Gefühlt entdeckt grade die ganze Welt (oder wenigstens meine Filterblase) Ruta Sepetys „Salz für die See“ für sich. Ich habe schon im November versucht meine Meinung zu diesem Buch irgendwie in Worte zu fassen, das hat nur so mäßig geklappt. Aber ich denke „Lies es! Jetzt! Sofort!“ fasst es ganz gut zusammen.
Aber was, wenn man nun „Salz für die See“ gelesen hat und dringend Nachschub braucht? Da ich mittlerweile seit einem guten Jahrzehnt (scheiße, hört sich an, als ob ich eine alte Oma wäre...) historische Romane lese habe ich da vielleicht den einen oder anderen Tipp für euch.
Bücher, die du lesen solltest, wenn…
…dir der geschichtliche Aspekt gefallen hat
Der König der purpurnen Stadt
Im Gegensatz zu „Salz für die See“ beschreibt Rebecca Gablé in ihrem Roman ein halbes Leben. Nämlich das von Jonah, einem Tuchhändler aus London. Rebecca Gablés Waringham-Romane sind ebenfalls wirklich gute historische Romane (und „Der Palast der Meere“ würde vielleicht auch eher auf diese Liste passen…), aber mein Liebling ist nun mal dieses Buch. Jonah erlebt sehr viel in seinem Leben und mit ihm erlebt man als Leser das 12. Jahrhunderts. Mit all seinen guten und schlechten Seiten.
… du die Liebesgeschichte toll fandest
Der Junge, der Träume schenkte
Um für diesen Aspekt von „Salz für die See“ eine Empfehlung zu finden habe ich sehr lange gebraucht. Am Ende habe ich mir für ein Buch entschieden in dem die Liebesgeschichte ebenso sekundär ist, wie in „Salz für die See“. „Der Junge der Träume schenkte“ ist über einen wesentlich längeren Zeitraum angesiedelt als „Salz für die See“ und in einer ganz anderen Epoche. Luca di Fulvio malt dabei ein wortgewaltiges Bild von New York in den 20er Jahren, einer Stadt der Einwanderer.
…dich das Thema Flucht interessiert
Rainer M. Schröders Jugendbuch hat noch eine weitere Sache mit „Salz für die See“ gemeinsam: Es geht hier auch um eine eher unbekannte Facette der Geschichte. Oder sagt dir so spontan jetzt „Alija Bet“ was? Meine (spoiler-freie) Rezension habe ich oben verlinkt, aber um es kurz zusammenzufassen: Es geht um zwei jüdische Jugendliche, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Palästina fliehen. Ebenso aufwühlend wie „Salz für die See“.
…du ein Buch suchst, dass dich ähnlich stark zum Nachdenken bringt
Little Brother und Homeland
Cory Doctorow behandelt in diesen beiden Büchern ein ganz anderes Thema und natürlich sind es auch keine historischen Romane. Aber das Thema ist genauso wichtig und genauso wie bei „Salz für die See“ klappt man das Buch zu und fragt sich „Warum wusste ich das nicht?“.
…du ein Buch suchst, dass dich dazu bringt deine Sicht auf etwas zu hinterfragen
„Mein Feuer brennt im Land der fallenden Wasser“
Noch ein Buch von Rainer M. Schröder und vielleicht mein Lieblingsbuch von ihm. Mich hat es dazu gebracht zu hinterfragen, was ich wirklich über Indianer weiß. Genaugenommen hat es mich dazu gebracht alles an geschichtlichem Wissen zu hinterfragen, dass ich habe. Es geht darin um Mary Jemison, ein weißes Mädchen, dass bei einem Überfall auf die Farm ihrer Familie von Indianern entführt wird. Und von zwei Schwestern quasi adoptiert wird. Es basiert auf der wahren Geschichte der weißen Frau vom Genesee River.
…du mehr von der Autorin lesen möchtest
„Ein Glück für immer“ und „Und in mir der unbesiegbare Sommer“
Es gibt noch so viele andere tolle historische Romane. Diese Liste könnte ich also quasi endlos weiterführen.
Kennst du "Salz für die See"? Was würdest du Leuten an ähnlichen Büchern empfehlen?
