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[Rezension] Das Weihnachtswunder von Old Nichol

Informationen zum Buch

Das Weihnachtswunder von Old Nichol von Raymond A. Scofield
Quelle: Rütten & Loening

Das Weihnachtswunder von Old Nichol

Raymond A. Scofield

Hardcover
240 Seiten
12 €
ISBN: 978-3-352-00889-4
Website des Verlags

-Rezensionsexemplar-


Erster Eindruck:

Cover-Klick. Also nicht wirklich Cover-Kauf, weil ich dieses Buch ja netterweise von NetGalley habe, aber da habe ich es wegen dem Cover angeklickt. Es wirkt so schön winterlich.

Inhalt:

Anna und Benjamin haben nicht die besten Vorrausetzungen für ein schönes Weihnachtsfest: Aus ihrer Heimat Irland sind sie vor einer Hungersnot ins Londoner East End zu ihrer Tante geflohen. Doch die ist nun tot und Anna und Benjamin dem ruchlosen Apotheker Mr. Fox schutzlos ausgeliefert. Ein Unglück reiht sich an das Nächste und vom „Glück der Iren“ ist nicht viel zu spüren.


Meine Meinung:

Wie niedlich! Ja, ich glaube „süß“ ist eine gute Beschreibung für „Das Weihnachtswunder von Old Nichol“. Der Klappentext verspricht das London von Oliver Twist und das bekommt man als Leser auch. Mit ein bisschen Feenstaub inklusive. Also die gute Art von Feenstaub, die die das Leben etwas magischer macht.

Die Figuren in „Das Weihnachtswunder von Old Nichol“ sind überraschend gut ausgearbeitet. Dass Anna manchmal ins Irisch-Gälische fällt irritiert am Anfang etwas, aber auch daran gewöhnt man sich. Und authentisch ist es ja. Nur ein bisschen Stereotypen sind die beiden ja schon. Mussten sie zum Beispiel ausgerechnet rote Haare haben? Beide? Immerhin heißen sie nicht Patrick und Mary.
Und dann ist da ja noch „Welchiger“, wobei ich über ihn nicht allzu viel verraten möchte. Aber er ist cool drauf, das kann ich versprechen! Außerdem war es meiner Meinung nach eine sehr gute Idee ausgerechnet jemanden wie ihn zu einem treibenden Element der Handlung zu machen. (Das klingt jetzt alles sehr mysteriös, oder? Aber ich möchte nicht zu viel verraten, egal wie sehr ich „Nämlichen“ mag…)
Weiterer Pluspunkt: Keine Liebesgeschichte! Man kann Weihnachten nämlich auch feiern ohne das die ganze Welt sich verlieben muss. Stattdessen beschwört Raymond A. Scofield eine andere Art Weihnachtszauber herauf.

Ein großer Minuspunkt: Leider ist „Das Weihnachtswunder von Old Nichol“ ein Buch in dem schon sehr früh klar wird, dass es ein Happy End geben wird. Und zwar eines in dem Jeder das bekommt, was er verdient. Das ist wirklich schade, da so etwas von der Spannung verloren geht. Und auch das Glück wird manchmal etwas überstrapaziert.

Fazit

Oliver Twist mit einer ordentlichen Portion Feenstaub. Ein wunderbares, wenn auch etwas vorhersehbares Weihnachtsbuch.

4 Sterne

4

[Jules Rezension] Obsidian

Hallo meine Lieben!
Es ist wieder der erste Freitag im Monat ist und hier bin ich wieder mit einer Buchvorstellung!
Ich habe mich für Obsidian: Schattendunkel von Jennifer L. Armentrout entschieden, da ich einfach wiedermal Lust auf einen unterhaltsamen Jugendroman hatte.

Informationen zum Buch

Quelle: Carlsen

Obsidian.
Schattendunkel

Jennifer L. Armentrout

Übersetzer: Anja Malich
Hardcover
400 Seiten
18,99 €
ISBN: 978-3-551-58331-4
Website des Verlags


Erster Eindruck

Das Cover wirkt stimmungsvoll und schön mit dem Bokeh über dem Bild, auf dem zwei Schattenfiguren zu sehen sind.

Inhalt

Die 17-jährige Katy und ihre Mutter ziehen nach dem Tod ihres Vaters nach West Virginia in einen winzig kleinen Ort. Da ihre Mutter Bedenken hat, dass Katy schnell Freunde findet, überredet sie ihre Tochter bei den Nachbarn zu klingeln um die Geschwister kennezulernen, die ungefähr im gleichen Alter wie Katy sind.
Die Geschwister sind Zwillinge, ein Junge namens Daemon und ein Mädchen namens Dee. Während Dee und Katy bald beste Freundinnen sind, entsteht zwischen Daemon und Katy eine Art Hass-Liebe. Und schon bald kommen Katy erste Zweifel, dass bei den Zwillingen alles mit rechten Dingen zugeht...


Meine Meinung

Ein gutaussehender Junge, der sich arrogant aufführt und scheinbar zu gut für das unschuldige Mädchen ist, dass völlig unbedarft in den neuen Ort gezogen ist. Ein Geheimnis, das es zu Lüften gilt. Klingt alles nach Twilight, oder?
Aber ich kann dir versichern, dass Obsidian – auch wenn gewisse Parallelen existieren – ganz anders ist als Twilight. Die Personen erscheinen bodenständiger, die Hass-Liebe von Katy und Daemon kann man oft beinahe greifen.
Und als sich herausstellt, dass die Geschwister natürlich keine einfachen Menschen sind und die bösen Gegenspieler auftauchen bekommt die Geschichte noch einmal einen ganz eigenen Drive.

Fazit

Ähnlich unterhaltsam wie Twilight nur viel cooler! Die Hauptdarstellerin ist selbstbewusst, weiss sich zu helfen und ist eine sehr sympathische junge Frau. Außerdem geht es mit dem vermeintlichen Bad Boy teilweise ganz heftig zur Sache. Natürlich stellt sich dann heraus, dass der Bad Boy nicht ganz so böse ist und dass er natürlich kein Mensch ist. Aber all das fügt sich gut in die Geschichte ein und ist bis zum Schluss unterhaltsam.
Natürlich hat die Geschichte ein offenes Ende – zumindest was die Beziehung zwischen Katy und Daemon angeht, aber dafür freut man sich umso mehr auf Teil 2!



2

[Jules Rezensionen] Totenfang

Hallo meine Lieben, es wird wieder spannend!
Nachdem ich euch im Juli erstmals in die Welt von Dr. David Hunter entführt habe, gibt’s heute den neuesten Fall „Totanfang“, der erst vor zwei Wochen erschienen ist!

Informationen zum Buch

Quelle: Rowohlt

Totenfang

Simon Beckett

Übersetzer: Karen Witthuhn; Sabine Längsfeld
Hardcover
560 Seiten
22,95 €
ISBN 978-3-8052-5001-6
Website des Verlags




Erster Eindruck

Das Cover ist genau wie die anderen der Reihe sehr schlicht in Schwarz und Weiß gehalten und erinnert wieder an eine Parte.

Inhalt

Nachdem sich Dr. Hunter bei den letzten Ermittlungen etwas ins Aus geschossen hat, langweilt er sich an der Universität mit seinem üblichen Job doch ziemlich. Ein Lichtblick ist jedoch der Anruf der Polizei in Essex, die eine Leiche in den Backwaters zu bergen hat und dabei seine Unterstützung wünscht. Die Ermittler haben auch schon einen Verdacht wer die Leiche sein könnte: Leo Villiers, der Zögling – und das schwarze Schaf – einer sehr einflussreichen Familie, soll eine Affäre mit der verheirateten Emma Darby gehabt haben und erst sie und dann sich selbst getötet haben. Doch bald kommen Dr. David Hunter die ersten Zweifel an der Identität der männlichen Leiche...


