Heute möchte ich euch ein absolut fantastisches (im wahrsten Sinne des Wortes) Buch vorstellen. Erstmal ein dickes, fettes "DANKE!" an den Eichborn Verlag, der mir im Austausch für eine ehrliche Rezension dieses Exemplar zur Verfügung gestellt hat.
Wie immer kommt ihr mit einem Klick auf das Buchcover zur Buchseite des Verlags.
Informationen zum Buch
Erster Eindruck:
Auf dem Vorsatzpapier (also dem Papier, welches die Innenseite des Covers bildet) sind Teile des Textes in Handschrift angebildet. Tolle Idee! Das Coverbild selbst gefällt mir auch wirklich gut.Inhalt
Ein Mann kehrt nach vielen Jahren zu einer Beerdigung in sein Heimatdorf irgendwo in Sussex, England zurück. Da er noch etwas Zeit hat beginnt er durch die Gegend zu fahren. Irgendwann kommt er an einem Hof an und erinnert sich dort an seine Kindheit. Genau genommen: An das Jahr in dem er 7 wurde und Lettie Hempstock traf. Der Ententeich der Hempstocks sei eigentlich ein Ozean, behauptet sie, und ihre Großmutter sei schon am Leben gewesen, als der Mond entstand...Meine Meinung
Genial. Absolut genial.Neil Gaiman entführt in eine fantastische Welt. Ob das Ganze jetzt ein Traum ist, Abenteuer die von einem einsamen Jungen erträumt wurden, oder die Wahrheit wird dabei nicht klar. Es ist ein Buch auf das man sich einlassen muss, sonst funktioniert es nicht.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass der Name des Protagonisten nicht genannt wird. Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist kommen dadurch aber keine unbeholfenen Situationen zustande. Mir hat diese Erzählperspektive sehr geholfen die beschriebenen Situationen einfach hinzunehmen und zu genießen.
"Der Ozean am Ende der Straße" liest sich wie ein typisches Fantasy-Abenteuer-Kinderbuch. Es nimmt keine Rücksicht darauf, was wir Erwachsene als "logisch" oder "sinnvoll" ansehen. Es ist allerdings auch sehr dunkel und deswegen definitiv nicht für Kinder geeignet. Wahrscheinlich kann man die Geschehnisse eher als Albtraum bezeichnen, also vielleicht doch eher Thriller und kein Kinderbuch. Auch einige Zusammenhänge dürften für Kinder nicht erfassbar sein.
Als Erwachsener macht jedoch auch die Symbolik sehr viel Spaß. Darüber könnte man wahrscheinlich sehr lange schreiben, aber wirklich wichtig ist nur, dass Neil Gaiman allgemeine Symbole (z.B. Hungervögel, die Charakteristiken von Aasgeiern aufweisen) benutzt um zu erzählen und aus einer netten, fantastischen Erzählung ein Meisterwerk der Erzählkunst zu machen.
Mit der Aussage Daniel Kehlmanns, das Buch sei "ein poetisches Juwel" kann ich allerdings nicht sehr viel anfangen. Mal abgesehen davon, dass es an einigen Stellen etwas holprig wirkt (was wahrscheinlich nicht die Schuld des Autors sondern des Übersetzers ist...) dürfte Neil Gaiman mit diesem Buch nicht den Anspruch verfolgt haben irgendetwas anderes als eine gute Geschichte zu erschaffen.
Fazit
Ich war versucht einen Stern abzuziehen, weil der Übersetzer den Unterschied zwischen "sei" und "wäre" nicht kennt. Andererseits: Ich lese genug englische Bücher, um das überlesen zu können.. Am ansonsten genialen Buch ändert das nichts.Deswegen gibt es 5 Sterne für ein Buch, das auf viel zu wenig Seiten in ein fantastisches Abenteuer entführt.


2 Kommentare
Das Buch habe ich vor einigen Monaten gelesen und ich fand es auch einfach genial. Ja es ist in der Tat sehr speziell und man muss sich darauf einlassen können, aber wenn man das geschafft hat, wird es einen vollkommen begeistern.
Liebe Grüße,
Katja :)
Es ist einfach eines von diesen Bücher über die es scheinbar nur zwei Meinungen gibt: Entweder man liebt es oder man hasst es.
Schön das es dir auch gefallen hat und danke für deinen Kommentar!
liebe Grüße,
Lena