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[Rezension] Berlin 1936

Huhu,
da bin ich wieder mit einer Rezension. Ein Rezensionsexemplar, bei dem ich zwischenzeitlich sogar bereute es angefragt zu haben. Warum? Na, weil es ein Sachbuch ist. Über Geschichte. Die können ziemlich langweilig sein. Nicht so dieses Buch, aber lies einfach meine Rezension. Ich würde jetzt ja sagen: Garantiert spoilerfrei, aber ich fürchte der Geschichtsunterricht in der Schule hat da sowieso schon ordentlich gespoilert ;)

Informationen zum Buch

Quelle: Siedler Verlag

Berlin 1936

Oliver Hilmes

Hardcover
300 Seiten
€ 19,99 [D] € 20,60 [A]
ISBN: 978-3-8275-0059-5
Verlagswebsite




Für "Berlin 1936" werde ich aus meinem üblichen Rezensionsschema ausbrechen. Denn irgendwie wird dieses dem Buch einfach nicht gerecht.

Tja, ich denke der Titel macht schon klar worum es geht: Um die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Als Hitler und Co. es schafften der Welt ein friedliches und "normales" Deutschland vorzuführen obwohl schon die ersten Konzentrationslager gebaut wurden.
Genau genommen berichtet Oliver Hilmes aber nicht nur über diese 16 Tage sondern auch über Sachen, die vorher und nachher passierten. Inklusive einem "Was wurde aus...?" am Ende.

Die in "Berlin 1936" vorgestellten Personen decken quasi die ganze Bandbreite ab: Vom Präsidenten des internationalen olympischen Komitees über ranghohe Nazis wie Goebbels zu Restaurantbesitzern und einfachen (jüdischen) Bürgern. Dabei schlägt Oliver Hilmes nicht den typischen eher belehrenden, mit Fußnoten und Anmerkungen durchsetzen Sachbuch-Stil an, stattdessen erzählt er Geschichten. Ja, er zitiert auch z.B. aus dem Tagebuch von Joseph Goebbels, aber diese Zitate sind quasi einfach nur da und werden nicht besonders hervorgehoben. Gut, es findet auch keine Diskussion der Bedeutung und Verlässlichkeit der verschiedenen Quellen statt. Eine Tatsache, die meine Geschichtslehrerin aus der Oberstufe wahrscheinlich verurteilen würde. Teilweise finden sich auch Auszüge aus Primärquellen direkt wieder z.B. aus Polizeiberichten oder den Anweisungen der "Reichspressekonferenz". Generell wird nicht bewertet was diese Auszüge oder auch andere Begebenheiten bedeuten. Das wird dem Leser überlassen. Oliver Hilmes ist quasi wirklich nur der Erzähler. Mir persönlich gefällt diese Art und Weise sehr gut, man fühlt sich ins Jahr 1936 versetzt.

"Berlin 1936" ist nicht in Kapitel sondern in Tage unterteilt. Jedem Tag ist ein Bild aus der Zeit sowie der offizielle Wetterbericht des Tages vorangestellt. In einzelnen Abschnitten werden dann verschiedenen Geschichten erzählt. Einige Personen tauchen dabei immer wieder auf, während andere nur einmal einen kurzen Absatz bekommen und dann wieder von der Bildfläche verschwinden. Besonders fasziniert hat mich die Geschichte um Thomas Wolfe und Heinz Ledig-Rowohlt, aber auch das "Was wurde aus...?" war sehr interessant. Da stellt sich der kleine Junge plötzlich als später weltbekannter Historiker heraus und die Frau, die spontan Hitler küsste bei den olympischen Spielen, rettet dank ihrer Deutschkenntnisse wenige Monate später einer Frau das Leben. Mal ganz abgesehen von den vielen Geschichten über Menschen, die auf die eine oder andere Art versuchen zu fliehen.

Insgesamt würde ich sagen: Definitiv 5 Sterne. Es hat unglaublich Spaß gemacht "Berlin 1936" zu lesen und interessant war es noch dazu!


2

[Montagszitat] James Krüss


"Haltet die Uhren an. Vergesst die Zeit. Ich will euch Geschichten erzählen."

- James Krüss in "Sommer auf den Hummerklippen"

Und weil ich kein Bild von Herr Krüss finden konnte hier einfach ein Bild seiner geliebten Insel.