Meine Meinung

Sechs Jahre nachdem der letzte Teil erschienen ist, war es etwas schwer sich an manche Ereignisse zu erinnern, an die im neuen Band angespielt wird. Gewohnt verworren sind die Geschehnisse in der Geschichte, die aber die Spannung ausmachen und bis zum Schluss wusste ich nicht, wer denn der Mörder ist. Auch wenn ich diesen Teil nicht ganz so spannend gefunden habe wie die anderen, war es wieder ein Lesevergnügen und wir dürfen uns auf eine Fortsetzung freuen!


Fazit

Etwas weniger spannend als die anderen Teile, aber genauso unterhaltsam und kurzweilig. Bis zum Schluss hatte ich – wie bei den Dr. Hunter Fällen üblich – keine Ahnung wer der Mörder ist! Ein idealer Thriller-Spaß für die kalte Jahreszeit!

Sterne: 4 von 5


2

[Rezension] Still

Informationen zum Buch

Cover Still Susan Cain
Quelle: Goldmann

Still
Die Kraft der Introvertierten

Susan Cain

Übersetzer: Franchita Mirella Cattani, Margarethe Randow-Tesch
Taschenbuch
464 Seiten
€ 9,99 [D] € 10,30 [A]
ISBN 978-3-442-15764-8
Website des Verlags



Erster Eindruck:

Weiß. Sachbuch. Also eigentlich habe ich keinen wirklich Eindruck.

Inhalt:

Susan Cain war mal erfolgreiche Wall Street Anwältin. Und sie ist introvertiert.  Deswegen hat sie ein Buch geschrieben: Über stille Menschen in einer lauten Welt.

Meine Meinung:

Ich wollte dieses Buch ganz lange nicht lesen. Aber irgendwie tauchte es immer wieder auf. Und da bin ich dann doch eingeknickt.
Und was soll ich sagen? Lesenswert!

Das grundlegende Prinzip introvertiert/extravertiert kannte ich schon länger (Sims sei dank ;)), aber Susan Cain hinterfragt das und erklärt genau welche Charaktereigenschaften für sie unter introvertiert/extravertiert fallen.

Außerdem zeigt wie sich unsere westliche Welt im letzten Jahrhundert zu einer extravertierten Gesellschaft gewandelt hat. Denn im 19. Jahrhundert wurden stille, eher introvertierte Menschen noch bewundert, mittlerweile sind es eher die Menschen, die sich gut selbst verkaufen können, die bewundert werden. Zu mindestens in den USA.
Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte an diesem Buch, denn Susan Cain scheint über weite Strecken immer von „der Welt“ zu sprechen, aber natürlich ist das nicht überall gleich. Schon allein der Unterschied USA/Deutschland macht das deutlich, bei uns wird meiner Erfahrung nach noch etwas mehr Wert auf tatsächliches Können gelegt. Zwar ändert sich das auch und man muss sich immer mehr selbstdarstellen können, aber grundlegend muss man immer noch auch auf dem Papier die richtige Qualifikation haben.

Außerdem finde ich, dass teilweise etwas zu sehr auf dem fachlichen Hintergrund rumgehackt wird. Und teilweise widersprechen sich ihre Fachleute auch gegenseitig, was natürlich völlig okay ist – so funktioniert Wissenschaft – aber in einem populärwissenschaftlichen Buch wäre es schön, wenn das etwas sortierter wäre. Außerdem stimme finde ich, dass sie etwas zu sehr darauf herumreitet, dass Introvertierte ja so viel besser sind. Mag sein, dass wir überlegtere Entscheidungen treffen, aber manchmal müssen eben auch schnelle Entscheidungen getroffen werden.

Insgesamt ist „Still“ sehr verständlich geschrieben und auch trotz vieler zitierter Fachartikel gut zu lesen. Ich habe es auf jeden Fall fast in einem Stück durchgelesen. Überflüssig und wenig interessant fand ich nur den Anhang. Dort fand man z.B. eine Liste berühmter introvertierter Personen, ein Interview mit der Autorin etc. Aber neue Informationen: Fehlanzeige!

Fazit:

Ich würde „Still“ wirklich jedem empfehlen, ob man nun selbst introvertiert ist oder nicht. Mir hat es sehr geholfen Menschen generell zu verstehen. Und den einen oder anderen Tipp für introvertierte gibt es auch, jedoch ist es kein Selbsthilfebuch.


12

[Rezension] The Mystery of the Clockwork Sparrow

Informationen zum Buch

Quelle: Egmont UK

The Mystery of the Clockwork Sparrow

Katherine Woodfine

Taschenbuch
315 Seiten
£6,99
ISBN 978-1-4052-7617-7
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Noch ein „Mitbringsel“ von der YALC und es ist soo schön. Mal ein etwas anderes Cover

Inhalt:

Nach dem frühen Tod ihres Vaters nimmt Sophie eine Stellung als Verkäuferin im grade eröffneten Kaufhaus Sinclair’s an. Ein ganz normaler Job für ein junges mittelloses Mädchen um 1900. Aber da ahnt sie noch nicht, dass sie sich bald mitten in einem Kriminalfall befinden wird. Ein juwelenbesetzter mechanischer Spatz wird aus der Austellungshalle gestohlen und Sophie ist die Hauptverdächtige! Zusammen mit ihren Freunden sucht sie den wahren Dieb…

Meine Meinung:

Ein historisches Mystery-Krimi-Jugendbuch ganz im Stil von Agatha Christie und Co. Nur eben mit Jugendlichen und nicht mit Detektiven.
„A splendid adventure awaits you“ steht unterm Klappentext und das stimmt auf jeden Fall. Katherine Woodfine nimmt einen mit in eine Zeit, in der die Polizei vor allem eines war: Korrupt. Außerdem war gefühlt alles größer und glitzernder und aufregender als heute.
Der eigentliche Text wird von Zeitungsauschnitten und Notizzetteln unterbrochen, diese sind allerdings auch immer relevant z.B. ein codiertes Telegramm oder ein Zeitungsbericht über Sinclair‘s.
„The Mystery oft he Clockwork Sparrow“ ist in mehrere Teile unterteilt und vor jedem Teil ist eine Mannequin mit Hut abgebildet samt einer Erklärung zu welchem Anlass ein solcher Hut getragen werden könnte. Das passt einfach wunderbar in die Zeit und zu diesem Buch. Denn „The Mystery of the Clockwork Sparrow“ ist ein kleines, liebenswertes Bisschen verrückt.
Die Hauptfiguren sind auch toll: Sophie, die aus einer wohlhabenderen Familie zu stammen scheint, aber deren Vater verstorben ist und die nun arbeiten gehen muss. Lilian, die als Model bei Sinclair’s arbeitet aber sich damit eigentlich nur ihre Schauspielerei finanziert. Billy, der von seinem Onkel einen Ausbildungsplatz als Portier verschafft bekommen hat, aber der eigentlich lieber Abenteuerromane liest. Und Joe, ein junger Mann auf der Flucht vor den Schergen des kriminellen Genies namens „Der Baron“, weil er kein Verbrechen begehen wollte.
Die Sprache ist teilweise an die Zeit angelehnt, was zwar einerseits hilft sich in die Zeit herein zu versetzen, aber andererseits das Buch schwieriger zu lesen macht. Für jemanden, der viel auf Englisch liest: kein Problem. Für jemanden der sich mit grundlegendem Schulenglisch an das Buch wagt etwas gewöhnungsbedürftig, aber definitiv machbar!

Fazit:

Ein tolles, cleveres Whodunnit mit interessanten Charakteren. Den zweiten Band habe ich glücklicherweise auch gleich gekauft!


