
Und die erste Leseratte, die ich im neuen Jahr vorstellen möchte ist Franziska. Ihrem Blog Lovely Mix folge ich schon sehr lange (Übrigens liebe ich ja ihr Blog-Design) und auch wenn wir eher selten die gleichen Bücher lesen, schaue ich doch immer wieder bei ihr vorbei.
Gab es für dich "den" Moment oder "das" Buch, der/das dich zur Leseratte gemacht hat?
Hm, mein erstes Buch, das ich komplett selber gelesen habe war – „Familie Maulwurf, bitte Recht freundlich“. Ich denke, man kann schon sagen, dass dieser Moment, das erste Mal allein ein Buch zu lesen, eine große Rolle gespielt hat.
Was war dein erstes (Lieblings-)buch?
Das war dann glaube ich auch „Familie Maulwurf, bitte Recht freundlich“. Aber ich habe auch „Lippels Traum“ geliebt, auch wenn ich es nie selber hatte. Genauso wie „Momo“, „Ronja Räubertochter“ oder „Unser kleine Farm“ – die hatte ich immer aus der Bücherei.
Was ist dir in Büchern besonders wichtig?
![]() |
| Quelle: Franziska |
Und was nervt dich am meisten?
Kitsch, Kitsch und noch mal Kitsch. Man kann Romantik und Schmetterlinge-im-Bauch auch schön und nicht brechreizauslösend verpacken. Ansonsten find ich dieses naives, kleines Mädchen-Gehabe und Good-Girl-Bad-Guy-Konstrukt nervig und ausgelutscht. Oder Protagonisten, die zu perfekt sind, bei denen entweder alles durch und durch gut oder böse ist, die zu viele Eigenschaften aus der einen oder anderen Richtung haben. Wir Menschen sind nicht perfekt, keiner von uns. Wir haben gut und schlechte Seiten, Ecken und Kanten, Narben, Päckchen, die wir tragen. Ich möchte das auch bei buchigen Charakteren, denn nur dann kann man sich mit ihnen identifizieren und nur dann wirken sie realistisch.
Welches Buch ist dein momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum oder ist es einfach nur so ein Gefühl?
Das sind seit gestern zwei – „Paris, du und ich“ von Adriana Popescu und ganz frisch „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag. Beide haben gemeinsam, das sie schon mal von zwei wahnsinnig liebenswerten und sympathischen Menschen geschrieben wurden. Aber sie haben mich auch beide auf ihre Weise tief drinnen berührt, mich zum Lachen und Weinen gebracht.
„Paris, du und ich“ ist fluffig-leicht, mit viel nerdigen Witzen, und viel Paris-Flair. Es zeigt wie wichtig es ist, seinen Träumen zu folgen und das zu machen, was man liebt und wirklich will, ganz egal was Andere sagen.
„Mein bester letzter Sommer“ zeigt auch irgendwie, dass man seine Träume leben soll. Wenn auch in einem viel traurigeren und ernsteren Hintergrund, denn Tess, die Protagonistin wird sterben und hat ihr Leben aber irgendwie nie gelebt. Weil man mit 17 Jahren ja auch überhaupt nicht denkt, dass man nur noch wenig Zeit hat. Es zeigt, dass jeder Moment zählt. Jeder Moment, denn man lebt und den man mit seinen Oskars, Freunden und Familien verbringt.
Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst: Wie sieht die aus?
Meine Traum-Leseumgebung wäre ja irgendein gemütlicher Erker, mit Blick auf einen See, eine gepolsterte Bank im Erker, mit vielen Kissen, Tee und Kaffee (und Keksen, die nicht dick machen :D). Und um mich herum stapelweise Bücher.
Na gut, aber im realen Leben bin ich mit Bett/Sofa/Lesesessel, jetzt zu dieser Jahreszeit meiner Decke, Kissen und meinem Buch auch zufrieden.
Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? Was macht dir besonders Spaß daran?
