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Bücher für Fans von "Salz für die See"


Gefühlt entdeckt grade die ganze Welt (oder wenigstens meine Filterblase) Ruta Sepetys „Salz für die See“ für sich. Ich habe schon im November versucht meine Meinung zu diesem Buch irgendwie in Worte zu fassen, das hat nur so mäßig geklappt. Aber ich denke „Lies es! Jetzt! Sofort!“ fasst es ganz gut zusammen.

Aber was, wenn man nun „Salz für die See“ gelesen hat und dringend Nachschub braucht? Da ich mittlerweile seit einem guten Jahrzehnt (scheiße, hört sich an, als ob ich eine alte Oma wäre...) historische Romane lese habe ich da vielleicht den einen oder anderen Tipp für euch.

Bücher, die du lesen solltest, wenn…


…dir der geschichtliche Aspekt gefallen hat


Der König der purpurnen Stadt

Im Gegensatz zu „Salz für die See“ beschreibt Rebecca Gablé in ihrem Roman ein halbes Leben. Nämlich das von Jonah, einem Tuchhändler aus London. Rebecca Gablés Waringham-Romane sind ebenfalls wirklich gute historische Romane (und „Der Palast der Meere“ würde vielleicht auch eher auf diese Liste passen…), aber mein Liebling ist nun mal dieses Buch. Jonah erlebt sehr viel in seinem Leben und mit ihm erlebt man als Leser das 12. Jahrhunderts. Mit all seinen guten und schlechten Seiten.

… du die Liebesgeschichte toll fandest


Der Junge, der Träume schenkte

Um für diesen Aspekt von „Salz für die See“ eine Empfehlung zu finden habe ich sehr lange gebraucht. Am Ende habe ich mir für ein Buch entschieden in dem die Liebesgeschichte ebenso sekundär ist, wie in „Salz für die See“. „Der Junge der Träume schenkte“ ist über einen wesentlich längeren Zeitraum angesiedelt als „Salz für die See“ und in einer ganz anderen Epoche. Luca di Fulvio malt dabei ein wortgewaltiges Bild von New York in den 20er Jahren, einer Stadt der Einwanderer.

…dich das Thema Flucht interessiert



Rainer M. Schröders Jugendbuch hat noch eine weitere Sache mit „Salz für die See“ gemeinsam: Es geht hier auch um eine eher unbekannte Facette der Geschichte. Oder sagt dir so spontan jetzt „Alija Bet“ was? Meine (spoiler-freie) Rezension habe ich oben verlinkt, aber um es kurz zusammenzufassen: Es geht um zwei jüdische Jugendliche, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Palästina fliehen. Ebenso aufwühlend wie „Salz für die See“.

…du ein Buch suchst, dass dich ähnlich stark zum Nachdenken bringt


Little Brother und Homeland

Cory Doctorow behandelt in diesen beiden Büchern ein ganz anderes Thema und natürlich sind es auch keine historischen Romane. Aber das Thema ist genauso wichtig und genauso wie bei „Salz für die See“ klappt man das Buch zu und fragt sich „Warum wusste ich das nicht?“.

…du ein Buch suchst, dass dich dazu bringt deine Sicht auf etwas zu hinterfragen


„Mein Feuer brennt im Land der fallenden Wasser“

Noch ein Buch von Rainer M. Schröder und vielleicht mein Lieblingsbuch von ihm. Mich hat es dazu gebracht zu hinterfragen, was ich wirklich über Indianer weiß. Genaugenommen hat es mich dazu gebracht alles an geschichtlichem Wissen zu hinterfragen, dass ich habe. Es geht darin um Mary Jemison, ein weißes Mädchen, dass bei einem Überfall auf die Farm ihrer Familie von Indianern entführt wird. Und von zwei Schwestern quasi adoptiert wird. Es basiert auf der wahren Geschichte der weißen Frau vom Genesee River.

…du mehr von der Autorin lesen möchtest


„Ein Glück für immer“ und „Und in mir der unbesiegbare Sommer“

Guck‘ mal, ich kann sogar schon googlen! Naja, und ich habe beide Bücher zu Weihnachten bekommen. „Ein Glück für immer“ habe ich sogar schon gelesen und auch, wenn es mich nicht so sehr begeistern konnte wie „Salz für die See“, war es trotzdem sehr gut. New Orleans in den 50ern ist nur eben etwas ganz anderes als Ostpreußen 1945.

Es gibt noch so viele andere tolle historische Romane. Diese Liste könnte ich also quasi endlos weiterführen.
Kennst du "Salz für die See"? Was würdest du Leuten an ähnlichen Büchern empfehlen?
4

Bücher für ein besseres Morgen



2016 scheint irgendwie verhext. Eine Krise jagt die Nächste und überall erstarken die Populisten und Radikalen. Und ich muss ehrlich sagen: Nein, ich möchte nicht in so einer Welt leben. Und ich hoffe, dass auch keiner von euch es tun möchte.
Aber es hilft nicht zu jammern, wir müssen etwas tun. Und weil ich nicht gut bin darin tatsächlich auf die Straße zu gehen und Politik zu machen, gibt es halt eine Buchliste. Und zwar eine Liste mit Büchern, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Bücher, die uns und unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Irgendwie.

Sofern vorhanden, kommt ihr übrigens durch einen Klick auf den Titel auf meine Rezension.

Little Brother + Homeland

„This sounds like you’re saying that national security is more important than the Constitution.”

Oder auch um es mit den Worten von Benjamin Franklin zu sagen: "Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit." Cory Doctorow zeigt in beiden Büchern eindringlich, welche Möglichkeiten unsere Technik bietet, wenn es um Überwachung geht. Und wie wir uns wehren können.

Salz für die See

„Die Verzweiflung war so greifbar, dass ich sie vom Kai hätte schaufeln können“

Flucht. Eine Erfahrung, die grade einmal wieder viel zu viele Menschen machen müssen. Umso wichtiger sind Bücher, wie „Salz für die See“, die die Schrecken der Flucht aufzeigen. Niemand flieht, weil er grade Lust drauf hat.

Jenseits der blauen Grenze

„Immerhin haben wir einen Kompass und ein Ziel, den Westen.“

Der Mauerfall ist für mich quasi ein Ereignis aus grauer Vorzeit. Ich bin Jahrgang ‘93: Ein geteiltes Deutschland gibt es in meiner Erinnerung nicht. Umso wichtiger ist es die Erinnerung daran am Leben zu erhalten. Denn es ist erst 27 Jahre her, da sahen sich Menschen genötigt unter Einsatz ihres Lebens aus einem deutschen Staat zu fliehen.

Der Joker

 „Maybe everyone can live beyond what they're capable of.”

Markus Zusak ist ein Genie. Und in diesem Buch fragt er „Was ist eigentlich Schicksal?“ und „Was ist mit denen, die von der Gesellschaft vergessen wurden?“.  Ein Zufallsfund aber ein so guter Zufallsfund.

Die Bücherdiebin

 „Diese widersprüchliche Natur des Menschen! Ein bisschen gut, ein bisschen böse. Man muss nur einen Schuss Wasser dazugeben und umrühren.“

Noch ein Zusak-Buch.  Mit sehr vielen Einsichten über uns Menschen und darüber was eigentlich ein Krieg ausmacht. Und was „Überleben“ bedeutet.

Daddy long-legs

 „Are women citizens?  I don’t suppose they are”


Mit Sätzen wie diesen macht mir dieses Buch klar, wie gut wir es doch haben. Denn 1912 konnte eine junge Frau noch so intelligent, noch so reich sein: Wählen durfte sie nicht. Und Judy hat sehr viele, sehr kluge Meinungen über die Welt und über die Menschen.

Welche Bücher fehlen auch dieser Liste? Was muss man - grade in der momentanen Situation - unbedingt gelesen haben?
6

[Rezension] Salz für die See

Informationen zum Buch

Salz für die See von Ruta Sepetys - Cover
Quelle: Carlsen

Salz für die See

Ruta Sepetys

Übersetzer: Henning Ahrens
Hardcover
416 Seiten
19,99 € [D] 20,60 € [A]
ISBN 978-3-551-56023-0
Website des Verlags

-Rezensionsexemplar-


Erster Eindruck

Tja, ein Königskinder-Buch. Also: Wunderbares Cover ist quasi selbstverständlich. Mich erinnert es übrigens ein wenig an die DGzRS Werbung, da ist auch immer viel aufgewühltes Wasser und ähnliche Farben sind das auch. Unter dem Schutzumschlag ist übrigens "Wilhelm Gustloff" eingeprägt. Und es gibt ein Lesebändchen!

Inhalt

Es ist Januar 1945. Die sowjetischen Truppen rücken immer weiter vor in Ostpreußen.
Florian, Emilia und Joana sind auf der Flucht. Jeder für sich und doch irgendwie zusammen. Und jeder hat seine Geheimnisse.
Alfred ist Soldat. Mehr oder weniger. Einsatzort: Die "Wilhelm Gustloff".


Meine Meinung

Wie fasst man ein solches Buch in Worte?