15

[Rezension] Rosie Goes to War

Informationen zum Buch

Quelle: Accent YA

Rosie Goes to War

Alison Knight

Taschenbuch
240 Seiten
£7.99
ISBN 9781783752515
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Coverkauf. Aber sowas von. Auf der YALC gesehen und nach etwas hin und her gekauft.

Inhalt:

Beim Aufräumen im Haus ihrer Großmutter findet Rosie einen alten Koffer. Und als sie die alte Kleidung darin anprobiert findet sie sich plötzlich in der Vergangenheit wieder. Und zwar 1940. In London. Mitten im Krieg. Und trifft ihre Großmutter als junges Mädchen.
Nur: Wie kommt sie wieder zurück? Und was passiert, wenn sie nicht wieder zurück kommt?


Meine Meinung:

Die Tag-Line passt wie die Faust aufs Auge: „High Heels, a Suitcase and a World Turned Upside Down“. Rosie ist wirklich ziemlich hilflos in der Vergangenheit. Manchmal etwas zu hilflos, aber vielleicht ist das Schulsystem in England ja wirklich so schlecht...

Mir gefällt die grundsätzlich Idee: Zeitreisen, aber direkt zu den eigenen Verwandten. Und unkontrollierbar auch noch. Und nebenbei die kleine Geschichtsstunde. 
Denn das ist „Rosie goes to war“ auf jeden Fall. Hier geht es wirklich um die Realität des Krieges und gut recherchiert ist es auch. Bis ins letzte Detail, viele Sachen sind heute eben doch anders und es sind nicht die großen Sachen, die Verwirrung auslösen sondern die alltäglichen Kleinigkeiten. Wie das Bügeleisen. Oder die Münzen.
Aber auch witzig, grade wenn Rosie Vergleiche mit Doctor Who zieht oder aus Versehen ein Wort benutzt, dessen Bedeutung sich geändert hat in den letzten 70 Jahren.

Leider kann Alison Knight sich nicht beherrschen und hebt ab und an den Zeigenfinger. So macht sich Rosie sehr viele Gedanken darüber, ob sie ihrer Eltern und Großeltern nicht doch mehr respektieren sollte. Und darüber das die gut-aussehenden Weiberhelden nicht die besten Lebenspartner abgeben. Da hätte es etwas weniger auch getan. Allerdings ist das Buch natürlich auch an eine wesentlich jüngere Zielgruppe gerichtet. Ich denke so 12 bis 16 Jahre. Vielleicht sieht man das in dem Alter anders.

Auf jeden Fall hoffe ich auf Folgebände, auch wenn laut Verlag momentan keine geplant sind.

Fazit:


Eine tolle, lehrreiche Zeitreise-Geschichte. Fast schon wie ein Zeitzeugen-Interview, aber mit Dr Who Zitaten. 4 Sterne


6

[Rezension] One Dollar Horse

huhu,

es ist doch keine Rezension aus dem Archiv geworden. Aber auch nicht "The Bone Season". Ich brauchte nämlich etwas positive Ablenkung und habe es deswegen nach etwas stöbern in der Onleihe spontan mit "One Dollar Horse" versucht. Wie das ausgegangen ist? Lies selbst:

Informationen zum Buch

Quelle: Verlag Freies Geistesleben

One Dollar Horse

Lauren St. John

Übersetzer: Christoph Renfer
Hardcover
318 Seiten
17,90€
ISBN: 978-3-7725-2691-6
Verlagswebsite



Erster Eindruck

Das Cover wirkt sehr erwachsen, also für ein Pferdebuch. Ich finde es sehr schön, dass das englische Cover quasi übernommen wurde vom Verlag Freies Geistesleben (Kannte ich bisher noch nicht xD)
Es gibt auch noch eine Taschenbuchausgabe von Fischer Kinder- und Jugendtaschenbuch, deren Cover ist mMn ganz grässlich. Halt typisch Pferdebuch und wirkt für mich eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet.

Inhalt

Caseys großer Traum ist es einmal in Badminton, einem der größten Vielseitigkeitsturniere der Welt, zu gewinnen. Aber wie soll das möglich sein für eine 15-jährige aus einem Londoner Problemviertel? Doch dann trifft sie auf ein vollkommen verängstigtes, abgemagertes Pferd und kauft es dem Abdecker ab: Für einen Dollar. Und mit Storm Warning, wie sie das Pferd tauft, scheint ihr Traum möglich zu werden...


Meine Meinung

Den Plot gab es wohl schon hundertausende Male, ich habe auch schon mindestens 3 oder 4 Bücher mit ähnlicher Ausgangssituation gelesen. Glücklicherweise macht Lauren St. John einige Dinge richtig: 
- Probleme sind hier nicht nur imaginär und sie lösen sich auch ganz sicher nicht von allein
- Ein Pferd auszubilden ist harte Arbeit. Und geht nicht von jetzt auf gleich. 
- Casey und Storm nehmen an Vielseitigkeitsturnieren teil, meistens geht es in solchen Büchern eher ums Rennreiten

Etwas irritierend ist die Tatsache, dass hier auf nur 300 Seiten mehr als 2 Jahre abgehandelt werden. Man realisiert erst am Ende wie viel Zeit doch schon vergangen ist. Andererseits passt das sicher auch sehr gut zu dem wie Casey es erlebt. Und mehr Seiten wären einfach nicht drin gewesen, man kann nun mal nicht jedes Turnier und jede Trainingseinheit beschreiben.

Casey ist sich sehr bewusst, wie viel Glück und Arbeit hinter einem Sieg steckt und auch mehr als bereit für Storm alles zu geben. Sie wird in dieser Zeit auch wirklich erwachsen und aus der simplen Frage "Wo bekomme ich ein Pferd her?" werden bald wesentlich komplexere Fragen. Auch Geld wird diskutiert und wie anders die Pferdesportwelt doch ist, grade im Vergleich zu Hackney, Caseys Wohnort.

Was mir auch gut gefallen hat, ist das es nicht nur ein Pferdebuch ist. Es wird auch ganz sanft Gesellschaftskritik geübt. Etwa wenn es zu Beginn um Caseys Zukunft geht und klar wird, dass ohne Geld ihre Träume einfach unerfüllbar sind. Oder das niemand ihren Vater einstellen möchte, weil dieser eine Gefängnisstrafe abgesessen hat. Mal abgesehen von den vielen Seitenhieben gegen den Pferdesport.

Fazit

Kein Muss, aber ein sehr starkes Kann. Aus dem Pferdebuchalter bin ich auf jeden Fall schon länger raus und trotzdem konnte mich "One Dollar Horse" in seinen Bann ziehen. Es ist eben noch etwas mehr als nur ein Pferdebuch und noch dazu sehr realistisch geschrieben.


3

[Rezension] Das Haus der vergessenen Bücher

Informationen zum Buch

Cover Das Haus der vergessenen Bücher von Christopher Morley
Quelle: Atlantik

Das Haus der vergessenen Bücher

Christopher Morley

Übersetzer:Renate Orth-Guttmann
Taschenbuch
256 Seiten
9,99€ [D] 10,30€ [A]
ISBN:978-3-455-65060-0
Verlagswebsite


Erster Eindruck: 

Schlicht und elegant. Wie vom Atlantik Verlag gewohnt.

