiert und deswegen war ich etwas verwundert, da für mich immer irgendwie klar war, dass das Ende der DDR schon Anfang der 80er absehbar war.
Aber nun zur nächsten Frage. Sie haben die Mauertoten ja schon angesprochen. Die Mauer ist ja aus heutiger Sicht die offensichtlichste Fluchtroute. Warum haben Sie ausgerechnet den
Grenzwachturm Kühlungsborn -
von Malchen35 via Wikimedia Commons
Fluchtweg „Ostsee“ für Ihr Buch gewählt?

Weil ich an der Ostsee selber großgeworden bin. Weil die Ostsee, und das Meer an sich, für mich immer ein Symbol für die Freiheit gewesen ist. Weil es keine sichtbare Grenze gab. Also es war klar da ist diese weiße Boje über die man nicht drüber schwimmen durfte. Erstens, weil es gefährlich ist im tiefen Wasser zu schwimmen und weil es eben auch dann Grenzgebiet war. Da gab es ja nur diese graue Masse, man hat nicht so auf diese Mauer gestarrt, die einem vor Augen geführt hat „Jetzt ist Schluss“ sondern es war das Meer, es war gleichzeitig auch ein Stück Freiheit.
Diesen Weg wollte ich beschreiben, weil er für mich halt naheliegend war. Ich bin an der Ostsee groß geworden. Wenn man jemals gedacht hat: „Ich würde gerne was anderes sehen, ich würde gerne abhauen“, dann wäre man nicht nach Berlin gefahren um dort über die Mauer zu klettern. Es gab eben auch die Schicksale, also Menschen, die es probiert haben. Mit diesen Menschen habe ich mich auseinandergesetzt. Mit diesen Schicksalen. Es gibt inzwischen einige Bücher und auch Ausstellungen, die darüber berichten.  Die Interessantesten sind die Hilfsmittel, die manche sich gebaut habe. Da gibt es einen der hat sich in seiner Garage sein eigenes U-Boot gebaut und getestet und wollte damit abbauen. Also ein sehr kreativer Umgang damit. Es haben auch sehr viele Menschen versucht über die Ostsee zu fliehen und haben es eben nicht geschafft. Einige ja, einige nicht.

Die meisten Jugendbuchautoren schreiben ja sehr gefällig. Erzählen alles aus. Warum haben Sie sich stattdessen für einen Bewusstseinsstrom entschieden?

Ostsee -von Kharlosluz via Wikimedia Commons
Ich habe mich jetzt gar nicht so daran orientiert, was andere machen. Ich wollte, dass die Geschichte stimmt und ich wollte so schreiben, dass es für Menschen, die das Buch lesen, nachvollziehbar wird. Dass die sich identifizieren können und verstehen warum passiert das jetzt. Warum gehen die ins Meer? Wie fühlt man sich dabei? Ich denke es ist das beste Mittel, dann direkt aus dieser Perspektive zu erzählen, als jetzt zu beschreiben, wie sie sich fühlen, wie schrecklich das alles ist. Diese Perspektive habe ich bewusst gewählt, damit der Leser eben im Meer ist. Die Struktur mit den Rückblenden habe ich auch deswegen bewusst gewählt, damit es dann nicht zu heftig wird. Wenn man jetzt nur diese Szenen im Meer
hat, wäre es ja zu anstrengend. Die Reihenfolge der Rückblenden ist auch bewusst so gewählt, damit ein bisschen Spannung aufkommt und man sich fragt, warum sie das jetzt machen.

Ich fand es alles sehr realistisch geschrieben. Grade auch die Schwimmszenen. Sie haben sehr ausführlich beschrieben, wie Hannah trainiert. Haben Sie da selbst Erfahrungen?

Ja, ich war früher Rettungsschwimmerin, bin viel geschwommen in meiner Jugend, auch im Freien und kenne mich da ganz gut aus.

Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale gehabt?

Es ist eher die Frage, wann macht man es. Man ist ja auch eingebunden im normalen Leben. Bei mir war es immer so, dass ich wusste in den Morgenstunde da stört mich keiner. Für mich war es immer: Aufstehen und dann schreiben. Weil Abends fehlt einem dann oft die Motivation und man hat keine Ideen mehr. Außerdem wird man häufiger gestört. Die beste Zeit ist natürlich frühmorgens von 6 bis 8, da ruft auch noch keiner an um diese Zeit.

Ist ja auch noch ziemlich früh!
Wer hat denn „Jenseits der Blauen Grenze“ zuerst gelesen, nachdem Sie fertig waren?

Ich habe sehr, sehr lange daran gearbeitet. In verschiedensten Fassungen. In den letzten 6-7 Jahren haben es ganz, ganz viele Menschen gelesen. Ich kann jetzt gar nicht mehr sagen wer alles.

Gab es sehr viele Veränderungen während dieser Zeit?

Ja, sehr viele Veränderungen. Es haben viele Freunde mich dabei begleitet und haben das Buch irgendwie, irgendwann gelesen in einzelnen Etappen. Da müsste ich jetzt eine ganze Liste von Namen nennen.

Gab es eigentlich einen bestimmten Auslöser, wo Sie gesagt haben „Ich möchte jetzt ein Buch über diese Zeit schreiben“?

