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Studium und Blog

Hallo meine Lieben!

Morgen beginnt ganz offiziell wieder die Uni. Deswegen möchte ich heute mal etwas darüber philosophieren, wie das so ist: Studium und Blog. Und vor allem „Studium, das nichts mit Büchern oder Blogs zu tun hat“ und Blog.

Ich studiere Pharmazie. Momentan sogar recht erfolgreich.
Das hat mit Büchern nicht wirklich etwas zu tun. Meine Fachbücher kann man zumeist auch nur an einem Schreibtisch lesen. Also falls mal wer mit einem Buch einen Mord begehen möchte: Ich kann Mutschlers Arzneimittelwirkungen und/oder den Wichtl (aka Teedrogen und Phytopharmaka) empfehlen. Auch wenn in beiden mehr als genug weniger gewaltsame Möglichkeiten aufgeführt sind.

Mit „neuen Medien“ hat das Studium auch nichts zu tun. Bei uns werden die Klausurergebnisse noch ausgehangen und um einen Laborplatz zu bekommen muss man sich in eine Liste eintragen. Handschriftlich. Wir haben Geräte in den Laboren, die nur unter MS DOS arbeiten und sehr oft ist Excel, das Maximum an Technik, dass wir in einem Laborpraktikum benutzen.


Dieser Blog war eigentlich eher eine Spontanidee. Zu dem Zeitpunkt war ich am überlegen, das Studium zu schmeißen und stattdessen „irgendwas mit Büchern“ zu machen. Vorzugsweise eine Ausbildung. Tja, habe ich dann doch nicht gemacht (Danke an den Herren, der bei meinem Vorstellungsgespräch meinte, dass ich mit meinen Noten und meinen Ambitionen ja wohl was Besseres anfangen könnte. Vorzugsweise die Welt verbessern.)

Nüchtern betrachtet ist die Kombi Pharmaziestudium und Bloggen eine ziemlich blöde Idee. Ich habe einfach eigentlich gar keine Zeit dafür, vor allem weil ich ja auch noch andere Hobbies habe. Und für meine Zukunft bringt es mir eigentlich auch nichts. Zwar habe ich durchs Bloggen sehr viel gelernt (html und CSS z.B.), aber das sind keine Kenntnisse, die mir mal helfen werden. Ich würde gerne in den Bereich der Pharmakologie oder klinischen Studien, dafür muss ich keine Websites designen können. Und Social Media brauche ich dafür ganz sicher auch nicht.

ABER: Mir macht es sehr viel Spaß. Es ist quasi mein Ausgleich zum alltäglichen Wahnsinn des Studiums. Wenn auch ein Ausgleich, der mich manchmal verzweifeln lässt. Und wer weiß: Vielleicht brauche ich diese Fähigkeiten doch irgendwann mal. Der Beruf des Apothekers ist ja fast schon ein Anachronismus, er wird sich auch irgendwann weiterentwickeln müssen. Außerdem habe ich auch Dinge gelernt, die sich sehr wohl übertragen lassen:

Zeitmanagement

Zwei Blogposts die Woche, einer davon eine Rezension, und dazu noch Bücher lesen. Und ein Stundenplan, den man mit „es ist Morgens dunkel und Abends schon wieder“ ganz gut zusammenfassen kann. Außerdem: Alle zwei Wochen Bereitschaftsabend beim DRK, zweimal die Woche Lacrosse-Training (oder vielleicht auch nur einmal (Uni sei gedankt -.-), aber an dem dann „freien“ Tag möchte ich eventuell zum Chor) dazu gehe ich mindestens einmal die Woche schwimmen. Ach ja und lernen und Protokolle schreiben muss ich auch noch. Dazu habe ich aus sicher Quelle gehört, dass essen und schlafen zwei grundsätzliche menschliche Bedürfnisse sind. Wenn ich mir das so durchlese frage ich mich, wie ich überhaupt zum bloggen komme. Aber meine Zeit kann ich mir mittlerweile sehr gut einteilen. Dank Tools wie Trello und Pomodoro Timern.


E-Mails schreiben

Ja, verdammt. Das war und ist ein Problem. Ich neige dazu sehr formell zu schreiben und habe damit sicher schon den einen oder anderen vor den Kopf gestoßen. Aber dadurch, dass ich quasi dazu gezwungen bin regelmäßig E-Mails zu schreiben (Durch Leseratten zu Gast noch mehr als früher), werde ich langsam besser.


Auf Menschen zu gehen

Ich bin ein introvertierter Mensch. Und Norddeutsche. Ich möchte meistens nicht einfach so angequatscht werden. Also gehe ich davon aus, dass das anderem ebenso geht. Und tue es einfach nicht. Aber so gehen auch viele interessante Menschen an mir vorbei. Durchs Bloggen habe ich gelernt, dass Fragen nichts kostet. Und die Antwort überraschend oft „Ja“ ist.


Kontakte aufrechterhalten

Dafür liebe ich ja Twitter. Ich bin ziemlich scheiße darin Kontakte zu erhalten. Einfach auch weil ich diesen regelmäßigen Kontakt selbst nicht brauche um jemanden als meinen Freund zu bezeichnen. Aber irgendwann verläuft sich dadurch alles. Mit sehr vielen Buchbloggern stehe ich tatsächlich in engerem Kontakt als mit Freunden aus der Schule. Auf Twitter geht das sehr gut finde ich, einfach weil man ja eh nur 140 Zeichen hat… Langsam schaffe ich das auch auf andere Bereiche zu übertragen.

Kreativität

Eine leere Seite macht mir schon lange keine Angst mehr. Diesen Blogpost habe ich ohne Vorlage, ohne Notizen einfach so geschrieben. In jetzt etwa einer guten dreiviertel Stunde. Inklusive Pausen fürs aus dem Fenster gucken und dem Daddy long-legs Soundtrack lauschen. Zugegebenermaßen sitze ich im Zug und habe dementsprechend kein Internet, aber trotzdem.


So, das war‘s. Mehr habe ich jetzt grade zu diesem Thema nicht zu sagen. Habt ihr dazu noch Meinungen? Bloggt ihr? Wenn ja: wie vereinbart ihr das mit dem „realen Leben“?
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