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[Blogtour] Medizin im 18. Jahrhundert


Hallo und herzlich Willkommen zum vierten Stopp der Blogtour zu "Die Küste der Freiheit" von Maria W. Peter (erschienen bei Bastei Lübbe)! Wie haben dir die bisherigen Beiträge denn so gefallen?
Zur Erinnerung hier noch einmal ein kleiner Blogtour-Fahrplan:
19.10 Bookwormdreamers: Das Buch "Die Küste der Freiheit" stellt sich vor
20.10 Book Chrissi : "Deutsche  Auswanderer in die Neue Welt"
21.10 Bookwormdreamers: "Liebe in Zeiten der Standesunterschiede"
22.10 hier
23.10 Blankas Bücheriste "Die Amerikanischen Südstaaten und ihre Geschichte"
24.10 Babsleben: "Deutsche Einflüsse und Traditionen in Amerika"
25.10 Watchedstuff : "Die Autorin - Maria W. Peter"

Middlesex Krankenhaus, London
Microcosm of London
Anna Hochstätter, die Protagonistin aus "Die Küste der Freiheit" hilft gerne anderen Menschen. Und zwar nicht nur "einfach so" sondern sie kennt sich sehr gut mit Kräutern aus, ist quasi eine "Heilerin". Glücklicherweise waren Hexenprozesse zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so üblich!
Im 18. Jahrhundert änderte sich viel in der Medizin, aber die Ärzte waren von Frauen, die sich mit Kräutern und traditionellen Heilmethoden auskannten immer noch nicht wirklich begeistert.(bzw. fanden sie einfach alles was irgendwie helfen wollte und kein an einer Universität ausgebildeter Arzt war eher blöd) Immerhin war Aderlass nicht mehr in Mode, was ja auch schon mal was ist ;)

Aber wie war die Medizin im 18. Jahrhundert? 

Im Vergleich zu heute? Ziemlich bescheiden. Im Vergleich zum Mittelalter? Verdammt gut.


Es gab schon anatomische Zeichnungen und zwar welche die abbildeten wie es wirklich aussah und nicht wie es gerade am besten passte. Operationen wurden dadurch endlich möglich.

Die Nerven wurden entdeckt, auch wenn niemand so recht eine Ahnung hatte was sie zu bedeuten hatten. Ähnliches gilt für den von William Harvey schon im 17. Jahrhundert entdeckten Blutkreislauf. Man wusste vieles, aber konnte mit diesem Wissen wenig anfangen, weil einige wichtige Dinge eben noch nicht bekannt waren z.B. Bakterien.

1761 veröffentlicht ein Professor Morgagni aus Padua ein Buch in dem er Symptome eines Kranken in Verbindung bringt mit Dingen, die im Inneren des Kranken sind. Heute selbstverständlich, damals quasi eine Revolution.

John Hunter von John Jackson,
via wikimedia Commons
Der Chirurg John Hunter und einige andere Armee-Ärzte stellten sich öffentlich gegen das Amputieren von Beinen und Armen. Zwar waren diese durch die Erfindung/Weiterentwicklung des Stauschlauchs sicherer geworden, aber da Bakterien noch nicht bekannt waren immer noch mit einem hohen (Infektions-)Risiko verbunden.
Aus Schusswunden wurde oft auch nicht mehr die Kugel entfernt, da dadurch häufiger Entzündungen auftraten. Es gab allerdings auch spezielle Geräte zum Entfernen einer Kugel, bei denen eine Vergrößerung der Einschusswunde vermieden wurde.
Auf Schlachtfeldern starben allerdings immer noch mehr als genug Menschen, auch wegen der mangelnden Hygiene oder weil Ärzte und andere Helfer nicht rechtzeitig kommen konnten. Sie standen nämlich nicht unbedingt unter Schutz, so wie heute durch die Genfer Konvention. Es war den Kriegsparteien überlassen sich darauf zu einigen, was mit den Verwundeten (und Gefangenen) geschah.

Geburtszangen nach Levret, 1793
 (Historia literaria et critica forcipium et vectium obstetriciorum)
Hebammen wurden von Ärzten in der Geburtshilfe verdrängt. Vorlesungen zur Geburtshilfe wurden "am lebenden Objekt" gehalten. Armen Frauen wurde so die Möglichkeit eröffnet ihre Geburt von einem Arzt begleiten zu lassen, vielleicht nicht besonders angenehm, aber sicherlich vorteilhaft.

Die Geburtszange wurde erfunden. Heute würde man sagen: Wie barbarisch. Aber wenn die Alternative ist das Kind im Mutterleib zu zerschneiden? Unglaublicher Fortschritt. Anna, die im Buch mehrfach bei Geburten hilft, hätte das sicher gefallen.

Impfungen wurden im ausgehenden 18. Jahrhundert erfunden, dadurch konnten im 20. Jahrhundert die Pocken ausgerottet werden!

Ganz schön viel, was da so zusammen kommt, oder?

Morgen geht es bei Bianka mit der Geschichte der amerikanischen Südstaaten weiter.