Alte Helgoland-Postkarte (ca.1929) via wikimedia commons
Hübsch, oder?

Das Thema für nächste Woche wird "Sprache" lauten.
Wie schon öfters gesagt: Wer will kann gerne mitmachen. Schreibt einfach einen Kommentar mit eurem Link, dann verlinke ich euch das nächste Mal. Mein Montagszitatlogo könnt ihr auch benutzen und euch natürlich an meinen Themen orientieren.

Habt ihr übrigens noch Ideen für ein Thema? Ich habe langsam Problem damit halbwegs originelle und noch relativ weitgefasste Themen zu erdenken. Meistens habe ich ja schon ein bestimmtes Zitat im Hinterkopf möchte allerdings nicht zu viel verraten...

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Asterix und die Geschichte

Man glaubt es kaum: Asterix ist in großen Teilen historisch korrekt. Oder lässt sich zu mindestens auf historische Quellen zurück führen, auch wenn diese vielleicht nicht wirklich korrekt sind *hust* De Bello Gallico *hust* Ich habe die beiden in der Präsentation meiner Facharbeit (Thema: Das keltische Erbe Irlands) sogar als Beispiel benutzt. Damit der Rest des Kurses auch verstand wer zum Teufel diese Kelten denn nochmal waren. Ich beziehe mich in diesem Artikel auf Recherchen, die ich zum Thema Kelten im Rahmen meiner Facharbeit gemacht habe. Also kann ich keine genauen Quellen angeben, aber ich denke ich kenne mich gut genug aus um einfach mal einige Behauptungen in den Raum zu stellen.


Los geht’s:
Von den Kelten ist durchaus farbenfrohe Kleidung überliefert. Sowohl von Streifen als auch von Karos wird geschrieben. Allerdings trugen die Kelten meist Tunika-ähnliche Oberteile. So wie Majestix. Obelix fällt da etwas raus. Und im Kampf trugen sie meist gar nix. Aber dann wären die Hefte halt nicht mehr jugendfrei, das lässt sich also verzeihen, oder?

Druiden waren tatsächlich so eine Art Anlaufstelle für alles. Und trugen, wenn man Römern glauben will, auch tatsächlich weiße Gewänder. Nur verbrachten sie viel weniger Zeit als Miraculix in Bäumen beim Mistel schneiden. Und solche Zaubertränke konnten sie auch nicht brauen. Dafür waren sie sozusagen das Gedächtnis eines Volkes. Sie gaben alles Wissen mündlich weiter und lernten es auswendig. Deswegen gab es auch wandernde Druiden bzw. Barden. Diese waren sozusagen Fortbildungsprogramm und Nachrichtensender in einem.  Bücher hatten die Kelten nicht, auch wenn es wohl durchaus Leute gab, die Latein und Griechisch lesen und schreiben können.
Stattdessen haben sie alles mündlich weitergegeben oft in Form von Geschichten oder Liedern. Das ist nämlich etwas wo Troubadix ausnahmsweise mal Recht hat „Barden sollten verehrt werden“. Wurde sie bei den Kelten auch meistens. Allerdings wäre ich auch lieber für gutes Wetter und gegen den Barden als im Regen dem Barden zuzuhören :D Er ist halt ein besonders untalentierter Vertreter seiner Art.

Häuptlinge wurden bei den Kelten übrigens gewählt. Auch wenn oft trotzdem eine Familie längere Zeit an der Macht war, sie hatte dann einfach die meisten Gefolgsleute. Mit Majestix scheint das Dorf aber sehr zufrieden zu sein. Er ist halt der Chef ;)

Es gibt noch viel, viel mehr Beispiele. Schließlich gibt es Leute die ein Buch darüber schreiben bzw. sogar zwei. Sunnyva van der Vegt und René van Royen haben das gemacht. Ihr Buch heißt „Asterix – die ganze Wahrheit“ und ist wirklich sehr interessant. Und eine einfach Googlesuche findet auch sehr viele Seiten. Ich wollte eigentlich noch viel mehr schreiben, aber leider konnte ich die Erkältung nicht umgehen. Das ist auch der Grund warum es diesen Artikel erst heute gibt und nicht wie geplant gestern. So wirklich nach schreiben ist mir nicht.

Und damit ist meine kleine Themenwoche auch schon beendet. Wie fandet ihr sie? Soll ich öfter solche Aktionen machen oder lieber bei einfachen Rezensionen bleiben?

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