Irgendwie mag ich das Cover, auch wenn es nichts besonderes ist. Es zeigt eine gewisse Verletzlichkeit.
Inhalt:
In Lisas Leben läuft grade alles super. Direkt nach dem Abitur bekommt sie ihr Traumpraktikum: Bei Maxime Léon, einem bekannten Regisseur. Damit stehen ihr alle Türen in der Filmwelt offen und interessant ist es auch noch. Wenn sie sich bloß nicht so unwohl fühlen würde in Maximes Gegenwart.
Meine Meinung:
Ich hatte Angst, dass #fingerweg ein Buch mit erhobenen Zeigefinger ist. Glücklicherweise hält sich die Autorin da zurück. Stattdessen zieht sie einen in die Geschichte. Man leidet mit Lisa mit und ist genauso wie sie vor allem eines: Verwirrt und verunsichert.
Besonders toll fand ich, wie gut es Susanne Fülscher gelingt das Problem des „Grenzen ziehen“ darzustellen. Es scheint so einfach zu sagen „Mir könnte das nie passieren“, aber oft ist der Übergang eben fließend. Lisa kämpft mit genau diesem Problem: Was ist einfach nur unangemessen und was ist schon sexuelle Belästigung. Und wo zieht man da die Grenze? Und wie wehrt man sich? Schließlich wird uns allen beigebracht immer nett zu bleiben.
Das Thema von #fingerweg ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges und noch dazu ist dieses Buch gut geschrieben. Es ist allerdings definitiv an die Altergruppe 16-20 gerichtet. Mein Abitur ist noch nicht so lange her, aber in der Welt von Lisa habe ich mich trotzdem nicht wirklich heimisch gefühlt. Sie wirkte irgendwie fremd, da sie doch mehr auf das Internet fokussiert ist.
Mein großes Problem mit diesem Buch ist das Ende.
Achtung Spoiler! Zum Aufklappen bitte klicken
Denn ich glaube an den Rechtsstaat und ich glaube, dass es keiner verdient hat in den sozialen Medien fertig gemacht zu werden. Egal was er oder sie getan hat. Natürlich ist es grade bei so Sachen wie sexueller Belästigung schwierig das zu beweisen und nicht immer kommt es zu einer Verurteilung. Aber es ist trotzdem nicht richtig erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wie es Lisa tut, und dann erst Anzeige zu erstatten.
Fazit:
Ein toll geschriebenes, wichtiges Buch. Aber auch leider eines, dessen Ende mich sehr enttäuscht hat. Deswegen gibt es „nur“ 3 Sterne.
Hallo meine Lieben! Es ist wieder der erste Freitag im Monat ist und hier bin ich wieder mit einer Buchvorstellung! Ich habe mich für Obsidian: Schattendunkel von Jennifer L. Armentrout entschieden, da ich einfach wiedermal Lust auf einen unterhaltsamen Jugendroman hatte.
Das Cover wirkt stimmungsvoll und schön mit dem Bokeh über dem Bild, auf dem zwei Schattenfiguren zu sehen sind.
Inhalt
Die 17-jährige Katy und ihre Mutter ziehen nach dem Tod ihres Vaters nach West Virginia in einen winzig kleinen Ort. Da ihre Mutter Bedenken hat, dass Katy schnell Freunde findet, überredet sie ihre Tochter bei den Nachbarn zu klingeln um die Geschwister kennezulernen, die ungefähr im gleichen Alter wie Katy sind. Die Geschwister sind Zwillinge, ein Junge namens Daemon und ein Mädchen namens Dee. Während Dee und Katy bald beste Freundinnen sind, entsteht zwischen Daemon und Katy eine Art Hass-Liebe. Und schon bald kommen Katy erste Zweifel, dass bei den Zwillingen alles mit rechten Dingen zugeht...
Meine Meinung
Ein gutaussehender Junge, der sich arrogant aufführt und scheinbar zu gut für das unschuldige Mädchen ist, dass völlig unbedarft in den neuen Ort gezogen ist. Ein Geheimnis, das es zu Lüften gilt. Klingt alles nach Twilight, oder? Aber ich kann dir versichern, dass Obsidian – auch wenn gewisse Parallelen existieren – ganz anders ist als Twilight. Die Personen erscheinen bodenständiger, die Hass-Liebe von Katy und Daemon kann man oft beinahe greifen. Und als sich herausstellt, dass die Geschwister natürlich keine einfachen Menschen sind und die bösen Gegenspieler auftauchen bekommt die Geschichte noch einmal einen ganz eigenen Drive.
Fazit
Ähnlich unterhaltsam wie Twilight nur viel cooler! Die Hauptdarstellerin ist selbstbewusst, weiss sich zu helfen und ist eine sehr sympathische junge Frau. Außerdem geht es mit dem vermeintlichen Bad Boy teilweise ganz heftig zur Sache. Natürlich stellt sich dann heraus, dass der Bad Boy nicht ganz so böse ist und dass er natürlich kein Mensch ist. Aber all das fügt sich gut in die Geschichte ein und ist bis zum Schluss unterhaltsam. Natürlich hat die Geschichte ein offenes Ende – zumindest was die Beziehung zwischen Katy und Daemon angeht, aber dafür freut man sich umso mehr auf Teil 2!
Kennt ihr die Jugendbuchreihe „Die Jungen von Burg Schreckenstein“ von Oliver Hassencamp? Mein Vater und seine Brüder haben damals sehr viele davon gelesen und irgendwann habe ich die Bücher bei meinen Großeltern gefunden. Und geliebt.
Worum es geht? Um ein Internat auf einer alten Burg. Die dort lebenden Jungs bezeichnen sich selbst als Ritter und haben einen Ehrencodex. So sind Streiche voll okay, solange nichts und niemand dabei zu Schaden kommt. Und in Klassenarbeiten wird natürlich auch nicht abgeschrieben. Ehrensache.
Diesen Herbst kam dazu ein Film in die Kinos. Wahrscheinlich, weil die Verfilmung von Hanni und Nanni so gut funktioniert hat. Und nein: Ich habe diesen Film noch nicht gesehen. Ich habe auch nicht vor ihn mir anzusehen. Vielleicht irgendwann mal auf DVD oder im Fernsehen. Warum? Weil Stephan, Ottokar, Mücke und Co. quasi die ersten Buchcharaktere waren in die ich irgendwie verliebt war. Und in diesem Film sind die so etwa 11. Nicht so 15-16, wie im Buch (also genaugenommen wird das nicht gesagt, aber es gibt die „Kleinen“ und die „Großen“ dort und die „Großen“ sind alt genug um zu flirten und ernsthafte Beziehungen zu führen… Also würde ich sagen, dass die so etwa Beginn der Oberstufe sind). Das kommt mir irgendwie seltsam vor. Außerdem hat Mauersäge Haare…
Aber worum es eigentlich geht: Nachdem ich im Kino den Trailer gesehen habe, habe ich den ersten Band der Reihe nochmal gelesen. Es fühlte sich irgendwie komisch an. So war mir gar nicht bewusst, dass Stephan wirklich schon im ersten Band auftaucht. Und das Mücke da nur eine untergeordnete Rolle spielt. Und wie viel Sport die machen.
Auf der anderen Seite habe ich mich gleich von Seite 1 an zu Hause gefühlt. Ich kenne alle Personen und ihre Fehler und Vorzüge. Ich kenne die Regeln, nach denen das Leben dort abläuft und den Grundriss der Burg.
Aber dann sind da die Witze, die vor gut 10 Jahren einfach an mir vorbeigegangen sind. Oliver Hassencamp war eben nicht „nur“ ein Jugendbuchautor sondern auch Kabarettist und Schauspieler. Heute wäre er wahrscheinlich Blogger und würde sich wortgewaltig über alles von der Beststellerliste bis zur AfD aufregen. Die Schreckenstein-Jungs sind auf der Oberfläche einfach nur eine Gruppe cooler Typen, die viel Spaß haben. Das ist quasi die jugendfreie Version der Bücher. Aber auf der anderen Seite sind sowohl Ottokar als auch Stephan in die mehrere Jahre ältere Tochter eines der Lehrer verliebt. Und versuchen mit ihr zu flirten. Mit Wallenstein-Zitaten. Aber okay, die 70er und 80er waren eine andere Zeit ;) Dazu kommt die kaum versteckte Gesellschaftskritik. Vom Sohn des Bürgermeisters, der natürlich auf die modernste Schule der Stadt geht während die alte Schule der Schreckensteiner völlig überfüllt ist, bis zum Ablehnen von Rauchen und Trinken von Seiten der Ritter.