"Salz für die See" ist großartig. Verstörend. Wundervoll. Beängstigen. Atemberaubend. Zum Nachdenken anregend. Einfach unbeschreiblich.

Ich hatte Angst, dass ich zu hohe Erwartungen haben würde an dieses Buch. Schon so oft haben mich historische Roman enttäuscht. Aber Ruta Sepetys macht alles richtig. Sie schafft es einfach die Gefühle der Protagonisten einzufangen.

"Salz für die See" ist auch vier verschiedenen Sichten geschrieben. Meistens wird dabei nach 1 oder 2 Seiten die Perspektive gewechselt. Aber teilweise ist es auch nur ein Absatz. Oder sogar nur ein Satz. Durch diese Erzählweise schafft die Autorin es grade am Ende des Buches einen in einen Mahlstrom aus Gefühlen zu befördern. Was ziemlich verstörend sein kann. Wirklich.
Die vier Protagonisten kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen und jeder hat seine eigenen Gründe. Jeder der vier ist einzigartig und gut charakterisiert. Lediglich Alfred scheint manchmal etwas eindimensional, aber auch das scheint Absicht.

Man merkt es vielleicht: Ich weiß nicht recht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Definitiv eines meiner Jahreshighlights. Aber eben auch ein Buch, dass mich ganz sicher nicht hat jubeln lassen. Außerdem finde ich es sehr schwer darüber zu erzählen ohne zu spoilern. Wobei doch, eins kann ich sagen: Die Wilhelm Gustloff wird untergehen. Und mehr als 9000 Menschen mit sich reißen.

Fazit

Einfach selber lesen! "Salz für die See" ist so unbeschreiblich, aber ich kann euch versprechen, dass es ganz sicher einen Eindruck hinterlassen wird!

5 Sterne


Ich habe dieses Buch in Tausch für eine ehrliche Rezension vom Königskinder Verlag/Carlsen bekommen. Danke dafür! Meine Lobeshymmne hat aber ganz sicher nichts mit diesem Fakt zu tun, dafür ist das Buch ganz alleine verantwortlich, egal wo ich es her habe.

4

[Rezension] Nenn mich nicht bei meinem Namen

Informationen zum Buch

Quelle: cbj

Nenn mich nicht bei meinem Namen

Waldtraut Lewin

Taschenbuch
320 Seiten
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A]
ISBN: 978-3-570-40228-3
Website des Verlags



Erster Eindruck

Gibt es ein Cover, das noch mehr „Ich bin ein historischer Jugendroman“ schreit? Aber ich mag es trotzdem :)

Inhalt

Eliane  hat den Holocaust überlebt. Grade so. Aber sie kann nicht beweisen, wer sie ist und hat deswegen in Nachkriegs-Deutschland keine Identität. Bis sie eine alte Dame trifft, durch diese bekommt sie einen neuen Namen. Aber auch eine neue, gefährliche Aufgabe.

Meine Meinung

Ich habe bereits vor einigen Monaten „Himmel ohne Sterne“von Rainer M. Schröder gelesen, welches das gleiche Thema behandelt nämlich die illegale Einwanderung nach Palästina nach Ende des 2. Weltkriegs. Vielleicht hatte ich auch deswegen meine Probleme mit „Nenn mich nicht bei meinem Namen“, denn Rainer M. Schröder ist nun mal ein Autor, mit dem ich quasi groß geworden bin. Seine historischen Romane haben mein Verständnis für dieses Genre vielleicht mehr geprägt als jeder andere Autor.

Erstmal: Im Buch wird immer von der Alija Daleth geredet. Keine Ahnung ob das ein Fehler in meiner Ausgabe ist oder ein generell Fehler. Denn die Einwanderung hieß Alija Bet, von Alija (Einwanderung) und Bet, dem zweiten Buchstaben im hebräischen Alphabet.
Dazu scheint mir die Hagana doch sehr leichtgläubig. Klar, sicher hatten die allermeisten der Juden keine gesicherte Identität und diejenigen, die sich auf den Weg nach Palästina machten am allerwenigsten. Aber ein Mädchen einfach so akzeptieren? Nur weil sie angeblich wichtige Negative bei sich trägt? Ein bisschen Skepsis ist da ja schon angebracht, denke ich. Außerdem versucht Eliane fast 1 Jahr lang auf eines der Schiffe zu kommen. Da kommt keiner auf die Idee sie vielleicht auch zur Kämpferin auszubilden? Sie scheint ja bekannt zu sein unter der Hagana- Führung. Das passt einfach nicht finde ich, denn die Hagana war soweit ich weiß nicht einfach nur ein Haufen Verrückter sondern gut organisiert. Fast schon eher eine richtige Armee, denn eine Miliz.
Und die Briten scheinen mir am Ende doch sehr leichtgläubig bzw. sogar sorglos. Mehr sei dazu einfach nicht gesagt.

Liane hat einfach viel zu viel Glück. Ja, verdammt es ist ein Jugendbuch. Aber auch Jugendliche können was ab und das war damals einfach kein Zuckerschlecken. Es muss nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein! Und Waltraut Lewin macht hier genau das: Es wird immer alle gut, alle Probleme sind eher Schrecksekunden, als richtige Probleme. So viel Glück hat ein einzelner Mensch einfach nicht!!
Vom Schreibstil ist „Nenn mich nicht bei meinem Namen“ wirklich gut, die Charaktere sind vielfältig, wenn auch teilweise eindimensional. Von den Wenigsten wird die Motivation hinterfragt. Aber trotzdem gut geschrieben.

Fazit

Ein gutgemeintes und gut geschriebenes Buch über ein interessantes Thema. Aber leider ein bisschen zu viel „Alles wird gut“-Mentalität.


0

[Rezension] Rosie Goes to War

Informationen zum Buch

Quelle: Accent YA

Rosie Goes to War

Alison Knight

Taschenbuch
240 Seiten
£7.99
ISBN 9781783752515
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Coverkauf. Aber sowas von. Auf der YALC gesehen und nach etwas hin und her gekauft.

Inhalt:

Beim Aufräumen im Haus ihrer Großmutter findet Rosie einen alten Koffer. Und als sie die alte Kleidung darin anprobiert findet sie sich plötzlich in der Vergangenheit wieder. Und zwar 1940. In London. Mitten im Krieg. Und trifft ihre Großmutter als junges Mädchen.
Nur: Wie kommt sie wieder zurück? Und was passiert, wenn sie nicht wieder zurück kommt?


Meine Meinung:

Die Tag-Line passt wie die Faust aufs Auge: „High Heels, a Suitcase and a World Turned Upside Down“. Rosie ist wirklich ziemlich hilflos in der Vergangenheit. Manchmal etwas zu hilflos, aber vielleicht ist das Schulsystem in England ja wirklich so schlecht...

Mir gefällt die grundsätzlich Idee: Zeitreisen, aber direkt zu den eigenen Verwandten. Und unkontrollierbar auch noch. Und nebenbei die kleine Geschichtsstunde. 
Denn das ist „Rosie goes to war“ auf jeden Fall. Hier geht es wirklich um die Realität des Krieges und gut recherchiert ist es auch. Bis ins letzte Detail, viele Sachen sind heute eben doch anders und es sind nicht die großen Sachen, die Verwirrung auslösen sondern die alltäglichen Kleinigkeiten. Wie das Bügeleisen. Oder die Münzen.
Aber auch witzig, grade wenn Rosie Vergleiche mit Doctor Who zieht oder aus Versehen ein Wort benutzt, dessen Bedeutung sich geändert hat in den letzten 70 Jahren.

Leider kann Alison Knight sich nicht beherrschen und hebt ab und an den Zeigenfinger. So macht sich Rosie sehr viele Gedanken darüber, ob sie ihrer Eltern und Großeltern nicht doch mehr respektieren sollte. Und darüber das die gut-aussehenden Weiberhelden nicht die besten Lebenspartner abgeben. Da hätte es etwas weniger auch getan. Allerdings ist das Buch natürlich auch an eine wesentlich jüngere Zielgruppe gerichtet. Ich denke so 12 bis 16 Jahre. Vielleicht sieht man das in dem Alter anders.

Auf jeden Fall hoffe ich auf Folgebände, auch wenn laut Verlag momentan keine geplant sind.