Inhalt: 

Roger Mifflin lebt fürs Lesen. In seinem Antiquariat findet er deswegen für jeden das richtige Buch. Nur von Werbemaßnahmen möchte er nichts wissen, aber ein Buch kann er dem jungen Werbefachmann Audrey Gilbert natürlich empfehlen. Nachdem Roger mit Titania Chapman eine außerordentliche hübsche junge Gehilfin einstellt, kommt Audrey fast jeden Tag ins Antiquariat. Aber bald schon häufen sich verdächtige Zwischenfälle…

Meine Meinung: 

Dieses Buch ist von 1919! Also das Original, die Übersetzung ist von 2014. Es hat, wie ich finde, deswegen einen ganz besonderen Charme. Der Autor Christopher Morley stand wirklich unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs, als er dieses Buch schrieb.
An sich: Für jemanden, der vor noch nicht so langer Zeit diverse Bücher aus der Zeit gelesen hat (aka Me, myself and I) ist der Plot ziemlich vorhersehbar. Für jeden Krimi-Fan wahrscheinlich auch.
ABER:  Jede Zeile, ach was jedes Wort und jedes Leerzeichen triefen quasi vor Liebe zu Büchern. Zwar kenne ich kaum eins der immer mal wieder zitierten Bücher, aber egal. Ich mag auch so eine Buchhandlung haben, vorzugsweise direkt um die Ecke. Mir kam es eher so vor als sei die Rahmenhandlung nur eine Entschuldigung um ausführlich über Bücher und Buchhandlungen schreiben zu können!
Und dieses Buch ist witzig, also vielleicht nicht konventionell witzig, aber meinen Humor trifft es ziemlich gut. Vor allem was Rumhacken auf der Werbebranche :) Und die Charaktere sind auch wirklich gut charakterisiert und nicht Schema-F (zu mindestens nicht nach heutigen Standards ^^)

Fazit: 

Ein kurzes Büchlein für zwischendurch für alle Buchliebhaber, die ein bisschen Spannung abkönnen. Aber Vorsicht: In diesem Buch kommen Bücher zu Schaden. Mehrere. Ich habe dich gewarnt, also beschwere dich bitte woanders, falls du ein Trauma davongetragen hast.

4 Sterne, weil es leider etwas vorhersehbar ist.


0

[Rezension] Vielleicht dürfen wir bleiben

Hallo, da bin ich wieder mit einer Rezension. Dieses Buch habe ich über NetGalley vom Carlsen Verlag bekommen. Danke dafür! Mal sehen, wann ich das nächste Mal ein interessantes Buch bei NetGalley entdecke, im Moment ist da leider nichts mehr für mich dabei.

Informationen zum Buch

Quelle: Carlsen Verlag

Vielleicht dürfen wir bleiben

Ingeborg Kringeland Hold

Übersetzer:Maike Dörries
Hardcover
112 Seiten
9,99€
ISBN: 978-3-551-55597-7
Verlagswebsite


Erster Eindruck:

Der Junge sieht soo traurig aus.

Inhalt:

 Albin ist vor 5 Jahren mit seiner Mutter und seinen beiden kleinen Schwestern aus Bosnien nach Norwegen geflohen. Aber jetzt sollen sie wieder zurück, also beschließt Albin kurzerhand einfach auszureißen. Er schmuggelt sich in das Auto der Großeltern von Amanda und Lisa. Mitten im Winter.

Meine Meinung:

Ich hätte Albin am liebsten in den Arm genommen und ganz fest gedrückt. Und immer und immer wieder „alles wird gut“ gemurmelt.
Das Buch wechselt zwischen Szenen im hier und jetzt und Szenen aus der Vergangenheit. So wird die damalige Flucht in Verbindung gebracht mit dem was Albin grade erlebt. Die Autorin schafft es dabei die Szenen aus Bosnien gleichzeitig kindgerecht und sehr genau und eindringlich zu beschreiben. Ja, es sterben Menschen und es wird darum auch nicht herum geredet. Aber das wird kein Kind dauerhaft traumatisieren, durch das Thema und die Länge ist das Buch sowieso eher etwas für ältere Kinder und Jugendliche (und Erwachsene, wenn auch eher der kleine Buchhappen für zwischendurch).  Man merkt, dass Albin auch fünf Jahre später noch unglaubliche Angst hat vor dem was damals passiert ist.
Es ist auch sehr interessant, wie Albin seine Umgebung sieht und was er darüber denkt. So stellt sich u.a. die Frage, ob man als Muslim denn Würstchen essen dürfte, wenn man kurz vorm verhungern ist. Auch wie er einerseits Angst hat vor seiner Entdeckung und auf der anderen Seite sich nicht traut sich von Amanda und Lisa zu entfernen.
Ich hätte mir gewünscht, dass noch etwas mehr auf die Hintergründe eingegangen wird. Wenn mir nicht ganz klar ist, wie die Familie aus einem UNO-Flüchtlingscamp nach Norwegen gekommen ist: Was ist mit einem Kind? Einem Kind, das vielleicht noch nicht mal weiß, was damals überhaupt passiert ist? Es ist ein Buch über das unbedingt sehr ausführlich gesprochen werden muss und ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich mochte es als Kind nicht so sehr über Bücher zu sprechen und Fragen zu stellen. Ja, ich wusste zwar, dass ich es gekonnt hätte, aber mir hat es immer viel bedeutet, wenn ich ein Buch alleine verstanden habe. Ich glaube nicht, dass das bei diesem Buch möglich ist.

Nachtrag: Grade gesehen, dass das Buch zwar als Kinderbuch klassifiziert ist, aber erst ab 11 Jahren empfohlen wird. Hmm, ja. Das bedeutet etwas mehr Wissen, aber der Gesprächsbedarf ist trotzdem noch da und mit steigendem Elter dürfte auch die Bereitschaft die Eltern was zu fragen sinken...

Fazit:

Ein wunderbares Buch, dessen einziger Makel es ist, dass es nur so kurz ist. Naja, und das es viele Fragen offen lässt deswegen.


2

[Rezension] Lockwood & Co - Die raunende Maske

Hallo,

mal wieder eine Rezension zu einem teil der Serie, den ersten und zweiten Teil von Lockwood & Co habe ich hier auf dem Blog ja bereits besprochen, nun geht es also weiter.

Informationen zum Buch

Quelle: cbj

Lockwood & Co
Die raunende Maske

Jonathan Stroud

Übersetzer:Katharina Orgaß, Gerald Jung
Hardcover
464 Seiten
€ 18,99 [D] € 19,60 [A]
ISBN: 978-3-570-15963-7
Verlagswebsite


Erster Eindruck

Wie auch bei den vorherigen Bänden: Tolles Cover. Und passt wunderbar zur gesamten Reihe.

Inhalt:

 Lucy, George und Lockwood sind mittlerweile als Geisterjäger recht bekannt in London. Aber die Geister-Epidemie in Chelsea lässt auch sie ratlos zurück. Und dann ist da ja auch noch Holly, auf deren Hilfe zu mindestens Lucy gerne verzichten könnte.

Meine Meinung:

Ich weiß immer noch nicht was die Geister-Plage ausgelöst hat. Entgegen meiner Annahme ist das nämlich nicht der letzte Band der Reihe, immerhin gibt es keinen Cliffhanger bzw. nur einen klitzekleinen.
Ansonsten:
-  Wenn die drei öfter miteinander reden würde, wären viele Probleme hinfällig.
 - Der Schädel im Glas ist auch in diesem Band wieder genial. Ich mag seine Sprüche J
- Ich mag Lucy als Erzählerin, nur schade, dass dadurch Holly sehr negativ rüberkommt. Man hat als Leser gar keine wirklich Chance sich ein Bild von ihr zu machen.
- Lucy scheint auch langsam zu so einer Art Wunderkind zu werden. Mir gefällt diese Entwicklung nicht, hoffentlich bestätigt sich meine Vermutung nicht, dass sie am Ende die alleinige Lösung des Problems ist. Das wäre schade.
-Ja, die Bepüb soll inkompetent rüberkommen, aber in diesem Buch kommen sie eher so rüber als ob sie nie etwas machen und selbst das nicht vernünftig hinbekommen. So ab und an finde ich sollten sie schon was machen oder zu mindestens so tun.
-Diese Ideen sind einfach nur wunderbar. Der Poltergeist war klasse. Wirklich klasse. Und Mr Aickmere auch.