Klar, auch Schreckenstein hat seine Schattenseiten. Vieles was in den Büchern als „Streich“ abgetan wird ist eigentlich schon eher Mobbing. Und ein Schulleiter, der zulässt, dass einer seiner Schüler den Allerwertesten mit Spannlack eingepinselt bekommt, wäre seinen Job heute wohl doch recht schnell los.
Ich finde es trotzdem sehr schade, dass diese Buchreihe wenig bekannt ist. Und das es meines Wissens nach nichts Vergleichbares gibt in der heutigen Jugendliteratur. Klar, in der heutigen Zeit fehlen auch den Schreckenstein-Büchern wichtige Themen. So gibt es glaube ich keinen Band in dem sich mit Sexualität (in welcher Form auch immer) befasst wird. Und die Diversität ist recht dünn gesät. Aber dafür sind die Bücher jetzt ja auch schon 40 Jahre alt.
Wie wäre es liebe Egmont Verlagsgruppe: Komplette Neuauflage (die ersten drei Bücher gibt es schon) mit der ursprünglichen Schneiderbuch-Aufmachung? Vielleicht in Sammelbänden? Ich würde sie kaufen, die Ausgaben meines Vaters fallen leider auseinander und meine Eigenen sind eine grässliche, blaue Neuauflage von 2005.
Übersetzer: Henning Ahrens Hardcover 416 Seiten 19,99 € [D] 20,60 € [A] ISBN 978-3-551-56023-0 Website des Verlags
-Rezensionsexemplar-
Erster Eindruck
Tja, ein Königskinder-Buch. Also: Wunderbares Cover ist quasi selbstverständlich. Mich erinnert es übrigens ein wenig an die DGzRS Werbung, da ist auch immer viel aufgewühltes Wasser und ähnliche Farben sind das auch. Unter dem Schutzumschlag ist übrigens "Wilhelm Gustloff" eingeprägt. Und es gibt ein Lesebändchen!
Inhalt
Es ist Januar 1945. Die sowjetischen Truppen rücken immer weiter vor in Ostpreußen. Florian, Emilia und Joana sind auf der Flucht. Jeder für sich und doch irgendwie zusammen. Und jeder hat seine Geheimnisse. Alfred ist Soldat. Mehr oder weniger. Einsatzort: Die "Wilhelm Gustloff".
Meine Meinung
Wie fasst man ein solches Buch in Worte?
"Salz für die See" ist großartig. Verstörend. Wundervoll. Beängstigen. Atemberaubend. Zum Nachdenken anregend. Einfach unbeschreiblich.
Ich hatte Angst, dass ich zu hohe Erwartungen haben würde an dieses Buch. Schon so oft haben mich historische Roman enttäuscht. Aber Ruta Sepetys macht alles richtig. Sie schafft es einfach die Gefühle der Protagonisten einzufangen.
"Salz für die See" ist auch vier verschiedenen Sichten geschrieben. Meistens wird dabei nach 1 oder 2 Seiten die Perspektive gewechselt. Aber teilweise ist es auch nur ein Absatz. Oder sogar nur ein Satz. Durch diese Erzählweise schafft die Autorin es grade am Ende des Buches einen in einen Mahlstrom aus Gefühlen zu befördern. Was ziemlich verstörend sein kann. Wirklich. Die vier Protagonisten kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen und jeder hat seine eigenen Gründe. Jeder der vier ist einzigartig und gut charakterisiert. Lediglich Alfred scheint manchmal etwas eindimensional, aber auch das scheint Absicht.
Man merkt es vielleicht: Ich weiß nicht recht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Definitiv eines meiner Jahreshighlights. Aber eben auch ein Buch, dass mich ganz sicher nicht hat jubeln lassen. Außerdem finde ich es sehr schwer darüber zu erzählen ohne zu spoilern. Wobei doch, eins kann ich sagen: Die Wilhelm Gustloff wird untergehen. Und mehr als 9000 Menschen mit sich reißen.
Fazit
Einfach selber lesen! "Salz für die See" ist so unbeschreiblich, aber ich kann euch versprechen, dass es ganz sicher einen Eindruck hinterlassen wird!
Ich habe dieses Buch in Tausch für eine ehrliche Rezension vom Königskinder Verlag/Carlsen bekommen. Danke dafür! Meine Lobeshymmne hat aber ganz sicher nichts mit diesem Fakt zu tun, dafür ist das Buch ganz alleine verantwortlich, egal wo ich es her habe.
Gibt es ein Cover, das noch mehr „Ich bin ein historischer Jugendroman“ schreit? Aber ich mag es trotzdem :)
Inhalt
Eliane hat den Holocaust überlebt. Grade so. Aber sie kann nicht beweisen, wer sie ist und hat deswegen in Nachkriegs-Deutschland keine Identität. Bis sie eine alte Dame trifft, durch diese bekommt sie einen neuen Namen. Aber auch eine neue, gefährliche Aufgabe.
Meine Meinung
Ich habe bereits vor einigen Monaten „Himmel ohne Sterne“von Rainer M. Schröder gelesen, welches das gleiche Thema behandelt nämlich die illegale Einwanderung nach Palästina nach Ende des 2. Weltkriegs. Vielleicht hatte ich auch deswegen meine Probleme mit „Nenn mich nicht bei meinem Namen“, denn Rainer M. Schröder ist nun mal ein Autor, mit dem ich quasi groß geworden bin. Seine historischen Romane haben mein Verständnis für dieses Genre vielleicht mehr geprägt als jeder andere Autor.
Erstmal: Im Buch wird immer von der Alija Daleth geredet. Keine Ahnung ob das ein Fehler in meiner Ausgabe ist oder ein generell Fehler. Denn die Einwanderung hieß Alija Bet, von Alija (Einwanderung) und Bet, dem zweiten Buchstaben im hebräischen Alphabet.
Dazu scheint mir die Hagana doch sehr leichtgläubig. Klar, sicher hatten die allermeisten der Juden keine gesicherte Identität und diejenigen, die sich auf den Weg nach Palästina machten am allerwenigsten. Aber ein Mädchen einfach so akzeptieren? Nur weil sie angeblich wichtige Negative bei sich trägt? Ein bisschen Skepsis ist da ja schon angebracht, denke ich. Außerdem versucht Eliane fast 1 Jahr lang auf eines der Schiffe zu kommen. Da kommt keiner auf die Idee sie vielleicht auch zur Kämpferin auszubilden? Sie scheint ja bekannt zu sein unter der Hagana- Führung. Das passt einfach nicht finde ich, denn die Hagana war soweit ich weiß nicht einfach nur ein Haufen Verrückter sondern gut organisiert. Fast schon eher eine richtige Armee, denn eine Miliz.
Und die Briten scheinen mir am Ende doch sehr leichtgläubig bzw. sogar sorglos. Mehr sei dazu einfach nicht gesagt.
Liane hat einfach viel zu viel Glück. Ja, verdammt es ist ein Jugendbuch. Aber auch Jugendliche können was ab und das war damals einfach kein Zuckerschlecken. Es muss nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein! Und Waltraut Lewin macht hier genau das: Es wird immer alle gut, alle Probleme sind eher Schrecksekunden, als richtige Probleme. So viel Glück hat ein einzelner Mensch einfach nicht!!
Vom Schreibstil ist „Nenn mich nicht bei meinem Namen“ wirklich gut, die Charaktere sind vielfältig, wenn auch teilweise eindimensional. Von den Wenigsten wird die Motivation hinterfragt. Aber trotzdem gut geschrieben.
Fazit
Ein gutgemeintes und gut geschriebenes Buch über ein interessantes Thema. Aber leider ein bisschen zu viel „Alles wird gut“-Mentalität.
Einer der Beiträge aus der Anfangszeit des Blogs, der immer noch regelmäßig geklickt wird ist „Englische Bücher? Aber ich kann doch nur Schulenglisch!“ Und weil der jetzt schon 3 Jahre alt ist, dachte ich es wird Zeit für ein kleines Update.
Die grundlegenden Empfehlungen stehen zwar immer noch d.h. die rote Reihe von Reclam, die Senior English Library von Cornelsen und die Klett English Editions sowie andere Bücher mit Vokabelhilfe sind nach wie vor ein toller Einstieg.
Aber heute möchte ich euch mal 5 (+1) Bücher vorstellen, die ich persönlich für einen tollen Einstieg halte. Nicht zu schwierig, aber trotzdem spannend. Und ohne Vokabelhilfe, also ganz normale Bücher ;)
Speak
Hat vor allem den Vorteil, dass es generell wenig Text hat. Und wenn dann meistens kurze Sätze. Die Geschichte selbst ist nichts für Zartbesaitete: Es geht um Vergewaltigung. Allerdings ist Speak auch ein wichtiges und tolles Buch, grade weil es ein schwieriges Thema behandelt.