Fazit:


Eine tolle, lehrreiche Zeitreise-Geschichte. Fast schon wie ein Zeitzeugen-Interview, aber mit Dr Who Zitaten. 4 Sterne


6

[Rezension] Die Magier Seiner Majestät

Huhu,
heute gibt es mal eine kleine Besonderheit: Die Informationen im Kasten beziehen sich nämlich auf die deutsche Ausgabe, diese erscheint am 2.11.2016. Das ist jetzt ja doch noch etwas hin und da ich - im Gegensatz zu den Figuren in "Die Magier Seiner Majestät" - nicht zaubern kann, habe ich das Buch auf Englisch gelesen. In der wunderbareren Hardcover-Version von Macmillan. Da ich aber nicht weiß, wie das mit der Benutzung des Covers aussieht, habe ich mich entschieden, das deutsche Cover zu verwenden. Und dann ist es nur fair auch direkt Werbung für die deutsche Ausgabe zu machen.
Warum also auf der Wunschliste für November unbedingt "Die Magier Seiner Majestät" stehen sollte, erzähle ich jetzt:

Informationen zum Buch

Deutsches Cover Die Magier Seiner Majestät von Zen Cho
Quelle: DroemerKnaur

Die Magier Seiner Majestät

Zen Cho

Übersetzer: ?
Taschenbuch
448 Seiten
9,99€
ISBN: 978-3-426-51914-1
Autorenwebsite
DroemerKnaur


Erster Eindruck:

Ich LIEBE das britische Cover! Es ist so schön und überhaupt. Das deutsche Cover (wie oben abgebildet) ist aber auch toll, wenn auch etwas „klassischer“. Wobei ich die Raben sehr gerne mag. Passt zum Ton des Buches.

Inhalt:

Zacharias Whyte ist grade kein besonders glücklicher Mensch. Zwar ist er seit dem Tod seines Adoptivvaters Sorcerer Royal und damit der oberste Zauberer des britischen Empire, aber Feinde hat er mehr als genug. Noch dazu versagt die englische Magie und er muss sich auf den Weg ins Feenland machen.
Prunella Gentleman ist eine Waise. Und noch dazu eindeutig Ausländerin. Nicht das, dass Mrs Daubeney stören würde. Kostenlose Arbeitskraft wird immer benötigt in einer Schule für junge, reiche – wenn auch leider magiebegabte – Damen.


Meine Meinung:

Du warst schon immer der Meinung, dass Jane Austen mit etwas Magie besser gewesen wäre? Tja, dann ist „Sorcerer to the Crown“/"Die Magier Seiner Majestät" das perfekte Buch für dich.
Ehrlich, der Schreibstil ist dem von Jane Austen gar nicht mal so unähnlich. Und ein ähnlicher feiner Humor ist hier ebenfalls vorhanden. Grade die Gespräche zwischen Zacharias und Prunella. Und Paget Damerell, ein Freund von Zacharias und ebenfalls Magier, ist einfach nur klasse. Sein familiar (Was ist da das deutsche Wort für? Hausgeist? Verbündeter? Feenhaustier?) Rollo ist auch einfach nur super, auch wenn sein großer Auftritt erst am Ende des Buches kommt.
Ich würde hier jetzt gerne lang und breit über die ganzen tollen Charaktere schreiben, aber ich habe das Gefühl damit zu viel von der Geschichte zu verraten. Auf jeden Fall kann man die Meisten als wirklich very british bezeichnen, auf die eine oder andere Weise xD Und der Hof der Feen ist seehr speziell und unglaublich interessant.
Apropos Geschichte. Ganz sicher kein 08/15 Fantasy-Plot, sondern mal was Anderes.
„Sorcerer to the Crown“/"Die Magier Seiner Majestät" scheint Teil einer Reihe zu sein. Das Buch ist aber in sich abgeschlossen, also komplett mit (mehr oder weniger) Happy End und allem. Zwar würde ich grade am liebsten einfach weiterlesen, aber weniger, weil noch so viele Fragen offen geblieben sind sondern eher, weil mich die Welt so fasziniert. Ähnlich wie bei Harry Potter: Der 7. Band ist definitiv das Ende, aber man hätte doch gerne irgendwie noch mehr. Wenn auch vielleicht nicht unbedingt mehr Harry.
Übrigens: Zen Cho ist mit „Sorcerer to the Crown“ für den British Fantasy Award nominiert, sogar gleich zwei Mal: Einmal für den besten Roman und einmal für das beste Debüt.

Fazit:

Exzentrische Charaktere und ein wunderbarer, origineller Plot: „Die Magier Seiner Majetät“ ist ein Buch für jeden Fantasy-Liebhaber und jeden, der es werden möchte.


2

[Rezension] Front Lines

Huhu,
man könnte sagen diese Rezension ist etwas länger geworden. Etwas. Sie ist tatsächlich gut doppelt so lang wie die meisten Rezensionen hier.
Übrigens ein Beispiel dafür, was für tolle Bücher man so in der Onleihe findet ;)

Informationen zum Buch

Quelle: Egmont UK

Front Lines

Michael Grant

Taschenbuch
570 Seiten
ca. 11€
ISBN: 9781405273824
Autorenwebsite




Erster Eindruck:

Ich mag hier eindeutig das britische Cover lieber als das amerikanische. Letzteres wirkt so ein bisschen… imperialistisch? Es erinnert mich auf jeden Fall an Poster aus dem 2. Weltkrieg. Ich finde das britische Cover mit dem Tarn und der Hundemarke passt einfach besser.

Inhalt:

1942, die USA in einer alternativen Zeitlinie: Rio, Frangie und Rainy haben sich aus den unterschiedlichsten Gründen freiwillig zur Armee gemeldet. Sie gehören damit zu den ersten Frauen, die tatsächlich zu den kämpfenden Truppen gehören und weit entfernt von zu Hause gegen die Deutschen kämpfen werden.


Meine Meinung:

Wie übersetzt man „alternate universe“? Ich habe mich jetzt für alternative Zeitlinie entschieden, Parallelwelt ginge sicher auch. Fakt ist: Die Entscheidung, die es in Front Lines möglich macht, dass auch Frauen zur kämpfenden Truppe eingezogen werden können, gab es in unserer Realität nicht. Das macht Front Lines jetzt aber nicht zu einem Science-Fiction-Buch. Es ist einfach nur eine etwas andere Art, sich mit einem bekannten Thema auseinander zu setzen. Und auch wenn ich Reihen nicht so gerne mag: Auf die weiteren Soldier Girls Bände freue ich mich jetzt schon.
Mir ist Front Lines sehr unter die Haut gegangen. Einmal die Perspektive: Soldaten. Und dann auch noch weibliche Soldaten. Und dann die Tatsache, dass Michael Grant ganz sicher nicht daran glaubt, dass Jugendbücher irgendetwas verschleiern sollten. Egal ob es Sexismus und Rassimus sind oder die genaue Beschreibung von Tod und Verderben.

Ist das ganze realistisch? Keine Ahnung. Ich bin keine Soldatin und habe es auch nicht vor zu werden. Was ich weiß: In Front Lines müssen Männer und Frauen die gleichen Aufgaben gleich gut erfüllen. In der Realität wurden die körperlichen Anforderungen für Frauen meistens etwas gesenkt. Einfach weil es auf Grund des unterschiedlichen Körperbaus für Frauen wesentlich schwerer ist, einen Klimmzug zu machen als für Männer. Aber in den allermeisten Armeen dieser Welt dürfen Frauen auch nicht zu Einheiten, die wirklich kämpfen.

Die Emotionen der Protagonisten fühlen sich auf jeden Fall sehr echt an. Auch die „Rahmenhandlung“ (wenn man es denn so nennen mag) der Erzählerin passt sehr gut. Es wird zwar nicht verraten wer genau diese Erzählerin ist, aber das sorgt noch mal für eine zusätzliche interessante Ebene. Denn schließlich rät man quasi vor sich hin wer das sein kann. Mein momentaner Tipp: Jenou oder Rainy.
Womit wir bei den Figuren wären. Am wichtigsten sind sicher die drei Frauen aus deren Sich erzählt wir: Rio Richlin, deren ältere Schwester bereits im Krieg gefallen ist und die selbst eher das nette Mädchen von Nebenan ist. Frangie Marr, die sich freiwillig meldet, weil ihre Familie nach einem Arbeitsunfall ihres Vaters dringend Geld benötigt. Rainy Schulterman, eine Jüdin aus New York, die es unbedingt Hitler heimzahlen will, auch wenn sie selbst nicht so ganz weiß, was an den Gerüchten über die KZs dran ist.
Dann ist da noch Jenou, Rios beste Freundin. Die beiden gehen gemeinsam zum Wehramt um sich freiwillig zu melden und bleiben auch weiter zusammen. Jenou kommt aus einer eher dysfunktionalen Familie, die Armee ist ihr Ausweg. Direkt aus ihrer Sicht wird nicht erzählt, aber sie kommt quasi immer vor, wenn Rio vorkommt. Eine ziemlich gemischte Truppe also und als Nebenfiguren kommen noch viele andere überaus interessante Figuren hinzu. Einige sind sicher etwas überzeichnet (einer von Rainys Vorgesetzen z.B.), aber die allermeisten sind sehr gut ausgearbeitet. Hut ab dafür! Die tollen Charaktere (und die dazugehörige sehr gute Entwicklung eben jener Charaktere) fordern allerdings einen kleinen Tribut was die Länge des Buches angeht. Von einem Kriegsbuch erwartet man dann doch irgendwie eine gewisse Schnelligkeit, Front Lines lässt sich aber sehr viel Zeit. Unerwartet aber gut so, denn sonst können einem die Charaktere nicht ans Herz wachsen.