Fazit:

Ganz okay. Ich will immer noch wissen wie es weiter geht, aber ich hoffe wirklich, dass sich das Rätsel um die Geisterplage im nächsten Buch löst. Vorzugsweise ist die Lösung nicht Lucy. Ich denke es sind grade noch so 4 Sterne. Wegen dem Schädel im Glas und wegen einigen wunderbaren Einfällen.


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[Julias Rezensionen] Mieses Karma hoch 2

Hallo,

ich bin Julia und blogge unter Jules Moody über DIY, einfache Naturkosmetik, Entschleunigung und Rezepte. Da ich aber ein großer Bücherliebhaber bin, freue ich mich umso mehr hier einmal im Monat für Lena eine Rezension schreiben zu dürfen und somit meiner Leidenschaft zu fröhnen!

Angefangen hat meine Liebe zu Büchern bereits in der Volksschule, als ich im zarten Alter von 7 ein Kinderbuch geschenkt bekommen habe, das ich noch bis heute verwahre als wäre es ein Schatz. Seither lese ich pro Jahr zwischen 15 und 20 Büchern aus den verschiedensten Genres, hautsächlich aber Thriller und Romane. Hin und wieder auch Jugend/Fantasy, wenns gut geschrieben ist.
Für meine erste Rezension habe ich ein Buch ausgesucht, das im Herbst des vergangenen Jahres erschienen ist und dessen Vorgänger ich heiß geliebt habe: „Mieses Karma Hoch 2“ von David Safier.

Informationen zum Buch

Quelle: Kindler Verlag

Mieses Karma Hoch 2

David Safier

Hardcover
320 Seiten
19,50€ [A], 18,95 [D]
ISBN: 9783463406237
Autorenwebsite



Erster Eindruck

Das Cover ist wie auch beim Vorgänger („Mieses Karma“) echt süß gestaltet. Das Buch selbst ist nicht übermäßig dick, verspricht aber Lesevergnügen höchster Klasse.

Inhalt

Daisy versucht sich mehr schlecht als recht als Schauspielerin durchzuschlagen. Bei einem Dreh trifft sie auf den Hollywood-Star Marc. Und als die beiden bei einem gemeinsamen Autounfall sterben nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Beide gehörten in ihren Leben nämlich ganz eindeutig nicht in die Kategorie „guter Mensch“. Wegen des vielen miesen Karmas, das beide angehäuft haben, werden sie als Ameisen wiedergeboren und müssen fortan versuchen sich die Karma-Leiter wieder nach oben zu Arbeiten – denn beide wollen nichts sehnlicher als wieder Mensch sein und zu ihren Lieben zurück zu kehren. Doch das gestaltet sich schwerer als erwartet, zumal sich die beiden, die sich eigentlich gar nicht ausstehen können, ineinander verlieben...



Meine Meinung

Ich habe sehr auf „Mieses Karma Hoch 2“ gefreut und hatte dennoch auch etwas Angst enttäuscht zu werden, da mich der erste Teil völlig überrascht hat und für mich eines der besten Bücher überhaupt ist. Doch die Angst war unbegründet, denn so leicht und lustig wie David Safier die Reinkarnation beschreibt ist es ein wahres Vergnügen das Buch zu Lesen. Ein paar Dinge waren natürlich parallel zum ersten Teil, aber das hat nicht weiter gestört. Die Erlebnisse, die Daisy und Marc während ihrer Reise passieren sind einfallsreich, lustig und unterhaltsam. Und natürlich hat das Buch auch ein Happy End, auch wenn es anders ist, als ich es erwartet hatte.

Fazit

Ein Buch für alle, die gerne unterhalten werden und auf die absurden Geschehnisse gespannt sind, die Tieren passieren, wenn sie eigentlich früher Menschen waren. Mieses Karma Hoch 2 reicht zwar nicht ganz an Mieses Karma heran, verdient aber dennoch 4 von 5 Punkten.



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[Rezension] Francis, der fette Fee

Hallo,
da bin ich wieder. Die Feiertage habe ich mehr oder weniger gut überstanden
Übrigens: Der Beitrag in dem Claudia M. Frank über die Überarbeitung des Buches spricht ist unglaublich gut geschrieben.



Informationen zum Buch


Claudia M. Frank
Francis, der fette Fee
Ebook
ca. 292 Seiten
0,99€
ASIN: B017EN8KES

Inhalt:

Francis ist ein Fee. Und er ist dick, obwohl Feen eigentlich alle schlank sind. Unglücklich verliebt ist er auch noch und deswegen verlässt er das Feenreich um eines Tages als großer Held und Abenteurer zurückzukehren. Auf seiner Reise trifft er die Folfin Fabila und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Fabilas verschwundenen Verlobten.

Meine Meinung:

Kommt euch die Inhaltsangabe bekannt vor? Ja? Ich habe vor etwa einem Jahr schon einmal über dieses Buch berichtet. Ein Facelifting, sowohl äußerlich als auch innerlich, später habe ich es nun zum zweiten Mal gelesen. Und ich muss sagen: Die Probleme sind weg. Die meistens auf jeden Fall.
Ich weiß auch gar nicht so wirklich was ich noch weiter schreiben soll zu diesem Buch, denn am besten ist es sich einfach überraschen zu lassen. Francis ist ein wirklicher kleiner Held, der mir richtig ans Herz gewachsen ist.

Fazit

Schon nach dem lesen des ursprünglichen Buches fand ich die Idee einfach nur super, mit den Überarbeitungen ist es zwar noch nicht ganz perfekt aber ein tolles Buch. Man könnte fast schon sagen: Für die ganze Familie.





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[Rezension] Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet

Informationen zum Buch

Cover Flavia de Luce 1
Quelle: Blanvalet


Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet

Alan Bradley

Übersetzer:Gerald Jung, Katharina Orgaß
Taschenbuch
400 Seiten
€ 8,99 [D];€ 9,30 [A]
ISBN 978-3-442-37624-7
Website zur Reihe


Erster Eindruck:

Das Cover ist ja soo toll, aber fast schon wieder zu toll, der Klappentext hat mich nämlich erst nicht so überzeugt und nur wegen des Covers kaufe ich keine Bücher. Gut das es das Buch in der Onleihe gab ^^

Inhalt:

 Flavia de Luce wohnt mit ihren beiden Schwestern und ihrem Vater in einem Herrenhaus mitten im idyllischsten England. Bis eines Morgens plötzlich ein Toter im Gurkenbeet liegt. Vergiftet. Und Flavias Vater soll der Mörder sein. Da muss Flavia natürlich Nachforschungen anstellen…


Meine Meinung:

Chemie, jede Menge Chemie *aww* Da hat das Studium endlich mal einen Sinn :D Für jemanden der mit Chemie nicht so viel am Hut hat oder eher altersmäßig der Zielgruppe entspricht, vielleicht eher nicht so toll, aber mir hat es Spaß gemacht. Wobei ich Flavias Laborsicherheit bemängeln muss, sie hält sich eindeutig nicht an einige wichtige Sicherheitsvorschriften xD Und Tee in Bechergläsern *seufz*
Aber zurück zum Buch. Flavia ist mal etwas Anderes. Und anders kann man sie auch nicht einordnen, aber mir gefällt sie. Lässt sich nichts sagen, ist mutig und mag Chemie, was gibt es da nicht zu mögen? Noch dazu liegt die Geschichte irgendwo zwischen absoluter Verrücktheit und Agatha Christie. Very British könnte man auch sagen.
So wirklich weiß ich nicht was ich zu Flavia schreiben soll. Es war ein wunderbarer Roman, aber irgendwie auch nicht so gut, dass ich jetzt unbedingt sofort die Folgebände lesen muss. Woran das liegt? Ich weiß es nicht, ehrlich nicht. Vielleicht weil Flavia mir persönlich etwas zu extrovertiert ist? Oder weil mich das Chemie und Giftgequassel dann doch etwas zu sehr ans Studium erinnert?