Rosie Goes to War
Ich habe es in einem Instagram Post letzte Woche schon erwähnt: Meine Top-Empfehlung für „Anfänger“. Das Buch ist an heutige Jugendliche gerichtet und spielt zu einem großen Teil im London des Jahres 1940. Dadurch das Rosie eben viele alte Wörter auch nicht kennt, werden sie erklärt. Und London mitten im Krieg ist unglaublich interessant.
Swim Fat Boy Swim
Das schwierige an diesem Buch ist, das hier teilweise Dialekt ausgeschrieben wird. Zwar nicht übermäßig aber einige Worte sind doch eher Slang als „richtiges“ Englisch. Trotzdem ist es gut zu lesen und die meisten der Slangwörter erschließen sich aus dem Kontext. Es geht um Jimmy, einem übergewichtigen, gemobbten Jungen. Und um Coach, einem Trainer aus der Schule, der alles daran setzt aus Jimmy einen Schwimmer zu machen. Außerdem: Essen, jede Menge leckeres Essen. Jimmy kocht nämlich gerne!
Anne of Green Gables
Anne von Green Gables. Die Zeichentrickserie war als Kind eine meiner Lieblingsserien. Anne ist einfach so wunderbar. In Buchform sogar noch mehr. Sicher nicht da einfachste Buch auf der Liste, aber dennoch lesenswert und definitiv machbar!
Daddy long-legs
Vielleicht das schwierigste Buch auf der Liste. Warum? Weil es Fachausdrücke aus vielen verschiedenen Gebieten benutzt werden, wenn Judy über ihren Unterricht berichtet. Aber insgesamt ist es nicht so schwer und die unglaubliche Fröhlichkeit von Judy macht vieles wieder wett, sie fasziniert einen eben einfach von Seite 1 an!
+ Harry Potter
Mein persönlicher Einstieg in die Welt der englischen Bücher. Die Motivation war hoch, die Englischkenntnisse mäßig, aber auf die deutsche Übersetzung des 7. Bandes wollte ich nicht warten. Vielleicht eher was für Menschen, deren Englischkenntnisse etwas über „Schulenglisch“ hinausgehen oder sich nicht scheuen neben dem Buch noch ein Wörterbuch mitzuschleppen!
Was ist eure Buchempfehlung für Menschen, die gerne anfangen würden englische Bücher zu lesen?
Ich hatte es ja schon in einigen anderen Beiträgen erwähnt: Ich war Ende Juli auf der YALC, der Young Adult Literature Convention in London. Und habe von dort einige Leseproben mitgebracht. Und weil ich nicht vorhabe einen Bericht zur YALC zu schreiben (zu wenig Fotos gemacht ^^) und es ja auch Englisch ist:
Diese Leseproben möchte ich gerne verlosen!
Teilnahmebedingungen:
- Du bist über 18 oder hast die Erlaubnis deiner Eltern
- Du wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz
- Du bist damit einverstanden, dass ich im Gewinnfall deinen im Formular angegeben Namen hier auf dem Blog sowie auf meinen Social Media Kanälen publik mache.
- Das Gewinnspiel läuft bis zum 24.9.2016 um 23.59
- Vorraussetzung für die Teilnahme ist das Ausfüllen des obigen Teilnahmeformulars
- Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nach Ende des Gewinnspiels gelöscht.
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. -Für einen Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen.
Noch ein „Mitbringsel“ von der YALC und es ist soo schön. Mal ein etwas anderes Cover
Inhalt:
Nach dem frühen Tod ihres Vaters nimmt Sophie eine Stellung als Verkäuferin im grade eröffneten Kaufhaus Sinclair’s an. Ein ganz normaler Job für ein junges mittelloses Mädchen um 1900. Aber da ahnt sie noch nicht, dass sie sich bald mitten in einem Kriminalfall befinden wird. Ein juwelenbesetzter mechanischer Spatz wird aus der Austellungshalle gestohlen und Sophie ist die Hauptverdächtige! Zusammen mit ihren Freunden sucht sie den wahren Dieb…
Meine Meinung:
Ein historisches Mystery-Krimi-Jugendbuch ganz im Stil von Agatha Christie und Co. Nur eben mit Jugendlichen und nicht mit Detektiven.
„A splendid adventure awaits you“ steht unterm Klappentext und das stimmt auf jeden Fall. Katherine Woodfine nimmt einen mit in eine Zeit, in der die Polizei vor allem eines war: Korrupt. Außerdem war gefühlt alles größer und glitzernder und aufregender als heute.
Der eigentliche Text wird von Zeitungsauschnitten und Notizzetteln unterbrochen, diese sind allerdings auch immer relevant z.B. ein codiertes Telegramm oder ein Zeitungsbericht über Sinclair‘s.
„The Mystery oft he Clockwork Sparrow“ ist in mehrere Teile unterteilt und vor jedem Teil ist eine Mannequin mit Hut abgebildet samt einer Erklärung zu welchem Anlass ein solcher Hut getragen werden könnte. Das passt einfach wunderbar in die Zeit und zu diesem Buch. Denn „The Mystery of the Clockwork Sparrow“ ist ein kleines, liebenswertes Bisschen verrückt.
Die Hauptfiguren sind auch toll: Sophie, die aus einer wohlhabenderen Familie zu stammen scheint, aber deren Vater verstorben ist und die nun arbeiten gehen muss. Lilian, die als Model bei Sinclair’s arbeitet aber sich damit eigentlich nur ihre Schauspielerei finanziert. Billy, der von seinem Onkel einen Ausbildungsplatz als Portier verschafft bekommen hat, aber der eigentlich lieber Abenteuerromane liest. Und Joe, ein junger Mann auf der Flucht vor den Schergen des kriminellen Genies namens „Der Baron“, weil er kein Verbrechen begehen wollte.
Die Sprache ist teilweise an die Zeit angelehnt, was zwar einerseits hilft sich in die Zeit herein zu versetzen, aber andererseits das Buch schwieriger zu lesen macht. Für jemanden, der viel auf Englisch liest: kein Problem. Für jemanden der sich mit grundlegendem Schulenglisch an das Buch wagt etwas gewöhnungsbedürftig, aber definitiv machbar!
Fazit:
Ein tolles, cleveres Whodunnit mit interessanten Charakteren. Den zweiten Band habe ich glücklicherweise auch gleich gekauft!
Coverkauf. Aber sowas von. Auf der YALC gesehen und nach etwas hin und her gekauft.
Inhalt:
Beim Aufräumen im Haus ihrer Großmutter findet Rosie einen alten Koffer. Und als sie die alte Kleidung darin anprobiert findet sie sich plötzlich in der Vergangenheit wieder. Und zwar 1940. In London. Mitten im Krieg. Und trifft ihre Großmutter als junges Mädchen.
Nur: Wie kommt sie wieder zurück? Und was passiert, wenn sie nicht wieder zurück kommt?
Meine Meinung:
Die Tag-Line passt wie die Faust aufs Auge: „High Heels, a Suitcase and a World Turned Upside Down“. Rosie ist wirklich ziemlich hilflos in der Vergangenheit. Manchmal etwas zu hilflos, aber vielleicht ist das Schulsystem in England ja wirklich so schlecht...
Mir gefällt die grundsätzlich Idee: Zeitreisen, aber direkt zu den eigenen Verwandten. Und unkontrollierbar auch noch. Und nebenbei die kleine Geschichtsstunde.
Denn das ist „Rosie goes to war“ auf jeden Fall. Hier geht es wirklich um die Realität des Krieges und gut recherchiert ist es auch. Bis ins letzte Detail, viele Sachen sind heute eben doch anders und es sind nicht die großen Sachen, die Verwirrung auslösen sondern die alltäglichen Kleinigkeiten. Wie das Bügeleisen. Oder die Münzen.
Aber auch witzig, grade wenn Rosie Vergleiche mit Doctor Who zieht oder aus Versehen ein Wort benutzt, dessen Bedeutung sich geändert hat in den letzten 70 Jahren.
Leider kann Alison Knight sich nicht beherrschen und hebt ab und an den Zeigenfinger. So macht sich Rosie sehr viele Gedanken darüber, ob sie ihrer Eltern und Großeltern nicht doch mehr respektieren sollte. Und darüber das die gut-aussehenden Weiberhelden nicht die besten Lebenspartner abgeben. Da hätte es etwas weniger auch getan. Allerdings ist das Buch natürlich auch an eine wesentlich jüngere Zielgruppe gerichtet. Ich denke so 12 bis 16 Jahre. Vielleicht sieht man das in dem Alter anders.
Auf jeden Fall hoffe ich auf Folgebände, auch wenn laut Verlag momentan keine geplant sind.