Im Grunde wollte ich ein Buch über Rostock schreiben, über das Großwerden in Rostock. Da ging es noch gar nicht primär um eine Fluchtgeschichte. Die kam dann irgendwann dazu. Wenn ich über Rostock und die DDR schreibe wollte ich dieses Motiv daran koppeln.

Haben Sie vor noch ein Buch zu schreiben? Oder haben Sie sogar schon Ideen?

Ja, ich schreibe grade an einem Kinderbuch, welches in Berlin angesiedelt ist. Aber in der heutigen Zeit.

Also nicht nochmal Wende?

Mal gucken wie es läuft und was für Ideen ich dann auch habe. Ich fände es auch spannend eine Fortsetzung zu schreiben, zu gucken, was aus den Charakteren so geworden ist. So  5 Jahre später. Diese Generation nochmal aufzugreifen, ist dann ja auch meine Generation, also meine Geschichte. Das finde ich schon sehr spannend. Sich mit der DDR-Vergangenheit nochmal auseinander zu setzen ist auch wichtig. Das ist noch nicht so lange her und es gibt viele Menschen, die in Deutschland leben, die davon geprägt sind.


Danke für dieses Interview.

Wie hat es euch gefallen? Habt ihr den Mauerfall schon bewusste miterlebt oder gehört ihr, wie ich, zu der Generation, die nur ein vereinigtes Deutschland kennt?

Übrigens: In den letzten Wochen sind auch noch ein paar andere "Darf ich bitten?"- Interviews erschienen. Schaut doch einfach mal in der Interviewliste vorbei.

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[Rezension] Jenseits der blauen Grenze

Huhu,
nachdem ich euch mit dem Montagszitat diese Woche hoffentlich schon gut eingestimmt habe auf das Wochenthema, möchte ich euch heute ein Buch vorstellen.
Ein Interview mit der Autorin findet ihr übrigens Sonntag hier auf dem Blog!

Informationen zum Buch

Quelle: Magellan

Jenseits der blauen Grenze

Dorit Linke

Hardcover
304 Seiten
16,95€
ISBN 978-3-7348-5602-0
Verlag: Magellan




Erster Eindruck:

 Ich hatte schon einmal irgendwo hier auf dem Blog erwähnt wie toll ich die Cover der Magellan-Bücher finde, oder? Dieses ist auf jeden Fall keine Ausnahme.  Auch toll: Der Einband und farbigen Seiten hinten und vorne aber genau den gleichen Blauton. Nur etwas zu freundlich für Ostsee ist die Farbe.

Inhalt:

Hannah und Andreas stehen am Strand bei Kühlungsborn. Sie wollen aus der DDR fliehen. Das Abitur wurde ihnen verweigert, Hannah auch der Erfolg als Sportlerin und nun wollen sie einfach nur weg. In den Westen. Über die Ostsee.


Meine Meinung:

Dorit Linke schreibt sehr eindringlich. Im ersten Moment kann man fast nicht glauben was man liest. Man möchte Andreas und Hannah anschreien, ihnen sagen „Ihr seid doch verrückt!“. Aber es kommt auch gleich das Gefühl auf, dass die Flucht eigentlich keine Wahl ist. Das es einfach sein muss. In Rückblenden wird erzählt wie es überhaupt zur Flucht gekommen ist. Sie unterbrechen die Erzählung er eigentlichen Flucht immer wieder. Eigentlich mag ich diesen Aufbau mit Rückblenden nicht so gerne. Grade, wenn wie hier die Rückblenden nicht in sich chronologisch sind. Andererseits: 300 Seiten Schwimmen in der Ostsee am Stück wären auch langweilig. Und die Rückblenden sind wirklich sehr gut eingefügt in das Geschehen. Meist löst irgendetwas Hannahs Erinnerung aus und sie erzählt dann aus der Vergangenheit. Ich selbst bin erst nach dem Mauerfall geboren. Für mich existiert die DDR nur in Geschichtsbüchern. Interessantes Thema aber zum Scheitern verurteilt. So ähnlich wie die Weimarer Republik. Dorit Linke schafft es die DDR lebendig werden zu lassen.

Fazit:

Ein wirkliches gutes Buch. Ein „echter“ historischer Roman, der es schafft Vergangenes lebendig werden zu lassen ohne dabei belehren zu wollen oder sich nach Geschichtsbuch anzuhören.
Von mir gibt es daher 5 Sterne!


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[Montagszitat] DDR

"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten"

Walter Ulbricht

Das Zitat ist vom 15. Juni 1961. Am 13.August 1961 wurden die Arbeiten an der Mauer begonnen. Aber es hatte ja niemand die Absicht eine Mauer zu bauen ;)
Bundesarchiv, Bild 183-88574-0003 / Stöhr / CC-BY-SA
via wikimedia Commons

Diese Woche wird hier auf dem Blog ein wenig unter dem Motto DDR stehen. Warum? Weil sich am 9.11, also diesen Sonntag, der Mauerfall zum 25. Mal jährt. Und weil ich euch "Jenseits der Blauen Grenze" von Dorit Linke mit etwas mehr als nur einer Rezension vorstellen möchte. Unter anderem durfte ich ja auf der Buchmesse ein Interview mit ihr führen. Dieses findet ihr am Sonntag dann hier auf dem Blog. Und bis dahin: Lasst euch überraschen ^^


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