Fazit:

Ein tolles Buch, dass mich aber trotzdem nicht wirklich mitreißen konnte.


4

[Rezension] Calpurnias faszinierende Forschungen

Moin!
Da bin ich wieder, langsam komme ich auch wieder in den "Flow" d.h. es wird hier wieder mehr werden. Hoffentlich. Aber jetzt erstmal Vorhang auf für Callie Vee:


Informationen zum Buch

Quelle: Hanser Verlag

Calpurnias faszinierende Forschungen

Jacqueline Kelly

Übersetzer: Birgitt Kollmann
Hardcover
320 Seiten
16,90€ [D]
ISBN 978-3-446-24930-1
Website des Verlags



Erster Eindruck: 

Statt den Pflanzen auf dem Einband des ersten Bandes gibt es diesmal Tiere. Wieder in diesem wunderbaren Zeichenstil, wie man ihn in alten Forschungsbüchern findet.

Inhalt: 

Als Callie Vee eines Morgens eine Möwe vor der Veranda entdeckt, weiß sie noch nicht, dass dies zu einigen Veränderungen in ihrem Leben führen wird. Denn diese Möwe, 100 Meilen von der Küste entfernt, kündigt einen Hurrikan an. Dadurch kommt nicht nur ihre Cousine, Agatha, zu Besuch sondern ein Tierarzt lässt sich in Fentress nieder

Meine Meinung: 

Wieder einmal ein wunderbares Buch, dass sich mit der Frage beschäftigt ob Mädchen genauso gut sind wie Jungen.

Callie Vee ist mir dabei diesmal etwas zu naiv. Ja, sie ist erst 12 bzw. später dann 13, aber ihr muss doch vorher schon einmal aufgefallen sein, dass Mädchen anderes behandelt werden als Jungen? Mir will das einfach nicht so recht in den Kopf, dass diese Tatsache für sie so plötzlich kommt. Andererseits scheint ihrer Mutter auch bisher noch nicht aufgefallen zu sein, dass ihr Mann Callie Vee anders behandelt als die Jungen… Vom ersten Buch her kann ich mich da allerdings auch nicht dran erinnern, allerdings war der Vater da auch meistens eher abwesend und spielte keine große Rolle. Irritieren tut es mich aber dennoch, gerade auch weil Callie Vees Großvater ja keinerlei solcher Anwandlungen hegt.
In diesem Buch geht es auch viel um Travis, Callie Vees jüngeren Bruder. Er scheint etwas dümmlich zu sein oder auch vielleicht nur etwas zu tierlieb? Auf jeden Fall bekommt er ohne Callie Vees Hilfe nichts auf die Reihe obwohl er gar nicht so viel jünger ist. Das ist eigentlich nicht schlimm, aber es ist irgendwie… naja…suboptimal. Denn auch Callie Vee erscheint dadurch unrealistisch, sie rettet die Situation etwas zu oft im Alleingang.
Mich haben besonders die Beschreibungen des Hurrikans von Galveston und der Nachwirkungen gepackt, Jacqueline Kelly zeigt dabei wunderbar wie dieses Ereignis damals ganz Amerika beeinflusst hat. Auch die verschiedenen Experimente, die Callie Vee und ihr Großvater machen haben mir sehr gut gefallen.

Fazit: 

Wieder ein wunderbares Buch, das Themen aufgreift, welche heute wie damals aktuell sind. Die Charaktere bleiben leider hinter dem ersten Teil etwas zurück.

Band 1: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
Band 2: Calpurnias faszinierende Forschungen
0

[Rezension] Fingerhut-Sommer

Moin!
Endlich, endlich habe ich es geschafft eine Rezension zu Ende zu schreiben. Also Vorhang auf für "Fingerhut-Sommer"

Informationen zum Buch

Quelle: dtv

Fingerhut-Sommer

Ben Aaronovitch

Übersetzer: Christine Blum
Taschenbuch
416 Seiten
9,95€ [D] 10,30€ [A]
ISBN 978-3-423-21602-9
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Hatte ich schon einmal erwähnt, dass ich die beiden Totenköpfe liebe? Auf jeden Fall passt das Cover gut zu den ersten vier Bänden.

Inhalt:

Zwei Mädchen aus North-Herefordshire sind verschwunden. Möglicherweise hat Magie was damit zu tun. Also wird Peter Grant aus London aufs Land geschickt um mal etwas genauer nachzuforschen. Zusammen mit Beverly Brook erlebt er dabei wieder einiges.

Meine Meinung:

Kein London? Ich war ja erst einmal skeptisch, schließlich gehört London ja irgendwie dazu. Im Endeffekt hat mich das daraus resultierende „Kein Nightingale“ mehr gestört, er ist einfach irgendwie mein Lieblingscharakter.

Peter mal in einer anderen Umgebung zu sehen war erst etwas seltsam, aber es war auch sehr interessant. Gerade die vielen neuen magischen Kreaturen. Außerdem hat mich die Schilderung des Landlebens sehr amüsiert. Das ist genau das, was hier ablaufen würde in so einem Fall minus das auf Feldern herumlaufen (und minus die Einhörner, hier kämen eher wütende Seehunde/Selkies in Frage). Für einen Stadtmenschen eine sehr gute Schilderung.
Auch Beverly war wieder dabei und ich bin mir nicht ganz sicher ob ich sie nervig oder witzig finde. Wahrscheinlich beides. Auf jeden Fall wird die Sache mit Covent Garden aus dem ersten Teil und der Überflutung im vierten Teil bei ihr langsam zu einem running gag. Auch so eine Sache, bei der ich mir nicht sicher bin ob sie mir gefällt.
Auf jeden Fall mal ganz was anderes und ein Buch mit nur einem einzigem schlechten Witz über Mollys Kochkünste(Dafür wird eindeutig klar, dass Molly wirklich besser in die Zeit VOR dem 2. Weltkrieg passt als ins Hier und Jetzt. Ich sag nur Schrankkoffer, Rasiermesser und Flinte)
Ein wirklicher Pluspunkt wie ich finde ist, dass man mehr über Nightingales Vergangenheit und über Ettersberg erfährt. Wirft zwar auch wieder jede Menge neue Fragen auf aber gut.

Fazit:

Auch wenn es schwer in Worte zu fassen ist (vor allem ohne zu spoilern!): Fingerhut Sommer ist mal wieder eine rasante und unglaubliche witzige Story. Das nächste Mal aber bitte mit etwas mehr Nightingale und Dr. Walid!

Band 2: Schwarzer Mond über Soho
Band 3: Ein Wispern unter Baker Street
Band 5: Fingerhut-Sommer

2

[Rezension] Efeuranken

Hallo allerseits!

Ich habe mal wieder eine Rezension für euch. Nachdem ich den ersten Band Eichenweisen bei der Lovely Indies Aktion von Blogg Dein Buch gewonnen habe und der so toll war musste ich natürlich den zweiten Teil haben.
Am Sonntag gibt es übrigens eine hier auf dem Blog einen Gastbeitrag von Felicity Green. Es geht um übernatürlich Wesen. Schaut unbedingt vorbei!


Informationen zum Buch

Quelle: Felicity Green

Efeuranken

Felicity Green

Taschenbuch
376 Seiten
10,95€
ISBN: 978-1-508-965-237
Website der Autorin




Erster Eindruck:


Das Cover passt wunderbar zu dem des ersten Teils. Das Buch hat auch wieder ein soft-touch-finish wodurch es sich sehr schön anfühlt.