Fazit:
Eine tolle, lehrreiche Zeitreise-Geschichte. Fast schon wie ein Zeitzeugen-Interview, aber mit Dr Who Zitaten. 4 Sterne
Für meinen Beitrag zu „Wir stopfen das Sommerloch mit Klassikern“ habe ich alle meine Verbindungen spielen lassen und konnte so ein exklusives Interview mit Judy Abbott führen. Das Ganze involvierte eine Zeitmaschine aber ich habe es geschafft.
Judy ist nämlich die Hauptfigur in „Daddy Langbein“/ „Daddy Long-legs) (leider aktuell nur auf Englisch erhältlich). Sie ist eine Waise, der ein reicher Mann, den Besuch eines Colleges ermöglicht. Einzige Bedingung: Judy soll ihm jeden Monat einen Brief schreiben und über ihren Alltag berichten. Aus diesen Briefen besteht „Daddy Langbein“, teilweise sind diese auch mit witzigen Zeichnungen versehen.
Ich habe beim Lesen Judy sofort ins Herz geschlossen, sie ist einfach so unglaublich positiv und lustig. In vieler Hinsicht erinnert sie mich an eine andere berühmte Waise: Anne von Green Gables. Beide träumen von schönen Kleidern und davon Schriftstellerin zu werden. Und beide sehen die Welt immer positiv.
Aber nun zu meinen Fragen:
Wie ist das berühmt zu sein?
Seltsam, wirklich sehr seltsam. Natürlich habe ich hart gearbeitet um Autorin zu werden, aber das es jetzt ausgerechnet mein Briefe an Daddy Langbein sind. Und nicht nur die netten und lustigen sondern auch die Briefe, auf die ich wirklich nicht stolz bin.
Du warst auf einem reinen Mädchencollege; war das nicht langweilig?
Nein, nein. Wir hatten eine ganz famose Zeit, nur die Predigt am Sonntag war immer schrecklich. Die Herren waren viel zu sehr davon überzeugt, dass wir unsere weiblichen Tugenden vergessen würden vor lauter Bildung. Die wissen doch gar nichts.
Deine Freundin Sally hat sich jetzt des Waisenhauses, in dem du aufgewachsen bist, angenommen. Wie fühlt sich das an, dass sich da jetzt vieles ändert?
Sally ist wirklich die beste Person für so eine Aufgabe, sind findet immer für alles eine Lösung und hat meistens gute Laune! Auch wenn ihre Briefe in letzter Zeit wenig optimistisch klingen, aber ich bin mir sicher, dass sie es schafft, dass zukünftige Waisen ein besseres Leben haben werden als ich. Weißt du, diese karierten Kleider waren wirklich scheußlich. Da konnte man einfach keine gute Laune haben.
Heute wären die Menschen schockiert, wenn ein Waisenhaus so geführt werden würde wie das John-Grier-Heim. Stattdessen gibt es heute eher Pflegefamilien und Wohngruppen.
Wirklich? Sehr interessant. Viele Menschen machen sich einfach keine Gedanken darüber was mit den armen Waisen passiert. Selbst die Aufsichtsräte kümmern sich außerhalb ihrer monatlichen Besuchen nicht darum was passiert. Wobei nicht alles schlecht war: Sonntags gab es Eis und zu Weihnachten einen Tannenbaum! Und schließlich wäre sonst nie Daddy Langbein auf mich aufmerksam geworden. Dann wäre mein Leben sicher schrecklich langweilig.
Die Briefe von Sally (nicht nur an Judy) sind übrigens in „Lieber Feind“/“Dear Enemy“ zu finden. Darin erfährt man auch was aus Judy geworden ist nach dem College. Meiner Meinung nach sind beide Bücher auch auf Englisch sehr gut zu lesen, mit nur etwa 200 Seiten (Daddy Langbein) bzw. etwa 300 Seiten (Lieber Feind) dauert es auch nicht allzu lange.
Die Autorin der beiden Bücher, Jean Webster, starb leider 1916 bei der Geburt ihres ersten Kindes. Viel zu früh meiner Meinung nach. Sie kam aus einer eher wohlhabenden Familie und besuchte das Vassar College, bevor sie ihr erstes Buch veröffentlichte. In all ihren Büchern, machte sie sich für Frauenbildung stark und für das Frauenwahlrecht. Übrigens war sie eine Großnichte von Mark Twain und ihr Vater führte dessen Verlag.
Ich habe beide Bücher dank Project Gutenberg entdeckt. Für Klassiker eine wirklich tolle Möglichkeit, auch viele deutsche Klassiker findet man dort als epubs.
Morgen geht es weiter bei Tanja auf Lesen und Mehr. Schau doch vorbei. Toll wäre es auch, wenn meine Umfrage zum Thema noch ein paar mehr Antworten bekäme, es gibt auch eine ganz tolle Auswertung am 31. August :)
Eine Liste mit allen Stops dieser Aktion ist bei Nicole auf lilstar.de zu finden. Wie ich es bisher getan habe werde ich auch die nächsten Beiträge auf Facebook teilen. Und auf Twitter, wenn ich dran denke.
es ist doch keine Rezension aus dem Archiv geworden. Aber auch nicht "The Bone Season". Ich brauchte nämlich etwas positive Ablenkung und habe es deswegen nach etwas stöbern in der Onleihe spontan mit "One Dollar Horse" versucht. Wie das ausgegangen ist? Lies selbst:
Informationen zum Buch
Quelle: Verlag Freies Geistesleben
One Dollar Horse
Lauren St. John
Übersetzer: Christoph Renfer Hardcover 318 Seiten 17,90€ ISBN: 978-3-7725-2691-6 Verlagswebsite
Erster Eindruck
Das Cover wirkt sehr erwachsen, also für ein Pferdebuch. Ich finde es sehr schön, dass das englische Cover quasi übernommen wurde vom Verlag Freies Geistesleben (Kannte ich bisher noch nicht xD) Es gibt auch noch eine Taschenbuchausgabe von Fischer Kinder- und Jugendtaschenbuch, deren Cover ist mMn ganz grässlich. Halt typisch Pferdebuch und wirkt für mich eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet.
Inhalt
Caseys großer Traum ist es einmal in Badminton, einem der größten Vielseitigkeitsturniere der Welt, zu gewinnen. Aber wie soll das möglich sein für eine 15-jährige aus einem Londoner Problemviertel? Doch dann trifft sie auf ein vollkommen verängstigtes, abgemagertes Pferd und kauft es dem Abdecker ab: Für einen Dollar. Und mit Storm Warning, wie sie das Pferd tauft, scheint ihr Traum möglich zu werden...
Meine Meinung
Den Plot gab es wohl schon hundertausende Male, ich habe auch schon mindestens 3 oder 4 Bücher mit ähnlicher Ausgangssituation gelesen. Glücklicherweise macht Lauren St. John einige Dinge richtig:
- Probleme sind hier nicht nur imaginär und sie lösen sich auch ganz sicher nicht von allein
- Ein Pferd auszubilden ist harte Arbeit. Und geht nicht von jetzt auf gleich.
- Casey und Storm nehmen an Vielseitigkeitsturnieren teil, meistens geht es in solchen Büchern eher ums Rennreiten
Etwas irritierend ist die Tatsache, dass hier auf nur 300 Seiten mehr als 2 Jahre abgehandelt werden. Man realisiert erst am Ende wie viel Zeit doch schon vergangen ist. Andererseits passt das sicher auch sehr gut zu dem wie Casey es erlebt. Und mehr Seiten wären einfach nicht drin gewesen, man kann nun mal nicht jedes Turnier und jede Trainingseinheit beschreiben.
Casey ist sich sehr bewusst, wie viel Glück und Arbeit hinter einem Sieg steckt und auch mehr als bereit für Storm alles zu geben. Sie wird in dieser Zeit auch wirklich erwachsen und aus der simplen Frage "Wo bekomme ich ein Pferd her?" werden bald wesentlich komplexere Fragen. Auch Geld wird diskutiert und wie anders die Pferdesportwelt doch ist, grade im Vergleich zu Hackney, Caseys Wohnort.
Was mir auch gut gefallen hat, ist das es nicht nur ein Pferdebuch ist. Es wird auch ganz sanft Gesellschaftskritik geübt. Etwa wenn es zu Beginn um Caseys Zukunft geht und klar wird, dass ohne Geld ihre Träume einfach unerfüllbar sind. Oder das niemand ihren Vater einstellen möchte, weil dieser eine Gefängnisstrafe abgesessen hat. Mal abgesehen von den vielen Seitenhieben gegen den Pferdesport.