Ein letzter Absatz noch zum Thema „Wie schwierig ist das Englisch?“. Tja, also ich dachte eigentlich mich könnte nix mehr aus der Bahn werfen. Aber ich musste tatsächlich ein Wort nachgucken (und die militärischen Ränge googeln ;). Und was genau viele der rassistischen Begriffe bedeuten, die Frangie entgegengeworfen werden, will ich gar nicht wissen. Das Pickaninny rassistisch ist, weiß ich auch ohne Übersetzung.

Fazit:

Ein mehr als gelungener Reihenauftakt. Mit Protagonisten, die so real wirken, als ob sie vor einem sitzen würden und ihre Geschichte erzählen.


0

[Rezension] Homegoing

huhu,

heute habe ich eine Rezension zu einem ganz besonderen Buch für euch. Entdeckt habe ich es auf NetGalley und glücklicherweise auch tatsächlich ein Rezensionsexemplar von Penguin RandomHouse International bekommen. Danke dafür!
Und nun auf zur Rezension:

Informationen zum Buch

Quelle: Knopf (PenguinRandomHouse)

Homegoing

Yaa Gyasi

Ebook/Hardcover
320 Seiten
$13.99/$26.95 (laut Verlag)
ISBN: 9781101947135
Verlagswebsite




Erster Eindruck:

Dieses Cover ist einfach so wunderbar fröhlich und farbenfroh. Es erinnert mich vom Muster her auch an diese Stoffe, die in vielen afrikanischen Regionen gerne getragen werden.

Inhalt:

Ghana im 18. Jahrhundert: Effia und Esi sind Halbschwestern. Unbekannterweise, denn sie werden in verschiedenen Dörfern geboren. Sie werden zwei sehr unterschiedliche Leben führen: Effia als Frau eines britischen Offiziers und Esi als Sklavin in Amerika. „Homegoing“ folgt Effia, Esi und ihren Nachkommen durch die Jahrhunderte.

Meine Meinung:

Schon mal versucht ein Buch zusammenzufassen, das eigentlich aus vielen einzelnen Geschichten besteht? Von denen jede einzelne ihre Daseinsberechtigung hat und jede einzelne unglaublich spannend ist?
Yaa Gyasi hat mich mit ihrem Debütroman wirklich gepackt. Und zum nachdenken gebracht. Eigentlich kannte ich die historischen Hintergründe, die in den USA besser als die in Ghana, aber so grundlegend dachte ich wüsste ich worum es geht. Tja, falsch gedacht. Es wird alles so real durch „Homegoing“. Zwar fühlt es sich grade auf Seite von Esi-Nachfahren in Amerika etwas so an als hätte die Familie alles mal erlebt haben müssen. Aber gut, deswegen ist es ja ein Buch und keine wahre Geschichte. Yaa Gyasi hat einen wunderbaren Schreibstil, sehr direkt aber auch sehr poetisch. Wunderbar eben. Für mich fühlte es sich an als ob ich wirklich eine Geschichte erzählt bekäme, ein seltenes Talent.
Die Geschichte hat allerdings sehr viele Lücken, denn wie oben schon geschrieben besteht „Homegoing“ aus vielen einzelnen Geschichten. Aus jeder Generation bekommt ein Nachfahre das Wort und seine oder ihre Geschichte wird erzählt. Aber eben nur ein Ausschnitt aus dieser Geschichte, ein wichtiger Punkt im Leben der Person. Einige tauchen dann später nochmal in den Geschichten ihres Kindes oder Enkelkindes auf, aber man erfährt niemals alles. Auch das erinnert mich an einen Geschichtenerzähler, die meisten Märchen und Sagen bilden ja auch nur einen kurzen Ausschnitt ab.
Die Erzählweise ist auf deiner einen Seite eine große Stärke von „Homegoing“ und auf der anderen Seite auch irgendwie nicht so schön, denn dadurch fällt es einem schwerer sich in die einzelnen Charaktere reinzuversetzen. Mir hat das jetzt nicht so viel ausgemacht, da der Schreibstil und die Art und Weise, wie die beiden Stränge miteinander verbunden werden vieles wieder wett machen.

Fazit:

Unbedingt lesen. Homegoing ist nicht nur die Geschichte zweier Familien, es ist so viel mehr. Es ist die Geschichte eines ganzen Volks, die Geschichte von Rassismus und Sklaverei und die Geschichte von vielen faszinierenden Einzelpersonen.
Eine deutsche Version scheint noch nicht in Sicht zu sein, aber das kann ja noch werden.



3

[Rezension] Himmel ohne Sterne

Moin!

Heute gibt es mal eine Rezension zu einem Buch, dass ein wenig schönes Thema behandelt. Das war quasi mein letzter Versuch "Rainer M. Schröder", ausgeliehen in der Onleihe. Was draus geworden ist? Einfach weiterlesen!

Informationen zum Buch

Cover Himmel ohne Sterne von Rainer M. Schröder
Quelle: cbj

Himmel ohne Sterne

Rainer M. Schröder

Hardcover
576 Seiten
16,99 € [D] 17,50€ [A]
ISBN: 978-3-570-17222-3
Verlagswebsite



Erster Eindruck: 

Passt zum Titel und zwar wirklich. Und es ist mal kein 08/15 Jugendbuchcover.

Inhalt: 

München, 1946: Jannek und Leah haben den Nazionalsozialismus überlebt. Grade so. Aber ihre Erlebnisse in den KZ haben sie stark geprägt und jetzt müssen sie im Nachkriegs-Deutschland auch noch ums Überleben kämpfen. Bald schon reift die Idee nach Palästina zu gehen, aber die Reise ist gefährlich und den Staat Israel gibt es noch nicht.
In London ist die Familie Bucheim immer mehr Anfeindungen ausgesetzt, als deutsche Juden werden sie überall ausgegrenzt und teilweise direkt angegriffen. Alija Bet – die illegale Einwanderung nach Palästina – scheint auch für sie die letzte Hoffnung.

Meine Meinung:

In letzter Zeit war ich nicht mehr so begeistert von Rainer M. Schröders Romanen. Ich dachte schon ich sei zu erwachsen dafür geworden, aber dieses Buch beweist mir das Gegenteil.
Vorweg: Für sanfte Seelen ist „Himmel ohne Sterne“ nichts. Ganz und gar nichts. Hier wird kein Blatt vor dem Mund genommen was die Realität des Holocaust und des Lebens im Nachkriegs-Europa angeht. Auch das die illegale Einwanderung kein fröhlicher Sonntagsspaziergang war wird ganz sicher nicht verheimlicht. Mich hat vor allem das Verhalten der Briten geschockt, ich wusste zwar aus dem Geschichtsunterricht, dass sie dem Problem „Palästina“ nicht gewachsen waren, aber in konkreten Situationen werden einem die Auswirkungen erst bewusst. Das gilt für vieles in diesem Buch, denn die Rahmenhandlung dürften die Meisten aus dem Geschichtsunterricht kennen, aber die Umsetzung…
Ich glaube in keinem anderen Buch von Rainer M. Schröder sterben so viele Menschen, wie in „Himmel ohne Sterne“. Vielleicht in der Falken-Saga, aber das sind 5 Bände und entsprechend mehr Seiten…  Und Happy End ist auch nicht wirklich drin…
Leah war für mich „die“ Figur in diesem Buch, ich habe das Geschehen quasi immer durch ihre Augen betrachtet auch wenn nicht alles aus ihrer Sicht erzählt wurde. Jannek dagegen blieb mit die meiste Zeit rätselhaft, auch das Ende hat mir nur bedingt geholfen ihn zu verstehen. Sophie und Marius waren da besser zu verstehen, genauso wie Ari. Aber ich denke, das war auch so gewollt. Man lernt halt die vielen verschiedenen Schicksale kennen, die Juden dazu geführt haben nach Palästina auswandern zu wollen und für einen Staat Israel zu kämpfen. Dazu gehört eben auch der verbitterte und schwer traumatisierte KZ-Überlebende, der glaubt, dass es für ihn keine Zukunft gäbe.
Übrigens: So ganz nebenbei wird auch erklärt, warum in der Region jetzt grade die Hölle los ist (und warum das auch eigentlich mal mehr, mal weniger seit 100 Jahren so ist).
Ach, ich würde gerne noch so viel mehr schreiben über dieses Buch, aber leider würde das meiste davon meine „Keine Spoiler in Rezensionen“-Regel verletzen und hier jetzt jede Menge Spoiler Buttons setzen möchte ich nicht. Gibt ja auch so genug zu sagen.


Fazit: 

5 Sterne, was denn sonst. Dieses Buch MUSS man gelesen haben, gleich nach „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Pflichtlektüre für jeden der sich auch nur ansatzweise für das Thema interessiert und eigentlich auch für alle anderen!


4

10 wunderbare Bücher über Geschwister



Heute ist der Tag der Geschwister. Ja, wirklich, das gibt es. Weiß ich auch erst seit Freitagabend, da kam eine E-Mail vom Aufbau Verlag, die dazu gleich eine ganze Themenwoche auf ihren Social Media Kanälen machen. Damit hat Frau Seiler quasi mein Inspirationsproblem für den heutigen Post gelöst. Danke dafür!

