
2016 scheint irgendwie verhext. Eine Krise jagt die Nächste und überall erstarken die Populisten und Radikalen. Und ich muss ehrlich sagen: Nein, ich möchte nicht in so einer Welt leben. Und ich hoffe, dass auch keiner von euch es tun möchte.
Aber es hilft nicht zu jammern, wir müssen etwas tun. Und weil ich nicht gut bin darin tatsächlich auf die Straße zu gehen und Politik zu machen, gibt es halt eine Buchliste. Und zwar eine Liste mit Büchern, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Bücher, die uns und unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Irgendwie.
Sofern vorhanden, kommt ihr übrigens durch einen Klick auf den Titel auf meine Rezension.
Little Brother + Homeland
„This sounds like you’re saying that national security is more important than the Constitution.”
Oder auch um es mit den Worten von Benjamin Franklin zu sagen: "Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit." Cory Doctorow zeigt in beiden Büchern eindringlich, welche Möglichkeiten unsere Technik bietet, wenn es um Überwachung geht. Und wie wir uns wehren können.
Salz für die See
„Die Verzweiflung war so greifbar, dass ich sie vom Kai hätte schaufeln können“
Flucht. Eine Erfahrung, die grade einmal wieder viel zu viele Menschen machen müssen. Umso wichtiger sind Bücher, wie „Salz für die See“, die die Schrecken der Flucht aufzeigen. Niemand flieht, weil er grade Lust drauf hat.
Jenseits der blauen Grenze
„Immerhin haben wir einen Kompass und ein Ziel, den Westen.“
Der Mauerfall ist für mich quasi ein Ereignis aus grauer Vorzeit. Ich bin Jahrgang ‘93: Ein geteiltes Deutschland gibt es in meiner Erinnerung nicht. Umso wichtiger ist es die Erinnerung daran am Leben zu erhalten. Denn es ist erst 27 Jahre her, da sahen sich Menschen genötigt unter Einsatz ihres Lebens aus einem deutschen Staat zu fliehen.
Der Joker
„Maybe everyone can live beyond what they're capable of.”
Markus Zusak ist ein Genie. Und in diesem Buch fragt er „Was ist eigentlich Schicksal?“ und „Was ist mit denen, die von der Gesellschaft vergessen wurden?“. Ein Zufallsfund aber ein so guter Zufallsfund.
Die Bücherdiebin
„Diese widersprüchliche Natur des Menschen! Ein bisschen gut, ein bisschen böse. Man muss nur einen Schuss Wasser dazugeben und umrühren.“
Noch ein Zusak-Buch. Mit sehr vielen Einsichten über uns Menschen und darüber was eigentlich ein Krieg ausmacht. Und was „Überleben“ bedeutet.
Daddy long-legs
„Are women citizens? I don’t suppose they are”
Mit Sätzen wie diesen macht mir dieses Buch klar, wie gut wir es doch haben. Denn 1912 konnte eine junge Frau noch so intelligent, noch so reich sein: Wählen durfte sie nicht. Und Judy hat sehr viele, sehr kluge Meinungen über die Welt und über die Menschen.
Welche Bücher fehlen auch dieser Liste? Was muss man - grade in der momentanen Situation - unbedingt gelesen haben?