Fazit
Kein Muss, aber ein sehr starkes Kann. Aus dem Pferdebuchalter bin ich auf jeden Fall schon länger raus und trotzdem konnte mich "One Dollar Horse" in seinen Bann ziehen. Es ist eben noch etwas mehr als nur ein Pferdebuch und noch dazu sehr realistisch geschrieben.
im Moment bin ich etwas im Lernstress(jaa, es ist auch sehr stressig sich vom lernen abzulenken. Gut, und meine Kopfschmerzen helfen weder beim lernen noch beim ablenken *seufz*) Deswegen gibt es heute quasi eine Rezension aus dem "Archiv". Und nächste Woche wahrscheinlich auch noch (außer ich schaffe es bis dahin "The Bone Season" zu lesen und zu rezensieren). Mein Archiv ist ein Ordner namens "Unveröffentlichte Rezensionen", der fertige und halbfertige Rezensionen zu diversen Büchern enthält. "Die Welt wäre besser ohne dich" habe ich in den letzten Semesterferien gelesen. Onleihe sei dank (Ich liebe die Onleihe, sie ist einfach nur perfekt für plötzliche Leseanfälle). Laut Zeitstempel auf der Word-Datei habe ich die Rezension gegen 23 Uhr geschrieben, was man - fürchte ich - merkt. Ich entschuldige mich einfach schon im Voraus dafür.
Schöne Farben. Und ansonsten halt ziemlich typisch Jugendbuch.
Inhalt:
Lara kann es nicht fassen als ihr Schwarm Christian sie auf Facebook plötzlich ignoriert. Und schreibt er auch noch auf ihre Pinnwand, dass die Welt ohne sie besser wäre. Sie beschließt ihm den Wunsch zu erfüllen…
Meine Meinung:
Es fehlt was. Und zwar eine Außenseiter-Perspektive. Zwar ist es ganz wunderbar das Problem Cybermobbing durch die Augen des Opfers und andere Jugendlicher zu sehen, aber es wird irgendwann zu viel. Alle haben irgendwie tausend Probleme und beschäftigen sich vorzugsweise mit sich selbst. Wie gerne hätte ich da die Reaktion der Polizeibeamtin gelesen oder die eines Lehrers. Jemand der dem Ganzen etwas Perspektive gibt. Und sei es nur um mal eine Pause vom endlosen Gejammer der involvierten Teenies zu bekommen.
Also die positiven Punkte:
- hoch aktuell
- verschiedenen Perspektiven, auch die Beweggründe des Mobbers werden dargestellt. Naja, so mehr oder weniger.
- gut zu lesen
Tja, aber leider war es das schon. In die Haupfiguren konnte ich mich nicht reinversetzen, sie haben einfach zu viele Probleme auf einmal. (Und sie jammern auch noch andauernd darüber! Alle!) Es ist als ob die verkorkstesten Familien der Welt zufällig in einer Straße wohnen und zu den Hauptfiguren dieser Geschichte gemacht wurden. Ein paar Probleme weniger hätten es auch getan, dann hätte man auch den Zeigefinger nicht so oft zücken müssen ;)
Ach ja, das Ende war auch eher...meh. Diese Art von Ende kam mir schon bei "Amish Grace" unrealistisch vor und der Film basiert auf wahren Gegebenheiten...
Fazit:
Naja, das Thema ist wichtig. Aber ob dieses Buch etwas dazu beiträgt. Ich weiß ja nicht, meiner Meinung nach ist es bei einem schwierigen Thema wichtig, dass sich der Leser mit den Charakteren identifizieren kann. Und dass konnte ich eben nicht, da diese zu „unnormal“ waren. Also nur 2 Sterne
"Nigra bint lookin' for a government check, more like"
(Eher eine Nigger Schlampe, die einen Scheck von der Regierung möchte)
"Must want to be raped by some of them Japs, yeah, that's what she wants"
(Will wohl von einigen von den Japanern vergewaltigt werden, ja, das ist es was sie möchte)
Das sind nur zwei Sätze aus Front Lines. Front Lines ist aber kein (mehr oder weniger) würdevoll gealterter Klassiker. Nein, Front Lines ist erst Anfang dieses Jahres erschienen. Seit ich es gelesen habe stelle ich mir immer wieder eine Frage: Dürfen Bücher rassistisch sein?
Darf ein Autor solche Sachen schreiben? Im vollen Bewusstsein, dass es keine besonderes netten Sachen sind, die sein/ihr Charakter da sagt? Ja, Michael Grant, der Autor von Front Lines, möchte mit solchen Sätzen bewusst provozieren. Das Buch spielt zwar in einem Paralleluniversum, aber auch dieses Paralleluniversum ist während 2. Weltkriegs durchgehend rassistisch und sexistisch. Und aus gutem Grund, denn es geht ja (auch) darum, dass Vorurteile eben nichts mehr sind als Vorurteile.
Aber die Frage bleibt:
Darf man das?
In Deutschland werden Begriffe wie Neger aus Kinderbüchern gestrichen, in den USA stehen Bücher, die rassistische Ausdrücke benutzen regelmäßig auf Listen mit verbotenen Büchern... Schließlich sind wir alle gleich viel wert und das sollte sich auch in Büchern widerspiegeln.
Auf der anderen Seite steht der durchaus berechtigte Vorwurf, dass grade Jugendbücher zu politisch korrekt sind (Übrigens: Scrupulous Semicolons ist ja wohl mal ein toller Name!). Vielfalt als Verkaufsargument.
Eigentlich bin ich der Meinung, dass man alte Bücher bitte so lassen sollte, wie sie geschrieben wurden und neue Bücher gerne massig Vielfalt und Toleranz zeigen dürfen bzw sogar sollten. In einen Buch des 21 Jahrhunderts haben Sätze, wie die oben für mich nichts zu suchen. Dachte ich. Denn irgendwie ist Front Lines grade deswegen so ein starkes Buch.
Es stellt mein Weltbild auf den Kopf und verlangt von mir das neue Weltbild ohne Fragen zu akzeptieren. Denn die Charaktere kämpfen nicht gegen solche Beleidigungen. Rio und Jenou sind in Front Lines ziemlich geschockt sind keinen einfachen, weiblicheren Job zu bekommen sondern zu einem kämpfenden Regiment geschickt zu werden. Sie sehen sich zwar nicht unbedingt als weniger stark und wichtig an als Männer, aber kämpfen ist dann ihrer Meinung nach doch eher ein Männerjob. Und Frangie (an die die beiden Sprüche von oben gerichtet sind) ist zwar nicht begeistert vom Rassimus ihr gegenüber, aber sie kämpft auch nicht dagegen. Es ist einfach so.
Was meinst du? Kennst du vielleicht sogar Front Lines? Oder hast ein anderes Buch gelesen, dass eben nicht politisch korrekt war und grade deswegen gut? Lasst uns darüber diskutieren!
Es ist wieder Zeit für die Leselaunen von Novembertochter. Ganz allein ihre Idee und auf ihrem Blog findet man auch die Linkliste mit allen teilnehmenden Blogs. Ich muss im übrigen dringend daran arbeiten, mir Dienstags genug Zeit zu verschaffen um diesen Blogpost zu schreiben. Es geht grade jetzt, wo es auf die Klausuren zu geht viel zu häufig unter.
Beastly dürfte das einzige Buch sein, bei dem ich die Filmversion besser finde. Ich liebe den Film, aber in das Buch komme ich irgendwie nicht richtig rein.
Mich stört das Chat-Format zwischendrin und vom Schreibstil generell nervt es (und es gibt kein Neil Patrick Harris *seufz*)
Momentane Lesestimmung?
Geht so, ich muss ja eigentlich lernen. Und dann hatte ich auch noch etwas Pech, was meine Buchauswahl angeht in den letzten Wochen.
Ich fahre zur YALC!! Das ist die Young Adult Literature Convention, die findet im Rahmen der Londoner Comic Con statt und zufällig grade dann, wenn ich eh in London bin. Also werde ich einen Tag dort verbringen. Ursprünglich sollte das der Sonntag sein (Harry Potter Party!), aber jetzt habe ich mich für Freitag entschieden. An dem Tag sind nämlich Ben Aaronovitch (Die Flüsse von London) und Michael Grant (Front Lines) da. Samstag und Sonntag sind dagegen eher "massentaugliche" Autoren da, die mir nicht so zusagen. Hoffentlich werde ich nicht zuuu viele Bücher kaufen, wahrscheinlich sollte ich vorsichtshalber eine Kofferwaage mitnehmen (Andererseits: 23kg + 8kg Handgepäck und ich bin nur 6 Tage da...). Im Moment fühle ich mich noch ein bisschen komisch, wenn ich daran denke. Ist zwar wesentlich kleiner als die Frankfurter Buchmesse, aber ich kenne dort definitiv niemanden. Selbst die meisten Autoren sagen mir nichts. Also: Kennst du einen guten britischen Buchblog? Her mit dem Link :)
Für allgemeine Tipps für London bin ich übrigens auch dankbar. Mein Plan im Moment besteht aus "Ich laufe einfach los". Das hat bei meinem letzten Besuch (mit der ganzen Familie) zwar auch super geklappt, aber man übersieht ja auch vieles.