Also, 10 Bücher über Geschwister. Quer durchs Beet, meine einzige Bedingung war: Die Sache mit den Geschwister muss mehr sein als nur eine Randnotiz.

Übrigens: Das Buch, dass ich am meisten mit meiner Schwester verbinde, ist der erste Dolly-Band. Oder eigentlich die ganze Reihe. Ich habe damals die ersten Bände (ich glaube bis Band 3) meiner Schwester vorgelesen. Einfach, weil ich es nicht verstehen konnte, dass meine Schwester nicht so gerne liest wie ich. Mittlerweile liest sie auch gerne (wenn auch nicht so schnell wie ich ^^) Ist aber nicht auf der Liste, Dolly hat zwar eine Schwester, aber die Beziehung zwischen den beiden ist eher Nebensache.

Auf geht's zur Liste:

Hanni und Nanni

Diese Buchreihe fällt beim Thema Geschwister wahrscheinlich jedem ein. Die Zwillinge sind ja quasi Kinderbuch-Stars. (Wer die Geschichte nicht kennt: Hanni und Nanni sind verzogene Kinder, die von ihren Eltern ausgerechnet nach Lindenhof geschickt werden. Einem Internat, was so gar nicht "schick und teuer" ist. Aber sie leben sich ein, werden von allen für ihre Fairness geachtet und haben viel Spaß) Ich habe diese Bücher als Kind sehr viel gelesen und mit Hanni und Nannis Abenteuern mitgefiebert. Noch mehr habe ich allerdings die Zeichentrickserie geliebt, auch wenn ich als Buchbloggern sowas natürlich nicht zugeben sollte. Aber Hanni und Nanni Folgen waren nun mal ein feststehender Termin und wirklich sehr wichtig!


Sinn und Sinnlichkeit/Verstand und Gefühl

Hach, Marianne und Elinor. Die beiden sind wirklich ein ganz besonderes Geschwisterpaar. Ich mag übrigens den "neuen" deutschen Titel des Buches nicht. Ja, es ist eine genauere Übersetzung des Originals, aber die Alliteration geht dabei verloren. Und "Sinn und Sinnlichkeit" hat einfach was.

Für Menschen, die kein BBC gucken, keine Filme mit Alan Rickman mögen und um Jane Austen einen großen Bogen machen: Nach dem Tod ihres Vaters, erbt der Halbbruder von Elinor und Marianne das Anwesen und die beiden müssen mit ihrer Mutter und jüngeren Schwester umziehen. Elinor tut dies höchst ungern, da sie verliebt ist in ihren Schwager Edward. Eine Tatsache, die Marianne nicht so ganz glauben kann, entspricht doch Elinors Verhalten ganz und gar nicht Mariannes Vorstellungen der großen Liebe. Elinor dagegen ist später verblüfft wie sehr Marianne ihre Emotionen zeigt, als sie sich in Willoughby verliebt. Naja, und dann kommt Jane Austens meist genutzer Plot Twist: Willoughby ist ein Arschloch, wenn auch ein charmantes. Am Ende ist es Elinor, die aus Liebe heiratet und Marianne, die lediglich Zuneigung zu ihrem Ehemann empfindet.

Fünf Freunde

Also eigentlich ja 4 Freunde und ein Hund, aber das macht sich so schlecht auf dem Titel. 
Julian, Dick und Anne sind drei sehr ungleiche Geschwister (und mir tut ihre Mutter leid, 3 Kinder in 3 Jahren? Muss der Horror gewesen sein...) Julian ist der Anführer, Dick der Spaßvogel und Anne ist eigentlich nicht so der Abenteuer-Typ, aber trotzdem immer mit dabei. Sie sorgt sich auch immer um alle anderen. Die Vierte im Bund ist George, die Cousine der Drei, die lieber ein Junge wäre.
Diese Serie ist auch eine, die ich als Kind gelesen habe, wenn auch längst nicht alle Bände. Diese Bücher haben mich mit der alten Rechtschreibung so dermaßen verwirrt, dass ich heute keine Garantie mehr übernehme für meine Einfälle, was das angeht. Aber die Geschichten waren super, hinter jede Ecke ein Abenteuer und alle halten immer zusammen, egal was passiert. Solche Sommer hätte ich auch gerne gehabt *seufz*

Der Palast der Meere

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Die hier erwähnten (Halb-)Geschwister sprechen eigentlich nicht besonders viel miteinander, aber es ist unglaublich faszinierend die Regierungszeit von Elisabeth I aus zwei so unterschiedlichen Blickwinkeln zu erfahren. Isaac ist eher der Abenteurer und ist als Seefahrer auf den Weltmeeren unterwegs während Eleanor, die Vertraute der Königin ist und auch ihre beste Spionin. Trotz ihrer Unterschiede haben Isaac und Eleanor aber auch viele gemeinsame Werte, immer wieder zeigt sich im Laufe des Buches, dass Blut eben doch dicker ist als Wasser.
Meine Rezension dazu findet ihr über die Suchfunktion, den Rezensionsindex oder mittels eines Klicks auf den Titel.

Becky Brown - Versprich nach mir zu suchen

Rainer M. Schröder. Auch so jemand, der mich mit seinen Büchern als Kind und Jugendliche unglaublich beeinflusst hat.
In diesem Buch geht es um die Orphan Trains, Züge die Waisenkinder aus den Städten (vor allem aus New York) aufs Land brachten um dort Adoptiveltern zu finden. Becky und ihr Bruder Daniel wollen eigentlich zusammen bleiben, aber keine Familie möchte zwei Kinder aufnehmen und außerdem ist Becky schon relativ alt. Deswegen trennen sie sich, aber Becky verspricht ihrem kleinen Bruder, dass sie eines Tages wieder zusammen sein werden. Als Daniel sich dann einige Jahre später im Bürgerkrieg freiwillig zur Armee meldet, kommt dieser Tag früher als gedacht. Denn Becky will ihn unbedingt davon abhalten und macht sich auf den Weg um ihn zu finden.
Auch wenn die Beiden den Großteil des Buches getrennt sind: Wenn das nicht Geschwisterliebe ist, was dann?

Die Chroniken von Narnia

4 Geschwister, die jede Menge Abenteuer erleben. Zu Beginn des ersten Buches sind die vier Geschwister eigentlich gar nicht so eng, aber durch ihre gemeinsamen Abenteuer ändert sich das glücklicherweise. Trotz jeder Menge Missverständnisse zwischendrin, grade im ersten Band. Es könnten natürlich auch einfach 4 x-beliebige Kinder sein, aber dadurch das die Vier Geschwister sind ist es nochmal schöner. Neben den Abenteuern in Narnia geht es eben auch darum, dass eine Familie zusammenhalten muss.

Der Herr der Diebe

Und noch mehr Waisenkinder: Bo und Prosper flüchten nach dem Tod ihrer Mutter vor ihrer Tante nach Venedig. Dort treffen sie auf eine Diebesbande, angeführt vom "Herrn der Diebe". Aber ihre Tante ist schon auf der Suche nach ihnen und auch der Herr der Diebe ist nicht was er scheint.
Ich habe damals in relativ kurzen Abstand sowohl "Der Herr der Diebe" als auch die "Merle"-Trilogie von Kai Meyer gelesen und festgestellt, dass Venedig wohl eine wirklich magische Stadt sein muss. An "Der Herr der Diebe" gefällt mir vor allem wie Bo und Prosper zusammenhalten, sie wollen auf keinen Fall getrennt werden und wenn das bedeutet in einem alten Kino zu leben, dann ist das so. Glücklicherweise geht ja alles gut aus und sie müssen nicht auf ewig in dem Kino leben :)

Die Prophezeiung der Schwestern

Diese Schwestern mögen sich gar nicht, genau genommen sind sie sogar Feindinnen. Denn während Lia alles tun würde um zu verhindern, dass das Böse in unsere Welt kommt, ist ihre Zwillingsschwester Alice die beste Verbündete des Bösen.
Leider ist der erste Band dieser Reihe im Moment nicht lieferbar auf Deutsch, ich fand sie damals nämlich wirklich gut. Es ist mal eine Abwechslung, wenn Geschwister eben nicht auf der gleichen Seite stehen. Denn grade das macht es auch spannend: Lia und Alice kennen sich so gut, dass sie quasi jeden Schritt der anderen vorausahnen können. Für Lia macht es das natürlich nicht einfacher.

Unterland

Diese Geschwister sind keine Waisenkinder! Dafür aber Flüchtlinge. Henry und Alice kommen ursprünglich von Helgoland, sind aber von dort nach Hamburg geflüchtet.
Trotz der wirklich widrigen Umstände halten Henry und Alice meistens zusammen und versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Außerdem kommt James Krüss vor, alleine schon deswegen kommt dieses Buch auf die Liste :)

Mein Feuer brennt im Land der fallenden Wasser

In diesem Buch (übrigens auch wieder von Rainer M. Schröder) gibt es viele Geschwister. Mary hat nämlich einmal leibliche Geschwister, die von den Indianern getötet werden. Und sie wird von zwei Indianerinnen als Schwester adoptiert. Und am Ende des Buches sieht sie diese auch als ihre wirklichen Schwestern, ihre Familie.
Der Autor zeigt wunderbar, dass Geschwister nicht unbedingt auch biologische Geschwister sein müssen. Mary oder Zwei-fallende-Stimmen, wie sie später heißt, entscheidet sich für die Indianer, auch als sie die Chance hat wieder zurück zu gehen. Und die drei unterstützen sich gegenseitig genauso wie es leibliche Geschwistern tun würden.