Inhalt:


Alice wurde in die Anderswelt entführt. Dort trifft sie auf Morrigan, die Königin der Sidhe. Nur: Diese will, dass Alice Ciaras Essenz, ihre Seele aufgibt.
Dylan dagegen hat immer noch seine Magie nicht wieder und kann deswegen nicht in die Anderswelt. Hilfe kommt von unerwarteter Seite.

Meine Meinung:


Dylan ist irgendwie komisch in diesem Teil. Er scheint einerseits keinen Plan zu haben was er tun soll und hat Angst um Alice andererseits ist er allerdings auch sehr davon überzeugt es ja irgendwie richtig sein muss was Maggie und Morrigan tun. Was beides an sich ja nicht so das Problem ist, aber: Er merkt es selbst gar nicht, wie er sich manchmal widerspricht.









Achtung Spoiler! Zum aufklappen bitte hier klickenAuch das er nach Alice Flucht und der Wiederentdeckung seiner Magie so schnell seine Ansichten ändert… Seine ganze Welt bricht da ja quasi zusammen aber es scheint ihn nicht weiter zu kümmern. 

Alice dagegen entwickelt sich meiner Meinung nach in diesem Buch sehr viel weiter. Zwar sieht sie Morrigan und Meggie weiterhin einfach nur als böse an und kommt auch gar nicht auf die Idee, das das eventuell nicht der Fall sein könnte, aber letztendlich kennt sie ja auch nur die „schlimme“ Seite der beiden und ihre Erfahrungen sind am Anfang auch nicht sooo positiv.
Als neue Figur tritt u.a. Colleen auf, auf die passt wohl nur die Beschreibung „niedlich“. Etwas naiv ist sie auch, aber das passt und ist gut geschrieben.
Sonst noch was? Wie auch schon der erste Teil gut geschrieben und die Vermischung von Mythologie und dem hier und jetzt gelingt perfekt.

Fazit:


Da der Charakter Dylan mich irgendwie das ganze Buch über irritiert hat, gibt es diesmal leider keine 5 Sterne. Der erste Teil war einfach noch ein Stück perfekter und mich hat eigentlich gar nichts gestört aber hier gibt es schon Probleme. Deswegen 4 Sterne.
Band 1: Eichenweisen
Band 2: Efeuranken
Band 3: Ebereschenzauber

0

[Rezension] Das Blut der Rebellin

Huhu ^^

heute gibt es die erste Rezension zu einem Buch, das ich über das Random House Bloggerportal bekommen habe. Danke an den Goldmann-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Informationen zum Buch

Quelle: Goldmann

Das Blut der Rebellin

Sabrina Qunaj

Taschenbuch
704 Seiten
€ 9,99 [D]; € 10,30 [A]
ISBN: 978-3-442-47989-4
Goldmann




Erster Eindruck:

Da sind wieder so tolle Bilder in den Klappen ^^ Wie schon bei „Die Tochter des letzten Königs“. Ansonsten ist das Cover typisch historischer Roman, nix besonderes halt.

Inhalt:

Wales, 1146: In England herrscht Bürgerkrieg. Die Waliser nutzen dies um gegen die Herrschaft der Normannen zu rebellieren. Isabel de Carew ist die Enkeltochter einer walisischen Prinzessin und Tochter der mächtigen normannischen Geraldine-Familie. Ihre Hochzeit mit dem Sheriff von Pembroke soll die Macht der Normannen festigen. Doch dann wird sie entführt…

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe(weder meine noch die vom Verlag :) ) hört sich erst mal nicht danach an, aber hier verbergen sich tolle Charaktere und ein Plot der mit damsel-in-distress so gar nichts zu tun hat.
Im Gegensatz zum Vorgängerband, der die Geschichte von Isabels Großmutter erzählt, fand ich die Charaktere hier ausnahmslos gelungen. Isabel ist zwar manchmal auch naiv, aber sie verhält sich allgemein ihrem Alter angemessen. Auch die Nebenfiguren sind sehr gut ausgearbeitet. Einzig Nesta, Isabels Großmutter, bleibt etwas eindimensional (und ist  genau genommen unrealistisch fit für ihr Alter, gerade für die damalige Zeit)
Der Schreibstil ist wirklich gut und Sabrina Qunaj versteht es die damalige Zeit heraufzubeschwören. Teilweise werden jedoch Dinge genauestens ausgeführt, die erst viele, viele Seiten später wichtig werden oder teilweise auch gar nicht mehr. Dadurch hat das Buch leider einige Längen
Den Plot habe ich oben ja schon einmal kurz angesprochen und zu viel will ich auch nicht verraten, aber dieses Buch erzählt wirklich ein ganzes Leben und lässt sich deswegen schwer in Worte fassen. Die Figur der Isabel ist dabei sehr faszinierend.

Fazit:

Ein wunderbarer historischer Roman, der manchmal einige Längen hat, jedoch durch tolle Charaktere überzeugt. Es fehlt jedoch das "gewisse Etwas", das einen großartigen Roman daraus macht.


2

[Rezension] Madison Mayfield

Huhu,
da bin ich wieder mit einer Rezension. Als ebook ausgeliehen aus der onleihe (tolles Konzept übrigens ^^).
Außerdem möchte ich euch auf eine kleine Umfrage hinweisen. Zum Thema Fanfiction (ein paar mehr Meinungen von Nicht-Fanfiction-Lesern wären toll ;) ) Sind auch nur ein paar Fragen, das dauert keine 5 Minuten. Einfach mal hier klicken. Nächste Woche gibt es dann an dieser Stelle einen Beitrag über Fanfictions, die Umfrage läuft noch bis Montag.
Aber nun ab zum Buch:

Informationen zum Buch

Quelle: cbj

Madison Mayfield - Die Augen des Bösen

Rainer M. Schröder

Hardcover
512 Seiten
18,99€ [D], 19,60€ [A]
ISBN: 978-3-570-15898-2
Verlag: cbj




Erster Eindruck:

Typisch Rainer M. Schröder was das Cover angeht. Also nichts neues, aber immer noch ganz nett ^^

Inhalt:

Madison hat „Episoden“ oder wie ihre beiden Cousinen es nennen: Sie ist verrückt. Denn manchmal sieht sie Dinge. Wie ein Mann einen anderen umbringt zum Beispiel. Allerdings sieht sie immer nur die Opfer, nie den Mörder. Eines Tages sieht sie einen Zeitungsartikel, der einen Mord genau so beschreibt, wie sie ihn gesehen hat…

Meine Meinung:

Schlechte Dinge zuerst: Das Buch ist ein typischer Rainer M. Schröder. Deswegen allein ist es nicht schlecht, nur sind bestimmte Handlungsweisen und Plotteile vorhersehbar für jemanden der sehr viele seiner Bücher gelesen hat. Außerdem sind mir beide Hauptfiguren (Madison und ihre Gesellschafterin Leona) manchmal etwas sehr naiv. Madison, okay. Behütet aufgewachsen im bürgerlichen Milieu. Die darf das. Aber Leona kennt es auch anders und sollte deswegen etwas vorsichtiger sein. Gerade Madison scheint mir auch etwas zu sicher in ihrer gesellschaftlichen Stellung, sie selbst lehnt sie zwar ab, erwartet aber von jedem privilegiert behandelt zu werden. Dabei ist sie gar nicht in höhere Kreise herein geboren sondern erst durch den Tod ihrer Eltern dazu gekommen, weil ihr Vormund adlig ist.
Und nun die guten Dinge: Das Buch ist ein typischer Rainer M. Schröder. Tja, langsam wird die Story für mich zwar vorhersehbar, aber: Rainer M. Schröder schreibt wirklich wunderbar und schafft es Spannung aufkommen zu lassen und nebenbei noch etwas über die Zeit zu erzählen.