Jaa, und ich möchte es nie nie mehr missen. Auch wenn ich erst kürzlich zwei Blogpausen hatte – manchmal kommt eben das Leben dazwischen. Ich hatte nach dem Studium einfach zu viel Freizeit. Da kommst du nach einem langen Tag in der Arbeit heim und kannst plötzlich einfach irgendwas machen. Ich liebe Bücher (bis auf kurze Unterbrechungen) schon immer. Ich liebe das Bloggen/Schreiben und hatte damit schon in der Arbeit Berührungspunkte. Also war es dann naheliegend, die beiden Leidenschaften zu verbinden und meine Freizeit mit dem Buchbloggen zu verbringen.
Ich liebe einfach, dass ich mich über mein liebstes Thema austauschen kann. Ich möchte es nie mehr missen, einfach auch wegen all den wundervollen Lesern und Mitbloggern da draußen. Der Austausch auf dem Blog, in den Socials und ab und an persönlich ist einfach jedes Mal aufs Neue ein Fest für mich. Und wenn ich dann noch ein Lob für einen Beitrag bekomme, weil er es geschafft hat, genau dass zu vermitteln, was ich vermitteln wollte. Oder sich jemand auf meinen Tipp hin ein Buch besorgt und dieses genauso sehr liebt wie ich – ach, das tut so so gut.
Tee oder Kaffee?
Das ist gemein, aber wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, dann Kaffee. Tee mag ich aber auch sehr.
Süßes oder Salziges?
Süß!
Sommer oder Winter?
Winter, aber nur den mit Schnee, der in der Sonne glitzert. So wie wir ihn vor genau 6 Jahren mal hatten. Wobei ich ehrlich gesagt eher ein Herbstkind bin (gut, ich hab da Geburtstag, das ist ein großer Grund :D). Aber ich liebe die Farben einfach so sehr.
"Zu viel Freizeit" ist auch ein interessanter Grund mit dem Bloggen anzufangen. Denn die geht definitiv durch das Bloggen drauf.
Ich finde Kitsch in Büchern genauso wie Franzi auch sehr nervig. Wem geht es noch so? Oder wählt ihr Bücher nach dem Prinzip "Je kitschiger desto besser" aus?

9 Kommentare
Hey!
Ich mag kischige Bücher ja ganz gerne mal lesen. So richtig schön Herzschmerz, das ist manchmal genau das Richtige für mich.
Danke für das spannende Interview. Ich hüpf dann jetzt mal zu Franziska rüber und schau mich um.
LG
Yvonne
Hallo
"Ich finde Kitsch in Büchern genauso wie Franzi auch sehr nervig. Wem geht es noch so?" Mir! BÜcher mit zu vielen Adjektiven fliegen bei mir gleich raus, auf
die Sprache kommt es ebenso an, wie auf die Story!
Hallöchen,
ich lese Franzis Blog schon länger und auch wirklich gerne. :)
Beim Kitsch in Büchern kommt es immer auf die Art des Kitsch an. Manchmal finde ich es großartig, wie bei "Wenn du mich fragst, sage ich für immer", aber die meiste Zeit finde ich es auch einfach nur schrecklich und nervig.
Liebst, Lotta
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Hallo ihr zwei Lieben,
Ich muss ja zugeben, dass ich gar nicht unbedingt etwas gegen Kitsch habe. Es muss nur passen. Eine zuckersüße Geschichte zum Beispiel darf gerne auch eine Portion Kitsch haben, ebenso wie ein Badboy in seinem unbeholfenem Versuch, romantisch zu sein, ins Kitschfettnäpfchen tappen darf.
Vielen Dank für das tolle Interview, ihr Zwei.
Liebe Grüße,
Maike
Hallo,
wobei Sprache ja nicht gleich Kitsch ist. Auch eine Story kann Kitsch pur sein.
Liebe Grüße,
Lena
Hallo Yvonne,
ich hoffe du hattest bei Franziska viel Spaß :)
Wen ich Herzschmerz brauche lese ich Jane Austen. Oder Fanfictions. Meistens aber Jane Austen ^^
Liebe Grüße,
Lena
Hallo Lotta,
das Problem mit Kitsch ist eben, dass es ihn meistens nur in Überdosis gibt und nicht nur ein bisschen.
Liebe Grüße,
Lena
Hallo Maike,
welche Bücher liest du das Bad Boys versuchen romantisch zu sein? Bei meinen letzten Versuchen in die Richtung haben sich die besagten Bad Boys eher in häuslicher Gewalt versucht xD
Liebe Grüße,
Lena