Kennst du diese Bücher? Was ist dein liebstes Buch über Geschwister? Lass mir einen Kommentar da!
4

Leselaunen #5

Es ist Mittwoch und wieder Zeit für die Leselaunen von Novembertochter. Ganz allein ihre Idee und auf ihrem Blog findet man auch die Linkliste mit allen teilnehmenden Blogs.



Quelle: Arena

Aktuelles Buch?

Die Judas-Papiere von Rainer M. Schröder

War mal wieder so eine Kurzschlussreaktion, ich brauchte was zu lesen und das kam bei der onleihe unter "Zuletzt zurückgegeben". Naja, und ich mag den Autor. Oder mochte. Langsam werde ich glaube ich doch zu alt für die meisten seiner Bücher, auch wenn Die Judas-Papiere etwas anders aufgebaut ist als ein "typischer" Rainer M. Schröder Roman.

Momentane Lesestimmung?

Mäßig. Die letzten Tage habe ich gar nicht gelesen bzw. nichts was nicht für die Uni war. Ich bin auch ziemlich müde, was natürlich nicht hilft ;)

Zitat der Woche?

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum
-Friedrich Nietzsche

Und sonst so?

Der Uni-Alltag hat mich wieder. Zwar steige ich noch nicht ganz durch was den Stundenplan betrifft bzw. kann es nicht glauben wie "wenig" Uni ich scheinbar habe, aber gut. Freitag muss ich gleich einen Vortrag halten und dann in zwei Wochen nochmal einen. Zeit zum akklimatisieren lassen sie uns hier definitiv nicht ^^

Ansonsten ärgere ich mich grade mit der DHL rum. Ich habe mir für diesen Monat quasi als Belohnung für die bestandenen Prüfungen des letzten Semesters ein "Packendes für mich" von Pech und Schwefel bestellt. Und was macht der Paketbote "Empfänger unbekannt". Ganz klasse. Dann hieß es gestern am Telefon, dass es heute einen zweiten Zustellversuch geben würde, aber bisher hat sich am Sendungsstatus nichts geändert. Adresse stimmte, aber wahrscheinlich stand der Paketbote vor der falschen Seite des Hauses. Das Treppenhaus hat hier nämlich zwei Eingänge und nur bei dem einem sind Klingeln...

7

[Rezension] Die 13. Jungfrau

Huhu,

da bin ich wieder mit einer Rezension. Und zwar einer, die eigentlich schon im Dezember fertig sein sollte aber dank meiner Leseflaute wurde da nichts draus. Danke an Schruf & Stipetic für das Rezensionsexemplar und an die Autorin Katharina Münz, dass sie ausgerechnet mich gefragt hat ob ich Lust hätte ihr Buch zu lesen. Auch nochmal einen großen Dank, dass es kein Problem war, die Rezension etwas zu verschieben.

Informationen zum Buch

Quelle: Schruf & Stipetic

Die 13. Jungfrau

Katharina Münz

Ebook
450 Seiten
8,99 €
ISBN: 978-3-944359-13-7
Verlagswebsite



Erster Eindruck:


Mal ein etwas anderes Cover für einen historischen Roman, aber so wirklich eine Meinung habe ich dazu nicht.

Inhalt:

Melwyn ist die zwölfte Ehrenjungfer der Fürstentochter Morvoren. Morvoren soll einen König auf dem Festland heiraten, aber schon die Fahrt über den Ärmelkanal scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Dann ist da auch noch die ständige Angst vor den Dänen und außerdem fragt sich Melwyn was genau eigentlich ihre Gefühle gegenüber Kevern, dem Cousin Morvorens, bedeuten.


Meine Meinung:

Wie soll man ein Buch rezensieren, dessen erste Hälfte man eher mau fand und dessen zweite Hälfte ziemlich gut? Das ist die Frage, die ich mir schon seit einiger Zeit stelle.
Wäre dieses Buch kein Rezensionsexemplar gewesen hätte ich es nicht zu Ende gelesen. Ich habe mich wirklich gequält am Anfang. Zu viel passte einfach nicht zusammen, die Protagonistin nervte, die historischen Fakten passten mMn nur bedingt zusammen… Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher ob die christliche Welt des Frühmittelalters tatsächlich so rigide war, wie sie hier dargestellt ist. Zwar bin ich keine Historikerin, aber ich habe mich hobbymäßig sehr viel mit den Kelten und Friesen befasst. Besonders deren Gesetzestexte hatten es mir angetan, denn ihre Welt war sehr liberal. Und da fing mein Hauptproblem mit dem ersten Teil auch an: Melwyn gehört der keltisch-katholischen Kirche an (spätestens ihre Reaktion auf die Tonsur des römisch-katholischen Erzbischofs von Köln beweist das), und unter eben dieser Kirche existierten in Irland die Brehon Laws. Zur gleichen Zeit. Zwar waren Frauen definitiv nicht gleichgestellt, aber sie hatten doch wesentlich mehr Rechte als das Verhalten der Mädchen vermuten lässt. Dazu kommt, dass Morvorens Vater scheinbar die inkompetentesten Seeleute angeheuert hat, die er finden konnte und Melwyn trotz vorheriger Verlobung weder von ihrer Stiefmutter noch von ihrer Mutter jemals aufgeklärt wurde. Für mich passt das einfach nicht. Und  „meine kleine, süße Schwester Elestren“ ging mir auch gewaltig auf den Sack.
Der zweite Teil des Buches dagegen war wirklich gut, vielleicht auch weil Melwyn wesentlich erwachsener ist. Es passte einfach alles zusammen und ergibt ein stimmiges Bild. Am Ende ist vielleicht etwas viel glücklicher Zufall im Spiel, aber naja. Das kann ich verzeihen, manchmal passieren ja auch im realen Leben unglaubliche Dinge.

Fazit:

3 Sterne, ganz knapp. Denn wie gesagt: Normalerweise hätte ich das Buch nicht weit genug gelesen um zum „guten Teil“ zu gelangen und der Anfang ist für mich einfach nicht stimmig. Ursprünglich war ich auch am überlegen ob es nur 2 Sterne werden, aber der zweite Teil ist dafür einfach zu gut und der erste war ja auch nicht schlecht geschrieben.



2

[Rezension] Die Küste der Freiheit

Huhu,
 neue Woche, neue Rezension. Der Montag wird jetzt meiner neuer Tag für "lange" Posts wie Rezensionen und Co. Vielleicht wird es auch der Dienstag. Donnerstag ist mir zu nah an Beyond the Books, muss ja nicht alles so gedrängt auf einem Haufen sein.
"Die Küste der Freiheit" habe ich als Rezensionsexemplar im rahmen einer Blogtour von Bastei Lübbe erhalten.

Informationen zum Buch

Quelle: Bastei-Lübbe


Die Küste der Freiheit

Maria W. Peter

Hardcover
957 Seiten
€ 9,99 [D]
ISBN 978-3-404-16735-7
Verlagswebsite



Erster Eindruck:

Also auf einen historischen Roman hätte ich im ersten Augenblick bei dem Cover nicht getippt oder zu mindestens nicht auf einem ernstzunehmenden historischen Roman. Schön ist es allerdings trotzdem.

Inhalt: 

Anna Hochstetter ist Mennonitin. Nach ihrem Ausschluss aus der Gemeinde beschließt sie nach Amerika zu gehen. Ausgerechnet dort trifft sie Lorenz von Tannau wieder, ein Offzier, den sie aus der hessischen Heimat kennt. 


Meine Meinung: 

100 Seiten weniger hätten es auch getan. Wirklich. Und ein bisschen weniger Zufälle auch, egal wie unergründliche Gottes Wege sind. Man sollte meinen der amerikanische Unabhängigkeitskrieg wurde in einem Dorf gekämpft so oft wie sich die unterschiedlichen Charaktere mehr oder weniger zufällig wieder treffen.
Die Figuren selbst sind sehr gut ausgearbeitet und die Geschichte ist sehr spannend. Gerade die für die heutige Zeit untypische Gläubigkeit ist manchmal jedoch schwer nachzuvollziehen. Gut ja, ich bin mit einem Glauben aufgewachsen der quasi fast schon eher Atheismus war (Der Pastor, der sagte Gott um Hilfe bitten sei Zeitverschwendung, da Gott nur denen hilft, die sich selbst helfen? Ja, das war in meinem Konfi-Unterricht…), aber das Bibelzitate wörtlich genommen werden? Nicht so meins.
Die Liebesgeschichte von Anna und Lorenz wirklich toll gemacht und man kann sich gut in die beiden reinversetzen, Pluspunkte dafür!
Insgesamt scheint „Die Küste der Freiheit“ gut recherchiert (warum sich ein Baron, dessen persönliches (!) Vermögen groß genug ist um nie mehr arbeiten zu müssen „nur“ den Rang eines Sekondeleutnants erkauft ist mir allerdings unklar). Die Verhältnisse sind natürlich etwas vereinfacht, aber von dem was bei mir vom Geschichtsunterricht hängen geblieben ist durchaus realistisch.
Im übrigen ist meine Inhaltsangabe mal wieder vollkommen sch****, es ist unglaublich schwierig dieses Buch zusammenzufassen ohne etwas wichtiges zu verraten...