Gewinnspiel:

Wer die letzten Tage die Blogtour schon  verfolgt hat weiß, dass es auch ein Gewinnspiel gibt. 
Um an diesem Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr jeden Tag eine Frage in den Kommentaren beantworten. Ihr könnt auf jedem Blog teilnehmen und so 7 Einträge fürs Gewinnspiel sammeln.
Mein Frage: Was findest du von den Neuentwicklungen und Weiterentwicklungen in der Medizin im 18. Jahrhundert am spannendsten/überraschensten? 



1. Preis: 2 x 1 signiertes Print + Postkarte
2. Preis: 3x 1 Block mit Kugelschreiber + Postkarte
3. Preis: 5 x 1 Schlüsselanhänger + Postkarte

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.

Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.

Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.

Das Gewinnspiel endet am 25.10.2015 um 23:59 Uhr.

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Rezension: Patient meines Lebens



Vom Droemer Knaur Verlag habe ich vor einiger Zeit ein Rezensionsexemplar von Bernhard Albrecht's Buch "Patient meines Lebens - Von Ärzten, die alles wagen" erhalten. Nochmal eine dickes Dankeschön dafür. Ich hatte schon vorher mit dem Gedanken gespielt mir dieses Buch zu kaufen, aber so war es natürlich eine noch bessere Lösung.

Nun also los zur Rezension!



Quelle: Droemer

Erster Eindruck: 

 

Endlich mal wieder ein Buch, bei dem das Cover nicht auch zu 5 andere Bücher passen würde! Die Beschreibung auf der Rückseite finde ich allerdings nicht so gelungen, sie scheint mir etwas reißerisch.

Inhalt:

 

 Bernhard Albrecht schreibt über Ärzte. Und über Patienten. Und darüber wie beide zusammen Krankheiten besiegen. Denn das ist Albrecht wichtig zu betonen. Alle diese Geschichten haben eins gemeinsam: Der Patient vertraut dem Arzt bedingungslos und ist bereit alles zu geben und geheilt zu werden. Insgesamt finden sich 9 einzelne Berichte im Buch. Vom Frühchen über die Schmerzpatienten zum HIV-Infizierten. Alles ist dabei und jede einzelne Geschichte ist anders.  Einige Ärzte betreten gar nicht wirklich Neuland sondern sie gehen nur den nächsten logischen Schritt in ihrer Entwicklung.  Andere fangen wirklich etwas ganz Neues an.

Meine Meinung: 

 

Besonders bewegt hat mich die Geschichte über den „Berlin Patient“, der durch eine Stammzellentransplantation von HIV geheilt wurde und nach einem Rückfall heute in Armut lebt. Auch die Geschichte über die beiden Frühchen, die in der 21 Woche geboren wurden und von denen eines trotzdem durchkam war sehr bewegend. Weniger interessant war dagegen das Kapitel „Neue Füße“. Hier ging es hauptsächlich darum wie lange es dauert bis man einen Arzt findet, der weiß was er tut. Aber insgesamt war nichts wirklich Neues oder Spannendes an der Geschichte, auch wenn sie natürlich sehr tragisch war. Als jemand, der sich im Studium mit Naturwissenschaften beschäftigt und auch schon in der Schule Wissen über Biologie, Chemie und Medizin quasi aufgesogen hat waren mir einige der Erklärungen etwas zu einfach gehalten. Andererseits weiß ich auch, dass natürlich nicht jeder einen solchen Hintergrund hat. Teilweise ist einfach nicht klar für welche Zielgruppe das Buch geschrieben wurde. Für den BILD-Leser ohne Vorbildung von nebenan oder für den Geo-Leser, der auch schon seine Kolumne verfolgt hat und sich den Naturwissenschaftlichen Hintergrund wie selbstverständlich erschließt.

Fazit: 

 

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Und einen in die Welt hinter der Krankenhaus-Fassade entführt. Man möchte aufstehen und Medizin studieren um einen Tages auch genau solche Dinge für eine andere Person vollbringen zu können. Es ist auch ein Buch, dass wahrscheinlich nur ein Mensch wie Albrecht hätte schreiben können. Das Zitat von Eckart von Hirschhausen auf der Rückseite trifft es da gut: „Medizin ist Wissenschaft und Kunst zugleich. Bernhard Albrecht hat diese Doppelbegabung: tiefe Recherche als Arzt und einen packenden Stil als kunstvoller Autor“
Dafür gibt es von mir ****. Keine 5, weil es mich so sehr auch nicht begeistert hat. Außerdem fände ich auch das Taschenbuchformat geeigneter für dieses Buch. Aber es ist durchaus empfehlenswert, auch wenn es wahrscheinlich nicht jeden Geschmack trifft.

Bernhard Albrecht
Patient meines Lebens - Von Ärzten, die alles wagen
Hardcover, Droemer
Erscheinungsdatum: 01.08.2013
272 Seiten, Preis:19,99€
ISBN: 978-3-426-27594-8


Link zum Buch
Website des Autors: http://bernhard-albrecht.de
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