So, ich gehe dann jetzt wieder lernen. Biochemie hat das Potential zu einem Desaster (Pharmakologie gestern WAR schon eins, glücklicherweise brauche ich weniger als die Hälfte der Punkte da und das sollte hoffentlich geklappt haben...)
Huhu, man könnte sagen diese Rezension ist etwas länger geworden. Etwas. Sie ist tatsächlich gut doppelt so lang wie die meisten Rezensionen hier. Übrigens ein Beispiel dafür, was für tolle Bücher man so in der Onleihe findet ;)
Taschenbuch 570 Seiten ca. 11€ ISBN: 9781405273824 Autorenwebsite
Erster Eindruck:
Ich mag hier eindeutig das britische Cover lieber als das amerikanische. Letzteres wirkt so ein bisschen… imperialistisch? Es erinnert mich auf jeden Fall an Poster aus dem 2. Weltkrieg. Ich finde das britische Cover mit dem Tarn und der Hundemarke passt einfach besser.
Inhalt:
1942, die USA in einer alternativen Zeitlinie: Rio, Frangie und Rainy haben sich aus den unterschiedlichsten Gründen freiwillig zur Armee gemeldet. Sie gehören damit zu den ersten Frauen, die tatsächlich zu den kämpfenden Truppen gehören und weit entfernt von zu Hause gegen die Deutschen kämpfen werden.
Meine Meinung:
Wie übersetzt man „alternate universe“? Ich habe mich jetzt für alternative Zeitlinie entschieden, Parallelwelt ginge sicher auch. Fakt ist: Die Entscheidung, die es in Front Lines möglich macht, dass auch Frauen zur kämpfenden Truppe eingezogen werden können, gab es in unserer Realität nicht. Das macht Front Lines jetzt aber nicht zu einem Science-Fiction-Buch. Es ist einfach nur eine etwas andere Art, sich mit einem bekannten Thema auseinander zu setzen. Und auch wenn ich Reihen nicht so gerne mag: Auf die weiteren Soldier Girls Bände freue ich mich jetzt schon. Mir ist Front Lines sehr unter die Haut gegangen. Einmal die Perspektive: Soldaten. Und dann auch noch weibliche Soldaten. Und dann die Tatsache, dass Michael Grant ganz sicher nicht daran glaubt, dass Jugendbücher irgendetwas verschleiern sollten. Egal ob es Sexismus und Rassimus sind oder die genaue Beschreibung von Tod und Verderben.
Ist das ganze realistisch? Keine Ahnung. Ich bin keine Soldatin und habe es auch nicht vor zu werden. Was ich weiß: In Front Lines müssen Männer und Frauen die gleichen Aufgaben gleich gut erfüllen. In der Realität wurden die körperlichen Anforderungen für Frauen meistens etwas gesenkt. Einfach weil es auf Grund des unterschiedlichen Körperbaus für Frauen wesentlich schwerer ist, einen Klimmzug zu machen als für Männer. Aber in den allermeisten Armeen dieser Welt dürfen Frauen auch nicht zu Einheiten, die wirklich kämpfen.
Die Emotionen der Protagonisten fühlen sich auf jeden Fall sehr echt an. Auch die „Rahmenhandlung“ (wenn man es denn so nennen mag) der Erzählerin passt sehr gut. Es wird zwar nicht verraten wer genau diese Erzählerin ist, aber das sorgt noch mal für eine zusätzliche interessante Ebene. Denn schließlich rät man quasi vor sich hin wer das sein kann. Mein momentaner Tipp: Jenou oder Rainy. Womit wir bei den Figuren wären. Am wichtigsten sind sicher die drei Frauen aus deren Sich erzählt wir: Rio Richlin, deren ältere Schwester bereits im Krieg gefallen ist und die selbst eher das nette Mädchen von Nebenan ist. Frangie Marr, die sich freiwillig meldet, weil ihre Familie nach einem Arbeitsunfall ihres Vaters dringend Geld benötigt. Rainy Schulterman, eine Jüdin aus New York, die es unbedingt Hitler heimzahlen will, auch wenn sie selbst nicht so ganz weiß, was an den Gerüchten über die KZs dran ist. Dann ist da noch Jenou, Rios beste Freundin. Die beiden gehen gemeinsam zum Wehramt um sich freiwillig zu melden und bleiben auch weiter zusammen. Jenou kommt aus einer eher dysfunktionalen Familie, die Armee ist ihr Ausweg. Direkt aus ihrer Sicht wird nicht erzählt, aber sie kommt quasi immer vor, wenn Rio vorkommt. Eine ziemlich gemischte Truppe also und als Nebenfiguren kommen noch viele andere überaus interessante Figuren hinzu. Einige sind sicher etwas überzeichnet (einer von Rainys Vorgesetzen z.B.), aber die allermeisten sind sehr gut ausgearbeitet. Hut ab dafür! Die tollen Charaktere (und die dazugehörige sehr gute Entwicklung eben jener Charaktere) fordern allerdings einen kleinen Tribut was die Länge des Buches angeht. Von einem Kriegsbuch erwartet man dann doch irgendwie eine gewisse Schnelligkeit, Front Lines lässt sich aber sehr viel Zeit. Unerwartet aber gut so, denn sonst können einem die Charaktere nicht ans Herz wachsen.
Ein letzter Absatz noch zum Thema „Wie schwierig ist das Englisch?“. Tja, also ich dachte eigentlich mich könnte nix mehr aus der Bahn werfen. Aber ich musste tatsächlich ein Wort nachgucken (und die militärischen Ränge googeln ;). Und was genau viele der rassistischen Begriffe bedeuten, die Frangie entgegengeworfen werden, will ich gar nicht wissen. Das Pickaninny rassistisch ist, weiß ich auch ohne Übersetzung.
Fazit:
Ein mehr als gelungener Reihenauftakt. Mit Protagonisten, die so real wirken, als ob sie vor einem sitzen würden und ihre Geschichte erzählen.
Heute gibt es mal eine Rezension zu einem Buch, dass ein wenig schönes Thema behandelt. Das war quasi mein letzter Versuch "Rainer M. Schröder", ausgeliehen in der Onleihe. Was draus geworden ist? Einfach weiterlesen!
Passt zum Titel und zwar wirklich. Und es ist mal kein 08/15 Jugendbuchcover.
Inhalt:
München, 1946: Jannek und Leah haben den Nazionalsozialismus überlebt. Grade so. Aber ihre Erlebnisse in den KZ haben sie stark geprägt und jetzt müssen sie im Nachkriegs-Deutschland auch noch ums Überleben kämpfen. Bald schon reift die Idee nach Palästina zu gehen, aber die Reise ist gefährlich und den Staat Israel gibt es noch nicht. In London ist die Familie Bucheim immer mehr Anfeindungen ausgesetzt, als deutsche Juden werden sie überall ausgegrenzt und teilweise direkt angegriffen. Alija Bet – die illegale Einwanderung nach Palästina – scheint auch für sie die letzte Hoffnung.
Meine Meinung:
In letzter Zeit war ich nicht mehr so begeistert von Rainer M. Schröders Romanen. Ich dachte schon ich sei zu erwachsen dafür geworden, aber dieses Buch beweist mir das Gegenteil.
Vorweg: Für sanfte Seelen ist „Himmel ohne Sterne“ nichts. Ganz und gar nichts. Hier wird kein Blatt vor dem Mund genommen was die Realität des Holocaust und des Lebens im Nachkriegs-Europa angeht. Auch das die illegale Einwanderung kein fröhlicher Sonntagsspaziergang war wird ganz sicher nicht verheimlicht. Mich hat vor allem das Verhalten der Briten geschockt, ich wusste zwar aus dem Geschichtsunterricht, dass sie dem Problem „Palästina“ nicht gewachsen waren, aber in konkreten Situationen werden einem die Auswirkungen erst bewusst. Das gilt für vieles in diesem Buch, denn die Rahmenhandlung dürften die Meisten aus dem Geschichtsunterricht kennen, aber die Umsetzung… Ich glaube in keinem anderen Buch von Rainer M. Schröder sterben so viele Menschen, wie in „Himmel ohne Sterne“. Vielleicht in der Falken-Saga, aber das sind 5 Bände und entsprechend mehr Seiten… Und Happy End ist auch nicht wirklich drin…
Leah war für mich „die“ Figur in diesem Buch, ich habe das Geschehen quasi immer durch ihre Augen betrachtet auch wenn nicht alles aus ihrer Sicht erzählt wurde. Jannek dagegen blieb mit die meiste Zeit rätselhaft, auch das Ende hat mir nur bedingt geholfen ihn zu verstehen. Sophie und Marius waren da besser zu verstehen, genauso wie Ari. Aber ich denke, das war auch so gewollt. Man lernt halt die vielen verschiedenen Schicksale kennen, die Juden dazu geführt haben nach Palästina auswandern zu wollen und für einen Staat Israel zu kämpfen. Dazu gehört eben auch der verbitterte und schwer traumatisierte KZ-Überlebende, der glaubt, dass es für ihn keine Zukunft gäbe.