Fazit: 

Gottes Wegen mögen (wie gerne erwähnt in diesem Buch) unergründlich sein, hier wirken die vielen Zufälle aber konstruiert. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und das Buch trotz seiner fast 900 Seiten schnell gelesen. Ideal für Fans historischer Romane, die unglaubliche Zufälle übersehen können.

Von mir gibt es dafür 3 Sterne.


4

[Rezension] Das wilde Kind von Hameln

Moin!
 Dieses Buch habe ich von Bettina Szrama erhalten, nach dem sie in der Kategorie "Rattenfänger zu Gast" hier auf dem Blog im August darüber berichtet hat. Im übrigen suche ich auch weiterhin noch Menschen, die gerne einen Gastbeitrag schreiben möchten. Meldet euch einfach bei mir!

Aber jetzt geht es los mit der Rezension:

Informationen zum Buch

Quelle: Acabus Verlag


Das wilde Kind von Hameln

Bettina Szrama

Taschenbuch
320 Seiten
€ 13,90 [D]
ISBN 978-3-862-82361-1
Website der Autorin


Erster Eindruck

hmm, das Buch hat ein sehr angenehmes Format, aber das Cover gefällt mir nicht so. Irgendwie macht es da einfach nicht *klick* für mich, die Schrift gefällt mir aber sehr gut (erinnert mich an die Schrift hier auf dem Blog :) )

Inhalt

1724: In der Nähe von Hameln taucht ein verwilderter Junge auf, er trägt einen Hemdfetzen mit dem kurfürstlichen Wappen um den Hals. Der wilde Peter, wie er genannt wird, führt sich jedoch wie ein wildes Tier auf und kann nicht sprechen. Zunächst wird er ins Armenhaus gebracht, dort freundet sich Grete, die Tochter des Aufsehers, mit ihm an. Aber nicht nur sie interessiert sich für den Jungen, auch der kurfürstliche Kommissar Aristide Burchady sowie der Leibarzt des englischen Königs, die Kronprinzessin und ein Zuchthausaufseher aus Celle möchten mehr wissen...


Meine Meinung

Zu Beginn des Buches hatte ich erst einige Schwierigkeiten mich in die Sprache einzufinden, nachdem ich vorher eine Zeit lang vorallem Jugendbücher gelesen hatte, war dass erst einmal etwas ungewohnt. "Das wilde Kind von Hameln" ist auch sicher eines der Bücher, dass sich stark an der tatsächlichen Sprechweise der Zeit orientiert.
Insgesamt ist das Buch gut gemacht, mich persönlich konnte "Das wilde Kind von Hameln" aber trotzdem nicht recht überzeugen. Über Strecken fand ich es wirklich schwierig weiter zu lesen, zwar ist die Geschichte sehr interessant, nur irgendwie kam nie dieses "Ich muss jetzt unbedingt wissen wie es weiter geht"-Gefühl auf. Die Figuren blieben eben einfach nur Figuren und ich konnte mich nicht in sie reinfühlen. Gerade Leute wie Aristide Burchady sowieso so ziemlich der gesamte englische/hannoveranische Hof sind sehr undurchsichtig. Ja, bei Hofe war es damals sicher nicht gut die eigenen Gefühle an die große Glocke zu hängen und leicht durchschaubar zu sein, aber als Leser brauche ich zu mindestens einen kleinen Ansatzpunkt um eine Figur verstehen zu können. Bei Grete fällt es mir etwas leichter, aber zwischen ihr und mir stehen prinzipielle Unterschiede im Charakter. Das ist allerdings nicht die Schuld der Autorin und wären mir nicht die meisten anderen Figuren ebenso verschlossen geblieben, wäre es auch nicht weiter schlimm.
Gut recherchiert ist das Buch auf jeden Fall, so weit ich das beurteilen kann. Großer Pluspunkt auch: Das historische Setting ist keinesfalls nur Deko sondern die Geschichte lebt irgendwie auch von diesem Umfeld.

Fazit

Ein solider historischer Roman, der sicher seine Fans finden wird. Ich persönlich fand ihn eher okay als gut. 3 Sterne dafür.


0

[Rezension] Der Palast der Meere

Da bin ich wieder! Diesmal mit einer Rezension.
Ich habe Anfang Oktober mal wieder Glück gehabt bei Blogg dein Buch und dürfte "Der Palast der Meere" von Rebecca Gablé lesen. Danke an Bastei-Lübbe für das Rezensionsexemplar.


Informationen zum Buch

Quelle: Bastei-Lübbe


Der Palast der Meere

Rebecca Gablé

Hardocver
957 Seiten
€ 26,00 [D]
ISBN 978-3-431-03926-9
Verlagswebsite



Erster Eindruck:


Hach, dieses Cover. Ich mag es einfach. Das Design erinnert mich ein bisschen an die Seekisten, die bei uns im Heimatmuseum stehen. Da sind auch oft Windrosen und Bilder von Schiffen eingraviert oder die Kisten sind entsprechend bemalt. Zu den anderen Büchern passt es auch sehr gut, was mich immer glücklich macht, selbst wenn ich nur den ersten Band (wenn auch in der "langen" Ausgabe) besitze.

Inhalt:

Isaac und Eleanor von Waringham haben auf den ersten Blick bis auf ihren Vater wenig gemeinsam. Eleanor hat ihr ganzes Leben an der Seite von Königin Elizabeth verbracht. Sie kennt die Geheimnisse eines jeden Menschen bei Hofe und wird "das Auge der Königin" genannt. Einzig und allein der Londoner König der Diebe stört das Bild der perfekten Hofdame...
Isaac dagegen hat nahezu sein gesamtes Leben entweder in Waringham oder bei seinem Onkel, dem Tuchhändler Philip Durham, in London verbracht und er hasst es. Deshalb schleicht er sich auf ein Schiff in der Hoffnung so auf den Kontinent zu kommen. Nur fährt dieses Schiff in die Neue Welt und nicht nach Frankreich...

Meine Meinung:

Meine Zusammenfassung ist echt schlecht. Es ist einfach unglaublich schwierig dieses Buch in Worte zu fassen. Es spielt zwischen 1560 und 1588, als über einen Zeitraum von 28 Jahren. Und dann gibt es diesmal auch noch zwei Hauptpersonen, die wenig bis gar nicht miteinander interagieren. Ja, sie sind Halbgeschwister, aber selten sind beide mal in einem Raum. Was dieses Buch gerade deshalb aber auch besonders spannend macht, denn es entsteht ein sehr vielseitiges Portrait der Zeit. Das Leben bei Hofe und das Leben auf See sind ja jetzt nicht unbedingt vergleichbar ;)
Rebecca Gablé hat es schon in ihrem vorherigen Büchern gezeigt: Sie kann schreiben und wie. Und historische Romane kann sie meiner Meinung nach besonders gut. Mein Favorit von ihr wird wahrscheinlich immer "Der König der purpurnen Stadt" bleiben, aber "Der Palast der Meere" ist auch wirklich gut.
Es gibt wieder jede Menge Intrigen und Schicksalsschläge, aber durch die zwei verschiedenen Hauptpersonen wird es nicht zu viel auf einmal sondern ist etwas aufgelockert. Das hilft auch bei 900 Seiten nicht aufgeben zu wollen. Durch die Abwechslung (und die gut platzierten Zeitsprünge) hat man nie das Gefühl, dass es langweilig wird oder sich zieht. Stattdessen möchte man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen, bei 900 Seiten etwas ungünstig, schließlich muss man (bzw. ich auf jeden Fall) ja auch noch essen und trinken und zur Uni gehen...
Besonders gefallen hat mir diesmal, dass das Umfeld von Isaac und Eleanor ebenfalls sehr gut charakterisiert ist. Mir ist nicht eine Figur aufgefallen, die irgendwie nicht richtig ausgearbeitet wirkt. Hut ab dafür!
Ein kleines Nachwort mit den geschichtlichen Hintergründen gibt es auch wieder, so etwas finde ich muss sein bei einem historischen Roman.

Fazit:

Schwierig, Schwierig. Es ist nicht ihr bestes Buch, aber es ist besser als fast alle anderen historischen Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Also 4 Sterne oder 5 Sterne?
5 Sterne, weil es mehr solcher Bücher geben sollte!