Fazit: 

Rainer M. Schröder ist immer noch gut in Form. Bei diesem Buch leider nicht in Bestform -  eine lohnende Lektüre ist es aber dennoch. Für 4 Sterne reicht es noch.


0

[Rezension] Unterland

Hallo meine Lieben ^^
Heute gibt es mal wieder eine Rezension. Übrigens nicht wie sonst komplett Spoilerfrei. Allerdings geht es nur um einige kleinere Dinge, die nur bedingt wichtig sind für die Geschichte selbst. Wenn ihr wirklich gar nichts erfahren wollt lest besser nicht weiter. Für alle anderen: Es sind wirklich nur allgemeine Sache, die man sich nach der Inhaltsangabe auch fast schon denken kann!


Informationen zum Buch

Quelle: Ravensburger

Unterland

Anne C. Voorhoeve

Taschenbuch
448 Seiten
8,99 € (D) 9,24 € (A)
ISBN: 978-3-473-58459-8
Ravensburger Verlag



Erster Eindruck:


Das Cover ist sehr „inseltypisch“ und hat mich sofort angesprochen. Die beiden am Zaun lehnenden Kinder scheinen irgendwo weit in der Ferne etwas gesehen zu haben.

Inhalt:

Alice und ihre Familie müssen 1945 von Helgoland fliehen nachdem die Insel von den Alliierten vollkommen zerbombt wurde. Die nächsten Jahren verbringen sie in Hamburg, aber grade Alice seht sich zurück nach Helgoland und ihrem Leben vorm Krieg. Denn im Nachkriegs-Hamburg herrscht Mangel an allem. 1000 Kalorien stehen den Lebensmittelkarten nach jedem Menschen zu! Und Hunger ist manchmal noch das Geringste von Alices Problemen.

Meine Meinung:

Nachkriegsdeutschland. Immer ein heikles Thema, grade was Kinder- und Jugendbücher angeht. Schließlich muss die Schuldfrage geklärt werden: Wer wusste was wann? Nicht unbedingt die beste Voraussetzung für ein mitreißendes Buch. Anne C. Voorhoeve umschifft diese Klippe gekonnt in dem sie von den Helgoländer Flüchtlingen erzählt. Abgeschottet auf ihrer Insel bekamen diese während des Krieges von fast gar nichts etwas mit. Judenverfolgung gab es dort nicht, da auf der Insel keine Juden lebten und alle jüdischen Gäste (wie eigentlich alle anderen Gäste auch…) einfach nach Hause geschickt wurden.
Bei der Ankunft in Hamburg ist Alice dementsprechend auch sehr überrascht. Hamburg liegt nämlich in Trümmern. Grade der Winter 45/46 ist nur davon geprägt irgendwie zu überleben. Dazu müssen sich Alice und ihr Bruder Henry auch noch mit einem Alt-Nazi als Lehrer rumschlagen. Da bekommen Aussagen aus meinem Schulgeschichtsbüchern wie „Die Entnazifizierung ist auf ganzer Linie gescheitert“ ein Gesicht. Und zwar das des Lehrers, der sich weigert Alice auch nur anzusprechen, weil ihm kein deutsches Äquivalent zu ihrem Namen einfällt. Aus Henry macht er einfach Heinrich, aber Alice?
Auch die spätere Freundschaft der Helgoländer mit den britischen Soldaten finde ich sehr gelungen. Nicht so gut gefallen hat mir, dass scheinbar keiner mit dem anderen redete. Alice nicht mit Henry, die beiden nicht mit ihrer Mutter. Alices Freund Wim mit überhaupt niemandem…. Das nervte manchmal etwas, so viele Probleme hätten durch reden verhindert werden können.

Fazit:

Bis auf einige Kleinigkeiten ein sehr gelungenes Buch. Und James Krüss kommt auch drin vor. Auch wenn es mir erst beim Lesen des Nachwortes aufgefallen ist, das jener James dessen Großvater von Alice als Groofoor Krüss bezeichnet wird James Krüss ist :D Von mir gibt es 4 Sterne dafür!


6

[Rezension] Die Tochter von Rungholt

Hallo allerseits,
wie bereits versprochen gibt es heute mal wieder eine Rezension. Und zwar zu "Die Tochter von Rungholt" von Birgit Jasmund. Ein wunderbares Buch, aber lest selbst:
Übrigens wo genau Rungholt lag findet ihr auf wikipedia heraus. Ein Klick auf "Rungholt" bringt euch zur entsprechenden Seite.

Informationen zum Buch

Quelle: Aufbau Verlag

Die Tochter von Rungholt

Birgit Jasmund

Taschenbuch
463 Seiten
9,99 €
ISBN 978-3-7466-3029-8
Verlagswebsite





Erster Eindruck:

Das Cover wirkt sehr mysteriös. Ein Frau im weißen Kleid jeden Fall. Der Umschlag ist Hochglanz, was auf jeden Fall mal etwas anderes ist.

Inhalt:

Iven Levensens Vater und sein Schwager wurden von den Wogensmannen getötet. Diese Gruppe von Räubern lebt quasi vor den Toren Rungholts und wird allgemein gefürchtet. Iven hält das allerdings nicht ab, er möchte Rache. Doch als er Silja, die Tochter eines Kaufmanns, kennenlernt gerät sein Plan ins Schwanken. Dazu kommen noch die seltsamen Träume seiner Schwester, die Rungholt im Meer untergehen sieht.  Es ist Frühjahr 1361.

Meine Meinung:

Gekauft habe ich das Buch wegen des Titels. Rungholt, dieser Ort mystischen Reichtums, der in der Marcellusflut unterging. Sozusagen das norddeutsche Atlantis. Ich bin halt ein Küstenkind…
Woher genau jetzt der Titel kommt weiß ich aber nach lesen des Buches immer noch nicht. Hauptperson ist Iven. Seine Schwester Levke spielt zwar auch eine beträchtliche Rolle aber nicht genug um das ganze Buch nach ihr zu benennen. Naja und Silja kommt ursprünglich aus Hamburg, Ihr Vater zog des Salzes wegen nach Rungholt. Also eine „Tochter Rungholts“ ist sie sicher nicht. Aber gut, nach dem Titel kann ich ja das Buch schlecht bewerten. Birgit Jasmund hat auf jeden Fall gut recherchiert. Dadurch, dass sie ab und an plattdeutsche bzw. friesische Wörter benutzt wird richtig Atmosphäre und man hat das Gefühl in dieser Zeit zu sein. Dazu kommen noch die tollen Beschreibungen. Naja, und grade das Naturell der Rungholter kommt mir sehr bekannt vor. Das hat sich über die Jahrhunderte sicher nicht geändert in Friesland ;) Was ich nicht so ganz verstehen konnte war dieser Stolz „Königsfriesen“ zu sein. Das muss jetzt aber nicht unbedingt ein Fehler sein, ich bin halt nur mit den Geschichten von den freien Friesen Ostfrieslands aufgewachsen. „Leiver Dood as Slaav“ hieß es hier. Löcher habe ich im Plot auch keine gefunden, er baut sich langsam auf. Wer nicht so gerne viele einzelne Handlungsstränge mag, ist mit diesem Buch allerdings nicht so gut beraten. Zwar löst sich alles nach und nach auf und am Ende ist wirklich alles geregelt aber bis dahin geht es um gefühlt tausend verschiedene Dinge.

Fazit:

Ein spannender historischer Roman, der den „Großen“ des Genres in keiner Weise nachsteht. Die von Birgit Jasmund geschaffene Atmosphäre ist einfach perfekt. Nur dieses Gefühl aufspringen zu wollen und allen anderen davon zu erzählen ob sie wollen oder nicht hat mir gefehlt. Für 5 Sterne reicht es daher nicht ganz.

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