Übrigens: So ganz nebenbei wird auch erklärt, warum in der Region jetzt grade die Hölle los ist (und warum das auch eigentlich mal mehr, mal weniger seit 100 Jahren so ist).
Ach, ich würde gerne noch so viel mehr schreiben über dieses Buch, aber leider würde das meiste davon meine „Keine Spoiler in Rezensionen“-Regel verletzen und hier jetzt jede Menge Spoiler Buttons setzen möchte ich nicht. Gibt ja auch so genug zu sagen.
Fazit:
5 Sterne, was denn sonst. Dieses Buch MUSS man gelesen haben, gleich nach „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Pflichtlektüre für jeden der sich auch nur ansatzweise für das Thema interessiert und eigentlich auch für alle anderen!
Hallo, da bin ich wieder mit einer Rezension. Dieses Buch habe ich über NetGalley vom Carlsen Verlag bekommen. Danke dafür! Mal sehen, wann ich das nächste Mal ein interessantes Buch bei NetGalley entdecke, im Moment ist da leider nichts mehr für mich dabei.
Albin ist vor 5 Jahren mit seiner Mutter und seinen beiden kleinen Schwestern aus Bosnien nach Norwegen geflohen. Aber jetzt sollen sie wieder zurück, also beschließt Albin kurzerhand einfach auszureißen. Er schmuggelt sich in das Auto der Großeltern von Amanda und Lisa. Mitten im Winter.
Meine Meinung:
Ich hätte Albin am liebsten in den Arm genommen und ganz fest gedrückt. Und immer und immer wieder „alles wird gut“ gemurmelt.
Das Buch wechselt zwischen Szenen im hier und jetzt und Szenen aus der Vergangenheit. So wird die damalige Flucht in Verbindung gebracht mit dem was Albin grade erlebt. Die Autorin schafft es dabei die Szenen aus Bosnien gleichzeitig kindgerecht und sehr genau und eindringlich zu beschreiben. Ja, es sterben Menschen und es wird darum auch nicht herum geredet. Aber das wird kein Kind dauerhaft traumatisieren, durch das Thema und die Länge ist das Buch sowieso eher etwas für ältere Kinder und Jugendliche (und Erwachsene, wenn auch eher der kleine Buchhappen für zwischendurch). Man merkt, dass Albin auch fünf Jahre später noch unglaubliche Angst hat vor dem was damals passiert ist.
Es ist auch sehr interessant, wie Albin seine Umgebung sieht und was er darüber denkt. So stellt sich u.a. die Frage, ob man als Muslim denn Würstchen essen dürfte, wenn man kurz vorm verhungern ist. Auch wie er einerseits Angst hat vor seiner Entdeckung und auf der anderen Seite sich nicht traut sich von Amanda und Lisa zu entfernen.
Ich hätte mir gewünscht, dass noch etwas mehr auf die Hintergründe eingegangen wird. Wenn mir nicht ganz klar ist, wie die Familie aus einem UNO-Flüchtlingscamp nach Norwegen gekommen ist: Was ist mit einem Kind? Einem Kind, das vielleicht noch nicht mal weiß, was damals überhaupt passiert ist? Es ist ein Buch über das unbedingt sehr ausführlich gesprochen werden muss und ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich mochte es als Kind nicht so sehr über Bücher zu sprechen und Fragen zu stellen. Ja, ich wusste zwar, dass ich es gekonnt hätte, aber mir hat es immer viel bedeutet, wenn ich ein Buch alleine verstanden habe. Ich glaube nicht, dass das bei diesem Buch möglich ist.
Nachtrag: Grade gesehen, dass das Buch zwar als Kinderbuch klassifiziert ist, aber erst ab 11 Jahren empfohlen wird. Hmm, ja. Das bedeutet etwas mehr Wissen, aber der Gesprächsbedarf ist trotzdem noch da und mit steigendem Elter dürfte auch die Bereitschaft die Eltern was zu fragen sinken...
Fazit:
Ein wunderbares Buch, dessen einziger Makel es ist, dass es nur so kurz ist. Naja, und das es viele Fragen offen lässt deswegen.
Heute ist der Tag der Geschwister. Ja, wirklich, das gibt es. Weiß ich auch erst seit Freitagabend, da kam eine E-Mail vom Aufbau Verlag, die dazu gleich eine ganze Themenwoche auf ihren Social Media Kanälen machen. Damit hat Frau Seiler quasi mein Inspirationsproblem für den heutigen Post gelöst. Danke dafür!
Also, 10 Bücher über Geschwister. Quer durchs Beet, meine einzige Bedingung war: Die Sache mit den Geschwister muss mehr sein als nur eine Randnotiz.
Übrigens: Das Buch, dass ich am meisten mit meiner Schwester verbinde, ist der erste Dolly-Band. Oder eigentlich die ganze Reihe. Ich habe damals die ersten Bände (ich glaube bis Band 3) meiner Schwester vorgelesen. Einfach, weil ich es nicht verstehen konnte, dass meine Schwester nicht so gerne liest wie ich. Mittlerweile liest sie auch gerne (wenn auch nicht so schnell wie ich ^^) Ist aber nicht auf der Liste, Dolly hat zwar eine Schwester, aber die Beziehung zwischen den beiden ist eher Nebensache.
Auf geht's zur Liste:
Hanni und Nanni
Diese Buchreihe fällt beim Thema Geschwister wahrscheinlich jedem ein. Die Zwillinge sind ja quasi Kinderbuch-Stars. (Wer die Geschichte nicht kennt: Hanni und Nanni sind verzogene Kinder, die von ihren Eltern ausgerechnet nach Lindenhof geschickt werden. Einem Internat, was so gar nicht "schick und teuer" ist. Aber sie leben sich ein, werden von allen für ihre Fairness geachtet und haben viel Spaß) Ich habe diese Bücher als Kind sehr viel gelesen und mit Hanni und Nannis Abenteuern mitgefiebert. Noch mehr habe ich allerdings die Zeichentrickserie geliebt, auch wenn ich als Buchbloggern sowas natürlich nicht zugeben sollte. Aber Hanni und Nanni Folgen waren nun mal ein feststehender Termin und wirklich sehr wichtig!
Sinn und Sinnlichkeit/Verstand und Gefühl
Hach, Marianne und Elinor. Die beiden sind wirklich ein ganz besonderes Geschwisterpaar. Ich mag übrigens den "neuen" deutschen Titel des Buches nicht. Ja, es ist eine genauere Übersetzung des Originals, aber die Alliteration geht dabei verloren. Und "Sinn und Sinnlichkeit" hat einfach was.
Für Menschen, die kein BBC gucken, keine Filme mit Alan Rickman mögen und um Jane Austen einen großen Bogen machen: Nach dem Tod ihres Vaters, erbt der Halbbruder von Elinor und Marianne das Anwesen und die beiden müssen mit ihrer Mutter und jüngeren Schwester umziehen. Elinor tut dies höchst ungern, da sie verliebt ist in ihren Schwager Edward. Eine Tatsache, die Marianne nicht so ganz glauben kann, entspricht doch Elinors Verhalten ganz und gar nicht Mariannes Vorstellungen der großen Liebe. Elinor dagegen ist später verblüfft wie sehr Marianne ihre Emotionen zeigt, als sie sich in Willoughby verliebt. Naja, und dann kommt Jane Austens meist genutzer Plot Twist: Willoughby ist ein Arschloch, wenn auch ein charmantes. Am Ende ist es Elinor, die aus Liebe heiratet und Marianne, die lediglich Zuneigung zu ihrem Ehemann empfindet.
Fünf Freunde
Also eigentlich ja 4 Freunde und ein Hund, aber das macht sich so schlecht auf dem Titel.
Julian, Dick und Anne sind drei sehr ungleiche Geschwister (und mir tut ihre Mutter leid, 3 Kinder in 3 Jahren? Muss der Horror gewesen sein...) Julian ist der Anführer, Dick der Spaßvogel und Anne ist eigentlich nicht so der Abenteuer-Typ, aber trotzdem immer mit dabei. Sie sorgt sich auch immer um alle anderen. Die Vierte im Bund ist George, die Cousine der Drei, die lieber ein Junge wäre.