0

[Blogtour] Medizin im 18. Jahrhundert


Hallo und herzlich Willkommen zum vierten Stopp der Blogtour zu "Die Küste der Freiheit" von Maria W. Peter (erschienen bei Bastei Lübbe)! Wie haben dir die bisherigen Beiträge denn so gefallen?
Zur Erinnerung hier noch einmal ein kleiner Blogtour-Fahrplan:
19.10 Bookwormdreamers: Das Buch "Die Küste der Freiheit" stellt sich vor
20.10 Book Chrissi : "Deutsche  Auswanderer in die Neue Welt"
21.10 Bookwormdreamers: "Liebe in Zeiten der Standesunterschiede"
22.10 hier
23.10 Blankas Bücheriste "Die Amerikanischen Südstaaten und ihre Geschichte"
24.10 Babsleben: "Deutsche Einflüsse und Traditionen in Amerika"
25.10 Watchedstuff : "Die Autorin - Maria W. Peter"

Middlesex Krankenhaus, London
Microcosm of London
Anna Hochstätter, die Protagonistin aus "Die Küste der Freiheit" hilft gerne anderen Menschen. Und zwar nicht nur "einfach so" sondern sie kennt sich sehr gut mit Kräutern aus, ist quasi eine "Heilerin". Glücklicherweise waren Hexenprozesse zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so üblich!
Im 18. Jahrhundert änderte sich viel in der Medizin, aber die Ärzte waren von Frauen, die sich mit Kräutern und traditionellen Heilmethoden auskannten immer noch nicht wirklich begeistert.(bzw. fanden sie einfach alles was irgendwie helfen wollte und kein an einer Universität ausgebildeter Arzt war eher blöd) Immerhin war Aderlass nicht mehr in Mode, was ja auch schon mal was ist ;)

Aber wie war die Medizin im 18. Jahrhundert? 

Im Vergleich zu heute? Ziemlich bescheiden. Im Vergleich zum Mittelalter? Verdammt gut.


Es gab schon anatomische Zeichnungen und zwar welche die abbildeten wie es wirklich aussah und nicht wie es gerade am besten passte. Operationen wurden dadurch endlich möglich.

Die Nerven wurden entdeckt, auch wenn niemand so recht eine Ahnung hatte was sie zu bedeuten hatten. Ähnliches gilt für den von William Harvey schon im 17. Jahrhundert entdeckten Blutkreislauf. Man wusste vieles, aber konnte mit diesem Wissen wenig anfangen, weil einige wichtige Dinge eben noch nicht bekannt waren z.B. Bakterien.

1761 veröffentlicht ein Professor Morgagni aus Padua ein Buch in dem er Symptome eines Kranken in Verbindung bringt mit Dingen, die im Inneren des Kranken sind. Heute selbstverständlich, damals quasi eine Revolution.

John Hunter von John Jackson,
via wikimedia Commons
Der Chirurg John Hunter und einige andere Armee-Ärzte stellten sich öffentlich gegen das Amputieren von Beinen und Armen. Zwar waren diese durch die Erfindung/Weiterentwicklung des Stauschlauchs sicherer geworden, aber da Bakterien noch nicht bekannt waren immer noch mit einem hohen (Infektions-)Risiko verbunden.
Aus Schusswunden wurde oft auch nicht mehr die Kugel entfernt, da dadurch häufiger Entzündungen auftraten. Es gab allerdings auch spezielle Geräte zum Entfernen einer Kugel, bei denen eine Vergrößerung der Einschusswunde vermieden wurde.
Auf Schlachtfeldern starben allerdings immer noch mehr als genug Menschen, auch wegen der mangelnden Hygiene oder weil Ärzte und andere Helfer nicht rechtzeitig kommen konnten. Sie standen nämlich nicht unbedingt unter Schutz, so wie heute durch die Genfer Konvention. Es war den Kriegsparteien überlassen sich darauf zu einigen, was mit den Verwundeten (und Gefangenen) geschah.

Geburtszangen nach Levret, 1793
 (Historia literaria et critica forcipium et vectium obstetriciorum)
Hebammen wurden von Ärzten in der Geburtshilfe verdrängt. Vorlesungen zur Geburtshilfe wurden "am lebenden Objekt" gehalten. Armen Frauen wurde so die Möglichkeit eröffnet ihre Geburt von einem Arzt begleiten zu lassen, vielleicht nicht besonders angenehm, aber sicherlich vorteilhaft.

Die Geburtszange wurde erfunden. Heute würde man sagen: Wie barbarisch. Aber wenn die Alternative ist das Kind im Mutterleib zu zerschneiden? Unglaublicher Fortschritt. Anna, die im Buch mehrfach bei Geburten hilft, hätte das sicher gefallen.

Impfungen wurden im ausgehenden 18. Jahrhundert erfunden, dadurch konnten im 20. Jahrhundert die Pocken ausgerottet werden!

Ganz schön viel, was da so zusammen kommt, oder?

Morgen geht es bei Bianka mit der Geschichte der amerikanischen Südstaaten weiter.

Gewinnspiel:

Wer die letzten Tage die Blogtour schon  verfolgt hat weiß, dass es auch ein Gewinnspiel gibt. 
Um an diesem Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr jeden Tag eine Frage in den Kommentaren beantworten. Ihr könnt auf jedem Blog teilnehmen und so 7 Einträge fürs Gewinnspiel sammeln.
Mein Frage: Was findest du von den Neuentwicklungen und Weiterentwicklungen in der Medizin im 18. Jahrhundert am spannendsten/überraschensten? 



1. Preis: 2 x 1 signiertes Print + Postkarte
2. Preis: 3x 1 Block mit Kugelschreiber + Postkarte
3. Preis: 5 x 1 Schlüsselanhänger + Postkarte

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.

Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.

Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.

Das Gewinnspiel endet am 25.10.2015 um 23:59 Uhr.

15

[Rezension] Calpurnias faszinierende Forschungen

Moin!
Da bin ich wieder, langsam komme ich auch wieder in den "Flow" d.h. es wird hier wieder mehr werden. Hoffentlich. Aber jetzt erstmal Vorhang auf für Callie Vee:


Informationen zum Buch

Quelle: Hanser Verlag

Calpurnias faszinierende Forschungen

Jacqueline Kelly

Übersetzer: Birgitt Kollmann
Hardcover
320 Seiten
16,90€ [D]
ISBN 978-3-446-24930-1
Website des Verlags



Erster Eindruck: 

Statt den Pflanzen auf dem Einband des ersten Bandes gibt es diesmal Tiere. Wieder in diesem wunderbaren Zeichenstil, wie man ihn in alten Forschungsbüchern findet.

Inhalt: 

Als Callie Vee eines Morgens eine Möwe vor der Veranda entdeckt, weiß sie noch nicht, dass dies zu einigen Veränderungen in ihrem Leben führen wird. Denn diese Möwe, 100 Meilen von der Küste entfernt, kündigt einen Hurrikan an. Dadurch kommt nicht nur ihre Cousine, Agatha, zu Besuch sondern ein Tierarzt lässt sich in Fentress nieder

Meine Meinung: 

Wieder einmal ein wunderbares Buch, dass sich mit der Frage beschäftigt ob Mädchen genauso gut sind wie Jungen.

Callie Vee ist mir dabei diesmal etwas zu naiv. Ja, sie ist erst 12 bzw. später dann 13, aber ihr muss doch vorher schon einmal aufgefallen sein, dass Mädchen anderes behandelt werden als Jungen? Mir will das einfach nicht so recht in den Kopf, dass diese Tatsache für sie so plötzlich kommt. Andererseits scheint ihrer Mutter auch bisher noch nicht aufgefallen zu sein, dass ihr Mann Callie Vee anders behandelt als die Jungen… Vom ersten Buch her kann ich mich da allerdings auch nicht dran erinnern, allerdings war der Vater da auch meistens eher abwesend und spielte keine große Rolle. Irritieren tut es mich aber dennoch, gerade auch weil Callie Vees Großvater ja keinerlei solcher Anwandlungen hegt.
In diesem Buch geht es auch viel um Travis, Callie Vees jüngeren Bruder. Er scheint etwas dümmlich zu sein oder auch vielleicht nur etwas zu tierlieb? Auf jeden Fall bekommt er ohne Callie Vees Hilfe nichts auf die Reihe obwohl er gar nicht so viel jünger ist. Das ist eigentlich nicht schlimm, aber es ist irgendwie… naja…suboptimal. Denn auch Callie Vee erscheint dadurch unrealistisch, sie rettet die Situation etwas zu oft im Alleingang.
Mich haben besonders die Beschreibungen des Hurrikans von Galveston und der Nachwirkungen gepackt, Jacqueline Kelly zeigt dabei wunderbar wie dieses Ereignis damals ganz Amerika beeinflusst hat. Auch die verschiedenen Experimente, die Callie Vee und ihr Großvater machen haben mir sehr gut gefallen.

Fazit: 

Wieder ein wunderbares Buch, das Themen aufgreift, welche heute wie damals aktuell sind. Die Charaktere bleiben leider hinter dem ersten Teil etwas zurück.

Band 1: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
Band 2: Calpurnias faszinierende Forschungen
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