Diese Serie ist auch eine, die ich als Kind gelesen habe, wenn auch längst nicht alle Bände. Diese Bücher haben mich mit der alten Rechtschreibung so dermaßen verwirrt, dass ich heute keine Garantie mehr übernehme für meine Einfälle, was das angeht. Aber die Geschichten waren super, hinter jede Ecke ein Abenteuer und alle halten immer zusammen, egal was passiert. Solche Sommer hätte ich auch gerne gehabt *seufz*
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Die hier erwähnten (Halb-)Geschwister sprechen eigentlich nicht besonders viel miteinander, aber es ist unglaublich faszinierend die Regierungszeit von Elisabeth I aus zwei so unterschiedlichen Blickwinkeln zu erfahren. Isaac ist eher der Abenteurer und ist als Seefahrer auf den Weltmeeren unterwegs während Eleanor, die Vertraute der Königin ist und auch ihre beste Spionin. Trotz ihrer Unterschiede haben Isaac und Eleanor aber auch viele gemeinsame Werte, immer wieder zeigt sich im Laufe des Buches, dass Blut eben doch dicker ist als Wasser.
Meine Rezension dazu findet ihr über die Suchfunktion, den Rezensionsindex oder mittels eines Klicks auf den Titel.
Becky Brown - Versprich nach mir zu suchen
Rainer M. Schröder. Auch so jemand, der mich mit seinen Büchern als Kind und Jugendliche unglaublich beeinflusst hat. In diesem Buch geht es um die Orphan Trains, Züge die Waisenkinder aus den Städten (vor allem aus New York) aufs Land brachten um dort Adoptiveltern zu finden. Becky und ihr Bruder Daniel wollen eigentlich zusammen bleiben, aber keine Familie möchte zwei Kinder aufnehmen und außerdem ist Becky schon relativ alt. Deswegen trennen sie sich, aber Becky verspricht ihrem kleinen Bruder, dass sie eines Tages wieder zusammen sein werden. Als Daniel sich dann einige Jahre später im Bürgerkrieg freiwillig zur Armee meldet, kommt dieser Tag früher als gedacht. Denn Becky will ihn unbedingt davon abhalten und macht sich auf den Weg um ihn zu finden. Auch wenn die Beiden den Großteil des Buches getrennt sind: Wenn das nicht Geschwisterliebe ist, was dann?
Die Chroniken von Narnia
4 Geschwister, die jede Menge Abenteuer erleben. Zu Beginn des ersten Buches sind die vier Geschwister eigentlich gar nicht so eng, aber durch ihre gemeinsamen Abenteuer ändert sich das glücklicherweise. Trotz jeder Menge Missverständnisse zwischendrin, grade im ersten Band. Es könnten natürlich auch einfach 4 x-beliebige Kinder sein, aber dadurch das die Vier Geschwister sind ist es nochmal schöner. Neben den Abenteuern in Narnia geht es eben auch darum, dass eine Familie zusammenhalten muss.
Der Herr der Diebe
Und noch mehr Waisenkinder: Bo und Prosper flüchten nach dem Tod ihrer Mutter vor ihrer Tante nach Venedig. Dort treffen sie auf eine Diebesbande, angeführt vom "Herrn der Diebe". Aber ihre Tante ist schon auf der Suche nach ihnen und auch der Herr der Diebe ist nicht was er scheint.
Ich habe damals in relativ kurzen Abstand sowohl "Der Herr der Diebe" als auch die "Merle"-Trilogie von Kai Meyer gelesen und festgestellt, dass Venedig wohl eine wirklich magische Stadt sein muss. An "Der Herr der Diebe" gefällt mir vor allem wie Bo und Prosper zusammenhalten, sie wollen auf keinen Fall getrennt werden und wenn das bedeutet in einem alten Kino zu leben, dann ist das so. Glücklicherweise geht ja alles gut aus und sie müssen nicht auf ewig in dem Kino leben :)
Diese Schwestern mögen sich gar nicht, genau genommen sind sie sogar Feindinnen. Denn während Lia alles tun würde um zu verhindern, dass das Böse in unsere Welt kommt, ist ihre Zwillingsschwester Alice die beste Verbündete des Bösen.
Leider ist der erste Band dieser Reihe im Moment nicht lieferbar auf Deutsch, ich fand sie damals nämlich wirklich gut. Es ist mal eine Abwechslung, wenn Geschwister eben nicht auf der gleichen Seite stehen. Denn grade das macht es auch spannend: Lia und Alice kennen sich so gut, dass sie quasi jeden Schritt der anderen vorausahnen können. Für Lia macht es das natürlich nicht einfacher.
Diese Geschwister sind keine Waisenkinder! Dafür aber Flüchtlinge. Henry und Alice kommen ursprünglich von Helgoland, sind aber von dort nach Hamburg geflüchtet.
Trotz der wirklich widrigen Umstände halten Henry und Alice meistens zusammen und versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Außerdem kommt James Krüss vor, alleine schon deswegen kommt dieses Buch auf die Liste :)
Mein Feuer brennt im Land der fallenden Wasser
In diesem Buch (übrigens auch wieder von Rainer M. Schröder) gibt es viele Geschwister. Mary hat nämlich einmal leibliche Geschwister, die von den Indianern getötet werden. Und sie wird von zwei Indianerinnen als Schwester adoptiert. Und am Ende des Buches sieht sie diese auch als ihre wirklichen Schwestern, ihre Familie. Der Autor zeigt wunderbar, dass Geschwister nicht unbedingt auch biologische Geschwister sein müssen. Mary oder Zwei-fallende-Stimmen, wie sie später heißt, entscheidet sich für die Indianer, auch als sie die Chance hat wieder zurück zu gehen. Und die drei unterstützen sich gegenseitig genauso wie es leibliche Geschwistern tun würden.
Kennst du diese Bücher? Was ist dein liebstes Buch über Geschwister? Lass mir einen Kommentar da!
Huhu da bin ich wieder, heute mit einer Rezension. Diesmal gibt es eine kleine Warnung vorweg: Ja, diese Rezension enthält entgegen meiner Gewohnheiten Spoiler. Aber die sind hinter einem schicken Ausklapppfeil versteckt und dienen quasi nur dem besseren Verständnis. Im übrigen habe ich mit dem Kauf dieses Buches den lokalen Buchhandel unterstützt. Ostern war leider zu weit weg vom Erscheinungsdatum um warten zu können ;)
Also so nebeneinander sehen die drei Bände der Reihe wirklich schön aus. Wobei ich mich gefreut hätte, wenn die Bücher unter dem Schutzumschlag auch noch was besonderes hätten ^^
Inhalt:
Furia und ihre Freunde stehen vor einer veränderten Welt. Das Sanktuarium gibt es nicht mehr und aus den Seiten der Welt steigen die Ideen auf. Und sie werfen sehr viele Fragen auf, sehr viele.
Meine Meinung:
ja, hmm. Ich weiß nicht so recht. Irgendwie bin ich unzufrieden. Aber ich kann auch nicht sagen was das Problem ist. Vielleicht, dass das Prinzip „Buch über ein Buch“ etwas zu weit getrieben wurde? Oder das Furia scheinbar die Lösung für alles ist? Das Ende scheint auch nicht ganz zu Ende gedacht worden sein:
Achtung Spoiler! Zum aufklappen bitte hier klicken Wenn Furia sich selbst aus den Büchern der Schöpfung löscht und damit die Ideen rückgängig macht: Warum dann nicht auch alles andere was sie geändert hat? Unika z.B. oder die Sache mit Isis?
Also:
- das Ende ist zu „einfach“, keine richtige Lösung, eher ein Versuch ein Ende zu finden
- keine Jugendliche ist so wichtig wie Furia und keine sollte es sein. Auch nicht in einem Fantasy-Buch. Sie fast schon eine Mary Sue, nein streich das „fast“. Sie ist eine Mary Sue. Im letzten Band auf jeden Fall!
Achtung Spoiler! Zum aufklappen bitte hier klicken-Die Sache mit den Autor da, wo sich Kai Meyer quasi selbst reinschreibt (die Beschreibung passt auf jeden Fall, oder?): Billiger Versuch um ein riesiges Loch im Plot zu stopfen. Ja, es passt irgendwie in die Geschichte. Aber trotzdem, ich finde es faul.
-Es sind für meinen Geschmack schon zu viele wichtige Personen in diesem Band, gefühlt wird jede Nebenfigur wichtig und bekommt einen eigenen Handlungsstrang.
Also was wirklich Positives ist da jetzt nicht bei, aber glaub mir: Es war nicht alles schlecht an diesem Buch. Sonst hätte ich es nicht so schnell gelesen. Vielen der Ideen sind wunderbar verrückt.
Fazit:
Die Idee zu dieser Reihe war super, wenn nicht genial, aber leider ist grade das Finale dieser Idee nicht gerecht geworden. Deswegen nur 3 Sterne.